Supernatural - That was just your life

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    • Und hier kommt auch schon Kapitel 7, in dem man dann man ein bisschen mehr über Amber erfährt....
      Viel Spaß beim Lesen! *;)*

      Kapitel 7 – The Witch

      „Du bist eine was?“
      Dean sah regelrecht angewidert aus.
      Amber schmunzelte.
      „Ich wusste, dass euch das nicht gefallen würde. Die meisten Jäger würden mich am liebsten tot sehen.“
      Dean schnaubte.
      „Kein Wunder.“
      Sam versuchte, die Situation ein wenig zu entspannen.
      „Du hättest uns auch einfach sagen können, was los ist. Wir hätten dich sicher nicht gleich erschossen.“
      Amber schnaubte.
      „Bist du sicher? Dein Bruder hatte seine Kanone jedenfalls schon entsichert.“
      „Er hat dich für die Succuba gehalten!“
      „Die hätte über die Kugeln nur gelacht, ihr Vollidioten!“
      Dean schüttelte den Kopf.
      „Und jetzt willst du, dass wir dir helfen?“
      „Ihr werdet mir helfen.“
      „Warum sollten wir? Du bist eine dreckige kleine Hexe. Und du hast uns niedergeschlagen.“
      „Ich hab‘ niemanden nieder geschlagen. Das war Salene. Und dich hab‘ ich einfach bloß betäubt mein lieber…man sollte darüber nachdenken, ob man Bier von fremden Menschen annehmen sollte.“
      „Du bist ja nicht mal ein normaler Mensch.“
      Amber hob die Augenbrauen.
      „Aber du bist völlig normal, ja?“
      Dean hielt ihrem forschenden Blick stand.
      „Ich für meinen Teil werde dir nicht helfen. Sammy und ich machen diese Succuba allein fertig.“
      Amber lachte.
      „Ihr glaubt doch nicht, dass ich euch einfach so gehen lasse?“
      „Wie willst du uns abhalten? Mit diesen lausigen Fesseln?“
      Amber grinste Salene an und nahm ihr den Umschlag ab.
      „Damit, mein Lieber.“
      Sie nahm die Fotos aus dem Umschlag, die Sam und Dean mit ihren gefälschten FBI Ausweisen zeigten.
      „Entweder, ihr tut was wir euch sagen, oder die Kopien hiervon, die im Safe des Sheriffs liegen, werden bis Morgen früh nicht verschwinden. Dann findet er sie und wird die Polizei verständigen. Während dessen sitzt ihr hier hübsch gefesselt und wartet auf eure Einbuchtung. Ihr könnt es euch also aussuchen. Knast oder Zusammenarbeit mit einer Hexe.“
      Sam seufzte.
      „Kommt schon, bindet uns los!“
      Dean sagte nichts.
      Amber starrte ihm in die Augen.
      „Kein Widerspruch, Dean? Du bist ja zahmer als ich dachte.“
      Sie grinste Salene zu, die jetzt die Fesseln der Winchesters durchschnitt.
      Dean erhob sich als erster und rieb sich die Handgelenke.
      „Schön, gehen wir das Miststück kalt machen…“
      Sam tauchte neben ihm auf und nickte.
      Salene schüttelte den Kopf.
      „Die Succuba kriecht nur Nachts aus ihrem Loch.“
      „Wer ist eigentlich die Succuba, wenn es keiner von euch ist?“, fragte Sam.
      Amber seufzte.
      „Das solltest du deinen Bruder fragen. Er war schon in ihrem Bann gefangen, als du ihn aus der Bar gezerrt hast…“
      „Die Tänzerin im Titty Twister?!?“
      Dean hob schockiert die Augenbrauen.
      Amber nickte und schnalzte mit der Zunge.
      „Dass ihr da nicht drauf gekommen seid. Es war ja wirklich zu offensichtlich.“
      „Warum habt ihr sie dann noch nicht kalt gemacht?“
      Salene stellte ihr Gewehr ab, dass sie bis gerade noch in der Hand gehalten hatte.
      „Ich für meinen Teil jage nur noch, wenn es unbedingt sein muss. Ich bin hier eigentlich im Urlaub. Das ist Ambers Job, ich bin nur die Assistentin.“
      Damit verließ sie den Raum, nicht ohne Amber einen vielsagenden Blick zuzuwerfen.
      „Amber?“
      Dean wedelte mit seiner Hand vor ihren Gesicht herum, als sie nur noch abwesend vor sich hin starrte.
      „Was? Ach so. Wir brauchten einen männlichen Köder. Nur um sicher zu sein. Nicht, dass wir am Ende die Falsche umbringen.“ Sie lachte nervös auf.
      Dean tauschte einen Blick mit Sam.
      „Super Grund, unschuldige Männer weiterhin von ihr verschleppen zu lassen.“
      „Dean, ich bin nicht blöd! Ich habe der Succuba stets einen Strich durch die Rechnung gemacht, sobald ich wusste, wer sie ist! Sie hat seitdem niemanden mehr getötet!“
      Sam kratze sich schulterzuckend am Hinterkopf und stöhnte auf, als er ein heißes Brennen an seinem Hinterkopf spürte.
      Er betrachtete seine Finger und sah, dass ein wenig getrocknetes Blut daran klebte.
      Amber nickte ihm entschuldigend zu.
      „Das tut mir leid. Komm mal mit nach unten, ich mach was drauf, es ist nicht besonders tief.“
      Sam nickte und folgte ihr über eine kleine Treppe vom Dachboden aus nach unten ins Erdgeschoss. Zu seiner Überraschung landeten sie unten im Badezimmer.
      Amber grinste über sein fragendes Gesicht.
      „Toll, was? So weiß auf den ersten Blick niemand, dass es einen Dachboden gibt.“
      Sam nickte mit großen Augen.
      „Ja…wirklich…wahnsinnig praktisch.“
      Dean betrat hinter ihm das Bad und hob nur kommentarlos die Brauen.
      Die Brüder folgten Amber aus dem Bad zum Ende des Flures, wo Amber sich schließlich bückte, einen unscheinbaren Läufer beiseiteschob und eine darunter liegende Falltür öffnete.
      Sie deutete auf die steinerne Wendeltreppe, die nun zu sehen war.
      „Nach euch, meine Herren.“
      Dean packte Sam, der schon los traben wollte am Kragen, was dieser nur mit einem wütenden Schnauben quittierte, und schüttelte den Kopf.
      „Du gehst schön zuerst.“
      Amber rollte mit den Augen.
      „Was denn, Dean? Hast du Angst, die gruselige Hexe sperrt euch in ihrem Keller ein?“
      Dean funkelte sie zornig an.
      „Es geht dich einen Scheiß an, was ich denke!“
      Amber konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
      Wenn der wüsste.

      Sie stieg schließlich ohne weiteren Protest als erste in den Keller hinunter und schaltete das Licht ein.
      Kurz darauf standen die beiden Brüder neben ihr und starrten mit geöffneten Mündern im Raum umher.
      An einer Wand des Raumes standen vier überdimensionierte Bücherregale, allesamt vollgestopft mit dicken, alten Büchern. An einer anderen Wand hingen duzende Kräuter und andere Pflanzen, offenbar um zu trocknen. In der Ecke stand eine riesige alte Holzkiste, in die ein Pentagramm geschnitzt worden war. In der Mitte stand ein großer Tisch mit einem alten gusseisernen Kessel und einem Gasbrenner darunter.
      Dean fand als erster seine Sprache wieder.
      „Und wo hast du deinen Satan-Altar?“
      Amber schnaubte wütend.
      „Für so eine hältst du mich also, ja?“
      „Natürlich.“
      Sam stieß ihm mit dem Ellenbogen in die Seite, aber Dean reagierte nicht.
      „Alle Hexen tun sowas, richtig? Ihr mordet und betet den Satan an, so läuft die Sache doch, oder?“
      Amber schloss die Augen und atmete tief durch.
      Dann ging sie hinüber zu der Kiste, nahm ein kleines Metalldöschen heraus und winkte Sam zu sich.
      „Zeig mal her, den Kratzer“
      Sie strich etwas von der bräunlichen Paste, die sich in der Dose befand auf Sams Hinterkopf und warf die Dose wieder in die Kiste.
      „Am besten du gehst nach oben und fragst Salene nach einem Pflaster und einem Eisbeutel!“
      Sam nickte. „Danke.“
      „Keine Ursache, ist ja meine Schuld.“
      Als Dean Sam die Treppe hinauf folgen wollte, langte Amber nach seinem Handgelenk.
      „Du nicht, mein Freund.“
      Dean wandte sich zu ihr um und schmunzelte.
      „Was willst du von mir?“
      „Du wirst aufhören, mich dauernd Hexe zu nennen.“
      „Aber du bist doch eine.“
      „Nein. Ihr nennt Menschen wie mich so, weil ihr den Unterschied zwischen weißer und schwarzer Magie nicht kennt.“
      „Oh wow, Esoterik. Wo sind wir hier, Charmed? Zeit zu gehen.“
      „Du hast in deinem Leben als Jäger wohl schon viel gesehen, willst aber nicht glauben, dass es auch gute Hexen geben soll?“
      „Ich glaube nicht, dass irgendwas Übernatürliches gut sein kann…“
      „Tja, Schade. Ich könnte dich vom Gegenteil überzeugen, wenn du mich lassen würdest.“
      Dean lachte.
      „Versuch’s doch. Du wirst dir sowieso die Zähne ausbeißen.“
      „Dean, das ist nicht witzig. Ich hab‘ es mir nicht ausgesucht, gewisse Fähigkeiten zu besitzen. Das ist nun mal in meinem Blut verankert. Es liegt in meiner Familie. Meine Mutter war eine sogenannte Hexe, meine Großmutter, meine Ur-Großmutter und alle anderen davor. Keine von ihnen hat jemals einem Menschen etwas Böses getan.“
      „Du hast uns ja quasi überfallen.“
      „Das tut mir leid. Aber mal ehrlich, du hättest mich abgeknallt, hab‘ ich Recht?“
      Dean seufzte. „Gut möglich, ja.“
      „Ich bin kein schlechter Mensch, Dean. Ich kann einfach nur ein paar Dinge tun, die andere Menschen nicht tun können.“
      „Auf ‘nem Besen reiten?“
      Amber rollte mit den Augen.
      „Typisch Jäger. Natürlich kann ich das nicht.“
      „Was denn dann?“
      „Ich kann gut mit heilenden Pflanzen umgehen. Salben machen, Getränke herstellen, die die Gesundheit stärken.“
      „Das kann ein Apotheker auch.“
      Amber lachte.
      „Gut, das stimmt. Aber das, womit ich arbeite…das ist Wissen, das in meiner Familie weiter gegeben wurde. Außerdem…kann ich bestimmte Dinge sehen.“
      „Dinge?“
      Amber seufzte.
      „Ich habe gewisse Fähigkeiten. Kann Dinge vorausahnen. Habe Visionen. Man nennt das auch gerne ‚das dritte Auge‘.“
      Dean trat erschrocken einen Schritt zurück.
      „Visionen? Mal Besuch von einem Dämon gehabt, als Kind?“
      „Ach du meinst so wie Sam?“
      Dean zog die Stirn kraus.
      „Woher weißt du das? `Ne Vision?“
      „Nein. Aber Sam ist doch in Jägerkreisen fast schon berühmt, seitdem ihr beide das Tor zur Hölle geöffnet habt. Ich war mir nicht sicher, ob er der Sam ist, von dem immer alle sprechen. Aber jetzt, wo du mit den Dämonen ankommst…seid ihr wohl die Winchester - Brüder“
      „Und, bist du auch eins von Azazaels Kindern?“
      Sie schüttelte den Kopf.
      „Nein. Das ist nichts Dämonisches. Niemand weiß, woher das kommt. Es ist einfach in meinen Genen. Du hast doch sicher auch schon von dem ein oder anderen Medium gehört…so viel anders ist das bei mir nicht.“
      Dean hatte von einem Medium gehört, von einem verdammt guten, das jetzt leider keine Augen mehr besaß.
      „Woher willst du wissen, dass es nichts Dämonisches ist?“
      Amber seufzte genervt auf.
      „Hab ich vielleicht schwarze Augen?“
      „Christo!“
      Amber lächelte abschätzig und blinzelte unbeeindruckt.
      „Netter Versuch. Willst du mich jetzt mit Weihwasser begießen und mit Silber anritzen oder vertagen wir das auf später?“
      „Später.“
      „Fein. Wir sollten uns langsam auf die Jagd vorbereiten. Die Succuba ist kein leichter Gegner.“
      „Warum hast du sie eigentlich nicht längst getötet, wenn du doch schon lange weißt, wer sie ist?“
      Das Lächeln verschwand ruckartig aus Ambers Gesicht und sie schob sich nervös eine Haarsträhne hinters Ohr.
      „Ich hatte meine Gründe.“ Ihr Ton war harsch und duldete keinen Widerspruch.
      Dean hob nur stumm die Augenbrauen.
      „Lass uns nach oben gehen, ich muss noch ein bisschen was zusammen packen.“
      Damit wollte sie zur Treppe marschieren, aber Dean hielt sie am Arm fest.
      „Du kannst also Dinge sehen…“
      „Ja. Aber nur, wenn die Menschen mich lassen. Wenn ich eine engere persönliche Bindung zu jemandem aufbaue, kann ich in ihn hinein sehen.“
      Dean lachte spöttisch.
      „Okay…“
      Amber schnaubte.
      „Du glaubst mir nicht, was?“
      „Doch, natürlich.“ Er unterdrückte ein Grinsen.
      Amber rollte nur mit den Augen.
      „Menschen, die ich einigermaßen kenne, tauchen in meinen Visionen auf. Diese Visionen kommen leider wann sie wollen, ich kann dir also leider nicht beweisen, dass ich tatsächlich welche habe.“
      „Du kannst also, wenn du Glück hast, in die Zukunft sehen?“
      Amber schnaubte.
      „Wenn du das als Glück bezeichnen möchtest…“
      „Wieso nicht?“
      „Es ist ein Fluch. Ich erfahre Dinge, manchmal schreckliche Dinge, die ich gar nicht wissen möchte. Außerdem sind die Visionen unklar und ungenau und zeigen nur, was passieren kann, sie zeigen eine Tendenz, kein fertiges Bild.“
      Dean nickte, machte einen wissenden Gesichtsausdruck.
      Amber lachte.
      „Freaky, was?“
      Er stimmte in ihr Lachen ein.
      „Ein bisschen.“
      „Hältst du mich immer noch für schlecht?“
      Er wackelte mit dem Kopf.
      „Ich bin nicht sicher. Du bist vielleicht eine schlechte Jägerin, aber wohl vielleicht doch kein Ungeheuer. Glaube ich. Zumindest fürs Erste.“
      Sie lachte.
      „Wow, danke für das Kompliment.“
      Ein kurzes Schweigen.
      „Kannst du in meinen Kopf gucken?“
      Amber lachte.
      „Ich kann nicht wirklich Gedanken lesen, Dean. Ich kann nur…erkennen aus welchem Holz ein Mensch geschnitzt ist, welche Empfindungen er durchlebt hat.
      „Und?“
      „Was und?“
      „Na was siehst du bei mir?“
      Sie zuckte mit den Schultern.
      „Keine Ahnung. Unsere Bindung ist nicht stark genug. Du lässt mich nicht sehen, was du bist.“
      „Aber ich frage dich doch danach.“
      „So einfach ist das nicht. Irgendwas in dir blockiert. Ich kann rein gar nichts sehen. Ein Teil von dir hat wohl ein Geheimnis, das du niemandem verraten willst.“
      Dean seufzte schwer.
      Gott sei Dank wusste sie nicht, was er getan hatte.
      „Was ist?“
      „Nichts. Lass‘ uns zu den Anderen gehen.“
      Ohne ein weiteres Wort zu verlieren verließ er den Keller.
      Amber folgte ihm Schulterzuckend.

      TBC

      EDIT:
      So in etwa sehen übrigens Amber und Saleneaus.
      Optische vorbilber sind also Olivia Wilde und Emilie de ravin.
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TimeDrop ()

    • Armer Dean, in den "Fängen" der bösen Hexe! *lol1* Das muss doch an ihm nagen, dass ihn "so eine" gelinkt hat. Ich hab schon ein bisschen gegrinst beim lesen, als ich mir sein Gesicht vorgestellt hab. *lach*

      Und dann ist sie noch nicht mal richtig böse, sondern nur magisch begabt. [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Hexen%20and%20Halloween/smilie_hal_026.gif]

      Ich schätze mal, der gute Dean muss die Kröte schlucken und sich mit ihr arrangieren, wenn sie die Succuba erledigen wollen.
      Sam hat da scheinbar nicht so große Probleme. Aber er weiß ja auch, was es heißt, eine Gabe zu haben und von anderen als Freak betrachtet zu werden. [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/clown_3.gif]

      Am besten, Amber & Dean fangen noch mal von vorne an und lernen sich besser kennen. Ich glaube nämlich, die Zwei haben einige Gemeinsamkeiten. Vielleicht ist das aber auch nur Wunschdenken von mir? [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Hexen%20and%20Halloween/smilie_hal_099.gif]
      *tea*
    • Hey Melinda *umarm*

      Ja, der "arme" Kerl...überlistet von einer Frau die obendrein auch noch 'ne Hexe ist. Das nagt tatsächlich an seinem Ego, ja :D
      Amber ist durchaus nicht böse, das stimmt...sie hat nur ... so ihre Geheimnisse. *geheimnisvoll huste*

      Es scheint den Jungs ja kaum was anderes übrig zu bleiben, oder?
      Sammy ist bei sowas ja immer der Vernünftigere. Und du hast wohl recht, er kennt das ja selbst abgestempelt zu werden. Außerdem glaubt er ja - im Gegensatz zu Dean - immer irgendwie an das Gute im Menschen ^^.

