Sonstige - Ghost Squad feat. Jensen Ackles, Alex O'Loughlin

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    • Bin schon da, keine Panik! *tea*

      Ich hatte komplett den Faden verloren, und musste erst noch das vorherige Kapitel als kleine Auffrischung lesen. Aber jetzt bin ich wieder voll im Bilde! *freu*

      Meine Güte, da tun sich ja Abgründe auf. *shock* Ich kann gut verstehen, dass Jensen da erstmal den Schock seines Lebens gekriegt hat, als ihm in der Vision Beast entgegen schaute. *angst*

      Aber das was Kara gesagt hat, klingt sehr logisch. Und ich bin richtig erleichtert, dass Alex' Alter Ego Beast nicht für das Blutbad verantwortlich ist. *thumps*

      Aber als alter Mystery Fan und Verschwörungstheoretiker denke ich mal, dass dieser kleine Junge kein harmloses Kleinkind ist, sondern dass mit dem irgendwas nicht stimmt. Ein getarnter Dämon vielleicht? (denke an Lillith, die auch immer in Kindergestalt daher kam).

      Jedenfalls hast du damit meine Neugier geweckt, und ich freu mich jetzt auf mehr! *freu*
      *tea*


    • *coffee* ausgepackt, auf die Couch geschmissen und ab ging's. Musste auch nochmal kurz mein Gedächtnis auffrischen (man ist ja keine 18 mehr *;)* ) Aber jetzt bin ich wieder voll drin *thumps*
      So, so irgendwer spielt mit den Jungs, Gott sei Dank doch nicht Beast. Und gebe Melinda völlig Recht, der kleine Junge ist mir auch nicht koscher, da kommt bestimmt noch was hinterher *angst*
      Lass' uns ja nicht nochmal soooooo lange auf dem Trockenen sitzen, sonst *luzi* *;)*


      Life is about having fun!

    • So mit etwas*tea* gehts doch gleich viel besser, schnell nochmal die 2 Kapitel vorher überflogen.....ist ja schon etwas her.....so.
      Ich kann mich Melinda und Andromeda nur anschließen, wow.

      Kara hat recht, jemand versucht die Jungs gegeneinander auszuspielen, und Mißtrauen so sähen. Der Junge kommt mir komisch vor.....obwohl das wäre zu offensichtlich...........mal sehen was da noch nach kommt, freue mich auf mehr. *thumps* *tea*
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains
    • Oh ja, es ist sehr lange her, doch ich lasse diese Story wieder aufleben. Passend zu Halloween. Ich hab im Urlaub, neben dem Küchenumbau, viel Zeit gehabt und will endlich wieder kreativ sein. Ich entschuldige mich, dass ich plötzlich aufgehört hatte zu schreiben, aber meine Muse hat mit einem Mal heftigst gestreikt. *seufz* Ich mach halt da weiter, wo wir stehen geblieben sind. BLoß die Fotos sind nicht mehr da, weil der Hoster sie gelöscht hatte. Sorry. Und es gesellt sich noch ein "bekanntes" Gesicht zur Story *:D*

      Chapter 7

      "DAS BABY!" riefen sie wie aus einem Mund und eilten zurück in die Bibliothek.

      "Kara, bitte, setz den Jungen sofort wieder auf den Boden", sagte Alex außer Atem.

      Sie runzelte jedoch nur verständnislos ihre makellose Stirn.

      "Bitte, Kara, tu, was er sagt", verlieh Jensen dem ganzen nochmal Nachdruck.

      "Aber weshalb?"

      "Frag nicht, tu es einfach", schnappte Alex.

      Kara schüttelte den Kopf. Noch bevor sie den kleinen auf den Boden setzen konnte, begann er plötzlich seine Gestalt zu verändern, er wurde zu einer schwarzen zähen Masse, die aus ihrer Hand auf den Boden floss und sich dort ausbreitete.

      Entsetzt presste sie die Hand an den Mund und lief hinüber zu Jensen und Alex. Die drei beobachteten das Geschehen mit, vor Entsetzen, weit aufgerissen Augen.

      Dennoch blieb Jensen gefasst genug, um einen schnellen Zauberspruch zu murmeln, der ein Schutzschild zwischen sie und dem Wesen aufbaute.

      Die schwarze Masse wuchs mit einem Mal in die Höhe und transformierte sich dann plötzlich in einen Mann. Er hatte schwarzes Haar, stechend blaue Augen und trug Straßenkleidung: schwarze Lederjacke, weißes T-Shirt, ausgeblichene Jeans und schwarze Converse Sneakers.

