Supernatural - Begraben completed

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    • Traumwandler - geile Idee! Was meine Blair eher zufällig von Zeit zu Zeit passiert, kann Máire ganz gezielt. Deans Träume sind finster - nach einem Aufenthalt in der Hölle und allem, was er dort getan und ansonsten durchgemacht hat, würde ihn selbst das am wenigsten wundern, vermute ich. Aber vielleicht hat es auch einen ganz anderen Grund, wie z. B. ein Zauber, der seine Träume quasi vor einem Eindringen von außen schützt?
      Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht *hibbel*


      What the hell?! I mean, normal people, they see a monster, and they run. But not us, no, no, no, we -- we search out things that want to kill us. Yeah? Huh?
      Or eat us! You know who does that? Crazy people! We...are insane!
    • @ Wassergeist :love:

      Bin gerade mächtig happy, dass du die Vergangenheit so magst. ^^ Wobei ich diese Storyline auch unheimlich gerne geschrieben habe. Vermutlich ist der Faden deswegen auch so lang geraten. *cool*

      Was S6 angeht, kann ich nur Melinda zustimmen. Ich persönlich fand S6 auch ganz gut und war nicht enttäuscht. Zwar konnte sie nicht S5 vom Treppchen stoßen, doch trotzdem sind sehr viele, gute Folgen dabei. *thumps*

      @ Syd

      Ich denke auch, dass Dean sehr wohl weiß wie finster seine Träume sind und höchst beunruhigt wäre, wenn er wüsste das Máire versucht dort rumzustöbern. Deine Blair ist irgendwie eine Mischung aus Mac und Máire. *lach1* Ich finds cool und freu mich, dass du nun mal bei mir hibbelst, nach dem ich so lange bei deinen Storys gefiebert habe. *umarm*
    • Same here!
      Die 6. season war für mich so gut wie jede vorher. Allerdings gehöre ich zu den Leuten, die eh' nicht unterscheiden, beste oder schlechtest Staffel, beste oder schlechteste Folge oder Dean gegen Sam. Ich bin ein bequemer SPN-FAn - ich gucke und genieße und analysier nicht, höchstens den Zustand des Bruder-Verhältnisses *gg*

      Oh ja, Angel, ich hibbele - und hab gestern wieder ein paar nette reviews meiner Stories in einem gewissen anderen FF-Board gelesen. Dabei bin ich auf total ausgeflippte Kommentare einer gewissen *Muecke* gestoßen. Mensch, die war ja wirklich und wahrhaftig im Saga-Fieber! *umarm*


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    • *blush* Öhm ja, ich erinnere mich dunkel. Total durchgeknallte Person, bei der muss man vorsichtig sein, hab ich mir sagen lassen. [IMG:http://smiles.kolobok.us/standart/secret.gif] Die verfolgt einen sogar bis in die Foren und nötigt da auch noch zum posten. *lach1*

      Gabs dort neue Reviews, oder hast du in den alten geschwelgt? *:)*

      Sehr bequemer SPN Fan, sehr bequemer FF-Leser, sehr bequemer Autor, rundum sehr bequeme Person *:D* ... *umarm*
    • Bei den bequemen Fans reihe ich mich mal ein. *:D*
      Als Autor bin ich eher unbequem, weil mein Hang zum Perfektionismus mich selber manchmal völlig kirre macht.
      Es gibt Abende, da verbringe ich Stunden mit Recherche. Okay, ist normal, würde man sagen ... aber es handelt sich dabei halt manchmal nur um eine Sache, die in einem Nebensatz erwähnt wird. *lach* Ja, was das angeht bin ich total irre.
      Als Leser bin ich auch unbequem, weil ich eigentlich nicht mehr aus dem "Beta-Modus" raus kann. Und als Beta bin ich die absolute Pest, weil ich sehr streng bin *lach* und auch bei den fisseligsten Details rumbohre. *wah*

      Aber als Fan bin ich absolut bequem. Ich will angenehm unterhalten werden und nehme vieles klaglos hin, wo andere seitenlang nörgeln. *:D*
      Und wenn Fanwars ausbrechen bin ich schneller weg, als man "ooops" sagen kann. *:D*

      Diese komische Muecke kenn ich auch. Die hat ne kapitale Vollmeise. Sollte man mit Vorsicht genießen ... *lol1*
      "Happiness isn't about getting what we want. It's about appreciating what we have."
      Spooks

      ~~~

      "Some people live more in 20 years than other do in 80. It's not the time that matters, it's the person."
      The Doctor

      ~~~

      the madness within can be a gift ... the gift of inspiration
    • Ich bin als Beta nicht ganz pflegeleicht und auch allgemein beim Lesen nicht, speziell bei Themen, die mir am Herzen liegen - wie zum Beispiel Geschichten um meinen Lieblingschara Dean. Wenn ich stories lese, die völlig out of character sind, die schlecht geschrieben sind, dümmlich und orthographisch eine Katastrophe... nix wie weg!
      Aber als Fan verteidige ich meine Lieblinge bis auf's Blut und bin ziemlich unkritisch.
      Btw... diese Muecke hat tolle Kommentare verfasst - erinnern mich an irgendjemanden *kratz* *;)*

      Hab übrigens neue Kommis gelesen - gibt immer noch neue Fans, die über die ollen Kamellen fallen *cool*
      Da fällt mir ein - heut ist ja Mittwoch! *shock*


      What the hell?! I mean, normal people, they see a monster, and they run. But not us, no, no, no, we -- we search out things that want to kill us. Yeah? Huh?
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    • Ach, hat sie das? Ich fand sie unheimlich labrig und nervend. :rolleyes: Hab heute auch nochmal reingesehen und die frischen Kommis gelesen. Mal sehen ob der Leser von Teil eins auch noch zu den anderen Teilen was schreibt. *:)*
      Durch die Lesetipps fallen doch noch immer wieder Leser über alte Stories.