      Hmh, du glaubst also, die beiden sind gar nicht so unterschiedlich, wie Dean glaubt? Ich hülle mich mal in Schweigen und verweise auf die nachfolgenden beiden Kapitel, die eine Menge erklären werden.... vor Allem was Ambers Verhalten angeht.
      So jetzt hab' ich aber genug gespoilert *:D*

      Vielen Dank wie immer für's kommentieren! *cheer*
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • So, weil ich am Mittwoch bis um 19 Uhr auf der Arbeit bin und nicht weiß, ob ich Morgen eher wegkomme, hier schon mal das verfrühte neue Kapitel =)
      Viel Spaß! :whistling:

      Kapitel 8 – Night of the hunter

      Salene hing über den Küchentisch gebeugt über einem Stadtplan von Maysville.
      Sie sah zuerst Sam an, dann seinen Bruder.
      „Ihr Beiden platziert euch genau hier!“ Sie deutete auf die Straßenseite genau gegenüber des Titty Twisters. „Natürlich erst, nachdem ihr in der Bar wart, euch die Show der Succubi reingezogen habt und hübsch so getan habt, als würdet ihr total auf sie abfahren!“
      Dean hob die Augenbrauen.
      „Wir sind also der Köder?“
      Amber, die auf einem Stuhl ihm gegenüber saß, grinste ihn unverhohlen an.
      „Natürlich. Die Succuba ist schon seit Tagen ganz wild auf dich, Dean.“
      Der Angesprochene tauschte einen fragenden Blick mit seinem Bruder, der die Stirn runzelte.
      „Woher willst du das wissen?“
      Amber seufzte.
      „Ich weiß es eben.“
      „Aus deiner Glaskugel?“
      „Nein, weil ich sie davon abgehalten habe, dich auszusaugen.“
      Sie erhob sich mit einem genervten Stöhnen und griff in seine Jackentasche.
      „Hey, Finger weg!“
      Amber hörte nicht auf ihn sondern hob etwas aus der Tasche und hielt es ihm unter die Nase.
      Dean hob die Augenbrauen.
      „Du hast mir einen verdammten Hexenbeutel in die Tasche geschmuggelt?“
      Amber lächelte.
      „Sieht wohl so aus.“
      „Und ich soll dir glauben, dass du kein Monster bist?“ Er schnaubte abschätzig.
      Amber rollte nur mit den Augen.
      „Der Horizont mancher Jäger ist wirklich herrlich begrenzt…“
      Sie stockte und lächelte Sam an.
      „Du weißt, was ich meine, oder? Er schnallt wohl nicht, dass es auch andere Rituale gibt, als solche, die mit schwarzer Magie zusammen hängen…“
      Sam konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, was ihm einen Seitenstoß von Dean einbrachte.
      „Sie hat Recht, Dean. Es gibt auch Berichte von guten Hexen, die Menschen helfen und sie schützen wollen…“
      Dean legte stöhnend den Kopf in den Nacken.
      „Schön. Können wir zurück zur Succuba kommen?“
      Amber schnaubte.
      „Keine Ursache. Ich hab‘ dir gerne das Leben gerettet!“
      „Ich wäre schon mit ihr klar gekommen.“
      Jetzt war es Salene, die schnaubte.
      „Bist du dir da sicher? Weißt du denn, wie man sie tötet?“
      Stille.
      Dean kratzte sich verlegen am Kopf.
      „Na ja…irgendwas…wäre mir sicher eingefallen.“
      Salene schmunzelte und nickte.
      „Ja sicher.“
      Amber schüttelte nur den Kopf.
      „Du kannst sie nicht töten, Dean.“
      „Soll das heißen, wir müssen sie exorzieren?“, fragte Sam.
      „Nein, das soll heißen, dass kein Mann sie töten kann.“
      Sie ging zu einem großen Bücherregal hinüber, kam mit einem dicken, staubigen Wälzer aus einem vergangenen Jahrhundert zurück, warf ihn auf den Tisch und schlug eine Seite auf, in der ein Lesezeichen klemmte.
      „Lies!“
      Sie schob es zu Sam, der sofort zu lesen begann.
      „Eine Succuba, die weibliche Form eines Incubus, kann nur dann getötet werden, wenn ein Weib Gewalt über sie erlangt und sie mit einem Gegenstand aus Silber zu erstechen vermag. Ein Mann kann niemals eine Succuba töten, da ihre Anziehungskraft zu groß ist, als dass ein Mann ihr widerstehen kann.“
      Amber schlug das Buch zu, bevor Sam die Gelegenheit hatte, weiter darin herum zu blättern.
      „Seht ihr? Ohne uns seid ihr aufgeschmissen!“
      Dean hob die Brauen.
      „Warum genau habt ihr sie noch gleich bis jetzt am Leben gelassen?“
      Salene warf Amber einen vielsagenden Blick zu.
      Amber funkelte sie böse an.
      „Wir brauchten einen Köder. Das hab‘ ich dir doch vorhin schon mal gesagt.“, murmelte sie schließlich mächtig gereizt.
      Sam schnaubte.
      „Na vielen Dank auch. Mussten das unbedingt wir sein?“
      „Wir wollten jemand mit Erfahrung. Einen Jäger. Jemand, der weiß, was los ist. Wir wollten niemanden da mit rein ziehen, der keine Ahnung hat, was da draußen los ist.“
      Dean lachte trocken.
      „Wie nobel von euch.“
      „Mach dich nur lustig. Ich wünschte, ich wüsste nicht, was in der Welt vor sich geht. Ich wünschte, man hätte mir meine Naivität gelassen, aber ich konnte mir das nicht aussuchen!“
      Sie wurde zusehends lauter, bis Salene ihr beruhigend eine Hand auf den Arm legte.
      „Beruhige dich, Amber. Niemand hat sich das ausgesucht.“
      Amber schob ihre Hand beiseite und warf ihre Haare zurück.
      Dean runzelte die Stirn und räusperte sich.
      „Und wie tötet man sie jetzt?“
      „Silber.“
      „Wie originell.“
      „Wir fahren in zwei Stunden los, bis dahin ist es dunkel. Ihr Jungs haltet euch an unsere Anweisungen, wenn ihr keinen Ärger mit der Polizei wollt. Ich schleiche mich an die Succuba heran, während ihr sie ablenkt, und erledige sie. Salene ist meine Versicherung, falls was schief geht. Noch Fragen?“
      Niemand sagte etwas.
      „Fein.“
      Sie stand hastig auf und verzog sich mit ihrer Bierflasche ins Wohnzimmer.

      Während Amber im Wohnzimmer hockte und biertrinkend einen alten Silberdolch polierte, saßen die Winchesters mit Salene noch immer in der Küche.
      „Du hast gesagt, du jagst eigentlich nicht mehr…wie kommt‘s?“, fragte Sam, während Dean versuchte ins Wohnzimmer hinüber zu linsen.
      Salene zuckte die Schultern.
      „Ich habe einfach genug. Nach 10 Jahren Monsterjagd und etlichen Verletzungen hab‘ ich beschlossen, in den Ruhestand zu gehen. Meine Schuldigkeit ist getan. Wenn’s wirklich brennt, helfe ich aus. Amber weiß, dass sie mich jederzeit anrufen kann. Aber eigentlich bin ich nicht mehr im Dienst.“ Sie schmunzelte. „Und das mit Ende 20.“
      Sam lachte.
      „Nicht übel. Fragst du dich nicht manchmal, ob du nicht noch mehr Menschen helfen könntest?“
      Sie zuckte mit den Schultern.
      „Nein. Mir hilft auch niemand. Ich hab‘ mich fast immer allein durchgeschlagen. Und als mich in Minnesota fast ein verdammter Wendigo gefressen hat, war mir klar, dass es reicht.“
      „Wie bist du entkommen?“
      „Daher kenn‘ ich Amber. Sie hatte das Vieh schon auf dem Schirm und hat ihn gejagt, wie ich. War verdammt knapp. Danach hab‘ ich eine Weile zusammen mit Amber gejagt, aber es war nicht mehr dasselbe wie früher…ich hab‘ einfach keine Lust, bei dem Job draufzugehen!“
      Sam nickte nachdenklich und warf einen Blick zu Dean, der noch immer zum Wohnzimmer starrte. Er tippte ihm auf die Schulter.
      „Alles klar, Alter?“
      Dean wandte sich um und nickte.
      „Klar.“
      Damit erhob er sich und ging hinüber zu Amber.
      Als sie bemerkte, dass Dean sich dem Sofa näherte, auf dem sie saß, warf sie ihm einen
      bösen Blick zu.
      „Was willst du?“
      Ohne ihr eine Antwort zu geben, setzte er sich neben sie.
      Amber rückte ein Stück von ihm weg und schnaubte.
      „Glaub ja nicht, ich würde dich noch mal an meinen Hintern lassen. Das war alles gespielt, mach dir keine Hoffnungen!“
      Dean hob die Brauen und schmunzelte.
      „Ja, sicher.“
      „Bild‘ du dir ein was immer du willst.“
      „Ich weiß, dass du lügst.“
      Sie unterbrach das konzentrierte Reinigen des Dolches und starrte ihm feindselig in die Augen.
      „Du bist nicht so unwiderstehlich wie du denkst, Winchester!“
      Er lachte und schüttelte den Kopf.
      „Das meinte ich gar nicht. Du sagst, du bräuchtest unbedingt einen Köder. Wir wissen beide, dass das gelogen ist.“
      „Ich…“
      „Komm schon, warum lebt die Succuba noch? Habt ihr Mädels euch alleine nicht getraut?“
      Sie konnte seinem forschenden Blick nicht standhalten und widmete sich wieder dem Dolch.
      „Es geht dich einen Scheiß an, warum ich tue, was ich tue.“
      Ihre Stimme klang brüchig und triefte vor Bitterkeit.
      „Ich hab‘ ja wohl was bei dir gut, nachdem du mich so verarscht hast!“
      „Pff, ich bitte dich! Du hast es mir auch leicht gemacht!“
      „Wenn wir den Job erledigt haben, dann verrätst du mir dein Geheimnis, Deal?“
      Er heilt ihr die Hand hin, sie starrte diese nur skeptisch an.
      „Ist das dein Ernst?“
      „Komm schon, ich riskiere mein Leben!“
      Sie rollte mit den Augen und nahm seine Hand.
      „Wenn es dich glücklich macht. Deal.“

      Gut anderthalb Stunden später schlichen Sam und Dean sich nach der allabendlichen Peepshow hinter die Kulissen des Titty Twister und hielten Ausschau nach der Tänzerin, die die Succuba war. Diese war nicht schwer zu finden, da sie in der einzigen Garderobe saß, die der Schuppen besaß. Während Sam vor der Garderobe Schmiere stand, klopfte Dean an die Tür und trat ein.
      „Hey…“
      Die Succuba, die gerade ihre Schminke zu entfernen schien, drehte sich zu ihm um.
      „Hallo…“ Ihre Stimme war rauchig und verführerisch.
      Dean schluckte.
      „Ich…hab dich tanzen sehen…das war…wow…echt…heiß!“
      Die menschliche Gestalt der Succuba lächelte ihn an.
      „Danke, mein Sahneschnittchen. Vielleicht…“
      Sie kam auf ihn zu und legte ihm ihre Federboa um den Hals.
      „…Vielleicht sollten wir beide uns die Nacht zusammen vertreiben, was meinst du?“
      Ehe er sich versehen konnte hatte sie ihn gegen die Wand geschoben und drückte ihren Unterleib gegen seinen.
      Er schluckte und atmete tief durch.
      „Sie ist ein Monster, Dean. Ein gefährliches Monster. Lass‘ dich nicht bezirzen…“ Sein Gehirn schlug beinahe Saltos, während er versuchte, die Succuba wieder von sich zu schieben.
      Er setzte sein breitestes Grinsen auf und nickte hastig.
      „Ich…ich warte draußen auf dich. Ich…treffen wir uns an meinem Auto? Ich habe gleich gegenüber geparkt…“
      Die Succuba lachte heiser.
      „Gerne. Und deinen Freund, der da vor der Türe lauert…den kannst du gerne mitbringen!“
      Dean lächelte und zwinkerte ihr zu, bevor er die Garderobe hastig verließ und mit Sam nach draußen rannte.

      Während die beiden Männer zum Impala rannten um dort auf die Succuba zu warten, lauerten Amber und Salene gut versteckt in einem Gebüsch am Straßenrand, bereit anzugreifen.
      Beide waren mit tödlichem Silber ausgestattet.
      Amber mit dem Dolch und Salene für den Notfall mit einem alten Silbermesser.
      Unauffällig streckte Dean seinen Daumen in die Höhe und zeigte den beiden Frauen an, dass die Succuba ihnen auf den Leim gegangen war.
      In der Dunkelheit konnte er leider nicht erkennen, dass Amber ihm panisch fuchtelnd irgendetwas zu verstehen geben wollte.
      Im nächsten Augenblick hörte er einen dumpfen Aufschlag und als er sich zu dem Geräusch umwandte, sah er, dass Sam bewusstlos auf dem Boden lag, die Succuba stand grinsend über ihm.
      „Sammy!“
      Doch bevor Dean auch nur in die Nähe seines Bruders kommen konnte, packte die Succuba ihn am Kragen und hielt ihn fest.
      „Na, na, na. Junge, du wirst schön hierbleiben. Hast wohl gedacht, ihr könntet mich überlisten, was, Jungs?“
      Wieder lachte sie, Dean versuchte sich loszureißen.
      Erfolglos.
      „Was hast du mit ihm gemacht du Miststück?!?“
      „Nichts weiter. Ich hab‘ ihm bloß eins auf den Hinterkopf verpasst. Er wacht schon wieder auf, im Gegensatz zu dir…“
      Sie zog ihn näher an sich und näherte sich mit ihrem Gesicht dem seinen.
      „Gott, ich bin schon scharf auf dich, seitdem ich dich das erste Mal gesehen habe…“
      Dean war vollkommen bewegungslos.
      Er wollte sich ja gerne wehren, aber sie hatte ihn komplett in ihren Fängen und er konnte nicht einmal den Blick von ihren hypnotischen Augen abwenden.
      Während ihre Lippen sich langsam unheilvoll den seinen näherten lullte ihn der Blick der Succuba immer weiter ein, so lange, bis er nicht einmal mehr an Gegenwehr dachte.
      Sekunden, bevor sie ihre Lippen auf seine pressen und ihm die Seele aussaugen konnte, schritt Amber endlich ein.
      Die Succuba bemerkte sie und drehte sich um, gab dabei Dean frei.
      Salene eilte heran und schnappte sich Dean, welcher der Bewusstlosigkeit nahe war und Amber hob ihren Silberdolch und hielt ihn drohend auf den Brustkorb der Succuba gerichtet.
      Die Succuba grinste spöttisch.
      „Ich wusste es, Hexe. Ich wusste, du weißt es…“
      Sie starrte ihr in die Augen, aber Amber hielt dem Blick unbeeindruckt stand.
      „Tja. Du hast dich wohl nicht getraut mich kalt zu machen, was?“
      „Ohne dein Amulett wärst du längst Geschichte, Hexe!“
      „Mach’s gut, Miststück.“
      Damit rammte sie der Succuba den Dolch zwischen die Rippen.
      Sekunden später war von ihr nur noch ein Häufchen glitzernde blauschwarze Asche übrig.

      Kaum war mit ihrem Vernichten auch der Bann der Succuba gebrochen, war Dean wieder bei klarem Verstand und riss sich von Salene los um zu Sammy zu eilen.
      Hastig drehte er seinen kleinen Bruder auf den Rücken und schüttelte ihn.
      „Hey Sammy, alles in Ordnung?“
      Sam stöhnte und regte sich.
      Dean seufzte erleichtert und besah sich Sams Nase, die blutete, da sie den Boden geknutscht hatte.
      Sam öffnete die Augen und zog eine Schmollschnute.
      „Ich bin aufs Gesicht gefallen.“
      Dean konnte nicht anders als zu lachen.
      Plötzlich stand Amber hinter ihm und schaute ihm über die Schulter.
      „Alles okay, Sam?“
      Sam setzte sich auf.
      „Ja…schon gut.“ Er rieb sich den Kopf. „Für heute reicht‘s aber mit Schlägen auf den Hinterkopf!“
      Amber lachte leise und hörte erst damit auf, als Dean ihr einen tadelnden Blick zuwarf.
      Sam machte indessen Anstalten aufzustehen, sank aber sofort wieder zurück auf den Bürgersteig, als sich alles um ihn drehte.
      „Woho, langsam Sammy…“ Dean hielt ihn an der Schulter zurück, als er es nochmal versuchen wollte.
      Amber seufzte.
      „Das war wohl etwas viel für deinen Kopf. Ich denke mal, das könnte eine leichte Gehirnerschütterung werden!“
      Sie wandte sich an Dean, der sie wütend anfunkelte. „Was ist?“
      „Sie hätte ihn umbringen können!“
      „Halt den Ball flach, sie hat ihm nur eine verpasst!“
      „Ihr hättet schneller reagieren müssen!“
      Sam griff nach seiner Schulter.
      „Beruhige dich, Dude. Es ist alles okay.“
      Dean schnaubte.
      „Wir nehmen ihn mit zu uns…ich hab da ein gutes Mittelchen gegen Kopfweh und wir verarzten seine Nase…“
      „Das bekomme ich auch hin!“
      „Dean, ich bin `ne Hexe, schon vergessen? Meine medizinischen Kenntnisse dürften deine übersteigen!“
      „Wenn du meinst.“

      Nachdem Sam vom Boden gekratzt worden war, fuhren die Brüder im Impala hinter den Frauen zurück zu deren Haus.
      Dean starrte grimmig auf die Straße, während Sam das Blut von seiner Nase an seinem Jackenärmel abwischte.
      Er warf seinem schlechtgelaunten Verwandten einen Blick zu und hob die Augenbrauen.
      „Was ist los?“
      „Nichts.“
      „Ja klar.“
      „Sammy, nerv nicht.“
      „Dean, hör auf, mich wie ein Kind zu behandeln, okay? Ich hab nur ein paar auf die Nase bekommen, nichts weiter!“
      Schweigen.
      „Ich sterb‘ nicht gleich an einem Kratzer, okay?“
      „Halt die Klappe.“
      „Dean…“
      „Wo ist dein Problem?“
      „Warum musstest du Amber so anschnauzen? Sie konnte nichts dafür!“
      „Was juckt dich das? Wir kennen sie doch kaum und sie hätte wirklich schneller reagieren können…dieses Vieh hätte mich auch bald kalt gemacht!“
      „Dean, bitte…“
      Dean trat auf die Bremse, bis der Impala zum stehen kam und seufzte.
      „Was soll das?“
      „Ich fahre erst weiter, wenn du Ruhe gibst.“
      „Ich gebe Ruhe, wenn du aufhörst, dieses Gesicht zu machen!“
      „Was für ein Gesicht?“
      „Dieses ‚Die Last der ganzen Welt ruht auf meinen Schultern – Gesicht‘! Es nervt, Dean!“
      „Was?“
      „So guckst du in letzter Zeit andauernd!“
      „Ich darf ja wohl noch gucken wie ich will!“
      „Klar. Aber dann tu‘ nicht immer so, als wäre alles gut…!“
      „Es IST alles gut!“
      „Du weißt, dass es nicht so ist.“
      Dean rieb sich über sein Gesicht.
      „Sam, es reicht. Das Thema ist mehr als durch.“
      „Ach ja?!? Für mich nicht!“
      „Für mich aber!“
      „Ich will aber nicht, dass du ständig…ständig…“
      „Ständig was?“
      „Dass du ständig so tust als wäre ich ein rohes Ei! Außerdem benimmst du dich vollkommen merkwürdig! Deine Schlafstörungen sind doch nicht mehr normal! Und andauernd bist du müde!“
      „Stell dir vor, wir schlafen nicht viel!“
      „Das hat dir früher auch nichts gemacht…du solltest wirklich mal zum Arzt gehen!“
      Dean lachte bitter.
      „Aber ich bin Überfürsorglich, ja? Ich war ein Mal müde! Ein Mal! Ernsthaft Sam, halt jetzt deine verdammte Klappe.“
      Er ließ den Motor wieder an und drehte das Radio auf volle Lautstärke.
      Sam wollte es leiser drehen, aber Dean bedachte ihn mit einem drohenden Blick, der keinen Widerstand duldete.
      Sam rollte mit den Augen und ließ es gut sein.