      Er verzog sein Gesicht zu einem schiefen Grinsen und hob entschuldigend die Schultern.

      "Es tut mir leid, dass ich Euch so erschreckt habe. Ich wollte ja die Baby Masche weiter durchziehen. Aber bei so einer tollen Nanny und diversen anderen Umständen, zog ich es dann vor, doch lieber meine ursprüngliche Gestalt anzunehmen."

      "Wer zur Hölle bist du", fauchte Alex und stellte sich schützend vor Kara.

      Der Fremde reagierte mit einem Seufzer, "offensichtlich hat die Hexe schon einen Beschützer. Ich hab mal wieder das Nachsehen."

      "Dein Name, sag uns sofort deinen Namen", herrschte Jensen ihn an.

      Es folgte ein breites Grinsen, dann ein Nicken, "du bist sicher der Necromancer. Der Mann, der mit denen sprechen kann, die schon lange nicht mehr unter uns weilen. Und Mr. Beschützer ist dann wohl der mit dem zweiten Gesicht, ein ziemlich weit entfernter Verwandter vom Ghostrider."

      "Keine Ahnung, ich hab es nicht so mit Familienstammbäumen und auch nicht so mit Reden, ich bin mehr der Mann fürs Grobe. Ich könnte die Antwort auch aus die rausprügeln, falls es dir lieber ist", blaffte Alex.

      Wieder dieses süffisante Grinsen. Der Fremde hob die Hand, "keine Notwendigkeit für Gewaltanwendung. Ich steh auf Eurer Seite, Gentlemen. Außerdem hättet ihr gegen mich ohnehin keine Chance."

      "Da würd ich es nicht drauf ankommen lassen", meinte Jensen.

      "Okay, ich geb mich geschlagen. Mein Name ist Ian. Ich bin der Hüter des Nexus, den ihr da unten im Keller habt und auf den ihr all die Jahre so gut aufgepasst habt."

      Man konnte buchstäblich drei Kiefer nach unten klappen hören.

      "Der … der Hüter des Nexus?" hakte Alex sicherheitshalber nach.

      "Ehrlich? Wie kommt es, dass wir uns dann noch nie früher begegnet sind? Oder bist du etwa ein Spanner? Genießt es, Leute heimlich zu beobachten?" er ballte die Fäuste.

      Ian schüttelte den Kopf.

      "Kein Grund in Rage zu geraten. Ich bin kein Perversling. Ich übe mich eher in Zurückhaltung. Bis dato hattet ihr Jungs alles im Griff. Es gab keinen Grund mich in Eure Agenden einzumischen. Doch das Blatt hat sich gewendet. Dieser Anschlag auf Jensen, das Problem mit deinem … wie nennst du ihn gleich nochmal? Beast?"

      Alex nickte kurz.

      "All das sind Vorboten. Vorboten von etwas schrecklichem. Einer Kreatur, die es dank der Dummheit einer Hexe und dem unglücklichen Händchen ihres Bruders, geschafft hat, durch ein interdimensionales Portal in unsere Welt zu kommen."

      "Niemand in unserem Coven hat einen Bruder", warf Kara ein.

      "Ich hab auch nicht gesagt, dass es den Tribeca Coven betrifft. In Hells Kitchen leben viele Familie mit verworrenen Stammbäumen. Uhm, eine kleine Bitte Jensen, könntest du diesen Schutzschild vielleicht entfernen? Irgendwie bereitet mir das Ding höllische Kopfschmerzen."

      "Besser dir, als uns", antwortete Jensen, "du musst uns noch einen Beweis erbringen, dass du wirklich der Hüter des Nexus bist. Da könnte ja jeder angerannt kommen und …"

      Lautes Seufzen, Augenrollen. "Mit nem DNA Test wird das wohl kaum gehen. Aber ich schneid mir für dich in den Arm und du kannst mein "Blut" mit der Materie aus der der Nexus besteht vergleichen. Sie müssten weitgehend übereinstimmen."

      "Weitgehend, wird wohl nicht genug sein", sagte Alex mit einem unfreundlichen Unterton.

      "Wieso hast du dich nicht gleich in deiner wahren Gestalt gezeigt. Weshalb die Nummer mit dem Baby?"