      Mittwoch....[IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/just_cuz/JC_tongue.gif] Da folge ich direkt mal unaufällig. Das wird das richtige Betthupferl. :love:
    • Melinda schrieb:

      Man sollte nicht alles glauben, was man liest. Mir hat die 6. Staffel richtig gut gefallen, mach dir selber ein Bild!

      keine Sorge, das mache ich auf jeden Fall noch *:)* wäre ja zu schade mich von ein paar negativen Kitiken gleich ganz abschrecken zu lassen... man sollte solche Dinge nicht vorher lesen *blush* , bin nur zufälllig über den Thread mit der schlechtesten SPN Staffel gestoßen und war ganz überrascht wie einig man sich da auf den ersten Blick über die Staffel 6 war...drum dachte ich gleich, wenn's stimmt, dann genieße ich Begraben umso mehr...


      @angelA: "Tja, wer sich auch schon Mücke nennt, muss ja nen Stich haben. " *lol1* auf die Idee wäre ich nie gekommen...
      [IMG:http://www10.pic-upload.de/06.03.12/6fhpk7icgar4.jpg]
      Ava & Sign by Klaus'Sweetheart thx
    • Heute gibts mal wieder einen Mitternachtssnack im Zeltlager. Endlich laden die Temperaturen auch wieder zum Lagern ein. *:D*

      *Frühstückstisch schonmal reichlich deckt* Damit ihr beim Lesen nicht verhungert. ^^ Jetzt kommt wieder zusammen, was zusammen gehört. *lach*

      Viel Spaß beim lesen. *in die Runde strahlt*


      Kapitel 9 - Uncle Sam



      GEGENWART

      13.Oktober 2025, Ort unbekannt

      Erst als die schwere Tür zufiel und verriegelt wurde, fiel Macs mühsam aufrechterhaltene Maske. Ihr fehlte die Kraft aufzustehen, selbst den Blick weiter auf die Tür zu richten, schien unmöglich. Die tränenüberströmte Wange presste sie an den kalten Holzboden, auf dem die Hüterin bäuchlings lag. Ihr Rücken schmerzte von den vielen, schmerzhaften Begegnungen mit den Wänden ihres Gefängnisses. Außerdem war sie sich sicher, dass ihr Aminata mindestens zwei Finger gebrochen hatte.

      Offensichtlich brauchte sie Mac lebendig, doch nicht unversehrt. Zitternd schnappte diese nach Luft, in dem Versuch die aufsteigende Panik zurückzudrängen. Die Augen krampfhaft zusammengepresst, wollte sie den näher rückenden Wänden ihres Gefängnisses noch einen kurzen Moment entkommen. Das alles durfte nicht wahr sein. Vor ihrer Tochter konnte sie sich verbergen und sie so schützen. Doch nicht vor IHM.

      Wie ein kalter, harter Kiesel ruhte die Verbindung zu Dean in ihrem Geist. Ganz am Rande ihres Bewusstseins hatte er geschlummert und im laufe der Jahre war es ihr immer leichter gefallen, diesen Teil ihrer Seele zu meiden. Zumindest hatte sie sich das bis heute erfolgreich eingeredet. Mac wagte einen vorsichtigen Blick, doch nichts hatte sich geändert.

      Der Jäger war viel zu stur und eigen, um freiwillig ihren Bund aufzuwecken. Selbst wenn er es Máire zuliebe versuchte, sein starker Wille, niemanden hinter die eigene Fassade blicken zu lassen, würde wohl den Erfolg verhindern. Damit beruhigte Mac sich selbst, während sie erneut den Starrsinn ihrer Tochter verfluchte, der es ihr ermöglicht hatte, ihren Vater zu finden.

      Sie konnte nicht sagen, wie lange sie so auf dem Boden gelegen hatte, bis sie in der Lage war, sich stöhnend auf die Knie zu stemmen. So verharrte Mac eine kurze Weile, bis der Raum aufhörte, sich um sie zu drehen. Die drei Schritte bis zum Bett kamen ihr wie eine ganze Meile vor, diesmal hatten die Hexen nicht mal mehr von der Hüterin verlangt, ihre Tochter zu rufen. Offensichtlich hatten sie einen anderen Plan, wie sie den Menschen, der Mac am meisten auf der Welt bedeutete, hierher locken wollten. 'Verdammt, Máire!'

      Ihre Gedanken fuhren Achterbahn, sollte sie ihre Blockade aufgeben und die beiden warnen? Doch was würde dann passieren? Sie befürchtete, dass Vater und Tochter dann genau das versuchen würden, was sie doch verhindern wollte. Nämlich hier herein zu stürmen und die Falle auszulösen.

      Nein, sie würde einen anderen Weg finden müssen, um die Pläne der Hexen zu durchkreuzen.
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      14.Oktober 2025, Summit

      Sam gähnte herzhaft, während sich seine Finger ums Lenkrad krallten. Ähnlich einer Katze streckte er sich und versuchte, seinen Kreislauf wieder in Gang zu bringen. Der letzte Kaffee war viel zu lange her, doch so kurz vorm Ziel seiner Fahrt wollte er nicht mehr anhalten.