      Einige Zeit später, Amber hatte Sam verarztet und in ein Gästebett auf dem Dachboden verstaut (nachdem er natürlich ausgiebig protestiert hatte, aber Gehirnerschütterung war eben Gehirnerschütterung und man hatte ihn überredet), Salene hatte sich ins Bett verzogen und nur Amber und Dean saßen noch im Wohnzimmer und tranken Bier.
      Amber fummelte nervös an dem Etikett ihrer Flasche herum.
      „Hör mal…tut mir leid, dass die Succuba Sam eben zu fassen bekommen hat…ich…wir waren überrascht.“
      Dean machte eine wegwerfende Handbewegung.
      „Schon gut. Ich hab‘ überreagiert. Was Sammy angeht bin ich ein bisschen empfindlich.“
      Amber lächelte.
      „Ist mir schon aufgefallen. Du bist wohl der Ältere, was?“
      „Ja.“
      Schweigen.
      Dean trank einen Schluck.
      „Du schuldest mir noch eine Erklärung…“
      „Ich schulde dir gar nichts!“
      „Versprochen ist versprochen!“
      Amber verzog unwillig das Gesicht.
      „Ich will da nicht drüber reden, wirklich nicht.“
      Dean schmunzelte.
      Den Satz kannte er nur zu gut, aber normalerweise kam er aus seinem Mund.
      „Wie bist du eigentlich Jägerin geworden?“
      „Meine Mum war Jägerin. Mein Dad war Jäger. Meine Granny war Jägerin…keine Ahnung das sollte wohl irgendwie so sein…“
      „Leben deine Eltern noch?“
      „Meine ganze Familie ist tot.“
      Dean schluckte.
      „Das…tut mir leid.“
      „Ist schon in Ordnung. Es ist lange her.“
      „Was ist passiert?“
      „Mein Dad starb als ich 4 war. Vampir. Ist wohl Berufsrisiko.“
      „Scheiß Vampire…“
      Amber zuckte die Schultern.
      „Man kann’s nicht ändern.“
      „Und deine Ma?“
      „Ist vor 5 Jahren gestorben, natürlicher Tod. Herzinfarkt. Der Arzt meinte, sie hatte immer zu viel Stress. Stimmt wohl. Sie hatte immer mehrere Fälle gleichzeitig, wollte jedem helfen, hat versucht mich auszubilden und trotzdem eine liebevolle Mutter zu sein…das konnte nicht ewig gut gehen.“
      „Ich…“
      Sie legte ihre Hand auf seine Hand.
      „Ist schon gut. Kein Mitleid bitte.“
      „Seitdem jagst du allein?“
      „Meistens. Wenn kein anderer Jäger in der Gegend ist, den ich kenne…ich bleibe nirgends lange, obwohl ich meistens irgendwas miete. Ich hasse Motels. Da die Succuba jetzt erledigt ist, gönne ich mir ein paar Tage Freizeit, dann such‘ ich mir einen neuen Fall. Salene wird vermutlich hier wohnen bleiben, dann kann ich vorbei kommen wann immer ich will. Gott, wie lange hatte ich kein richtiges Zuhause mehr?“
      Sie nahm einen Schluck Bier und seufzte.
      „Und du?“
      „Was?“
      „Warum bist du Jäger?“
      Dean seufzte, das schmerzhafte Ziehen in seiner Brust ignorierend, dass sich bei diesem Thema stets bemerkbar machte.
      „Du kannst es dir denken. Wir hatten Besuch von einem Dämon, wir waren Kinder. Sammy war noch ein Baby. Unsere Mum ist an der Decke verbrannt. Mein Dad fand irgendwann heraus, was passiert war und wurde Jäger. Er hat den Dämon gejagt, der Mum getötet hat…bildete uns zu Jägern aus…“
      „Hat er den Dämon mittlerweile bekommen?“
      Dean schüttelte den Kopf.
      „Nein. Er…er ist tot. Sam und ich haben den Dämon erledigt…“
      „Das…“
      Dean schmunzelte.
      „Keine Sentimentalitäten, bitte!“
      Amber lächelte und rückte näher an ihn heran.
      „Du hast mich doch heute Nachmittag was gefragt…“
      „Was denn?“
      „Was ich in dir sehen kann…“
      Dean schluckte.
      „Ja!“
      Amber biss sich auf die Unterlippe und blickte ihm in die Augen.
      „Ich kann jetzt etwas sehen.“
      Dean wich unbewusst zurück.
      „Ach ja?“
      Amber nickte.
      „Dean, was ist passiert?“
      „Was? Wieso?“
      „Du…sowas habe ich noch nie gesehen. So viele Schuldgefühle und…so viel Wut und Schmerz. Solche Empfindungen habe ich noch nie gesehen. Du bist richtig…kaputt. Da drin.“
      Sie deutete viel sagend auf seinen Brustkorb.
      Dean schmunzelte, ein bitteres Lächeln auf den Lippen.
      „Vielleicht solltest du mir lieber endlich mal sagen, wo das Problem lag, die Succuba zu töten, vielleicht antworte ich dir dann…“
      Amber schluckte hart.
      „Ich…das willst du sicher nicht wissen.“
      „Doch.“
      Amber seufzte.
      „Gut…wenn du mir dann sagst, was passiert ist…“
      „Versprochen.“


      TBC *luzi*
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • Oh Mann, kaum will Amber auspacken, ist auch schon Feierabend. *bäh* Folter hoch Drei! *seufz*

      Ok, das Kapitel war klasse spannend geschrieben. Ich hatte fast befürchtet, es geht noch schief, und Dean erliegt dem Charme der Succuba. Nur musste Sam wieder eins auf den Kopf kriegen? Der arme Junge nimmt nochmal irgendwann Schaden. *;)*

      Ich hab so das Gefühl, dass Amber & Dean sehr gut zusammenpassen, in zweierlei Hinsicht. Beide jagen, beide sind eher verschlossen und sprechen nicht gern über ihr Innerstes, und trotzdem hegen sie Gefühle für einander. Wenn ihnen das auch noch nicht klar ist. Dean wird seinen Widerstand gegen die "Hexe" irgendwann aufgeben müssen und einsehen, dass Amber eine wertvolle Hilfe sein könnte, in jeder Hinsicht!

      Ich warte gespannt auf mehr. *thumps*
      *tea*
    • Huhu Melinda! *winke*

      Entschuldige bitte, dass ich da ein bisschen ge-cliffhangert habe :D Aber es ist ja schon ganz bald wieder Mittwoch.

      Freut mich, dass du es immer noch spannend findest =)
      Das mit der Succuba war dann doch knapper als von den Mädels geplant, ja.
      Mir tut Sam doch auch leid ^^. Armer Kerl, immer auf den Schädel. *sorry* Gut, dass er nicht so leicht Schaden nimmt.

      Hmh. Amber und Dean passen gut zusammen, findest du?
      Na mal abwarten, ob die beiden das auch so sehen.
      Mehr verrate ich an der Stelle zu dem Thema mal nicht und hülle mich in mysteriöööööses Schweigen ;D

      Dann bis zum nächsten Mal und wie immer *danke* für's Lesen und Kommentieren!
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • MITTWOCH! *;)*

      So, weiter geht's mit Kapitel 9.
      Einem...besonderen Kapitel. Hihi. *hihi*

      Kapitel 9 – Ich hab mich in dir erkannt, das mein‘ ich nicht als Komplimen
      t.*

      „Ich musste einfach sicher gehen, dass sie wirklich die Succuba ist, weißt du?“
      Dean schüttelte den Kopf.
      „Amber, du warst dir doch absolut sicher, wozu also warten?“
      „Ich…“
      Sie rieb sich über ihr Gesicht.
      „Ich kann das nicht mehr.“
      „Was?“
      „Jemanden einfach so töten.“
      „Aber sie war ein Monster und du hast sie doch…“
      „Nein, du verstehst das nicht. Das versteht niemand. Ich kann das einfach nicht mehr. Was, wenn ich mich geirrt hätte und sie wäre nicht die Succuba gewesen?“
      Dean lachte trocken.
      „Das war doch mehr als eindeutig. Sie war die Succuba. Du hast einen guten Job gemacht. Wo ist dein Problem?“
      „Ich…“
      Sie wandte den Blick ab und blinzelte heftig.
      „Ich hab‘ mal einen schrecklichen Fehler gemacht…“
      Dean beobachtete sie, während sie um Fassung rang.
      „Da war dieses Mädchen. Sie muss 17 oder so gewesen sein, damals. Ich war mir sicher, dass sie besessen sein musste. Ihr Verhalten ließ für mich keinen anderen Schluss zu. Als ich dann eine Vision hatte, in der ihre schwarzen Augen mich anblickten, war ich mir sicher. Ich war damals eine unerfahrene Jägerin, hatte noch nicht viel ohne meine Mum gejagt…ich wollte sie doch bloß exorzieren…aber vorher kam es natürlich zum Kampf. Ich weiß, dass man Dämonen nicht töten kann, aber man kann sie durch Schüsse ja trotzdem ablenken…also…hab ich auf sie geschossen, als sie auf mich losgehen wollte. Dann bin ich auf sie zu gerannt und wollte sie fesseln…aber das musste ich gar nicht. Sie lag schon am Boden…da war so viel Blut…ich…“
      Eine Träne rann Ambers Wange hinunter.
      „…Sie war nicht besessen und ich hab sie fast getötet! Ich hatte ihr in den Bauch geschossen! Einer unschuldigen! Einem Teenager! Später fand ich heraus, dass sie unter Schizophrenie litt und ihre Medikamente tagelang nicht genommen hatte. Daher ihr merkwürdiges Verhalten. Ich hab versucht die Blutung zu stoppen und sie in ein Krankenhaus gebracht…dann musste ich verschwinden, bevor sie herausfinden konnten, dass ich es war…Monatelang wusste ich nicht…ob sie es überlebt hatte. Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten. Also bin ich in ihre Heimatstadt gefahren, zu dem Krankenhaus. Ich gab mich als Officer aus und verlangte Einblick in ihre Akte…sie hat es überlebt, aber es war sehr knapp. Ich hätte sie fast getötet…ich…es war meine Schuld, dass sie fast gestorben ist…deshalb…ich kann niemanden mehr töten, der aussieht wie ein Mensch. Nicht einfach so. Nicht, wenn ich nicht sicher bin!“
      Ambers Stimme brach und die Mauer, die sie sorgfältig um sich errichtet hatte, das harte Gehabe, alles brach in sich zusammen, als nun mehr Tränen aus ihren Augen rannen und sie sich abwandte.
      Dean saß hilflos neben ihr, starrte sie an und wusste nicht, was er tun oder sagen sollte.
      „Amber, du…du wolltest niemand unschuldigen verletzen. Das war ein bedauerlicher Unfall…und sie lebt doch!“
      Amber schüttelte stumm den Kopf.
      „Ich seh‘ sie immer wieder vor mir in all dem Blut und sie starrt mich an und fragt mich, warum ich ihr das antue…und alles nur, weil ich mich auf diese beschissene Vision verlassen habe…“
      Dean seufzte.
      „Ich kann verstehen, dass du dich schlecht fühlst deswegen, aber…“
      Amber wandte ihm den Kopf zu und funkelte ihn aus glasigen Augen wütend an.
      „Niemand versteht das! Du hast niemandem so etwas angetan! Wie willst du verstehen, wie ich mich fühle!“
      Dean lächelte düster.
      „Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Ich habe etwas viel schrecklicheres getan. Du sagst, ich bin kaputt? Das verdiene ich wohl, nach allem, was passiert ist…“
      Sie runzelte die Stirn.
      „Woher kommt all diese Dunkelheit in deiner Seele, Dean?“
      „Du willst das besser nicht wissen, Amber. Wirklich nicht.“
      „Doch. Du hast es versprochen.“
      „Amber, ich…“
      „Ich sehe doch, dass es dich zerfrisst, weil du es nicht preisgeben willst und versuchst, es allein mit dir zu regeln. Du solltest darüber reden!“
      „Ich habe darüber geredet. Einmal. Das reicht.“
      „Auch mit jemandem, der selbst mit Schuldgefühlen leben muss?“
      Dean senkte den Kopf und seufzte resignierend.
      „Ich hab‘ mal meine Seele verkauft, weißt du?“
      Amber zuckte erschrocken zusammen.
      „Du hast einen Crossroad – Deal gemacht?“
      Dean nickte.
      „Jemand hatte Sam getötet. Ich war nicht in der Lage, damit umzugehen. Die gaben mir ein Jahr. Am Ende landete ich in der Hölle.“
      „Aber, du…bist hier. Wie…?“
      „Lange Geschichte.“
      „Du warst wirklich in der Hölle? Das muss schrecklich gewesen sein…“
      Deans Stimme zitterte merklich, als er antwortete.
      „Ja. 40 Höllenjahre lang.“
      „Aber du…du wolltest nur deinen Bruder retten…“
      Dean lachte trocken.
      „Darum geht’s nicht. Sie haben mich gefoltert, so lange, bis ich bereit war…bis ich so weit war, andere zu foltern, damit sie aufhörten.“
      Amber biss sich auf die Unterlippe.
      „Du hast Menschen in der Hölle gefoltert?“
      Dean nickte stumm, unterdrückte die aufsteigenden Tränen.
      „Ich…“
      Er versuchte zu sprechen, aber er konnte nicht.
      „Wow, Dean…das ist…ich meine…“
      „Ich bin ein schlechter Mensch. Ich weiß.“
      Amber legte ihm eine Hand auf die Schulter.
      „Du konntest doch nichts dafür…niemand hätte…“
      Dean schüttelte den Kopf.
      „Doch.“
      „Niemand hätte das aushalten können, ich meine…die Hölle, verdammt nochmal! Das würde jeden Menschen zerbrechen, seinen Willen brechen…ihn gefügig machen! Das ist schließlich der Sinn der Hölle…Menschen zu…zerbrechen…“
      „Ich hätte es aushalten müssen.“
      „Dean…du…ich verstehe, was du fühlst…aber du musst versuchen, nicht immerzu daran zu denken, was du getan hast. Du kannst es nicht mehr ändern…“
      Er seufzte.
      „Ich weiß.“
      Er hob den Kopf und sah ihr in die noch immer feuchten Augen.
      Sie wandte den Blick nicht ab.
      Mit einem leichten Lächeln strich er ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich dorthin verirrt hatte.
      „Ich schätze wir sitzen irgendwie im selben Boot…“, seine Stimme war ein Flüstern.
      Sie zuckte die Schultern.
      „Sieht so aus.“
      Noch immer sahen sie einander in die Augen, verwickelt in ein stummes Blickduell.
      Langsam schwand der glasige Ausdruck aus Ambers Blick.
      Sie grinste.
      Dean hob die Brauen.
      „Was grinst du?“
      „Ach…bloß weil…ich hab‘ dich eigentlich für einen ziemlich dämlichen Aufreißer gehalten…nicht für jemanden, der für seinen kleinen Bruder seine Seele verkauft…“
      Er lachte.
      „Na danke.“
      „So war das nicht gemeint. Du überraschst mich bloß.“
      „Tja. Ich hab‘ auch gedacht, du wärst leicht zu knacken. Sieht ja leider nicht mehr danach aus.“
      Sie schlug ihm sachte gegen die Schulter.
      „Idiot!“
      Er grinste.
      Sie grinste zurück.
      Schweigen.
      „Weißt du was?“
      Dean schüttelte den Kopf. „Nein?“
      „Ich geb’s auf.“
      Sie beugte sich vor und legte ihre Lippen auf seine.
      Eine Sekunde lang war er überrascht, dann grinste er, an ihren Lippen hängend und öffnete sachte seine Lippen.
      Sie zog ihren Kopf zurück und lächelte.
      „Nur damit eins klar ist, Dean Winchester… ich finde dich heiß und wir sollten Sex haben, aber bild‘ dir nichts darauf ein. Das wird eine einmalige Sache. Verstanden?“
      Er starrte sie irritiert an.
      „Erwartest du jetzt, dass ich Nein sage?“
      Sie schüttelte den Kopf.
      „Gut.“
      Er zog sie an sich, strich ihr über die Wange und legte seine Lippen wieder auf die ihren.
      Zuerst sanft, dann stürmischer.
      Während seine Zunge langsam ihren Mund erkundete, drückte er sie fordernd in die Sofakissen und lag schließlich über sie gebeugt.
      Ihre Hände wanderten unter sein Shirt und sie seufzte leise in den Kuss hinein, als sie seine harten Muskeln ertastete. Gierig schob sie ihm das Shirt vom Körper, den Kuss nur Sekunden unterbrechend und fuhr ihm mit den Fingernägeln über den nackten Rücken.
      Grinsend wanderten nun seine Hände unter ihr hautenges Top.
      Sie schob ihn ruckartig ein Stück von sich und bedachte ihn mit einem schmutzigen Grinsen.
      „Vielleicht sollten wir das in meinem Schlafzimmer fortsetzen. Ich habe schließlich Mitbewohner.“
      Ehe sie sich versah war er aufgestanden und hatte sie auf seine Arme gehoben.
      „Wo ist dein Schlafzimmer?“

      Die Sonne kitzelte seine Nase und er schlug zögerlich die Augen auf.
      Sofort flutete eine Lichtwelle seine Pupillen und er kniff die Augen wieder zusammen.
      Sekunden später unternahm er den zweiten Versuch.
      Bald hatte er sich an die Helligkeit gewöhnt und fragte sich jetzt, wo er eigentlich war.
      Seine Hände tatsteten umher und fanden sich in einem wuscheligen Haarschopf wieder.
      Blinzend blickte er an sich hinunter und merkte erst jetzt, dass da jemand friedlich schlafend auf seinem Brustkorb lag, um den er offenbar seine Arme geschlungen hatte.
      Es war eine nackte Frau.
      Langsam sickerte die Erinnerung zurück in seinen Kopf und er lächelte, als Amber sich im Schlaf enger an ihn drückte.
      Gedankenverloren strich er jetzt durch den schwarzen Haarschopf und schloss die Augen wieder.
      Warum sollte er den Moment jetzt schon zerstören?
      Er drückte Amber zärtlich an sich, und war schon bald wieder eingeschlafen.