      Lachend schüttelte Ian den Kopf, "hab wohl deinen Stolz ein wenig angekratzt. Tut mir leid. Ich bin ein schüchternes Kerlchen. Ich hab's nicht so mit anderen Leuten. Als Kind kommt man da viel leichter an euch ran. Wäre ich so auf dich zugekommen und hätte dir das erzählt, hättest du womöglich die Scheiße aus mir rausgeprügelt. Nicht, dass ich es mir hätte gefallen lassen. Versucht hättest du es sicher."

      "Das ist etwas, was ich immer noch tun kann", Alex und Ians Blicke verhakten sich ineinander.

      "Während ihr die Länge eurer Männlichkeit vergleicht, hätte ich gern eine Probe von Ians Blut, damit ich es im Labor untersuchen kann", mischte sich Jensen in das Gezanke ein und ging so nah wie möglich an den Schutzschild heran.

      Ian ließ eine Atame aus dem Nichts erscheinen und schnitt sich tief in den Unterarm. Die Wunde heilte augenblicklich. Mittels einer kaum merklichen Handbewegung ließ Jensen eine kreisrunde Öffnung in dem Schild entstehen. Gerade groß genug, damit Ian ihm die Atame reichen konnte.

      "Wie lange wird das dauern?" wollte Ian wissen.

      "Nur ein paar Minuten, ich hab Proben des Nexus auf Eis", antwortete Jensen, drehte sich um und verschwand durch einen, als Bücherregal getarnten, Ausgang.

      Kaum war Jensen weg, ging Alex so dicht an die Barriere heran, wie diese es zuließ.

      "Freundchen, ich weiß absolut nicht, welche Spielchen du hier vom Stapel lässt, aber sei gewarnt. Ich bin nicht so umgänglich wie mein Freund der sogar noch mit Toten redet. Ich bin derjenige von uns beiden der zuerst schießt und dann nachfragt."

      Ian zuckte seufzend mit den Schultern.

      "Das Ergebnis wird zeigen, dass ich die Wahrheit sage. Im Gegensatz zu dir."

      Alex hielt Ians bohrendem Blick stand.

      "Inwiefern? Was meinst du damit?"

      "Komm schon Alex, was weißt du wirklich über das Gemetzel in der alten Fabrik? So dumm kannst du doch nicht sein und so verstellen kann sich auch niemand. Wie oft überlässt du Beast die Kontrolle in letzter Zeit? Mehr als einmal pro Woche, zweimal pro Woche, dreimal ..."

      "Halt dein gottverdammtes Maul oder ich stopfe es dir!" zischte Alex, dabei hob er drohend die zur Faust geballte Hand.

      "Komm schon, ich weiß, dass du die Macht von Beast spüren kannst, ebenso wie seine Kräfte wachsen. Wie oft wachst du nachts schweißgebadet auf und fragst dich ..."

      "Aufhören, sofort!" rief Kara wütend und stellte sich neben Alex.

      "Sieh mal einer an, die kleine Hexe macht sich stark für dich. Wie niedlich."

      Ian schien offensichtlich amüsiert.

      "Und wenn schon. Ich mag vielleicht nicht Moiras Fähigkeiten haben, aber ich stamme aus einer Linie von mächtigen Hexen. Und ich weiß, dass Alex niemals dazu imstande wäre so etwas schreckliches zu tun."

      "Wer sagt dir das?" hakte Ian im Verhörton nach.

      "Deine Kräfte? Dein Instinkt? Oder einfach dein blindes Vertrauen, denn was nicht ist, kann einfach nicht sein. Nicht wahr? Alex, der gutaussehende Draufgänger, der dir einst das Leben gerettet hat. Der kann sicher nicht zum Monster mutieren und blutjunge Mädels abschlachten. Wirklich? Weshalb erzählst du ihr nicht von deinen Träumen? Von dem Geschmack von Blut in deinem Mund, mit dem du oft Nachts schweißgebadet aufwachst? Von dem klebrigen Blut an deinen Händen, den schrecklichen Bildern und den elenden Schreien, die dich manchmal kaum noch schlafen lassen?"

      Zutiefst schockiert sah Kara zu Alex hoch und machte unbewusst einen Schritt zurück.

      "Nein, nein, das kann nicht sein. Sag ihm, dass er aufhören soll mit diesen Lügenmärchen. Sag es ihm, SOFORT!"