      Die Zeit schien in diesem Viertel von Summit stehen geblieben zu sein. Ohne Probleme fand sich der Winchester zurecht und es dauerte nicht lang, da entdeckte er den Impala, welcher in der Nähe eines schmalen Trampelpfades geparkt stand. Sam parkte seinen nachtschwarzen Dodge hinter dem Oldtimer. Ihm entfuhr ein zufriedenes Stöhnen, als er seine langen Glieder endlich mal wieder durchstrecken konnte. Seit Deans Anruf hatte er fast die ganze Zeit im Auto verbracht. Mit Alex war er in die gemeinsame Unterkunft gefahren, wo Sam nur kurz seine Klamotten in eine Tasche geworfen hatte, um dann sofort aufzubrechen, nachdem er dem jungen Jäger eingebläut hatte, dass dieser nach Hause fahren und keine Alleingänge starten sollte. Die letzte Nacht hatte er für vier Stunden in einem Motel geschlafen.

      Ohne das es dem Jäger bewusst war, strich er im Vorbeilaufen dem Impala über den blank polierten Kotflügel und musste dabei lächeln. Die hintereinander geparkten Fahrzeuge waren das reinste Kontrastprogramm. Der alte '67-er Chevy und der moderne Dodge. Nach wie vor war es keine Frage, welchen Wagen die Brüder für eine gemeinsame Jagd nutzten. Auch wenn Sam den Komfort seines Autos dann schmerzlich vermisste, wäre es ihm nie in den Sinn gekommen auf den Impala zu verzichten. Das nachtschwarze Ungetüm gehörte zu Dean und Sam, wie Bonny zu Clyde.

      'Schon merkwürdig, wie uns die Vergangenheit immer wieder einzuholen vermag.' Sam war dem kleinen Trampelpfad gefolgt und wie damals wurde bereits nach kurzer Zeit ein altes Haus inmitten einer verwilderten Wiese sichtbar. Vergangenheit und Gegenwart überlagerten sich für einen kurzen Moment, als er unter den Bäumen am Rande der Rasenfläche stand. Er konnte nur hoffen, dass ihn diesmal kein Wolf als Empfangskomitee erwartete.

      Nach wie vor war es ihm ein Rätsel was Dean erneut hierher geführt hatte. Das Einzige was sein Bruder ihm wortkarg am Telefon mitgeteilt hatte, war die Tatsache, dass Mac die ganze Zeit gelebt hatte und nun in Summit verschwunden war. Doch wenn die Hüterin vermisst wurde, wie hatte Dean von dem Fall erfahren? Einer Sache war er sich allerdings sicher, sein Bruder war viel zu aufgewühlt gewesen, als dass es sich um einen normalen Fall handeln könnte.

      Das Haus wirkte auf Sam friedlich. Die vielen Jahre als Jäger hatten seine Instinkte geschärft und er hatte gelernt, auf sie zu vertrauen. Dem energischen Klopfen an der Haustür folgte bald das Geräusch schwerer Tritte aus dem Inneren. Sein Bruder öffnete ihm die Tür und ein Lächeln überzog dessen übernächtigtes Gesicht.

      "Wird auch Zeit, dass du endlich kommst. Hatte dein Magnum Ladehemmung?" Aus dem Lächeln wurde ein breites Grinsen. Dean konnte es einfach nicht lassen den Wagen seines Bruders, der den Beinamen Magnum trug, aufs Korn zu nehmen.

      "Jerk."

      "Bitch", kam die prompte Antwort des Älteren, doch das Grinsen war schon wieder verblasst.

      "Kannst du mir jetzt mal mit mehr als fünf Worten erklären, wieso wir hier sind?" Nachdem das Begrüßungsritual der Brüder vorbei war, dürstete es Sam nach Fakten.

      Dean warf ihm einen nicht zu deutenden Blick zu. Eine nervöse Spannung lag in der Luft, als der Ältere ihn mit einem rauen "Komm rein" aufforderte einzutreten.

      Während Macs Elternhaus von außen unverändert wirkte, hätte der Wandel im Inneren nicht deutlicher sein können. Die alten Möbel waren modernen gewichen, die früheren Bilder aus alten Tagen waren durch aktuelle Fotografien ersetzt worden. Doch Sam blieb keine Zeit, die Personen auf den Porträts genauer zu betrachten, sein Unterbewusstsein erfasste jedoch, dass auf den meisten Bildern ein kleines Mädchen beziehungsweise ein junger Teenager zu sehen war. Seltener war Mac auf einem der Fotos zu sehen.

      Sam ließ sich in einen der Sessel im Wohnzimmer fallen und schaute seinen Bruder, der mit verschränkten Armen ihm gegenüber an einer Kommode lehnte, auffordernd an. "Und?"

      "Vor zwei Tagen tauchte ein Mädchen bei mir in Norfolk auf und bat mich um Hilfe, da ihre Mutter verschwunden ist." Auf Sams Gesicht stand deutlich die Frage geschrieben, was das mit Mac zu tun hatte. Dean fuhr sich fahrig mit der Hand durch die kurzen Haare, bevor er fortfuhr. Sam quittierte diese Geste nur mit einer hochgezogenen Augenbraue. Was hatte seinen Bruder nur dermaßen aufgewühlt?

      "Das Mädchen, sie ist ... Macs Tochter." Er presste hart die Lippen zusammen, die Worte 'meine Tochter' wollten ihm einfach nicht über selbige kommen. Trotzdem kreiselten sie durch seine Gedanken.