      Als er das nächste Mal aufwachte, spürte er nur das leere Laken unter sich.
      Da war niemand mehr, außer ihm.
      Verärgert über die Tatsache, dass ihm jetzt doch etwas kalt war, tastete er nach der Bettdecke.
      Er konnte sie nicht finden.
      Schnaubend öffnete er leicht blinzelnd die Augen.
      Diesmal vertrug er die Helligkeit deutlich besser.
      Er sah Amber auf der Fensterbank am offenen Fenster sitzen.
      Sie trug nichts außer seinem Hemd und zog gerade an einer Zigarette.
      Als sie bemerkte, dass er wach war, lächelte sie ihn an.
      „Guten Morgen, Schlafmütze.“
      „Du rauchst?“
      „Manchmal.“
      Dean rieb sich über das verschlafene Gesicht.
      „Wie spät ist es?“
      Amber nickte in Richtung der Wanduhr und drückte ihre Zigarette in einem Aschenbecher aus, der neben ihr stand.
      „Halb 11.“
      „Wow, so lange habe ich ewig nicht geschlafen.“
      Amber grinste.
      „Du hast dich ja gestern auch ganz schön angestrengt.“
      Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und klopfte auf die freie Stelle neben sich.
      „Komm wieder her.“
      Amber schüttelte lachend den Kopf und trottete zu ihm herüber, ließ sich auf das weiche Bett fallen und ihren Kopf wieder in die Kissen sinken.
      Dean drehte sich auf die Seite und betrachtete ihr Gesicht.
      Sie lachte.
      „Was ist? Warum starrst du mich so an?“
      „Ich starre dich nicht an.“
      „Tust du doch.“
      Er langte nach ihrer Hand und zog sie zu sich.
      Sie wollte protestieren, aber seine Lippen brachten ihren Mund zum Schweigen.
      Mit sanfter Gewalt befreite sie sich schließlich von ihm und setzte sich auf.
      „Was ist?“
      Er suchte ihren Blick, aber sie wich ihm aus.
      „Dean, es war schön, letzte Nacht, aber…“
      Er schnaubte leise.
      „Mach dir keine Sorgen. Ich will nichts von dir. Also außer Sex.“
      „Du willst von niemandem was.“
      Er setzte sich auf und runzelte fragend die Stirn.
      „Was soll das denn jetzt heißen?“
      Sie zuckte die Schultern.
      „Das soll heißen, dass du ohnehin komplett Beziehungsunfähig bist. Du würdest niemals jemanden so nah an dich heran lassen. Die Gefahr, denjenigen dann wieder zu verlieren oder in Gefahr bringen zu können, ist dir zu groß. Du hältst dich für einen schlechten, schwachen Menschen, der einer Frau nichts geben kann, außer Sex.“
      Dean schürzte die Lippen.
      „Du musst es ja wissen.“
      „Dean, du hast dich zu sehr auf mich eingelassen. Ich kann es sehen. Klar und deutlich. Versuch also nicht, dich rauszureden.“
      „Ich frage mich, was dich das überhaupt angeht. Du willst nichts Festes, ich will nichts Festes. Wo ist dein Problem?“
      Amber schüttelte den Kopf.
      „Nirgends. Ich bin genauso Beziehungsunfähig wie du.“
      „Wer sagt, dass wir nicht trotzdem Sex haben können?“
      „Ich. Ich bin mehr so die Frau für eine Nacht, weißt du?“
      Er hob die Brauen.
      „Komm schon, hat‘s dir etwa nicht gefallen? Bis jetzt sind mir nie Klagen gekommen.“
      Sie erhob sich, lachend.
      „Wenn’s mir nicht gefallen hätte, wüsstest du das.“ Sie zwinkerte ihm zu und ging zur Tür, um sich im Rahmen stehend noch einmal umzudrehen.
      „Willst du einen Kaffee?“
      „Gerne.“
      „Dann schwing deinen Knackarsch in die Küche, Winchester!“
      Damit verschwand sie in die Küche.
      Dean seufzte und rieb sich die Augen.
      Ob die anderen wohl schon wach waren?
      Sammy würde mit Sicherheit schon auf den Beinen sein, der Kerl hatte noch nie was davon gehalten, auszuschlafen.
      Gähnend schwang er die Beine aus dem Bett und wollte aufstehen, als ihm plötzlich schrecklich Schwindelig wurde.
      Das Zimmer drehte sich vor seinen Augen und verschwamm.
      Er kniff die Augen zusammen, ließ sich zurück auf die Matratze sinken und schüttelte den Kopf.
      Als er die Augen wieder aufschlug, war der Schwindel verschwunden.
      Er runzelte die Stirn.
      Seit wann passierte ihm denn sowas?
      An Schlafmangel konnte es wirklich nicht liegen. Er hatte 10 Stunden geschlafen, das war für seine Verhältnisse eine kleine Ewigkeit.
      Schulterzuckend erhob er sich, diesmal ohne Probleme.
      Vielleicht war sein Kreislauf einfach noch nicht ganz da, oder er war zu schnell aufgestanden.
      Noch immer Müde streckte er seine Knochen und wunderte sich, warum er sich noch immer nicht ausgeschlafen, sondern eher schlapp fühlte.
      Grinsend tat er es mit der Anstrengung der letzten Nacht ab und schlüpfte in seine Kleidung, die er neben dem Bett vorfand.
      Auf sein Hemd würde er wohl verzichten müssen, aber das T-Shirt war ja noch da.
      Er langte in seine Jackentasche und fand das kleine Döschen mit den Koffeintabletten, schüttete zwei von ihnen in seine Handinnenfläche und ging ins Bad um sie mit etwas Wasser hinunter zu spülen.
      Als er sich gerade das Gesicht abtrocknete, stand Amber hinter ihm.
      „Kommst du?“
      „Klar.“

      *Titel entliehen aus Jennifer Rostock's "Ich will hier raus"


      TBC

      Und, wie hat's gefallen? *8o*
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      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • So, also haben beide einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit. Ich finde es schon sehr bemerkenswert, dass Dean sich einer für ihn doch Fremden so öffnet. Es war bestimmt nicht schlecht, sich jemand anzuvertrauen, der Ähnliches erlebt hat.

      Ambers Geschichte ist ja auch heftig. *:(* Wer will damit schon leben? Ein Wunder, dass sie überhaupt noch jagt.

      Das war abzusehen, dass die Zwei in der Kiste landen. *thumps*
      Dean kann eben nicht aus seiner Haut, und Sex ist allemal besser als über die Hölle zu reden.

      „Mach dir keine Sorgen. Ich will nichts von dir. Also außer Sex.“

      Das ist auch so ein typischer Dean Satz. *lach1*

      Und nein (!), ich glaube wirklich nicht, dass eine aufregende Liebesnacht einen Dean Winchester so sehr schwächt, dass ihm davon schwindelig wird. *nein* Das geht ja schon länger so mit ihm.
      Irgendwas hat ihn vergiftet oder lähmt ihn. Nachwirkungen der Succuba? Eigentlich doch unwahrscheinlich, schließlich ist sie tot.
      Wer weiß, was da wirklich los ist, aber das wirst du mir wohl nicht verraten. *kratz*

      Dann warte ich mal ganz geduldig auf das nächste Kapitel. [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/tap.gif]
      *tea*
    • Hey Melinda,

      Mal wieder vielen Dank für deinen Kommentar =)

      Ja, Amber und Dean teilen gewissermaßen eine gewisse innere Düsternis. Stimmt, für Dean ist es ungewöhnlich, so offen zu sein. Aber wenn man mit jemandem reden kann, der vielleicht verstehen kann, wie man sich fühlt, muss man das ja ausnutzen. Ich fand, er hätte mal verdient, jemanden zu finden, der ihn irgendwie verstehen kann.

      Arme Amber, hm? Tja, sie schlägt sich so durch. Vielleicht einfach, weil sie nicht anders kann. Aber dazu später mehr ;)

      Haha, ja, das war irgendwie klar, oder? Da ist Amber dann doch noch Deans Charme erlegen. Oder er ihrem. Oder so :D

      Hm, tja. Deans "Zustand". Leider kann ich da wirklich nich nichts verraten, aber das Geheimnis wird später noch gelüftet. Versprochen.
      Und bis dahin lese ich gerne deine Mutmaßungen =)

      Morgen ist ja schon wieder Mittwoch ;)

      lg und *dank*

      TimeDrop
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    • Kapitel 10 - Freier Tag?

      Und loooos geht's mit Kapitel 10 *;)*


      Kapitel 10 – Freier Tag?

      Amber betrachtete vom Türrahmen aus Deans Gesicht im Spiegel und zögerte, in die Küche zurück zu kehren.
      Dean bemerkte ihren Blick und hob die Augenbrauen.
      „Was ist?“
      „Geht es dir gut?“
      Er runzelte die Stirn.
      „Sicher, warum sollte es mir nicht…“
      „Du bist blass.“
      Sie ging zu ihm hinüber und drehte ihn zu sich.
      „Amber, lass‘ das. Ich bin okay.“
      Sie sah ihm prüfend in die Augen und legte den Kopf schief.
      „Bist du dir sicher?“
      „Natürlich.“
      „Nicht, das du mir krank wirst.“
      Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
      „Machst du dir etwa Sorgen um mich?“
      Amber warf ihm einen abschätzigen Blick zu.
      „Sicher nicht.“
      „Ich glaube schon…“
      Er legte seine Hände auf ihre Hüften und zog sie ruckartig zu sich.
      Amber griff nach seinen Händen und wollte sie fort schieben, aber er schüttelte den Kopf und sie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.
      „Du bist ganz schön hartnäckig.“
      „Und du bist ganz schön stur.“
      „Ich weiß, aber manchmal…“
      Dean schüttelte den Kopf und legte ihr seinen Zeigefinger auf die Lippen.
      „Halt verdammt nochmal einmal die Klappe!“
      Sie verstummte und er nahm den Zeigefinger von ihren Lippen.
      Sekundenland schaute er ihr prüfend in die Augen, bevor er sich ihren Lippen näherte und sie schließlich küsste.
      Als er sich wieder zurück zog, stellte er lächelnd fest, dass sie die Augen geschlossen hatte.

      Sam saß neben Salene in der Küche und trank Kaffee.
      Sein Schädel brummte noch immer, aber außer einer kleinen Beule hatte sein Kopf wohl doch keinen größeren Schaden genommen und so war er schon seit Stunden wach und wartete darauf, dass sein älterer Bruder sich bequemte, zurück ins Motel zu fahren.
      Würde er allein fahren, würde Dean ihm bloß den Kopf abreißen, weil er ohne seine Erlaubnis sein Baby fuhr.
      Also wartete er und unterhielt sich stattdessen mit Salene, die auch eher zu den Frühaufstehern zählte.
      „Was unternehmen wir eigentlich wegen der Leichen?“
      Salene blickte von der Zeitung auf, in der sie gerade blätterte.
      „Wir geben der Polizei Bescheid. Wir sagen, wir hätten sie beim Jagen entdeckt.“
      Sam schüttelte traurig den Kopf.
      „Die armen Frauen, die ihre Männer an dieses Monster verloren haben…“
      Salene schnaubte.
      „Du kannst nun mal nicht jeden retten. Diese Viecher sind überall.“
      „Das sehen die Frauen sicher anders.“
      „That’s life.“
      „Tolle Einstellung.“
      „Es kann nicht jeder so selbstlos sein wie du.“
      „Ich bin nicht Selbstlos ich habe nur…“
      „Ein schlechtes Gewissen…bla bla bla. Nimm’s leicht, Sammy. Mach‘s wie dein Bruder, der hat sich gestern offenbar prächtig amüsiert.“
      Salene blickte vielsagend Richtung Badezimmer, aus dem jetzt ein lautes Kichern drang.
      Sam schüttelte grinsend den Kopf.
      Typisch Dean.
      Er hatte sich fast schon gedacht, dass zwischen Amber und seinem Bruder etwas laufen würde.
      Seitdem Amber vor ein paar Minuten – bekleidet nur mit dem Hemd, welches Dean gestern getragen hatte – in die Küche getappt war und wie selbstverständlich grinsend „Guten Morgen!“ gesagt hatte, war ihm klar, dass da mehr gelaufen war.
      Er war fast froh, dass Dean wieder einer seiner liebsten Freizeitbeschäftigungen nachging, weil das bedeutete, dass er sich wieder mehr benahm wie der Dean, den er kannte.
      Hoffentlich sorgte das kleine Tête-à-tête dafür, dass seine Laune sich ein wenig besserte und er nicht mehr ganz so in sich gekehrt war.
      Sam wusste, dass sich diese kleine Stimmungsaufhellung vermutlich nicht ewig halten würde, aber er hoffte einfach, dass Dean wenigstens wieder ein bisschen Freude am Leben hatte.
      Sein Bruder war seit seiner Rückkehr sehr viel stiller geworden, sehr viel unruhiger, betrank sich noch häufiger als früher und konnte auch nicht mehr besonders gut verbergen, wie sehr er von Selbsthass zerfressen war.
      Alle Versuche Sams, ihm die Last von den Schultern zu nehmen, waren ausnahmslos gescheitert.
      Er wusste, dass er seinem Bruder nicht helfen konnte.
      Er konnte ihm jetzt genau so wenig helfen, wie damals, als er in seinem Versuch ihn zu retten versagt hatte.
      Jedenfalls fühlte es sich für ihn an, als hätte er versagt.
      Er konnte jetzt verstehen, warum Dean damals den Pakt geschlossen hatte und all sein alter Zorn war verraucht.
      In der Zeit, in der Dean fort gewesen war, hatte er Deans Verlust begriffen.
      Er fühlte dieses tiefe Loch in seiner Brust klaffen und wusste jetzt, warum sein großer Bruder seine Seele für ihn verkauft hatte.
      Sam hatte versucht, es ihm gleich zu tun, aber wie sich heraus stellte, war seine Seele für die Hölle nichts wert. Und als er schließlich anfing, dunklere Methoden anzuwenden um ihn zurück zu holen und trotzdem scheiterte, wusste er, dass es ein aussichtsloses Unterfangen war.
      Von Verzweiflung gepeinigt jagte er wie ein Besessener, suchte immer noch nach Lösungen, schlief mit wildfremden Frauen und verwandelte sich in eine Person, die er nicht war.
      Erst mit Dean war wieder etwas Leben in den jüngeren Winchester zurück gekehrt.
      Sam fand es schrecklich unfair, dass er sich jetzt wieder besser fühlte und Dean schon wieder litt. Aus irgendeinem Grund schien das Pech an seinem großen Bruder zu kleben, dabei hätte er es in Sams Augen so sehr verdient, endlich glücklich zu werden, soweit das in ihrem Beruf überhaupt möglich war.
      Betrübt starrte er zu Boden, während Salene sich wieder ihrer Zeitung zuwandte.
      Was konnte er bloß tun, um Dean irgendwie zu helfen? Wenigstens für ein paar Tage?
      Er runzelte die Stirn und fing dann an zu grinsen.
      Ein kleiner Urlaub konnte doch eigentlich nicht schaden, oder?
      Ein paar Tage ohne apokalyptische Siegel, merkwürdige Engel, Monster, Gespenster und Dämonen wären auch mal schön.
      Und weil Dean sich so gut mit Amber verstand und sowieso sehr urlaubsbedürftig wirkte, fand Sam, sie sollten ihren Aufenthalt in Maysville vielleicht noch ein bisschen verlängern.
      Dean könnte seine Freizeit genießen und er hätte endlich Zeit, ein bisschen was über die Siegel zu recherchieren ohne nebenher an einem Fall zu arbeiten.
      Jetzt fragte er sich bloß noch, wie er seinem Bruder verklickern sollte, dass sie nicht heute noch dem nächsten Fall nachjagen würden.
      Aber bevor Sam weiter darüber nachdenken konnte, kamen Dean und Amber in die Küche geschlurft. Amber marschierte schnurstracks zur Kaffeemaschine, während Dean Sam mit einem erhobenen Daumen und einem Fingerzeig auf Ambers Rücken zu verstehen geben wollte, was dieser sowieso längst gemerkt hatte.
      Sam grinste und rollte pflichtbewusst mit den Augen.
      „Morgen, Salene!“
      Dean ließ sich auf einem Stuhl nieder und nippte an dem Kaffee, den Amber vor ihm abgestellt hatte.
      Salene brummelte ihm ein „Morgen“ entgegen und ließ sich nicht weiter vom Lesen abhalten.
      Derweil hatte Amber ihre Füße auf den Tisch gelegt und biss in einen Apfel.
      „Noch jemand was zu essen?“
      Sam schüttelte den Kopf. „Danke, Salene uns ich haben schon gegessen.“
      Dean warf ihm einen vielsagenden Blick zu, der sagen wollte „Salene und ich?“.
      Sam schüttelte nur unauffällig den Kopf und rollte mit den Augen.
      Amber stieß ihm gegen die Schuler. „Dean…Frühstück?“
      Dean schüttelte den Kopf.
      „Nein danke, ich hab‘ keinen Hunger.“
      Sam hob die Brauen.
      „Alter, du hast immer Hunger.“
      Dean warf ihm einen mahnenden Blick zu.
      „Wie geht’s deinem Kopf, Bitch?“
      „Besser.“
      Dean nippte an seinem Kaffe und seufzte.
      „Dann können wir ja weiter.“
      Amber sah ihn fragend an.
      „Neuer Fall?“
      „Irgendwo gibt es immer einen neuen Fall!“
      Sam räusperte sich geräuschvoll.
      „Eigentlich haben wir noch keinen neuen Fall… wir könnten also auch ein paar Tage Pause einlegen.“
      Dean verschluckte sich an seinem Kaffee und starrte seinen Bruder entgeistert an.
      „Sprichst du von Urlaub?“
      „Ja.“
      Dean schnaubte.
      „Du erinnerst dich schon noch, in welchem Schlamassel wir gerade stecken…an … gewisse Probleme?“
      Er starrte vielsagend zu Amber in deren Gegenwart er das Wort „Apokalypse“ nicht unbedingt in den Mund nehmen wollte.
      Sam nickte.
      „Ich weiß. Aber wir haben keine neuen Spuren. Und ich würde gerne warten bis mein Kopf wieder in Ordnung ist.“
      „Ich dachte es geht dir gut?“
      „Ja, aber…vielleicht werden die Kopfschmerzen auch wieder schlimmer. Wir könnten einen Tag bleiben und ich haue mich im Motel aufs Ohr.“
      „Alter, du kannst auch im Auto pennen.“
      „Ja, aber…ähm…“
      Sam warf Amber, die das kleine Rededuell der beiden amüsiert verfolgt hatte, einen hilfesuchenden Blick zu.
      Amber konnte zwar keine Gedanken lesen, aber Sams Blick sprach Bände.
      Sie konnte ihm förmlich ansehen, dass er nur seinem offensichtlich angeschlagenen Bruder einen Gefallen tun wollte.
      Sie zögerte.
      Sollte sie Sam beispringen oder ging sie das alles nichts an?
      Sie wusste, dass sie sich selbst ein bisschen in die Bredouille bringen würde, wenn sie Sam jetzt zustimmte. Es würde sicher bedeuten, dass sie Dean nicht so einfach loswurde, wie gedacht. Aber eigentlich musste sie zugeben, dass sie ihn gerne noch einen Tag länger um sich haben würde.
      „Hör mal Dean, vielleicht sollte Sam sich wirklich noch schonen. Wenn ihr jetzt einen Fall annehmt und er bekommt wieder eins auf den Schädel, dann kann’s ganz schön unangenehm werden. Was hältst du davon, wenn du deinem Bruder mal einen freien Tag gönnst und solange mir auf den Wecker fällst?“
      Dean hob die Brauen und zögerte eine Sekunde.
      Abwartend musterte er Amber, die ihn unverhohlen angrinste und an ihrem Kaffee nippte.
      „Okay. Also wenn ihr unbedingt meint, Sammy Heulsuse bräuchte eine Pause, dann beuge ich mich.“
      Sam konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen und erhob sich schlagartig.
      „Ich fahre dann mal.“
      Dean schnaubte.
      „Sekunde, wer sagt, du und deine Weichbirne dürfen mein Baby fahren?“
      Sam rollte mit den Augen.
      „Dean, ich werde ihn nicht zu Schrott fahren, okay?“
      „Das will ich dir auch geraten haben!“
      „Wann soll ich dich Morgen aufgabeln?“
      Amber winkte ab.
      „Lass mal Sam, ich setze Dean bei eurem Motel ab, dann musst du nicht ewig hin und her fahren.“
      Sam hob die Brauen.
      „Okay…“
      Sam verabschiedete sich also von Salene, nickte Amber und seinem Bruder noch einmal zu und fuhr dann Richtung Motel.
      Salene schlug ihre Zeitung ruckartig zu und verkündete, sie würde jetzt zum Sheriff fahren und ihm von den Leichen berichten und verschwand ihrerseits.