      Alex Schweigen war ihr Antwort genug, völlig verstört verließ sie die Bibliothek. Kurz darauf fiel die mächtige Eingangstür ins Schloss.

      Während Alex dastand, wie ein begossener Pudel, lächelte Ian amüsiert.

      "Tja, die richtigen Horrorgeschichten schreibt das Leben."

      "Im Grunde genommen könnte ich das Schutzschild jetzt runterlassen, wobei ich davon ausgehe, dass es für dich ohnehin kein richtiges Hindernis darstellt beziehungsweise nie dargestellt hat."

      Jensen war von seinem Trip ins Labor zurück.

      "An deiner Stelle würde ich es mir jedoch zweimal überlegen, den Schutzschild zu verlassen. Du hast Alex ziemlich sauer gemacht mit deinen Anschuldigungen. Wir waren übrigens vorhin dabei, die Sache ein für allemal aus der Welt zu schaffen. Bis du uns dazwischen gekommen bist."

      Ian senkte den Schild. Es kostete Alex die allergrößte Mühe ihm nicht an die Gurgel zu gehen. Jensen warf seinem Kumpel immer wieder warnende Blicke zu.

      "Weshalb setzen wir uns nicht wie zivilisierte Menschen an einen Tisch und reden miteinander?" schlug Ian vor.

      Alex Augen glühten rot vor Zorn, doch er sagte nichts. So saßen sie eine Weile schweigend da. Jensen nervte die Stille, daher ergriff er als erster das Wort.

      "Okay, wir sind ganz Ohr. Was zum Teufel ist hier in der Stadt los? Du bist der Nexus und als dieser allwissend, nehme ich an. Und hätte jemand von uns beiden wirklich was mit den schrecklichen Taten da draußen zu tun, hättest du uns sicher deine Macht spüren lassen."

      Ian räusperte sich.

      "Habt ihr hier vielleicht was zu Trinken im Haus? Einen guten Whiskey? Das wird nämlich eine lange Nacht. Und danke Jensen, für die Vorschusslorbeeren. Allwissend bin ich ganz uns gar nicht, da muss ich dich enttäuschen."

      Alex wartete nervös, bis Jensen drei Gläser und eine Flasche Whiskey auf den Tisch stellte und jedem ein Glas eingoss. Danach prosteten sie einander widerwillig zu.

      "Spuck schon aus, was du weißt", zischte Alex, nachdem er sein Glas lautstark auf dem Tisch abgestellt hatte.

      "Immer mit der Ruhe. Ich muss dazu ein wenig ausholen und ich kann Euch schon jetzt garantieren, es wird Euch nicht gefallen."

      tbc
      LG angelinchains

    • Chapter 8

      Treys Körper fühlte sich an, wie ein glühender Hochofen. Izzie hatte alles in ihrer Macht stehende versucht, um seinen Zustand zu stabilisieren. Kein Zauber der ihr einfiel, keine Kräuter, die sie kannte, halfen. Mittlerweile fielen Trey schon büschelweise die Haare aus, seine Haut verfärbte sich und sein Atem stank bestialisch.

      Ihr war klar, ihr Zauber musste doch gewirkt haben. Ein Wesen von der anderen Seite hatte sich des Körpers ihres Bruders bemächtigt und veränderte ihn. Oh Gott, was hatte sie nur getan. Sie wollte das doch nicht. Nie im Leben hätte sie gedacht, das es tatsächlich passieren könnte. Wo sie sich nicht mal sicher gewesen war, dass sie alles korrekt übersetzt hatte.

      Izzie warf einen Seitenblick auf ihren Bruder, oder besser auf das, was von ihm noch übrig war. Mittlerweile schrie er wenigstens nicht mehr. Die Nachbarn waren schon unruhig geworden. Sie war Schuld an Treys Elend. Sie allein. Und nur sie würde ihn davon erlösen können. Es war noch genug Zeit für einen Umkehrzauber. Jedenfalls hoffte sie das. Manche Zauber ließen sich brechen, indem man sie rückwärts sprach. Einen Versuch war es Wert ... Nichts. Okay, so einfach war dieser dann wohl doch nicht. Vielleicht reichte es den Altar zu zerstören, die Utensilien, die sie verwendet hatte dem Feuer zu übergeben ... Die Gedanken überschlugen sich in ihrem Kopf, während sie in ihrem Grimoire verzweifelt weiter nach Antworten suchte. Und was, wenn es zu spät war, ihren Bruder zu retten? Dann ging es um viel mehr, als nur um ihn und um sie, dann ging es um die Menschheit und deren Vernichtung. Bei dem Gedanken wurde ihr so übel, dass sie zur Toilette lief.