      "Mac hatte doch keine Kinder? Wir haben beide gesehen, wie sie nach dem Ritual verschwunden ist. Bist du dir sicher, dass das Mädchen nicht lügt?" Die katzenhaften Augen des Jüngeren hatten sich zu schmalen Schlitzen zusammengezogen, während er die Fakten von damals und heute gegeneinander abwog. Schritte auf der Holztreppe unterbrachen jedoch seine Überlegungen. Sams Blick heftete sich direkt auf das Mädchen, welches sich mit einer solchen Vertrautheit neben seinen Bruder stellte, die nur zwei Menschen erlangen konnte, wenn sie über zwei Tage pausenlos zusammen unterwegs gewesen waren. Es war keine Frage, dass es sich dabei um die angebliche Tochter Macs handeln musste, dazu hätte es Deans Vorstellung nicht bedurft. Was Sam an dieser Aussage allerdings stutzen ließ, war die offensichtliche Größe des Teenagers. Mac war Sam noch sehr gut in Erinnerung, die zierliche Hüterin hatte ihm kaum bis an die Brust gereicht. Wenn dieses Mädchen nach den Ereignissen in England geboren worden war, konnte sie maximal fünfzehn Jahre alt sein.

      Er konnte ein amüsiertes Schnauben nicht unterdrücken. "Du sollst Macs Tochter sein? Da müsste dein Vater schon ein Riese gewesen sein." Sam sah zu seinem Bruder rüber, dem dies doch bestimmt auch aufgefallen sein musste. Zu seiner großen Verwunderung funkelten ihn Deans grüne Augen nur vorwurfsvoll an.

      Máire hatte bis eben in ihrem Zimmer ein paar Sachen zusammengepackt, denn Dean hatte ihr schon gesagt, dass sie wohl nicht lange hier bleiben würden. Allerdings ohne ihr zu sagen, wo sie als nächstes hinfahren würden. Als sie die Stimmen gehört hatte, war sie neugierig die Treppe heruntergegangen, um ihren ominösen Onkel Sam zu treffen. Máire war es nicht gewohnt Teil einer großen Familie zu sein. Sie hatte es sich gewünscht einen Vater zu haben, so wie die anderen Kinder und manchmal wäre es schön gewesen, eine Schwester oder einen Bruder zu haben. Doch da waren nur sie und ihre Mum. Jetzt war da plötzlich ein Vater, mit dem sie ja auch gerechnet hatte, doch woran sie nicht gedacht hatte, dass es da noch mehr Familie geben könnte.

      Entsprechend gespannt war sie auf ihren Onkel gewesen und ohne das es ihr bewusst war, freute sie sich auf dieses Kennenlernen. Denn auch wenn ihr Vater nicht sehr viel von Sam erzählt hatte, und diesem auch noch nichts von seiner Tochter gesagt hatte, begleitete seine Stimme ein warmer Klang der deutlich machte, wie Nahe sich die Brüder standen. Eine tiefe Stimme, warm und angenehm wie die ihres Vaters, klang zu ihr empor, als sie die Treppe herunterkam. Die Skepsis in dieser war allerdings nicht zu überhören. Sams ganze Haltung strömte das selbe Misstrauen aus, wie sein Blick. Verunsichert stellte sich Máire zu Dean. Sams amüsiertes Schnauben nahm dem Moment kaum die Spannung und seine spöttische Frage brachte für Máire das Fass zum Überlaufen. "Er denkt, ich lüge?" Zorn und Unglaube klangen deutlich aus Máires Frage heraus.

      Irritiert sah Sam von seinem Bruder zu dem empörten Teenie, nur um festzustellen, dass sich zwar das Geschlecht geändert hatte, nicht aber die grün blitzenden, vorwurfsvoll dreinschauenden Augen. Es hätte ihm eigentlich direkt auffallen sollen, wie die beiden so nebeneinander standen. Es waren nicht nur die Augen, die Körpergröße und das gleiche dunkelblonde Haar. Vielmehr waren es die schwer zu benennenden Kleinigkeiten, die man wohl am besten als Körperhaltung und Ausstrahlung bezeichnen konnte.

      "Dean!" Sams vorwurfsvoller Tonfall zeigte dem Angesprochenen deutlich, dass sein Bruder verstanden hatte. - Ja, genau so hatte er sich das vorgestellt. Breit grinste er seine Tochter an: "Jetzt glaubt er dir."

      Zwei Gesichter zwischen Fassungslosigkeit und Belustigung schwankend, sahen ihn an. Ja, genauso hatte er sich das vorgestellt!
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      14.Oktober 2025, Ort unbekannt

      Mit gemischten Gefühlen sah Guilliana den in der Ferne verschwindenden Rücklichtern des Wagens nach. "Ich verstehe ja, dass du eine persönliche Konfrontation vermeiden wolltest" Ihre Stimme hatte einen deutlich quengelnden Unterton, als sie fortfuhr, "doch musste es unbedingt meine Lieblingsköchin sein?"

      Aminata rollte genervt mit den Augen. Sie war gerade dabei, ihre lang gehegten Rachepläne zu vollenden. Und diese dauerten schon länger an, als die Kämpfe von Clark Kent gegen Lex Luthor und waren komplizierter als die Pläne fürs Holodeck auf der Enterprise. Ihre Verbündete dagegen heulte einer Köchin hinterher. "Ja, sie musste es sein. Du weißt selbst, dass diese Art Bannzauber eine gewisse Naivität des Trägers benötigt. Mit anderen Worten: Sie war die Einzige, die dumm genug für diese Aufgabe war. Du wirst jemand anderen finden."

      Gils Schmollmund verflog rasch wieder. "Meinst du, sie weiß wirklich noch was sie tun soll, wenn sie erstmal in Summit ist?"

      "Das sie die Nachricht abgeben soll, ist kein Teil des Bannzaubers. Sie macht das aus purer ...", Aminata war versucht, Dummheit zu sagen, "... Freundlichkeit.",beendete sie stattdessen den Satz. "Erst das Codewort beim überreichen der Botschaft wird den Zauber in Gang setzen. Sobald sie es hört, wird sie nichts anderes mehr im Sinn haben, als Dean Winchester zu töten." Ein zufriedenes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

      "Sie ist eine Köchin. Meine Köchin. Der Jäger wird sie auseinandernehmen wie nichts. Wird er nicht die Falle erkennen?", fragte Guilliana, nicht vollständig überzeugt, nach.