      Amber konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als sie schließlich allein mit Dean in der Küche zurück blieb.
      Dean schmunzelte.
      „Was jetzt?“
      „Jetzt hilfst du mir, die Küche aufzuräumen.“
      Er lachte bloß und fasste ihr an den Hintern.
      „Ich wäre ja dafür, wir gehen wieder ins Bett…“
      Amber schob seine Hand beiseite und funkelte ihn an.
      „Finger weg, Winchester.“
      Dean hob beschwichtigend die Hände.
      „Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“
      Amber schüttelte den Kopf. „Nichts, schon gut.“
      Dean runzelte die Stirn und sie versuchte eilig, das Thema zu wechseln.
      „Wenn du willst, kannst du Duschen gehen. Du stinkst wie ein Puma. Im Bad liegen genügend Handtücher.“
      Er grinse und schlurfte ins Bad.

      Während Amber in der Küche das dreckige Geschirr in die Spüle stellte und sich dann über die Zeitung hermachte, entledigte Dean sich seiner muffigen Kleidung und stieg unter die Dusche.
      Seine Muskeln entspannten sich, während das lauwarme Wasser auf seinen Körper prasselte.
      Er rieb sich etwas Wasser durch sein Gesicht, spülte seine müden Augen aus.
      Schließlich stellte er das Wasser ab, schob den Vorhang beiseite und angelte nach dem Handtuch, welches er auf dem Waschbecken neben der Dusche abgelegt hatte.
      Als er sich jedoch nach vorne beugte und das Handtuch zu sich zog, verschwamm das Zimmer plötzlich vor seinen Augen und er schwankte.
      Seine Knie wurden weich und drohten nachzugeben.
      Völlig überrumpelt suchte er Halt an der Wand.
      Ohne Erfolg.
      Das Zimmer begann jetzt, sich zu drehen und obwohl er mehrmals blinzelte, wollte es nicht besser werden.
      Noch immer das Handtuch festhaltend ließ er sich schließlich langsam an den Fließen hinunter gleiten und sank auf den Boden der Dusche.
      Er legte sich das Handtuch auf den Schoß, lehnte seinen Kopf gegen das kalte Porzellan und atmete mit geschlossenen Augen langsam ein und wieder aus.
      Ein paar Minuten gönnte er seinem Körper die Entspannung nicht auf den eigenen Füßen stehen zu müssen, dann öffnete er vorsichtig seine Augen.
      Der Schwindel war verschwunden, so schnell wie er gekommen war.
      Ratlos kratzte er sich am Kopf und begann sich langsam und relativ mühevoll zu erheben.
      Allmählich fragte er sich wirklich, was mit ihm los war.
      Doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, klopfte es an der Tür.
      „Dean, hast du vor, den ganzen Tag da drin zu bleiben?“
      „Bin gleich fertig, Amber!“
      „Was immer du da drin tust, Dean, mach’s schneller! Ich muss auf’s Klo!“
      Dean lachte leise und trocknete sich ab.
      Amber war wirklich … ungewöhnlich.

      Eine halbe Stunde später war auch Amber schließlich der Dusche entstiegen und warf sich in frischen Klamotten neben Dean, der jetzt seinerseits die Zeitung überflog – natürlich nur auf der Suche nach Übernatürlichem -, auf das Sofa im Wohnzimmer.
      Dean hob den Blick und ließ ihn anerkennend über ihren Körper schweifen.
      Er konnte sich ein schmutziges Grinsen kaum verkneifen, als er ihre langen Beine betrachtete, die Heute schon wieder in einer wirklich kurzen Hotpants steckten.
      Amber bemerkte seinen Blick und verpasste ihm einen Klaps auf den Hinterkopf.
      „Hör auf mich so anzustarren, du Lustmolch!“
      „Hey, du siehst eben heiß aus…nur nackt hast du mir besser gefallen!“
      „Spinner.“
      Sie schaltete den Fernseher an und wandte den Blick von ihm ab.
      „Was denn? Sieh es doch mal als Kompliment!“
      „Das du mich als Sexobjekt betrachtest?“
      Dean prustete los.
      „Wow ich dachte, den Teil sparen wir uns?“
      „Welchen ‚Teil‘?“
      „Na den Teil, in dem die Frau nach Ende der Nacht zickig wird. Du hast doch gesagt, du bist eine Frau für eine Nacht.“
      „Dean du magst Ahnung von Sex haben, von Frauen hast du jedenfalls keine. Nur weil ich mich benehme wie ein Flittchen muss das nicht heißen, dass ich auch so behandelt werden will.“
      „Du benimmst dich nicht wie ein Flittchen…“
      Amber hob die Brauen.
      „Die meisten sehen das anders. Aber ich kann damit leben. Ich will nichts anderes.“
      „Ist mir aufgefallen.“
      „Was soll das denn wieder heißen?“
      „Du hast es jetzt schon mehr als einmal gesagt, Amber. Mach‘ dir mal keine Sorgen, ich werd‘ dir schon keinen Antrag machen.“
      Sie schnaubte.
      „Sehr witzig, Casanova. Mach dir trotzdem keine Mühe, eine zweite Nacht ist nicht drin.“
      Sie schaltete den Fernseher aus, erhob sich und schlüpfte in ihre Boots.
      „Was hast du vor?“
      „Ich brauch‘ frische Luft. Kann dir auch nicht schaden, du siehst aus wie ‘ne Leiche.“
      Damit nahm sie einen Schlüsselbund von einem Haken neben der Tür und ging nach Draußen.
      Dean starrte ihr ein paar Sekunden hinterher, zuckte die Schultern und folgte ihr dann.

      Dean blinzelte gegen die warme Sonne und streckte sich.
      Ein paar Sekunden ließ er seinen Blick über den Wald streifen und schauderte, als er darüber nachdachte, welches dunkle Geheimnis er verbarg.
      Er erwachte erst aus seinen Gedanken, als er einen Motor aufheulen hörte und wandte seinen Kopf dem Geräusch zu.
      Er hob die Brauen.
      Da saß Amber, auf einem blitzeblank polierten schwarzen Motorrad, band sich gerade die Haare zusammen und grinste ihn an.
      „Starr mich nicht an wie ein Schaaf, beweg deinen Hintern hierher!“
      Er kam ein Stück näher und bekam gerade noch den Helm zu fassen, den sie ihm mit einem lauten „Fang!“ zuwarf.
      Bevor sie ihren Helm überziehen konnte, räusperte sich Dean.
      „Was hast du vor?“
      „Ich will nicht hier sein, wenn die Bullen den Wald durchkämmen, also dachte ich, wir beide machen ‘ne kleine Spritztour.“
      Dean machte ein Gesicht, als hätte er plötzlich Magenschmerzen.
      Amber lachte leise.
      „Du hast doch nicht etwa Angst?“
      Dean winkte ab und lachte trocken.
      „Angst? Ich? Pah, das ich nicht lache.“
      „Na dann, steig auf!“
      Sie deutete auf den Platz hinter sich.
      Er hob die Brauen.
      „Willst du jetzt etwa, dass ich mich an dir festhalte?!?“
      Amber stöhnte genervt.
      „Wenn du selbst fahren kannst, Macho, können wir die Geschlechterrollen gerne beibehalten.“
      Dean schwieg.
      „Kannst du fahren?“
      „Ähm…“
      Er kratzte sich am Kopf.
      Amber schüttelte schmunzelnd den Kopf und setzte dann den Helm auf.
      „Komm schon, schwing deinen Hintern aufs Bike. Mit dem Helm erkennt dich sowieso niemand.“


      TBC *cool*
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • Also aus Amber werde ich einfach nicht schlau. Ich hab den Eindruck, dass sie sich nicht nur wie ein Flittchen benimmt, sondern es auch sonst faustdick hinter den Ohren hat. Diese ganze Art, andere so von oben herab zu behandeln, würde mich so tierisch nerven. Ich wundere mich wirklich, dass Dean das alles mitmacht. Er denkt im Moment scheinbar nicht mit dem Kopf. *;)*

      Wobei ich auch glaube, Dean ist zurzeit nicht er selbst. Oder warum kippt er in der Dusche um, warum ist ihm immer mal wieder schwindelig? Möchte wirklich wissen, was da nicht stimmt. *kratz*

      Du machst es ganz schön spannend und lässt deine Leser zappeln. Gut, ich zappel mal weiter, bis Mittwoch dann. *:D*
      *tea*
    • Huhu Melinda,

      Aus Amber kann man vermutlich auch einfach nicht schlau werden ^^ Sie ist ja auch das reinste "Two-Face". Allerdings wird im Laufe der Geschichte vielleicht noch ein wenig klarer, warum sie sich manchmal so arrogant und kalt verhält. Das Geheimnis, das sie Dean offenbart hat, ist nicht gerade das einzige Problem, das sie mit sich herum zu schleppen hat...
      Aber du hast Recht, sie kann ganz schön nerven und Dean würde das vermutlich kaum mitmachen, wenn er sie nicht ganz ansehnlich fände :D

      Mit Dean stimmt tatsächlich etwas ganz und gar nicht, da liegst du richtig. Aber was wohl? Ich hülle mich mal in Schweigen ;)

      Ich weiß, ich bin gemein. ;) Aber ohne Rätsel macht die Story ja keinen Spaß, oder? ^^

      Dann also bis Mittwoch =)
      Vielen Dank dir mal wieder für's lesen & kommentieren.
      Wünsch dir noch einen schönen Sonntagabend!
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • Kapitel 11 - Unsterblich

      Es ist wieder soweit: Heute ist Mittwoch und das heißt, es gibt ein neues Kapitel.
      Zu diesem Kapitel möchte ich vorher gern etwas sagen: Es sei angemerkt, dass es völlig aus der Reihe fällt und die Charaktere sich hie und da ein wenig untypisch verhalten.
      Ich bin beim Schreiben mitlerweile bei Kapitel 29 und muss sagen, dass ich Kapitel 11 bisher von allen am wenigsten mag. Man sehe es mir bitte nach, dass dieses Kapitel irgendwie nicht ganz so gerworden ist, wie ich wollte. Ich hoffe, das schreckt jetzt nicht ab ^^

      Trotzdem: Wie immer viel Spaß beim lesen und ich freue mich über Feedback!

      Kapitel 11 – Unsterblich.

      Dean hob skeptisch die Augenbrauen und setzte schließlich widerwillig den Helm auf, als Amber ihm einen genervten Blick zuwarf.
      Amber schüttelte lachend den Kopf, setzte ihren Helm auf und nickte mit dem Kopf auf den freien Platz hinter sich.
      Dean seufzte und ergab sich dann seinem Schicksal, sich hinter Amber auf das Motorrad zu setzen.
      „Festhalten Cowboy.“
      Dean dachte nicht daran.
      Amber gab Gas und steuerte die Maschine vom Grundstück.
      Kaum dass sie beschleunigte, fand sie Deans Hände in ihre Hüfte gekrallt wieder.
      Sie lachte leise in ihren Helm hinein und fuhr, nachdem sie die Hauptstraße zur Innenstadt von Maysville hinter sich gelassen hatten, auf den County Highway 69.
      Je weiter sie sich von der Stadt entfernten, desto mehr beschleunigte Amber und desto mehr klammerte Dean sich an ihr fest.
      Amber grinste schelmisch und lies den Motor aufheulen.
      Dean rann inzwischen der Schweiß von der Stirn.
      Dieses Ding war ganz schön schnell und ganz schön nah am Boden. Und nirgends gab es schützendes Metall oder Glas. Und dann auch noch ihr Fahrstil! In den Kurven hatte er fast schon das Gefühl, sie würden gleich einen Abflug machen!
      Amber machte sich einen kleinen Spaß daraus, etwas wilder zu fahren als sie es sonst tat.
      Da auf dem Highway nicht viel los war, konnte sie es sich erlauben, mal einen kleinen Schlenker nach links oder rechts zu machen um Dean zu erschrecken.
      Sie konnte sich das Lachen kaum noch verkneifen, als sie Dean Stöhnen hörte, während sie sich einer besonders steilen Kurve näherten.