      +++++++

      Ian sah über den Rand des Whiskey-Glases hinweg zu Alex. Der konnte die Blicke förmlich auf seiner Haut spüren, wie klitzekleine Nadelstiche.

      Ian ließ das leere Glas lässig zwischen Daumen und Zeigefinger baumeln.

      "Was kannst du uns über deine Familie erzählen?"

      Alex biss sich auf die Innenseite seiner Wange, bis er Blut schmeckte.

      "Ich sagte bereits, ich hab es nicht so mit Stammbäumen. Ich bin mehr der Einzelgänger. Frag Jensen. Ich ruf meine Leute nicht mal zu Weihnachten an, wenn er mir damit nicht auf den Zeiger gehen würde."

      Ian machte eine wegwerfende Handbewegung.

      "Ich rede hier nicht von deiner Adoptiv-Familie."

      Alex setzte sich unvermittelt kerzengerade auf.

      "Du bist doch ein Adoptivkind. Nicht wahr?"

      "Woher ... ach so, ich vergaß, du bist ja der Nexus. Du weißt ja alles über uns. Weswegen spielen wir hier dann Familien Jeopardy?"

      Ian ließ sich von Jensen mehr Whiskey nachschenken.

      "Sieh mal Alex, mir geht es nicht darum, dich zu quälen oder zu ärgern. Ich will nur wissen wie viel du von deiner Familie weißt, deiner richtigen Familie. Nicht jene Leute, die dich großgezogen haben. Was weißt du von den Alistairs?"

      Hätte Alex seine Finger noch enger um das Glas geschlossen, wäre dies wohl unweigerlich zwischen diesen zerborsten.

      "Nichts, oder nicht viel", presste er mühsam hervor. Beast wütete in seinem Innersten, wie ein wildgewordener Stier.

      "Ich weiß nur, dass meine Mutter mich eines Nachts vor einer Kirche aus dem Auto geworfen hat. Mitten im Winter. Sie hatte es so eilig mich loszuwerden, dass sie mir weder Schuhe noch Strümpfe angezogen hatte. Zum Glück fand mich Father Perkins kurz darauf."

      Jensen zog überrascht die Augenbraue hoch.

      "Weshalb hast du mir nie davon erzählt. Ich höre das heute zum ersten Mal."

      "Ich fand es nie erwähnenswert. Ich war damals gerade drei Jahre alt. Bis Ian mich jetzt danach gefragt hat, hatte ich es auch komplett vergessen gehabt."

      "Der Father lehrte dich auch, welche Fähigkeiten in dir steckten, wie du damit umzugehen hast und diese dunkle Seite in dir anzuerkennen", ergänzte Ian.

      "Du erzählst das so, als wäre es ein Spaziergang im Park gewesen. Ja, Father Perkins war ein guter Mensch und vieles was ich heute weiß, hab ich ihm zu verdanken. Ebenso, dass mich die O'Malleys aufgenommen haben. Aber es war ein steiniger Weg, voller Qualen und ich hatte mir mehr als einmal den Tod gewünscht ..."

      Jensen starrte betroffen ins Leere.

      "Ich weiß auch von den unzähligen Briefen, die dir deine Mutter in späteren Jahren geschrieben hat", sprach Ian weiter.

      "Dann wirst du sicher auch wissen, dass ich keinen einzigen davon geöffnet habe."

      "Dennoch sind sie in deinem Besitz, die alte Truhe im Dachgeschoss, nicht wahr?"

      Alex nickte bedächtig.

      "Ich hab nur vergessen sie zu verbrennen. Danke, dass du mich daran erinnerst."

      "Kommen wir zu den letzten Wochen oder Monaten", wechselte Ian das Thema.

      "Hast du dich nicht gewundert, welche Veränderungen mit dir vor sich gingen? Hattest du keine Angst? Ich meine, bisher hattest du Beast immer unter Kontrolle. Und von einem Tag auf den anderen passieren all diese schrecklichen Dinge um dich herum und mit dir."

      Alex schenkte ihm ein verbittertes lächeln.

      "Father Perkins hatte mich davor gewarnt. Er meinte, je öfter ich die dunkle Seite in mir heimsuche, desto stärker würde sie werden. Und da ich eben in letzter Zeit einige Male über die Stränge schlagen musste - beruflich wohl gemerkt - nahm ich das als Grund an."