      Die Ältere rollte die Augen über so viel Begriffsstutzigkeit. "Natürlich wird er sie bemerken. Doch das spielt keine Rolle. Er wird trotzdem kommen - so wie Michael damals." Dabei ballte sie die Fäuste und der pure Hass spielte über ihr Antlitz, so wie damals die Flammen des Scheiterhaufens über die Silhouetten der Dorfbewohner in Bath.
    • Cooles Kapitel! Die Begegnung Sams mit Vater und Tochter ist echt genial! Ich kann mir ein Mädchen mit Deans Augen, seiner Körpergröße und Haarfarbe gut vorstellen, möglicherweise eine ähnlich trotzige Haltung und fertig ist das weibliche Pendant zu unserem Jäger.
      Was haben die Hexen nur mit Mac vor? Ich möchte ihr am liebsten zuschreien, sie soll ihren Direktlink zu Dean öffnen und ihn und Máire rufen. Sie soll ihm, verdammt noch eins, mal was zutrauen! *angry*


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    • Wie immer ein tolles Kapitel! Natürlich ist Sam misstrauisch! Toll wie er dann feststellt, dass Vater und Tochter so viel Ähnlichkeit haben. Es hat wier mal Spaß gemacht das Kapitel zu lesen. (Hat mir die Wartezeit am Bahnhof etwas verkürzt)
      Die arme Mac! Ich bin echt gespannt, was da dann wohl in der Vergangenheit vorgefallen ist, dass sich Aminata jetzt noch rächen möchte.... Letzte Woche stand ich da ja bei der Verbinung noch was auf 'm Schlauch *:D*
      Freue mich schon auf die Fortsetzung. Bin allerdings die nächsten zwei Wochen im Urlaub und kann vielleicht nur lesen und nicht antworten... leider klappt das per I-phone bzw. I-Pad nicht.... Mal sehen.
    • Guten Morgen ihr Lieben, :love:

      @ Syd

      Über den Direktlink musste ich so lachen. *lach1* Tolle Beschreibung für das Erkennen und ich kann dir nur recht geben. Mac sollte Dean ruhig etwas zutrauen. Allerdings ist das wohl häufig so ein Problem bei Menschen, die seit frühester Jugend auf sich alleine gestellt waren und sich immer selber durchkämpfen mussten. *:|* Von daher wird sie wohl eher einen anderen Plan aufgreifen. *seufz* *sich ganz schnell auf die Finger setzt, bevor sie zuviel verrät*

      @ Anja

      Ich freue mich so, dass der Teil mit dem Aufeinandertreffen gefällt. [IMG:http://smiles.kolobok.us/light_skin/give_heart.gif]Musste über die Szene nie lange nachgrübeln, die hatte ich von Anfang an so im Kopf und immer wenn ich mich gefragt habe ob es anders gelaufen sein könnte, sprach mein Bauchgefühl dagegen. *:)*

      @Melinda

      Die arme Mac muss im Moment echt viel einstecken. Doch dauerhaften Schaden *kratz* ...Hrmm... nee, ich bin ruhig. *:D* Was die Köchin angeht, so ist es ja nicht der Plan, dass Dean wirklich umgebracht wird. Ich glaube DANN wäre Ami so richtig stinkig *hyst* , warum verrate ich aber nicht. *lach1* Öhm nein, die Köchin soll Dean nur aus der Reserve locken, da Mac sich so beharrlich weigert dies zu übernehmen. *;)*

      Und in Summit wäre ich auch zu gern Mäusschen gewesen. *lach1*

      @ Sandrina

      Schön das ich dir die Wartezeit verkürzen konnte. Diese mobilen Geräte haben schon etwas für sich. ^^

      Gut auch, dass du von dem Schlauch runtergetreten bist. *lach1* Was die Vergangenheit angeht schweige ich mal. Zu Aminata sage ich nur soviel: Sie will nicht nur Rache. *;)*

      Ich wünsche dir einen schönen Urlaub. *umarm* Wo geht es denn hin?
    • Da ich bis eben noch an meinem neusten Opfer gezeichnet habe, gibt es schon in der Nacht das neue Kapitel. *munter mit Bleistiften und Radiergummis um sich wirft*

      Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und fürs Kapitelende spendiere ich schon mal ein Runde Baldrian für alle. *cool* Es ist mal wieder Zeit für fiese Cliffhanger, ihr seid mit den letzten Kapiteln was das angeht, viel zu gut weggekommen. *lach*

      Kapitel 10 - Remote controlled




      VERGANGENHEIT

      Januar, Im Jahre 1620
      England, Bath

      "Schlag dir das aus dem Kopf. Ich werde nicht gehen!"

      Wieso überraschte Michael diese Reaktion seiner Frau nicht? Seit zwei Jahren war Claire nun die Frau an seiner Seite und er hatte keine andere Antwort erwartet, aber doch für eine andere gebetet. Nun stand sie mit blitzenden Augen und zornesroten Wangen vor ihm. Ihre kleine Tochter stieß ein unwilliges Jammern aus, als der Säugling sich jäh an die Mutterbrust gepresst wiederfand. Mit einem Lächeln löste er Claires verkrampfte Finger aus der Babydecke und nahm seine Tochter an sich. Von ihrer Mutterpflicht befreit, ließ die junge Frau ihrer inneren Erregung freien Lauf und fing an unruhig auf und ab zu laufen, während sie ihre Worte gestenreich unterstrich.