      Zwanzig Minuten und - in Deans Augen – einen Höllenritt später bremste Amber das Bike ab, fuhr vom Highway ab und parkte auf einem staubigen Stück Land.
      Dean stieg von der Maschine, kaum das Amber sie zum Stehen gebracht hatte und riss sich den Helm vom Kopf.
      „Hattest du vor uns umzubringen?“
      Amber befreite sich von ihrem Helm, warf lässig ihre Haare zurück und grinste.
      „Stell dich nicht so an, Schisser. Ich bin schon vorsichtig gefahren für meine Verhältnisse!“
      Dean schüttelte den Kopf.
      „Du spinnst doch.“
      Sie nickte.
      „Ich weiß.“
      Damit stieg sie von ihrem Bike und bockte es auf.
      „Und jetzt?“
      Dean starrte ratlos in die Triste, staubige, felsige Landschaft die vor ihnen lag.
      Amber sagte nichts, sondern nahm ihn stattdessen bei der Hand, um ihn hinter sich her zu zerren.
      Missmutig trabte er ihr hinterher, kletterte einige sandige Steinstufen hinter ihr hinunter und staunte schließlich, als sie stehen blieb und seine Hand freigab.
      Unter der felsigen, trostlosen Ebene auf der sie standen, tat sich eine dicht bewaldete, dunkelgrüne Böschung auf.
      Amber ließ sich seufzend auf einem der Steine nieder und streckte sich.
      Dean tat es ihr gleich und starrte in den kleinen Wald hinunter.
      „Schönes Fleckchen.“
      Amber nickte.
      „Ich hab‘ es bei einer Spritztour vor ein paar Tagen entdeckt. Dachte, dir könnte ein bisschen Sonne nicht schaden, Bleichgesicht!“
      Sie knuffte ihn in die Seite, er lachte.
      „Sehe ich wirklich so schlimm aus?“
      Amber winkte ab.
      „Bleicher als ein Vampir!“
      Sie streckte ihre Beine aus, legte sich auf den warmen Stein, auf dem sie saßen und starrte in den blauen Himmel hinauf.
      Dean tat es ihr gleich, schloss die Augen und genoss das Prickeln der warmen Sonnenstrahlen auf seinem Gesicht.
      „Gott, wie lange ich sowas nicht mehr gemacht habe…“
      „Was? Stumpf in der Sonne liegen?“
      „Ja.“
      „Tja, Sam hatte wohl Recht damit, dass du Urlaubsreif bist!“
      Dean schnaubte und drehte ihr den Kopf zu.
      „Urlaubsreif? Ich? Er ist doch derjenige, der einen Tag Pause wollte!“
      Amber schüttelte den Kopf.
      „Dean, du Idiot! Durchschaue ich deinen eigenen Bruder besser als du? Er wollte dir einen Gefallen tun, weil er sich Sorgen gemacht hat, das war offensichtlich!“
      Er stöhnte und blinzelte gegen die Sonne.
      „Ich hab’s doch geahnt! Ich wünschte, er würde das lassen!“
      „Er meint es nur gut. Wenn du dich schon nicht um dich selbst kümmerst, tut er es eben.“
      Er brummelte, schwieg und schloss die Augen wieder.
      Eine kleine Ewigkeit lang lagen sie schweigend nebeneinander, die warme Nachmittagssonne genießend, die Welt hinter ihren Augenlidern verdrängend.
      Sie merkten kaum, dass sich langsam einige Wolken vor die Sonne schoben und regten sich erst wieder, als schon die ersten Tropfen fielen.
      Dean schlug als Erster die Augen auf und verzog das Gesicht, als ein Regentropfen auf seine Nase platschte.
      Amber war in der Zwischenzeit schon aufgestanden und zum Motorrad zurück geeilt.
      Noch ehe Dean ihr folgen konnte, war sie schon wieder da, eine große zusammen gefaltete schwarze Plane in den Händen haltend.
      Während der leichte Schauer sich langsam zu einem echten Platzregen entwickelte, hocke sie sich eilig neben Dean und breitete die Plane über ihren Köpfen aus.
      Dean rückte lachend näher an sie heran.
      „Wo hast du die denn jetzt her?“
      „Lag in meinem Motorradkoffer!“
      „Du hättest sie besser gleich mitnehmen sollen, ich bin schon klatschnass!“
      Er zupfte vielsagend an seinem T-Shirt, das bereits an seinem Körper klebte.
      Sie rollte mit den Augen.
      „Stell dich nicht so an, es hört sowieso bald wieder auf!“
      Sie behielt Recht.
      Nur wenige Minuten nach dem Sinnflutartigen Regen trat die Sonne wieder hinter den Wolken hervor.
      Langsam zog Amber die Plane von ihren Köpfen hinunter und legte sie beiseite.
      „Siehst du? Da ist die Sonne wieder!“
      „Nass bin ich trotzdem.“

      Dean erhob sich, zog sein klatschnasses Shirt über den Kopf und legte es zum Trocknen in die Sonne.
      Amber konnte nicht umhin, seinen Oberkörper anerkennend zu mustern.
      Gestern Nacht im Dunkeln hatte sie viel weniger erkennen können, als jetzt, wo er sich wieder neben sie legte und die Sonne auf seine Brust schien.

      Sam runzelte die Stirn und gähnte.
      Er wandte den Blick zum Fenster und stellte fest, dass der Regen schon wieder aufgehört hatte.
      Schulterzuckend wandte er sich wieder dem Laptop zu.
      Nachdem er eine halbe Ewigkeit relativ erfolglos nach neuen Informationen zu den Siegeln gesucht hatte, hatte er Bobby angerufen, der ihn auf einen potentiellen Fall in der Gegend, in Greenwood, Alabama, aufmerksam gemacht hatte, zu dem er jetzt recherchierte.
      Während er also stundenlang über dem Bildschirm brütete, hoffte er, dass Amber es schaffte, Dean wenigstens für einen Tag ein wenig zum Lächeln zu bringen.
      Ihr war aufgefallen, dass er das in ihrer Gegenwart öfter tat, als bei manch anderem Betthäschen.
      Seufzend riss er sich von dem Wunschtraum eines normalen, zufriedenen Bruders los und wandte sich wieder seiner Arbeit zu.

      Amber drehte sich auf die Seite und ließ den Blick von seinem Gesicht hinunter zu seinen Oberarmen gleiten.
      Ihr Blick blieb an einer ungewöhnlichen Narbe hängen, die ihr gestern Abend schon aufgefallen war.
      Er bemerkte ihren forschenden Blick und wandte ihr den Kopf zu.
      „Was ist?“
      Sie streckte die Hand aus und fuhr mit den Fingern vorsichtig über die Handförmige Narbe, die in seine Haut eingebrannt schien.
      Er ließ sie gewähren und beobachtete, wie sie langsam die Konturen der Narbe entlang fuhr.
      „Woher hast du die?“
      Dean seufzte.
      „Wenn ich dir das erzähle, erklärst du mich für verrückt.“
      „Es kann nicht verrückter sein, als das, was du mir Gestern erzählt hast.“
      „Gut. Ein Engel hat mich aus der Hölle gezogen und dabei seine Hand in meinen Arm gebrannt.“
      Sie hob skeptisch die Augenbrauen.
      „Ein Engel?“
      Er schnaubte.
      „Siehst du. Ich wusste, dass du mir nicht glaubst.“
      „Doch, schon…aber…Engel? Es gibt Engel?“
      „Jap. Sie tragen Trenchcoats und reden missmutig rätselhaftes Zeug daher.“
      „Okay…“
      Er lächelte.
      „Ist eine lange Geschichte.“
      „Ich hab‘ Zeit.“
      „Hätten wir nicht vielleicht besseres zu tun?“
      Er starrte auf ihre Hand, die inzwischen von seinem Arm zu seinem Brustkorb geglitten war.
      Sie lächelte sachte und rückte näher an ihn heran.
      Bevor er etwas sagen konnte, legte sie ihren Kopf auf seinen Oberkörper und schlang ihre Arme um ihn.
      Ein wenig überrumpelt starrte er auf ihren Haarschopf, dann legte er die Arme um sie und strich ihr über den Kopf.
      Sie lag da, mit geschlossenen Augen und lächelte.
      „Faszinierend, wie laut so ein Herzschlag ist…“
      Dean runzelte die Stirn. Was war denn jetzt los? Mutierte Amber jetzt zur sentimentalen, emotionalen…Frau?
      „Es ist eher ein Wunder, dass da überhaupt noch irgendwas schlägt.“
      Amber hob den Kopf und sah ihm forschend in die Augen.
      „Es wird schon einen Sinn haben!“
      Damit ließ sie ihren Kopf wieder sinken und schmiegte sich in seine Halsbeuge.
      „Das habe ich nicht gemeint. Der Tod hat schon drei Mal bei mir geklopft und ich bin ihm jedes Mal entwischt. Das soll mir mal jemand nachmachen.“
      „Drei Mal?“
      „Jap. Einmal gerettet von einem sogenannten Heiler und einmal … durch einen Deal auf der Erde festgehalten.“
      „Deal?“
      „Mein Dad.“
      Sie stockte.
      „Wow…“
      „Wir haben in der Familie den Hang dazu, uns zu opfern…“
      Schweigen.
      „Sag mal, kannst du eigentlich in das Gehirn anderer Leute eindringen? Warum erzähle ich dir das überhaupt?“
      Amber lachte.
      „Kann ich nicht! Vielleicht einfach, weil du glaubst, dass ich dich verstehe? Oder einfach, weil du mich ganz gut leiden kannst?“
      Er schnaubte.
      „Dich gut leiden? Pff. Wer’s glaubt.“
      Sie zwickte ihn in die Seite.
      „Aua!“
      „Dean?“
      „Ja?“
      „Ihr fahrt Morgen, oder?“
      „Sicher.“
      „Gut.“
      Sie hob den Kopf, stützte ihre Hände auf dem Boden ab und starrte ihm in die Augen.
      Er starrte fragend zurück, bis sie schließlich ihre Lippen auf den seinen platzierte und beide die Augen schlossen.
      Ehe er sich versah, saß sie auf seinem Schoß und drückte ihr Becken gegen seine Körpermitte.
      Der Kuss wurde fordernder und er stöhnte leise gegen ihre Lippen.
      Sie zog ihre Lippen zurück und lächelte.
      „Ich dachte, du wärst ein `One-Night-Girl´?“
      „Für dich mache ich mal eine Ausnahme, Winchester!“
      „Ich wusste, dass ich dich knacke.“
      Er packte sie bei den Hüften und drehte sie um, so dass er jetzt über ihr Kniete.
      „Ach ja? Das hat aber ganz schön lange gedauert.“
      „Halt die Klappe.“
      Er drückte seine Lippen wieder auf ihre und ließ seine Zunge fordernd in ihre Mundhöhle gleiten.
      Sie ließ sich auf das Spiel ein, während ihre Hände zu seinem Hintern wanderten.
      Er schob ihr hastig das Top vom Körper, den Kuss nur Sekunden unterbrechend und strich ihr langsam über die Seiten.
      Sie seufzte leise und wollte gerade seinen Gürtel lösen, als sie plötzlich Schrittgeräusche hörten, die näher zu kommen schienen.
      „Scheiße.“
      Sekunden später waren beide auf den Beinen.
      Amber streifte sich ihr Top wieder über und Dean schlüpfte zurück in sein mittlerweile wieder halbtrockenes T-Shirt.
      Gerade noch rechtzeitig schafften sie es, sich wieder auf den Boden zu setzen, als wäre nie etwas gewesen, als auch schon ein junges Pärchen hinter ihnen stand, das offenbar vorhatte, von den Klippen aus den nahenden Sonnenuntergang zu betrachten.
      Amber warf Dean augenrollend einen vielsagenden Blick zu.
      Die Beiden grüßten das zuckersüß verliebte Pärchen kurz um sich dann auf den Weg zurück zu Ambers Motorrad zu machen.
      Während Amber schon dabei war, ihren Helm über zu ziehen, grinste Dean noch vor sich hin.
      „Schade eigentlich. Meine Polizeiakte ist ja dick, aber Erregung öffentlichen Ärgernisses war noch nicht dabei…“
      Amber schüttelte genervt den Kopf und warf ihm seinen Helm zu.
      Sie startete den Motor und er hockte sich hinter sie, legte dieses Mal sofort seine Hände um ihre Hüften.
      „Fahr bitte nicht gegen einen Baum!“
      Sie lachte leise.
      „Du bist Unsterblich, Winchester, dich kann kein Baum der Welt platt machen!“

      Auf dem Rückweg gab Amber nicht ganz so viel Gas und lehnte sich etwas weniger waghalsig in die Kurven, weshalb es schon dämmerte, als sie beim Haus am Waldrand ankamen.
      Als sie das Haus betraten, war es völlig leer.
      „Salene?“
      Es kam keine Antwort.
      Dean drückte ihr einen Zettel in die Hand, der auf der Kommode im Flur gelegen hatte.
      „Amber,
      Ich bin für ein paar Tage rüber nach Huntsville gefahren, eine Freundin besuchen.
      Viel Spaß mit Dean.
      Falls du fährst, leg‘ den Schlüssel unter die Fußmatte.
      Bis Bald altes Mädchen,
      Salene“
      Amber schüttelte den Kopf und grinste.
      „Typisch Salene.“
      „Was?“
      „Nichts. Wo waren wir stehen geblieben?“
      Er drückte sie gegen die Wand und schob seine Hände unter ihr Oberteil, strich ihr über die Rundungen während er sie küsste.
      „Ungefähr hier?“

      Als er am nächsten Morgen aufwachte, lag Amber nur mit Höschen und einem dünnen Top bekleidet in seinem Arm und lächelte ihn an, als er die Augen aufschlug.
      „Guten Morgen.“
      Er lächelte verschlafen.
      „Guten Morgen.“
      Sie küsste ihn und schlang ihre Arme um seine Hüften.
      „Wir sollten aufstehen. Sam wartet sicher.“
      Dean seufzte.
      Sam. Jagen. Monster. Apokalypse. Wie hatte er das verdrängen können?
      Er strich ihr gedankenverloren über den Rücken.
      „5 Minuten.“
      Sie lachte leise.
      „Gott, bist du anhänglich!“
      Er grinste.
      „Bald bist du mich ja los.“
      Sie nickte.
      „Ich weiß.“
      „Höre ich da etwa Enttäuschung? Kann ich verstehen, nach gestern Nacht. Wärst wohl gerne ein Mädchen für drei Nächte geworden, was?“
      Sie stieß ihm den Ellenbogen in die Rippen.
      „Ich bin froh, wenn ich dich los bin, Macho!“
      Er lachte.

      Sam warf gerade seine Sachen in seine Tasche, als es klopfte.
      „Ist offen!“
      „Morgen Bruderherz!“
      Sam wandte seinem Bruder, der gerade gefolgt von Amber durch die Tür spaziert kam einen misstrauischen Blick zu.
      „Bruderherz? Amber, hast du ihm irgendwelche Drogen verpasst?“
      Amber schüttelte den Kopf.
      „Ich wasche meine Hände in Unschuld. Der hat schon so ekelhaft gute Laune,
      seitdem er wach ist!“
      Sam hob skeptisch die Augenbrauen, grinste innerlich aber wie ein Honigkuchenpferd.
      Dean hatte gute Laune!
      Dass er das nochmal erleben würde, hatte er fast nicht mehr glauben können.
      „Bist du fertig?“
      Sam nickte.
      „Du musst nur noch deinen Kram zusammen räumen, dann können wir los.“
      „Wohin?“
      „Greenwood.“
      „Fall?“
      „Jap. Ich tippe auf einen rachsüchtigen Geist.“
      Dean nickte und begann seine Sachen zusammen zu suchen und in seine Tasche zu werfen.
      Amber lehnte während dessen im Türrahmen und beobachtete die Brüder.
      Sie zwinkerte Sam zu, als er ihr einen vielsagenden Blick zuwarf, der „Danke!“ sagen wollte.

      Zehn Minuten später war alles im Impala verstaut, Sam wartete am Wagen lehnend auf Dean.
      Dieser stand mit Amber neben ihrem Motorrad und kratze sich am Kopf.
      „Bleibst du noch eine Weile in Maysville?“
      Sie schüttelte den Kopf.
      „Nein. Ich habe von Vampiren unten in Georgia gehört.“
      „Okay.“
      „Also dann…“
      „Mach’s gut.“
      „Du auch.“
      Er beugte sich vor und küsste sie.
      „Ich ruf dich an.“
      Sie legte den Kopf schräg, er hob beschwichtigend die Hände.
      „Nur Freunde.“
      Sie nickte.
      „Freunde.“
      Sie stellte sich auf die Zehen, schlang ihre Arme noch einmal um seinen Hals und machte sich dann los um sich von Sam zu verabschieden.
      Eine kurze Umarmung, sie klopfte ihm auf die Schulter.
      „Pass gut auf ihn auf.“
      „Ich versuch’s.“
      Sie zwinkerte ihm zu, setzte ihren Helm auf und fuhr davon.

      Dean starrte ihr eine Weile hinterher, seufzte dann und drehte sich zu Sam.
      „Du fährst.“
      „Wie bitte?“
      „Du hast den ganzen letzten Tag gepennt, ich war anderweitig beschäftigt.“
      „Oh bitte! Erspar mir die Details!“
      Er warf Sam den Schlüssel zu, sie stiegen ein und fuhren los.
      Auf zum nächsten Fall.
      In Greenwood, Alabama.



      TBC - Neuer Ort, neue Gesichter, neuer Fall ;)
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      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • Ganz vergessen, einen Kommi zu schreiben. *blush*

      Wieso magst du das Kapitel nicht? Ich fand es nicht schlecht, obwohl eigentlich nichts passiert ist. Aber es zeigt, dass auch ein Jäger wie Dean Winchester gerne mal einen Tag Urlaub hat. Auch wenn er es niemals zugeben würde, er hat den Tag mit Amber genossen! *:D*

      Wird er Amber wiedersehen, oder war es das schon? *kratz*
      *tea*
    • Ach das macht doch nix *umarm*
      Hoffe du hattest gestern einen schönen Geburtstag ;)

      Ach ich weiß auch nicht, ich finde, ich bin da schon recht nah am OOC vorbei geschrabbt und hab einfach ewig lange dran gesessen, obwohl dann am Ende ja wirklich nichts passiert :D
      Vielleicht hat die Frustration beim Schreiben Schuld, dass ich das Kapitel nicht so mag ^^.
      Freut mich aber, dass es dir trotzdem gefallen hat =)

      Tja, selbst Dean Winchester tut gern auch mal einfach gar nichts und Amber ist ihm da als Gesellschaft wohl tatsächlich ganz lieb... ;)

      Ob er Amber wiedersehen wird? Hmm. Ich verrate es nicht :P
      Aber Amber ist aus der Story hier nicht raus, sie rückt jetzt nur mal ein wenig in den Hintergrund.