      Die beiden fuhren unvermittelt zusammen, als Jensen laut STOP rief.

      "Alex, hast du sie noch alle? Ich komm mir vor, als würden wir uns gerade erst eben kennengelernt haben. Wieso erzählst du mir sowas nicht? Wenn ich das weiß, dann halt ich dich aus all dem Müll raus und ..."

      "... und verdonnerst mich zu einem Leben am Schreibtisch? Nein danke. Es geht schon klar, wenn ich mal meinen Kopf für dich riskiere. Wie oft schlägst du über die Stränge? Ich sag nur Blutzauber. Du wärst an dem Tag fast krepiert. Nur dank Beast waren die Hexen imstande dir überhaupt zu helfen."

      "Leute, kommt mal wieder runter", meinte Ian in beschwichtigendem Ton, "alle beide. Okay?"

      Jensen und Alex knurrten wütend unverständliches Zeug. Es ließ ihn ziemlich unbeeindruckt, als er fortfuhr.

      "Ich hab hier einen Bericht des Kriminallabors vorliegen."

      "Wie kommst du ..."

      Ian legte den rechten Zeigefinder an den Mund.

      "Bitte Jensen, lass mich mal ausreden. Ich kann noch wesentlich mehr als im Keller vor mich hin zu blubbern und eine menschliche Gestalt meiner Wahl anzunehmen. Ich habe Vertraute in gewissen einflussreichen Positionen, die mir hie und da zur Seite stehen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, unseren lieben Alex hier, vor einer Verhaftung zu bewahren."

      Wie aus dem Nichts zog Ian ein Kuvert hervor, dass Alex ihm in Windeseile aus der Hand riss.

      "Gib schon her, das geht mir hier alles zu langsam. Ich will endlich wissen, was los ist."

      Stumm bewegten sich seine Lippen, als er den Bericht las. Dem nicht allzu intelligenten Gesichtsausdruck nach zu beurteilen, wurde er dadurch nicht wirklich schlauer. Also wechselte das Papier erneut seinen Besitzer, als Jensen danach griff und die Zeilen überflog und dabei immer heftiger anfing, seinen Kopf zu schütteln.

      "Das ... das kann unmöglich sein. Die müssen sich irren. Denen ist sicher ein Fehler unterlaufen. Ganz bestimmt. Wer außer dir weiß davon Ian?"

      "Niemand", beruhigte ihn dieser, "und ich kann dir versichern, dass es auch so bleiben wird. Dafür haben meine Vertrauten gesorgt. Es ist jedoch kein Irrtum, leider."

      Alex Blicke sprangen zwischen seinen beiden Gesprächspartnern hin und her. Kann mir bitte einer von Euch erklären WAS kein Irrtum ist."

      "Aber natürlich mein Freund", grinste Ian süffisant, kein gutes Zeichen.

      "Die DNA, die man an den Opfern gefunden hat. Sie stimmt mit deiner überein."

      Alex Augen wurden so groß wie Suppenteller.

      tbc
      LG angelinchains

    • Chapter 9

      "Wie geht das? Ich meine, ich habe noch nie derartig die Kontrolle über Beast verloren, ich ...."

      "Du bist es auch nicht gewesen ...", setzte Ian an.

      "Dann gibt es nur eine Möglichkeit, es war sein böser Zwilling", platzte es aus Jensen heraus, dem das Hin und Her bereits mehr als nur den letzten Nerv raubte.

      Ian pfiff anerkennend durch die Zähne.

      "Besser hätte es Papa auch nicht sagen können."

      Jensen grunzte, "also echt jetzt? Das hört sich an wie ein schlechter Film. Dagegen ist Fifty Shades of Grey ja ein Meisterwerk".

      Ian winkte ab und wandte sich wieder an Alex.

      "Mach mal deinen Mund wieder zu. Das sieht bescheuert aus."

      "Ich hatte nie einen Bruder, ich meine ich kann mich nicht erinnern jemals ein anderes Kind ... zu Hause ... nein, das ist unmöglich".

      "Und ein imaginärer Freund vielleicht? Jemand mit dem du dich unterhalten hast, während andere dachten Klein-Alex ist beim Rauswurf aus dem Wagen zu sehr auf den Kopf geknallt?" warf Ian süffisant ein.