      Sanft strich er mit dem Zeigefinger über die rosige Babywange. Mara hatte sich schnell wieder beruhigt. Die babyblauen Augen verschwanden hinter müden Lidern und wiedermal war der Jäger fassungslos, dass dieses kleine Wesen tatsächlich von ihm abstammte. Er hätte ewig hier sitzen und seine kleine Tochter bewundern können. Doch leider gab es zurzeit Wichtigeres und das Dringlichste war, seine kleine Familie in Sicherheit zu bringen. Mit einem bedauernden Seufzer drückte er Mara einen Kuss auf die Stirn, bevor er sie in die Wiege legte und sich seiner Frau zuwandte, die nach wie vor gereizt auf ihn einredete.

      "Ich weiß, ihr habt euch nie besonders gut verstanden. Und du hast ja recht, es muss etwas geschehen, doch glaubst du, sie würde auf DICH hören? Ich werde nicht gehen und Aminata nun im Stich ..." Bevor Claire ihren Satz beenden konnte, zog Michael sie in seine Arme und küsste seine Frau ungestüm. Da war nichts Zärtliches an der Art, wie sich seine Lippen hart auf ihre pressten und er ihren Körper festhielt, als könne er Claire alleine damit seinen Willen aufzwingen. Doch sie verstand die Angst und auch die Verzweiflung, die hinter dieser Geste standen. Nicht immer waren es die Hexen, welche auf dem Scheiterhaufen brannten. Viel öfter waren es unschuldige, junge Frauen, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Die Sensationslust gelangweilter Dorfbewohner machte dann auch vor langjährigen Gemeindemitgliedern keinen Halt.

      Schwer atmend ließ Michael von ihr ab und lehnte mit geschlossenen Augen seine Stirn an die ihre. Er liebte seine Frau heiß und innig, und wenn sie ihn mit zornesroten Wangen aus blauen Augen anfunkelte, konnte er einfach nicht mit mehr mit ihr streiten, denn sie raubte ihm den Atem. "Wenn schon nicht für mich, dann für Mara. Versprich' mir, dass du sie in Sicherheit bringst, wenn die Sache hier zu gefährlich wird. Sollte die Stimmung im Dorf umschlagen, werde ich euch nicht beschützen können." Er konnte spüren, wie sie mit dem Kopf nickte.

      Der Jäger löste sich von seiner Frau, trat einen Schritt zurück und suchte ihren Blick. Seine grünen Augen waren nun hart. "Claire, schwöre, dass du gehst, wenn ich es dir sage. Ohne Fragen, ohne Zögern."

      Der Ausdruck auf ihrem Gesicht wurde weich, als sie liebevoll ihren Mann ansah. "Ich schwöre."

      Wie hätte er ahnen können, dass es dann bereits zu spät sein würde?
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      GEGENWART

      14.Oktober 2025, Summit

      Vergessen wartete die letzte E-Mail geduldig darauf, versandt zu werden. Sam starrte auf den Text, ohne die einzelnen Worte zu erfassen. Seine Gedanken waren meilenweit entfernt, durch nichts und niemanden abgelenkt. Lediglich das Leuchten des Bildschirms spendete dem dämmrigen Wohnraum ein wenig Licht.

      Er verstand nun, was seinen Bruder so aufgewühlt hatte, auch wenn dieser schon wieder dabei war, alles hinter einem Schild aus flachen Witzen und Arroganz zu verbergen. Durch Ben war Dean die Vaterrolle durchaus nicht fremd und Sams Meinung nach schlug sich sein Bruder darin sogar gut. Obwohl Ben nicht sein eigenes Kind war, betrachtete der Junge den älteren Winchester als seinen Vater und dessen Bruder als Onkel. Doch dieses Mädchen sah in Dean keinen Vater, und auch wenn der das nicht zugab, so machte ihm diese Tatsache deutlich zu schaffen.

      Máire war noch bei den Brüdern geblieben, solange sie über den Fall gesprochen hatten. Danach war sie im Obergeschoss verschwunden, während Sam sich an seinen Laptop gesetzt hatte, um ein paar Kontakte wachzurütteln. Es war nur ein kleiner Hoffnungsschimmer, doch vielleicht war ein anderer Jäger zufällig an demselben Hexenzirkel dran. War es früher noch Bobby gewesen, der zu vielen Jägern den Kontakt hielt und immer auf dem Laufenden war, so hatte nach und nach Sam diese Aufgabe übernommen und sie mit der gewohnten Gründlichkeit auf eine neue Ebene gehoben. Mittlerweile gab es ein gut strukturiertes Jägernetzwerk, das sich über das Internet organisierte und informierte.