      Wieder einmal vielen Dank für's Lesen und Kommentieren!
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      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • So, bevor ich gleich wieder in die Abendsonne verschwinde kommt hier Kapitel 12, das ausnahmsweise mal ein wenig kürzer ist.
      Ich sag wie immer: Viel Spaß ;)
      Und an dieser Stelle sei noch mal betont, dass ich ganz begeistert von dem Set bin, das angel mir für die Story gebastelt hat *stolz mein neues Kleid vorführ*


      Kapitel 12 - Feuerteufel

      Der Kegel ihrer Taschenlampe reichte gerade weit genug um sie nicht über all das Gerümpel stolpern zu lassen, das im Off hinter der Bühne herum lag.
      Es stank noch immer verbrannt. Sie rümpfte die Nase und schüttelte den Kopf, als sie einen Blick auf eine verkohlte Ecke des Vorhangs warf.
      Sie betätigte den Lichtschalter, aber nichts passierte.
      Seufzend musste sie feststellen, dass die Elektriker es wohl bis zum Feierabend nicht geschafft hatten, den Strom wieder in Gang zu bekommen. Es wunderte sie nicht.
      Kein Mensch wusste genau, welches der Kabel es war, das durchgeschmort war und schließlich den kleinen Schwelbrand hervorgerufen hatte.
      Mit der Taschenlampe den Boden absuchend lief sie umher.
      Irgendwo musste ihr Schminktäschchen doch sein, sie hatte es sicher irgendwo im Theater liegen gelassen!
      Sie näherte sich ihrem Schminkplatz und stieß auf einen beigen, seidenen Beutel.
      Lächelnd langte sie danach um den Beutel dann in ihre Handtasche zu stopfen.
      Als sie sich in dem Beschluss, das Gebäude schnell wieder zu verlassen, umdrehte, schrak sie plötzlich zusammen.
      Ein lautes Knarren drang von irgendwoher an ihre Ohren.
      Sie runzelte die Stirn.
      Eigentlich knarrte nur der Boden der Bühne, aber hier hinten war keins der Bretter so alt, dass es ein solch quietschendes Geräusch von sich gäbe.
      „Hallo?“ , rief sie unsicher in die Stille hinein.
      Niemand antwortete.
      Sie zuckte die Schultern und beschloss, dass sie sich das Geräusch sicher eingebildet haben musste.
      Schnellen Schrittes eilte sie zu der Tür, die aus dem Raum hinter der Bühne hinaus führte.
      Als der Kegel der plötzlich merkwürdig flackernden Taschenlampe auf eben diese Türe fiel, musste sie feststellen, dass sie verschlossen war.
      Wieder runzelte sie die Stirn, war sie sich doch sicher, sie offen gelassen zu haben.
      Verwundert griff sie nach dem alten, bronzenen Türknauf.
      Er ließ sich kaum bewegen.
      Die Türe war abgeschlossen.
      Erschrocken trat sie einen Schritt zurück und leuchtete mit der Taschenlampe umher.
      „Hallo? Ist da irgendjemand? Clara? Komm schon, das ist nicht lustig!“
      Ein heiseres Lachen ertönte vom anderen Ende des Raumes.
      Sie schreckte zusammen und rüttelte panisch am Türknauf.
      Erfolglos.
      Zu allem Unglück flackerte ihre Taschenlampe wieder und gab schließlich ganz den Geist auf.
      Eine Gänsehaut kroch über ihren Rücken, als es plötzlich merklich kälter wurde.
      „Ist da jemand?“
      Wieder das krächzende Lachen.
      Verzweifelt und zitternd wie Espenlaub versuchte sie in der Dunkelheit eine Gestalt auszumachen.
      Vergebens.
      Es war einfach zu düster.
      „Clara, wenn du das bist…hör auf mit dem Quatsch. Wir können doch über alles-“
      Sie erstarrte, als sie plötzlich eine schemenhafte Gestalt auf sich zukommen sah.
      Die Gestalt hielt einen alten Handscheinwerfer in den Händen, aber dennoch konnte sie auf diese Entfernung nicht ausmachen, um wen es sich handelte.
      Sie schauderte.
      Der Scheinwerfer wurde auf ihr Gesicht gerichtet.
      Sie blinzelte gegen die plötzliche Helligkeit und schaffte es dann, die Augen offen zu halten.
      Ein heiseres Kreischen entwich ihrem Hals.
      Die Gestalt die vor ihr stand war ein Mann, soweit war sie sich sicher.
      Doch sein Gesicht war furchtbar entstellt.
      Es schien, als ob es von schwersten Verbrennungen so zugerichtet worden war.
      Ein Auge schien kaum noch ein Auge zu sein, sondern ähnelte eher verflüssigtem Wachs, die Kopfhaut glich rohem Fleisch und die Wangen schienen beinahe schwarz und brüchig wie Kohle.
      Als sie noch einmal genauer hinsah, bemerkte sie, dass nicht nur sein Gesicht in Mitleidenschaft gezogen worden war. Auch seine Schultern und Arme schienen nur noch aus rohem Fleisch zu bestehen. Sie schlug die Hände vor den Mund, der Ekel kroch in ihr hinauf.
      Eine raue, kalte Stimme brandete ihr entgegen, während sie sich panisch gegen die Tür presste, um Abstand von der Gestalt zu gewinnen.
      „Ein Feuer brennt das andre nieder, ein Schmerz kann eines Andern Qualen mindern“*
      Er zitierte Shakespeare? Warum?
      Sie wimmerte.
      „Tu mir nichts. Bitte.“
      Er näherte sich ihrem Gesicht.
      Sie konnte den Blick nicht von seinem schrecklichen, geschmolzenen Auge wenden.
      „Falsche Julia!“
      Die Stimme klang jetzt bedrohlich, wütend.
      Zitternd starrte sie in das entstellte Gesicht und wagte es nicht zu Schreien.
      Noch einmal wurde ihr der Scheinwerfer direkt ins Gesicht gehalten.
      Sie kniff die schmerzenden Augen zusammen.
      Als sie die Augen wieder öffnete, war die Gestalt verschwunden.
      Erst jetzt löste sich ein hysterischer Schrei von ihren Lippen und sie sank auf den Boden.

      Dean schob sich gerade den letzten Bissen seines Burgers hinter die Kiemen und wischte sich mit dem Handrücken etwas Ketschup aus dem Mundwinkel.
      Sam beobachtete ihn mit gehobenen Augenbrauen, während er in seinem Salat herum stocherte.
      Deans Essverhalten war immer wieder faszinierend.
      Er aß nicht, er stopfte das Essen geradezu in sich hinein.
      Grinsend beobachtete Dean das Gesicht seines kleinen Bruders und leckte sich genüsslich die Finger ab.
      Er trabte zum Mülleimer und warf sich dann auf eines der Betten in ihrem kleinen, stickigen Motelzimmer.
      „Also, was haben wir?“
      Sam legte seine Gabel beiseite und seufzte.
      „Ich hab’s dir im Auto schon mal erzählt.“
      „Ja, aber du vergisst, dass ich nicht zugehört habe“
      Er grinste und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf.
      „Ist ja mal was ganz neues!“
      „Komm schon, stell‘ dich nicht so an. Ich werde alt, ich darf sowas schon mal vergessen!“
      Sam schnaubte.
      „Also gut. In der Stadt gibt es ein Theater, in dem es allein im letzten Monat insgesamt sechs Mal gebrannt hat. Die Brände waren jedoch jedes Mal so klein, dass sie gelöscht werden konnten, bevor das Theater besonderen Schaden nehmen konnte.“
      „Toll. Was haben wir damit zu tun?“
      „Ich hab doch in Maysville schon gesagt, ich glaube es handelt sich um einen Geist! Die Polizei sucht seit Wochen nach einem Brandstifter, aber es gibt keinerlei Spuren. Die Brände entstehen stets während der Proben, ohne dass jemand fremdes anwesend ist, der nicht zum Ensemble gehört. Das Ensemble ist laut Polizeiakten aber nicht verdächtig.“
      „Was ist mit Versicherungsbetrug?“
      Sam schüttelte den Kopf.
      „Das Theater ist alt, baufällig und miserabel versichert. Versicherungsbetrug wäre völlig sinnlos.“
      „Also ein Geist.“
      „Ich denke schon. Einige der Schauspieler wollen flackerndes Licht gesehen und Kälte gespürt haben, bevor die Brände ausgebrochen sind.“
      „Okay. Gut. Warum haben wir heute nicht schon mit denen gesprochen?“
      „Ich dachte wir warten besser bis Morgen früh.“
      Dean hob die Brauen. „Warum?“
      „Also erstens, weil du, als wir angekommen sind, erst mal drei Stunden lang gepennt hast und zweitens, weil es heute schon wieder gebrannt hat und dementsprechend viel Polizei um das Ensemble und das Theater herum schwirrt.“
      „Ja und? Unsere FBI Tarnung hat bisher immer funktioniert.“
      „Ja. Bloß ist es mehr als unüblich, dass das FBI bei Brandstiftung Untersuchungen einleitet. Außerdem würde ich der Polizei gerne aus dem Weg gehen, wenn das geht.“
      „Wie du meinst, Schisser.“
      Sam rollte mit den Augen, entsorgte seine Salatreste und warf sich mit seinem Laptop aufs Bett.
      Dean schloss genussvoll die Augen und streckte sich aus.
      Schlafen konnte wirklich seine neue Lieblingsbeschäftigung werden, wenn das so weiter ging.

      Minuten später wurde er von einem lauten „Steh auf!“ geweckt.
      Er schlug die Augen auf und starrte verständnislos seinen Bruder an, der in voller Montur neben seinem Bett stand und ihn genervt anstarrte.
      „Was?!?“
      „Eine von den Schauspielerinnen wurde ins Krankenhaus eingeliefert.“
      „Na und?“
      „Sie wurde im Theater gefunden. Mit völlig verheulten Augen. Hat nur apathisch vor sich her gestarrt und was von Geistern gefaselt.“
      „Lass mich raten…der Fall ist jetzt plötzlich akut und wir fahren in das scheiß Theater?“
      „Du hast es erfasst.“
      „Super.“
      Dean seufzte und stand auf, um in Schuhe und Jacke zu schlüpfen.
      „Woher weißt du überhaupt was da passiert ist? Hast du den Polizeifunk abgehört?“
      „Nein. Davon wärst sogar du wachgeworden. Es stand bei Facebook.“
      „Face…was?“
      „Facebook. Internet.“
      „Nerd.“
      „Was?“
      „Nichts.“

      Salene starrte auf das Fahndungsfoto und biss sich auf die Unterlippe.
      „Fuck.“

      * Zitat aus: Romeo & Julia, William Shakespeare, Erster Akt, 2. Szene, Benvolio.
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • OmG! [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Hexen%20and%20Halloween/halloween-smiley6.gif] Das Phantom (in) der Oper, wie gruselig.

      Ich geh selber überhaupt nicht gerne durch dunkle Räume od. abends in den Keller. Wenn ich mir vorstelle, da kommt so eine "halbgare" Gestalt auf mich zu... *faint*
      Nein Danke! *nein*

      Man, das haste aber schön schaurig geschrieben, ich hatte doch ein bisschen Gänsehaut.[IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/smilie_sb_001.gif]

      Und der letzte Satz lässt mich jetzt eine Woche grübeln...Salene...[IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/smilie_denk_52.gif]

      Und Deans ständige Müdigkeit wird auch immer rätselhafter.
      *tea*
    • Hey Melinda!

      Ein fieser Zeitgenosse, oder? ^^
      Oh nein, ich auch nicht. Ich hab' dann immer gleich Angst, dass jemand hinter mir her ist und werde ganz paranoid. Besonders, seit ich SPN gucke :D

      Hehe, danke =)
      Ich wollte mal ein bisschen gruuuuselstimmung a la Bloody Mary verbreiten.

      Tja ja...was ist da wohl los bei Salene? ;)
      Wird zügig aufgelöst, versprochen.

      Und Deans Müdigkeit ist schon merkwürdig, oder....?

      Vielleicht gibt's das neue Kapitel sogar schon am Deanstag. Mal sehen ;)

      Vielen Dank für immer für's Lesen und Kommentieren! *umarm*



      An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich angels sensationelles Banner für die Story gerade auf Seite eins des Threads hochgeladen habe.
      Bin ganz verliebt in das Banner *heart*
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • Kapitel 13 - Ich kann nicht.

      Ich hatte zwar versprochen, das Kapitel gestern schon hochzuladen aber dann hab' ich's im Brass irgendwie vergessen.
      Entschuldigung... *blush*
      Hier kommt also endlich Kapitel 13, das auf mehrere Arten ein bisschen mysteriös sein dürfte.
      Ich wünsche viel Vergnügen ;)

      Kapitel 13 – Ich kann nicht.

      Helena Parker starrte den Sheriff Jeremy Fuller mit tränenverschleierten Augen an.
      Das Unverständnis war ihr aus dem Gesicht abzulesen.
      „Willst du damit sagen, dass diese beiden Typen nicht vom FBI waren?“
      Der Sheriff nickte.
      „Wir glauben, sie haben etwas mit dem Tod von James zu tun.“
      Helena ballte die Hände zu Fäusten und schlug wütend auf den Tisch.
      „Warum sitzt du dann noch da? Ihr solltet diese Mistkerle schnappen!“
      Jeremy legte tröstend seine Hand auf Helenas geballte Fäuste.
      „Helena, bitte beruhige dich. Wir wissen nicht, ob sie wirklich etwas damit zu tun haben. Außerdem fahnden wir schon nach ihnen.“
      „Wenn sie nichts damit zu tun hätten, warum sollten sie sich dann als FBI Agenten ausgeben und mich ausfragen?“
      „Das will ich eben herausfinden. Du sagst, sie haben besonders viele Fragen über Amber gestellt?“
      Helena nickte.
      „Ja. Der kleinere von beiden schien alles über sie wissen zu wollen.“
      Jeremy seufzte.
      „Bedauerlicherweise hat Amber die Stadt verlassen. Gestern schon.“
      Helena schnaubte wütend.
      „Was ist mit ihrer komischen Freundin?“
      „Verschwunden. Spurlos.“

      Nachdem sie gewartet hatten, dass auch der letzte Polizist abgerückt war, schlichen die Winchester Brüder durch die Dunkelheit um das Theater herum.
      „Wir sollten reingehen.“
      „Geistreich, Dean. Warum sind wir wohl hier?“
      Dean verpasste Sam einen Stoß in die Rippen.
      „Halt die Klappe.“
      Die Schrotflinte mit Steinsalz im Anschlag wartete Dean darauf, dass Sam die Türe zum Seiteneingang mit ihrem Dietrich geöffnet hatte.
      Schließlich klickte das Schloss, Sam öffnete die Tür und die beiden Jäger betraten das baufällige Theater.
      Sam leuchtete mit der Taschenlampe umher und beobachtete, wie das EMF deutlich ausschlug.
      „Ich würde sagen, hier spukt ‘s.“, murmelte Dean.
      „Sieht ganz so aus.“
      Dean machte eine vielsagende Handbewegung und die beiden trennten sich um das Theater zu erkunden.
      Während Sam in den Zuschauerraum hinab stieg blieb Dean hinter der Bühne und besah sich die vielen Schminktische, Kostümständer und anderes Gerümpel, das hier verstaut worden war.
      Es roch verbrannt, was von dem verkohlten Vorhang herrührte, den Dean im vorbei gehen betrachtete.
      Plötzlich fiel Deans Blick auf einen altmodischen Scheinwerfer der auf dem Boden nahe der Tür lag. Er beugte sich nach unten, leuchtete den Gegenstand mit der Taschenlampe an und stellte fest, dass das Glas gebrochen war. Er konnte jedoch keine Scherben finden.
      Allerdings lag etwas anderes neben dem Scheinwerfer.
      Er nahm den Gegenstand auf und betrachtete ihn im fahlen Licht der Taschenlampe.
      Es sah aus wie ein alter, vergoldeter Manschettenknopf. Auf ihm Prangten zwei Buchstaben.
      „T.C“
      Stirnrunzelnd erhob er sich, steckte den Knopf in seine Jackentasche, schritt noch einmal durch den Raum und trat dann durch den Vorhang hinaus auf die Bühne.
      Er schrak zusammen, als plötzlich die Scheinwerfer ansprangen und blinzelte heftig.
      „Sam, warst du das?“
      „Ja, ich hab‘ mal kurz das Licht angeworfen!“
      „Man, nächstes Mal kannst du das auch vorher sagen!“
      Er hörte wie Sam leise lachte und schüttelte den Kopf.
      Als Sam schließlich neben ihn auf die Bühne geklettert war, war Dean gerade dabei, sich das Bühnenbild anzusehen.
      „Sie spielen wohl Romeo und Julia.“, stellte Sam fest.
      „Woher willst du das wissen?“
      „Na ja, wegen des Balkons.“
      Dean starrte ihn Verständnislos an und nickte dann.
      „Klar.“
      „Hast du was gefunden?“
      „Nur einen kaputten Scheinwerfer. Du?“
      „Rein gar nichts.“
      „Toll. Wir sollten uns Morgen früh mal die Kleine vornehmen!“
      „Du hast Recht. Vielleicht sind wir dieses Mal Sachverständige von der Versicherung.“
      „Ich muss mich also wieder verkleiden?“
      „Du hast es erfasst.“
      „Ich hasse dich.“
      Sam hob lachend die Hände.
      „Hey, jetzt tu nicht so, als wäre das meine Schuld, dass wir hier nichts gefunden haben und der Geist offenbar keine Lust hat, uns zu erschrecken!“
      Dean rollte mit den Augen.
      „Da fällt mir ein…neben dem Scheinwerfer lag das hier…“
      Er holte den Knopf aus seiner Jackentasche hervor und gab ihn Sam.
      Dieser beäugte ihn skeptisch und entdeckte seinerseits die beiden Buchstaben.
      „T.C….sieht aus wie Initialen. Das ist ein Manschettenknopf.“
      „Erzähl mir was Neues.“
      „Er lag neben dem Scheinwerfer?“
      „Ja.“
      „Dann sollten wir vielleicht rausfinden, wofür T.C steht.“
      „Gut erkannt, Watson. Los, lass uns fahren!“

      Keuchend schlug Amber die Augen auf.
      Es dauerte einige Sekunden, bis sie begriff, dass sie diese Bilder nur gesehen hatte und dass sie nicht wirklich auf dem alten Friedhof gestanden hatte um zu beobachten, wie diese Schattengestalten umher huschten und schließlich Handschellen klickten.
      Trotzdem gefiel ihr gar nicht, was sie gesehen hatte.
      Ihre schweißnasse Hand langte nach ihrem Handy, das neben ihr auf dem Bett lag.
      Es tutete vier Mal, bis endlich abgehoben wurde.
      „Salene, warum hast du die Fotos nicht verschwinden lassen?“
      Sie lauschte der Antwort und runzelte die Stirn.
      „Das kann doch nicht dein Ernst sein! Ich habe ihnen vertraut und sie haben mir vertraut! Ich kann doch wohl selbst entscheiden wem ich…bitte? Zu meinem eigenen Schutz? Du kannst mich mal. Wir sind die längste Zeit Freunde gewesen, du dämliche…Darauf kannst du dich verlassen.“
      Dieses Mal fiel die Antwort deutlich wütender aus.
      „Schön, dass wir jetzt auch noch mit in der Scheiße stecken! Was?“
      Sie schnaubte.
      „Tu was du nicht lassen kannst.“
      Damit legte sie auf und raufte sich die Haare.
      „Scheiße…“
      Sie nahm ihr Telefon wieder zur Hand und wählte Deans Nummer.
      Es tutete, aber auch nach dem sechsten Klingeln nahm niemand ab.
      Schließlich sprang die Mailbox an.
      „Dean…hier ist Amber. Seid ihr noch in Greenwood? Wenn ja, dann…verschwindet da schleunigst! Wir haben ein kleines Problem, weil Salene… Ach, ruf mich einfach an, wenn du das hörst, ja? Und geht nicht auf irgendeinen Friedhof in dieser Stadt!“

      Während Sam unter der Dusche stand und Dean bereits schnarchend an seiner Matratze horchte, brummte Deans Handy leise auf dem Nachttisch vor sich hin, ohne dass jemand ihm Beachtung geschenkt hätte.