      Jensen meinte kleine Rauchwolken über Alex Kopf aufsteigen zu sehen. Das musste jedoch am Alkohol liegen. Er kniff ein paar mal die Augen fest zusammen. Die Halluzination war weg.

      Ian lenkte endlich ein.

      "Machen wir dem blöden Ratespielchen ein Ende.

      "Wird auch Zeit", murmelte Jensen und goss sich noch ein Glas ein, wahrscheinlich nicht das letzte.

      "Hier geschehen in letzter Zeit Dinge, die zum Teil bewusst und aus Machtgier, aber auch einfacher Dummheit und Unwissen losgetreten wurden. Wie wir alle wissen gibt's da jene Kids, die in der Schule immer die Loser waren. Diejenigen, die man nie ...."

      "So gern ich deiner angenehmen Stimme lausche, komm doch bitte zum Punkt", bat Jensen mit einem Lächeln, dass seine Augen nicht erreichte.

      "Okay, okay. Ich bin nur so froh mal aus dem Keller rausgekommen zu sein, da unten ist es immer so finster und die Einsamkeit ..."

      "IAN!" Alex Faust knallte auf den Tisch.

      Die beiden anderen zuckten unfreiwillig zusammen.

      "Schon gut. Also .... wir haben es hier mit einer Gruppe von Leuten zu tun, die einfach nichts besseres zu tun hat, als an Halloween die Toten wieder auferstehen zu lassen. Natürlich nicht alle, sondern nur bestimmte, oder einen bestimmten, jemand der ..."

      Warnender Blick von Jensen von links.

      "Ja klar. Zurück zum Thema. Diese Hobbybeschwörer haben es tatsächlich geschafft, den Vorhang zwischen dieser und der anderen Seite einzureißen. Gerade so viel, dass sich hie und da jemand von drüben zu uns verirrt. Es hat sich auf der anderen Seite noch nicht so rumgesprochen, dass es möglich ist ohne viel Papierkram hierher zu kommen."

      Alex zog fragend eine Braue hoch.

      "Rein metaphorisch gesprochen. Wir haben auf unserer Seite sowas wie Wächter. Aber das wisst ihr sicher. Daher ..."

      "Welche Wächter?" Jensen schenkte Ian einen leichten Silberblick, der Alkohol tat bereits seine Wirkung, mehr als es ihm lieb war.

      "Feen".

      Jensen sah bedenklich auf das Glas in seiner Hand.

      "Oj, bisher hatte ich keine Ahnung, dass sich saufen aufs Gehör auswirkt. Kannst du das bitte nochmal wiederholen?"

      "Feen, fairies, Tinkerbell und Co. Du hast schon richtig gehört", entgegnete Ian.

      "Ah ja. Wow, ich hab ja schon viel Schwachsinn gehört, aber das ..." Jensen kniff mehrmals hintereinander die Augen zusammen.

      Alex sah aus, als hätte ihn ein Blitz gestreift.

      "Leute, ehrlich. Ihr seid so bewandert in diesen Dingen und habt noch nie von den Feen gehört?"

      "Außer von dieser Tinkerbell ... nö. Ich schwöre, so wahr ich hier sitze. Ich hör das heute zum ersten Mal." Jensen leerte das Glas viel zu schnell und goss sich erneut nacht.

      "Vielleicht sind sie so klein, dass wir schon auf etliche drauf gestiegen sind", kam es aus Alex Ecke.

      Ian sog hörbar Luft ein.

      "Okay, es kann vorkommen. Wahrscheinlich habt ihr Euch bis dato mehr oder minder an die Vorschriften gehalten und es war nicht notwendig, dass das Feenreich eingreifen musste. Wie auch immer, sie existieren. Und Basta. Sie kontrollieren den Übergang zwischen dem Dies- und dem Jenseits. Und sie geben sich derzeit die allergrößte Mühe diesen Riss zu verbergen. Weniger vor den Menschen, als vor uns, den Begnadeten."

      Jensen kicherte unvermittelt los.

      "Den Begnadeten. Chchchchch, ich kann nicht mehr, ehrlich?"

      Er deutete mit dem Zeigefinger auf ihre kleine Runde.

      "Wir sind begnadet? Nein, echt?" Sein Kopf knallte auf den Tisch.

      Alex warf einen besorgten Blick auf seinen Kumpel. Jensen schien es zu spüren und kicherte erneut los.