      Es war nur zu offensichtlich gewesen, dass Máire kein Interesse an einem "Familienprogramm" hatte. Leise seufzte Sam, was hatte er erwartet? Immerhin stammte sie von seinem Bruder ab, der ein Meister darin war, sich vor allem und jedem abzuschotten. Trotzdem würde er sich nicht abschrecken lassen. Okay, das Mädchen wollte vielleicht keinen Onkel, doch sie würde nicht verhindern können, dass er sie als seine Nichte sah. Sie gehörte nun in seine Familie, egal was sie davon hielt. Ein schiefes Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Der Jäger schickte auch die letzte E-Mail auf ihren Weg und nahm sich vor, nach dem anderen Familienmitglied zu sehen. Vielleicht schaffte er es heute Abend, wenigstens einen Stein aus Deans sorgsam errichteter Mauer zu brechen. Um das Projekt "Mauerfall" zu unterstützen, machte er noch den Umweg über die Küche und ließ zwei Flaschen Bier aus dem Kühlschrank mitgehen, bevor er das Haus verließ.
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      Dean hatte es schlussendlich wiedermal auf die Terrasse getrieben. Sam war mit seinem Laptop abgetaucht und seine Tochter hatte sich auf ihr Zimmer zurückgezogen. Zuerst war er unruhig durchs Wohnzimmer gelaufen, hatte mal diesen, mal jenen Gegenstand in die Hand genommen und wieder hingelegt. Er erkannte das alte Kinderbild von Mac auf der Schaukel, welches er schon bei seinem ersten Aufenthalt in diesem Haus betrachtet hatte. Damals lebte die Hüterin selten hier und hatte alles so gelassen, wie die Eltern es ihr vererbt hatten. Nach England allerdings schien die junge Frau ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht zu haben und das hatte sich offensichtlich auch auf das Haus ausgewirkt. Es strahlte nun eine heimelige Atmosphäre aus und überall fanden sich viele Kleinigkeiten, welche Dean deutlich zeigten, dass er sich jetzt in Macs und Máires Zuhause befand. Eine Welt, von der er kein Teil war. Als dem Älteren das ständige Klappern der Computertastatur zu viel wurde, verließ er das Haus, um in Ruhe nachdenken zu können.

      Zwar hatten Máire und Dean ein wackeliges Gleichgewicht gefunden, doch von Vater und Tochter waren sie meilenweit entfernt. Er konnte es ihr nicht verdenken. Bestimmt zum hundertsten Mal fragte er sich, wie ihm Mac so etwas verschweigen konnte. Frauen! Er würde sie wohl nie verstehen. Máire war seine Tochter und auch noch eine Frau! Das war potenziertes Unverständnis. Die Welt war nicht gerecht.

      Als die Haustür knarrend ins Schloss fiel, hätte er nicht sagen können, wie viel Zeit vergangen war. Doch der Nachmittag neigte sich schon dem Ende zu. Dean nahm den großen Schatten seines Bruders neben sich wahr und stellte ohne aufzusehen seine Frage, auf die er die Antwort sowieso schon zu wissen glaubte. "Was gefunden?"

      Sam hielt ihm die Bierflasche hin und schüttelte dabei den Kopf: "Keine Spur bisher. Wir werden wohl abwarten müssen."

      'Außer ich finde heraus, wie ich das damals in England gemacht habe.' Bei diesem Gedanken nahm Dean einen großen Schluck von dem Bier. Seine bisherigen Versuche, die Verbindung zu Mac wieder herzustellen, ähnelten einer Ziegelmauer, die er mit bloßen Fingern einzureißen versuchte.

      Der Jüngere hatte sich mit dem Rücken gegen die Hauswand gelehnt und beobachtete seinen Bruder. Er war gut darin geworden, Deans Mimik und Körpersprache zu lesen. Andere Anhaltspunkte lieferte dieser ihm nämlich nicht. Doch genau jetzt fragte er sich, wie er die ganze Zeit so blind hatte sein können. Weder damals, noch in der Zeit nach England hatte er je geglaubt, dass Dean und ...

      "Mac? Alter, echt jetzt?" Ein leichtes Schmunzeln spielte um Sams Mundwinkel. Sein Bruder hatte selten etwas anbrennen lassen, doch bis dahin hatte er immer geglaubt, dass Dean nicht die unschuldigen, oftmals dankbaren Opfer ausnutzte, indem er die Heldenkarte ausspielte.

      Deans Kopf zuckte herum, als er den vorwurfsvollen Ton in der Stimme seines Bruders ausmachte. "Hey, sie hat mich flachgelegt und nicht umgekehrt." Im selben Moment, wo er es aussprach, wurde ihm klar, wie das klingen musste. Und richtig, Sam prustete amüsiert los. Der Ältere verzog genervt die Miene, was seinen Bruder erst richtig loslachen ließ.

      Als sich Sam die ersten Lachtränen aus den grünen Augen wischte, musste auch Dean schmunzeln. Wie lange war es her, dass sein Kleiner das letzte Mal Tränen gelacht hatte? Eine halbe Ewigkeit wie ihm schien, der Anblick war es wert, dass er sich gerade selber zum Ziel gemacht hatte. "Sie war jedenfalls nicht so unschuldig, wie sie im ersten Moment aussah", murmelte er, sich selbst verteidigend.

      Der Jüngere strich sich die fransigen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Sein Bruder schien alten Erinnerungen nachzuhängen. Sein unanständiger Gesichtsausdruck ließ bei Sam nur die Schlussfolgerung zu, dass er jetzt definitiv nicht wissen wollte, an was Dean da gerade dachte. Also trat er einmal fest gegen das Stuhlbein, um seine Aufmerksamkeit wieder auf den Fall zu lenken. "Hey, was glaubst du? Weswegen haben sie das Mädchen zurückgelassen?"

      "Ehrlich? Ich hab keine Ahnung." Nachdenklich nahm er einen weiteren Schluck aus der Flasche. "Vielleicht hat die Kleine keinen Nutzen für sie. Immerhin prallt jede Art von Magie oder Zauber an ihr ab", mutmaßte Dean, während er ratlos mit den Schultern zuckte.

      "Máire hat erwähnt, dass ein Foto fehlt. Warum sollten sie ein Bild von ihr mitnehmen, wenn sie kein Interesse an ihr haben?" Sams Miene verfinsterte sich. "Ich denke, da steckt mehr dahinter. Wir sollten ..."

      "Wer ist das?" Mit zusammengekniffenen Augen starrte Dean auf die Gestalt, die sich über den Trampelpfad dem Haus näherte, während er langsam aufstand. Die tief stehende Sonne blendete ihn, doch er meinte eine Frau zu erkennen, die einen Briefumschlag in ihrer Hand hielt. Sam folgte seinem Blick und das leise Klirren sagte ihm, dass der Jäger seine Bierflasche beiseitegestellt hatte.

      Mit sicheren Schritten und einem unverfänglichen Lächeln lief Nora Hold auf das Haus zu. Eigentlich war es nicht ihr Job, die Post auszutragen. Doch sie mochte ihre Arbeitgeberin, die Dame Guillana. Selten hatte jemand ihre Kochkünste so hochgelobt und außerdem bezahlte sie gut. Wenn also die Dame Aminata um den Gefallen bat, so erfüllte die Köchin diesen gerne. Es waren lediglich zwei Stunden Fahrt hierher gewesen und auf dem Rückweg wollte sie noch eine alte Freundin besuchen. Vorher musste sie nur diesen Brief abgeben.

      Auf der Veranda standen zwei Männer, die ihr bereits aufmerksam entgegensahen. Auf der einen Seite war sie froh, dass jemand zu Hause war. So konnte sie ihren Auftrag wenigstens direkt erledigen und wieder von hier verschwinden. Als sie die beiden jedoch aus der Nähe sah, wurde es ihr doch ein wenig unheimlich. Das Haus lag abseits und diese Typen ... Sie schnaufte einmal tief durch. Die Gesichter der Beiden wirkten misstrauisch und angespannt. Was hatten die netten Damen nur mit solchen Männern zu schaffen?

      Sie blieb am Fuß der Treppe stehen und blickte unsicher von einem zum anderen. "Dean Winchester?" Der Kleinere der beiden sah sie überrascht an.

      "Ja?" Dean machte keine Anstalten auf die Frau zuzugehen, noch bat er sie, auf die Veranda zu kommen. Sie wirkte auf ihn eher verunsichert und in keiner Weise gefährlich. Doch trotzdem blieb die Frage: Woher kannte sie seinen Namen und wusste, dass er hier war?

      Nora fuhr sich unsicher mit der Zunge über die Lippen. Sie hätte die Nachricht einfach in den Briefkasten werfen sollen, auch wenn Aminata drauf bestanden hatte, dass sie diese ganz persönlich abgeben musste. Sogar die Worte, welche sie zu sagen hatte, waren ihr ganz genau vorgegeben worden. Merkwürdigerweise konnte sie sich daran nicht mehr genau erinnern, doch der Wortlaut erklang wieder und wieder in ihrem Kopf. Sie mussten es ihr also gesagt haben, oder?

      "Ich soll Ihnen das hier geben." Dabei wedelte Nora mit dem Briefumschlag in ihrer Hand.

      Dean tauschte mit seinem Bruder einen überraschten Blick, bevor er die wenigen Stufen zum Trampelpfad überwand, da die Frau keine Anstalten machte, zu ihm herauf zu kommen. Während der Jäger nach dem Papier griff, sprach die Köchin die Worte, welche ihr schon seit Stunden im Kopf herumgingen.

      Nur einen kleinen Moment lang war ihr bewusst, dass hier irgendetwas falsch lief. Sie fühlte sich wie ein Passagier im eigenen Körper, hörte sich die Worte aussprechen, ohne bewusst darüber nachgedacht zu haben. Mit dieser Erkenntnis wollte sich Panik in ihr ausbreiten. Bevor sich diese allerdings ihre Bahn brechen konnte, war das Bewusstsein der Frau komplett ausgelöscht.

      "Cairistiona McKenzie sendet Ihnen dies." Dean drehte noch den Briefumschlag in seiner Hand, die Augen auf den verschnörkelten Schriftzug geheftet, welcher ihn als Empfänger kennzeichnete. Dadurch entging dem Jäger die Veränderung der Botin. Lediglich Sams Ruf rettete ihm das Leben.

      "DEAN!" Noch während er rief, überwand Sam mit einem langen Satz die drei Stufen zum Boden und wusste trotzdem, dass er zu spät kommen würde.

      Noras rechte Hand glitt in die Jackentasche, wo der schwere Gegenstand ruhte. Warum war ihr nicht vorher schon aufgefallen, dass er da war? Doch die Frage wurde von dem Bannzauber ebenso vollständig ausgelöscht, wie der letzte Rest ihres Bewusstseins. Die Finger schlossen sich um den massiven Griff, den Zeigefinger am Abzug, als hätte sie nie etwas anderes getan. Kein Zögern, kein Zittern - einfach nur anlegen und Schuss.

      Er war schnell, doch nicht schnell genug. Dean stöhnte auf, als die Kugel in sein Fleisch fuhr. Warmes Blut floss pulsierend aus der Wunde, während der nun rot befleckte Briefumschlag vergessen im hohen Gras versank. Die Zähne zusammengebissen, presste er die Hand auf den Einschuss. Der große Schatten, der an ihm vorbeiflog, konnte nur sein Bruder sein.

      Der kleine Ladycolt feuerte ein zweites Mal.
    • Muss das denn sein?! So ein Cliff?! Ausgerechnet wo ich nächste Woche wahrscheinlich erst Donnerstag weiterlesen kann? *angry*

      Ich liebe das Teil wo Sam losprustet & Dean genervt guckt. Das habe ich mir so richtig schön vorgestellt. *lol1*
      Aber das Ende...tja...das war der Hammer & ich werde zittern müssen bis nächste Woche Donnerstag. Der Laptop fährt nicht mit in den Urlaub. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder ich eigne mir Paps Comp kurz an, oder du postest vor Übermorgen noch ein neues Kapitel... Please... bin auch ganz brav...*engel*
      Oder mit einem kleinen Mega-Spoiler bin ich auch zufrieden.