      "Keine Bange. Chchchchch, ich leb noch, ich pack's nur irgendwie gerade nicht. Dabei wollte ich doch immer ein Avenger sein."

      Als er seinen hochroten Kopf hob, reichte sein Grinsen von einem Ohr zum anderen.

      "Ich denke, wir sollten unser Gespräch später fortführen", meinte Ian, ein wenig pikiert.

      "Ja, gute Idee, Jenny sollte ins Bett."

      Alex stand auf und griff Jensen unter die Arme.

      "Hoch mit dir kleiner."

      Jensen schielte in Richtung Ian, "machst du jetzt Blubb, Blubb, Blubb im Keller?"

      Er begann erneut, wie ein Irrer zu kichern.

      "Ja sicher. Blubb, Blubb du mich auch".

      Alex kam nach zirka fünf Minuten wieder zurück, schloss die Tür und setzte sich Ian gegenüber.

      "Entschuldige. Er hat in den letzten Tagen viel gesehen, zu viel. Er hat jetzt wohl überkompensiert. Jeder muss mal Dampf ablassen. Hätte ich gewusst, dass ihn der Whiskey so umhaut, hätte ich ihm wohl nur Limo trinken lassen. Können wir nochmal auf die Sache mit meinem vermeintlichen Zwillingsbruder zurück kommen?"

      Ian schluckte, sein Grinsen und die leichte Überheblichkeit in seinem Ton waren mit einem Schlag verschwunden.

      "Er ... er ist nicht wirklich dein Zwillingsbruder. Er ist aus einem Experiment entstanden. Jacob Alistair, dein richtiger Vater, war ein Alchemist. Deine richtige Mutter, Margaret Alistair, starb relativ jung und kurz nach dem sie dich weggegeben hatten. Oder wie auch immer."

      Alex spürte förmlich die Betroffenheit in Ians Stimme und auch wie schwer es ihm fiel, die Geschichte überhaupt zu erzählen.

      "Schon gut, Ian. Ich bin froh endlich die Wahrheit über mich zu erfahren. Auch wenn ich der Mann fürs Grobe bin, bin ich kein dummer Holzklotz. Vielleicht hilft es mir sogar mit mir selbst bzw. mit Beast besser klarzukommen."

      "Alistair kam mit dem Verlust seiner Frau und dem Alleinsein nicht gut klar. Er überlegte sogar Kontakt mit dir aufzunehmen. Doch dies wurde ihm von Father Perkins verwehrt. Er hasste den Priester dafür. Aus tiefstem Herzen. Und aus all diesem Hass und seiner Verzweiflung begann er zu experimentieren. Er hatte noch deine Nabelschnur und eine Haarlocke von dir ..."

      "Sag jetzt bloß nicht, er hat einen auf Frankenstein gemacht", unterbrach ihn Alex angeekelt.

      "Nicht ganz. Aber ähnlich. Ich geh hier lieber nicht ins Detail. Auf jeden Fall ist das Experiment gelungen. Mehr oder minder. Er nannte dieses Wesen Asmodeus".

      "Die arme Sau", meinte Alex halblaut.

      "Dieses Geschöpf entwickelte sich zehnmal schneller als ein normales Lebewesen. Alistair steckte all seine Energie in dessen Ausbildung und die Entwicklung der Fähigkeiten. Wie so oft übertrumpfte die Kreatur jedoch ihren Meister. Doch noch bevor es zur Katastrophe kommen konnte, tötete Alistair Ausmodeus und dann sich selbst. Das alles hätte bis vor kurzem keine Auswirkung auf unser Leben hier gehabt. Hätten diese Halbaffen mit ihrem Scheiß-Ritual nicht den Übergang beschädigt. Asmodeus hat nur darauf gewartet, hier endlich wieder wüten zu können. Diesmal ist niemand hier, der ihm Einhalt gebieten kann."

      "Außer mir, seinem Bruder", sagte Alex trocken, "jetzt musst du mir nur noch verraten, wie man etwas tötet, dass eigentlich schon tot ist".

      "Und wenn Asmodeus die Vorhut ist, lieber Alex, dann wollen Jensen und du gar nicht wissen, was zum Hauptgang serviert wird", gab Ian zu bedenken.

      tbc
      LG angelinchains

    • *thumps* Klasse das es weiter geht!
      Alex hat also einen bösen Zwilling, den ein paar Amateure auf die Welt losgelassen haben......ungünstig. *:)* Bin gespannt wie es weitergeht.
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains

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