      Amber zögerte eine Sekunde um dann hastig aus dem Bett zu steigen und in ihre Klamotten zu schlüpfen.
      Sie warf ihre restliche Kleidung in eine alte Reisetasche, warf sich ihre Jacke über und verließ mit ihrem Helm unter dem Arm und ihrer Tasche in der Hand fluchtartig das Hotelzimmer.

      „Guten Morgen!“
      Dean blinzelte gegen das helle Sonnenlicht, das plötzlich durch das Zimmer flutete und stöhnte.
      „Wie spät isses?“
      „Halb acht. Los, steh auf. Wir haben einiges zu tun.“
      Dean seufzte entnervt und rollte sich aus den Laken.
      Er taperte gähnend ins Bad und griff als erstes nach seiner Zahnbürste.
      Mit halb geschlossenen Augen schrubbte er seine Beißer und erstarrte plötzlich, als er den ausgespukten Schaum im Waschbecken betrachtete.
      Er war blutrot.
      Stirnrunzelnd hob er seine Oberlippe an, um festzustellen, dass er gleich ein zwei Stellen Zahnfleischbluten hatte.
      „Was zum…?“
      Er tastete an seinen Zähnen herum und verstand nicht, woher das Zahnfleischbluten plötzlich kam.
      Er hatte weder Zahnschmerzen, noch besonders fest über sein Zahnfleisch geschrubbt.
      Schulterzuckend spülte er sich schließlich den Mund aus und hoffte, dass ihm nicht noch ein Zahn ausfallen würde.
      Er hasste Zahnärzte.

      Brenda Charles zuckte erschrocken zusammen, als es an der Türe klopfte.
      „Herein“, murmelte sie verunsichert und beobachtete, wie die Türe langsam geöffnet wurde und zwei Männer in schwarzen Anzügen ihr Krankenhauszimmer betraten.
      „Wer sind sie?“, fragte sie misstrauisch, bevor einer der Beiden auch nur ein Wort hatte sagen können.
      Der größere von Beiden hob beschwichtigend die Hände.
      „Wir sind Sachverständige von der Versicherung des Theaters in dem sie arbeiten. Ich bin Mr. Sambora und das ist Mr. Mercury. Wir wollen ihnen nur ein paar Fragen stellen, Mrs. Charles.“
      „Warum?“
      „Wegen der Brände und des gestrigen Vorfalls“, mischte sich der kleinere ein. „Wir sehen da einen möglichen Zusammenhang.“
      „Zwischen dem Geist und den Feuern?“
      Der größere schenkte ihr ein mitleidiges Lächeln.
      „Zwischen ihrer Begegnung und dem Feuer.“
      „Es war ein Geist, das schwöre ich ihnen!“
      „Sicher. Sagen sie, wissen sie noch, wie dieser ‚Geist‘ ausgesehen hat?“
      „Sie werden mir ja sowieso nicht glauben.“
      „Lassen wir es auf den Versuch ankommen. Vielleicht haben sie ja tatsächlich eine Person gesehen, die etwas mit den Brandstifterischen Vorfällen zu tun hat…“
      Brenda räusperte sich und nickte dann.
      „Na gut. Es war so ein ganz merkwürdiger Kerl und er hat so komisch…geflackert…“
      „Sie meinen das Licht.“
      „Das auch. Und er hat auch geflackert. Na ja jedenfalls hatte er furchtbare Verbrennungen und seine eine Gesichtshälfte sah aus wie geschmolzen…und er hat…Shakespeare zitiert.“
      Der kleinere Mann hob die Brauen.
      „Er hat was?“
      „Rezitiert. Aus „Romeo und Julia“. Das spielen wir gerade, wissen sie? Und ich bin die Julia.“
      Ein klein wenig Stolz war neben der Verunsicherung jetzt aus ihrer Stimme heraus zu hören.
      „Sagen ihnen die Initialen T.C. irgendwas?“
      Brenda zuckte die Schultern.
      „Nein, das sagt mir gar nichts.“
      Der größere runzelte die Stirn. „Ist ihnen in letzter Zeit ansonsten etwas Merkwürdiges im Theater aufgefallen? Benzingeruch? Kälte? Irgendwas?“
      „Ja. Es ist neuerdings häufig sehr kalt und das Licht scheint kaputt zu sein. Es flackert dauernd. Und die alte Mrs. May behauptet, dauernd jemanden Kichern zu hören…aber na ja. Die Gute erzählt gerne merkwürdige Geschichten.“
      „Wer ist denn diese Mrs. May?“
      „Sie ist unsere Lady Capulet.“
      „Und wo können wir sie finden?“
      „Sie ist Heute nicht in der Stadt, weil sie ihre Enkel besucht, wenn wir einen Vorstellungsfreien Abend haben. Aber Morgen Mittag findet eine Probe statt, da wird sie dabei sein.“
      „Ab wie viel Uhr findet diese Probe statt?“
      „Etwa ab halb zwei.“
      „Vielen Dank, Mrs. Charles. Wir kommen vielleicht noch einmal auf sie zurück. Erholen sie sich gut. Und erzählen sie das mit dem angeblichen Geist nicht gleich jedem, wir wollen doch nicht, dass man sie einweisen lässt und sie die Julia nicht weiter spielen können!“
      Brenda lächelte verkniffen.
      „Wenn sie meinen.“

      Amber stöhnte und hielt sich den Kopf.
      Was war denn da los? Sonst hatte sie doch nur Nachts Visionen und Heute kamen sie einfach während der Fahrt und zwangen sie, rechts ran zu fahren.
      Zitternd rieb sie sich über die Augen und versuchte sich selbst damit zu beruhigen, dass ihre Visionen fehlerhaft waren. Das konnte nicht passieren. Niemals hatte sie eine Vision gehabt, die offenbar so weit in der Zukunft lag. In ihrer Vision hatte Schnee gelegen und jetzt war noch nicht einmal Herbst.
      Gerade als sie beschlossen hatte, einfach zu vergessen was sie gesehen hatte, da zuckten ihr schon wieder die Bilder durch den Kopf.
      Sie schlug sich die Hände gegen die Schläfen, damit es aufhörte, schlug gewaltsam die Augen auf und rieb sich unsicher über das Gesicht.
      „Es war keine richtige Vision, Amber. Das wird sicher nicht passieren. Du hältst dich einfach von ihnen fern. Du irrst dich sicher, wäre ja nicht das erste Mal.“
      Nachdem sie sich langsam wieder beruhigt und sich erfolgreich eingeredet hatte, dass ihre Vision sicher fehlerhaft sein musste und noch zu ändern war, stieg sie wieder auf ihr Motorrad und gab Gas.

      Dean lockerte erleichtert seine Krawatte Marke Versicherungsvertreter, stieg in den Impala und startete den Motor, als Sam sich auf dem Beifahrersitz niedergelassen hatte.
      „Also gut. Wir haben also einen halb abgebrannten Geist…und keine Ahnung, wer er ist.“
      „Vielleicht weiß diese Mrs. May ja irgendwas, wo sie doch angeblich gerne Geschichten erzählt.“
      „Hoffen wir’s. Glaubst du, dein tolles Internet und du, ihr könnt rausfinden, wer dieser T.C. ist?“
      Sam zuckte die Schultern. „Ich kann’s zumindest versuchen. Aber ohne jeglichen Anhaltspunkt wird das schwierig.“
      Dean seufzte. „Toll.“

      Während Sam am Abend im Motel vor seinem Rechner hing und versuchte heraus zu finden, ob sich nicht vielleicht irgendwelche Gruselgeschichten um das alte Theater rankten, hockte Dean in einer heruntergekommenen Bar nahe des Motels und gönnte sich ein Bier.
      Müde starrte er seine Flasche an und versuchte die Gedanken, die in seinem Kopf umher huschten, zu verdrängen.
      Allmählich begann er nämlich sich zu fragen, ob irgendetwas bei seiner Rückkehr aus dem Höllenschlund zu Schaden gekommen war.
      Das seine Seele Schaden genommen hatte stand außer Frage, aber viele andere Dinge schienen ihm nicht logisch erklärbar.
      Gut, er war immer ein Morgenmuffel gewesen, aber er war wenig Schlaf gewohnt. Neuerdings fühlte er sich aber immer schlapp, egal wie viel er geschlafen hatte. Und dann seine Zähne heute Morgen…
      „Hallo Dean.“
      Er schrak aus seinen Gedanken, als sein Gehirn binnen dem Bruchteil einer Sekunde die Stimme erkannte, die ihn gerade angesprochen hatte.
      Er wandte den Kopf zu der jungen Frau, die sich gerade neben ihn gesetzt hatte und machte große Augen.
      „Was tust du denn hier, Amber?“
      „Mich betrinken.“
      Sie langte nach Deans halbleerer Bierflasche und leerte sie unter Deans erstaunten Blicken in einem Zug.
      „Alles okay?“
      Amber schüttelte den Kopf.
      „Nicht im Geringsten. Ihr müsst hier verschwinden.“
      „Was?“
      Amber stöhnte und fuhr sich fahrig durch die Haare.
      „Ich habe Mist gebaut.“
      Dean sah Amber an, dass sie ziemlich aufgelöst war und wollte nach ihrer Hand greifen, aber sie schlug seine Hand beiseite und seufzte.
      „Finger weg.“
      „Was ist denn passiert?“
      „Ich habe Salene vertraut, weißt du?“
      „Und? Amber, jetzt lass‘ dir doch nicht alles aus der Nase ziehen!“
      „Wir hatten diese Fotos gemacht…ihr in euren FBI Uniformen, mit den gefälschten Ausweisen und sie dann in den Tresor des Sheriffs gelegt, um euch zu erpressen, weil Salene sich sicher war, dass ihr sonst nicht mit uns zusammen arbeiten würdet…“
      „Ich weiß…und?“
      „Sie hat die Fotos nicht wie verabredet wieder aus dem Tresor geholt.“
      Dean hob die Augenbrauen.
      „Was?!?“
      „Sie wollte, dass ihr verhaftet werdet, weil sie dachte…ihr würdet anderen Jägern erzählen, was ich bin und…die würden mich dann vielleicht jagen…“
      „Na toll. Und jetzt?“
      Amber biss sich auf die Unterlippe.
      „Sie haben die Fotos gefunden. Ihr müsst verschwinden.“
      „Haben sie eine Spur, die zu uns führt?“
      „Ja…nein…ich weiß es nicht.“
      „Wir müssen den Job hier erledigen!“
      „Ihr solltet das lassen! Wirklich!“
      „Sie werden uns schon nicht erwischen!“
      Dean grinste, aber Amber erwiderte es nicht.
      „Dean, sie werden euch erwischen.“
      „Woher willst du das…Amber, woher weißt du das?“
      Seine Miene verhärtete sich und er fixierte ihre Augen.
      „Ich hatte eine Vision, in der ihr verhaftet werdet.“
      „Und das sagst du mir jetzt erst?“
      „Das war erst gestern Nacht und ich habe versucht dich anzurufen!“
      Dean zog sein Handy aus der Jackentasche und warf einen Blick auf das Display.
      15 Anrufe in Abwesenheit. Alle waren sie von Amber.
      „Scheiße.“
      „Tut mir leid, Dean…“
      Damit erhob Amber sich und stürmte aus der Kneipe.
      Verwirrt starrte Dean ihr hinterher und warf dann ein paar Dollar auf die Theke, um ihr hinterher zu eilen.
      Im Dunkeln sah er, wie ihre schlanke Gestalt auf ihr Motorrad zu eilte und folgte ihr schnellen Schrittes.
      Bevor sie sich auf ihre Maschine setzen konnte, packte er sie am Arm und hielt sie fest.
      „Amber, was ist hier los? Warum hat Salene das getan?“
      „Lass mich los, Dean!“
      Stirnrunzelnd sah er in ihre Augen.
      „Amber, du wirst mir jetzt sagen, was los ist!“
      Sie entriss ihm ihren Arm und starrte jetzt ihrerseits in seine Augen.
      „Dean, verschwindet einfach hier. Das mit Salene tut mir leid. Sie dachte, sie tut mir einen Gefallen.“
      „Du könntest uns wenigstens helfen, aus diesem Schlamassel wieder heraus zu kommen!“
      „Dean…ich kann nicht!“
      „Warum nicht?“
      „Ich kann nicht.“
      „Das ist kein Grund.“
      „Ich sollte nicht in eurer Nähe sein…“
      Er runzelte die Stirn.
      „Amber ich verstehe nicht, was du da redest!“
      „Das kannst du auch nicht verstehen.“
      „Hat das was mit deinen Visionen zu tun?“
      Amber senkte den Kopf und seufzte.
      „Nein. Das hat was damit zu tun, dass meine Gegenwart immer auch Pech bedeutet.“
      „Was redest du denn da?“
      „Ich…Dean…ich muss los. Hinter mir sind die Cops auch her, weil sie denken, ich stecke mit euch unter einer Decke.“
      „Du kannst uns mit dem Fall helfen, dann sind wir schneller fertig und verschwinden hier.“
      Amber wand sich unter seinem forschenden Blick.
      „Tut mir leid, Dean. Das geht nicht.“
      „Okay, dann…meld‘ dich, falls du noch was Neues von den Cops hörst.“
      Amber schüttelte den Kopf.
      „Nein. Und du wirst mich auch nicht anrufen.“
      „Warum nicht?“
      „Ich will einfach nichts mehr von dir wissen! Du…du nervst, okay? Ich will mit euch nichts mehr zu tun haben!“
      „Du bist doch hergekommen und du hast mich angerufen! Ich verstehe dein Problem nicht!“
      Amber schüttelte stumm den Kopf.
      „Du, Winchester! Du bist das Problem!“
      „Was hab‘ ich denn getan?“
      „Versprich mir, dass du auf dich aufpassen wirst!“
      „Amber…was…?“
      „Versprich es mir.“
      Ihre Stimme zitterte merklich und als Dean noch einmal versuchte, sie zu berühren, schlug sie seine Hand abermals unwirsch von sich.
      „Okay, gut. Versprochen.“
      „Versprich mir, dass du mich nie wieder anrufen wirst und dass ihr niemals versuchen werdet, mich zu finden!“
      „Wieso?“
      „Versprich es, du Idiot! Tu es einfach!“
      Jetzt rollte die erste Träne ihre Wange hinunter und Dean konnte nicht anders, als einen Schritt auf sie zuzugehen.
      Zu seiner großen Überraschung wich sie nicht zurück sonder ließ ihn gewähren, als er ihr die Träne von der Wange wischte.
      „Amber, was ist los mit dir?“
      „Versprich es einfach!“
      Sie trat einen Schritt näher zu ihm, sodass sie jetzt nur noch Millimeter trennten.
      Dean schluckte.
      „Ich verspreche es.“
      „Du wirst keine Dummheiten machen, hörst du? Du bist ein guter Mensch! Du darfst dir nicht….tu einfach nichts Dummes!“
      Bevor Dean etwas erwidern konnte, fand er plötzlich Ambers Lippen an den seinen wieder.
      Verlangend und hart drückten sie sich gegen die seinen, während Ambers Arme sich eng um seinen Nacken schlangen.
      Eine Sekunde zögerte er und verstand nicht was passierte, bis er sich einfach auf den Kuss einließ.
      Noch immer von ihrem plötzlichen Ausbruch überrascht ließ er sie gewähren, als sie immer fordernder wurde und konnte schließlich nicht umhin, sie gegen die Mauer zu pressen, an der Ambers Bike lehnte.
      Eine Sekunde lang lösten sich ihre Münder voneinander, Blicke trafen sich, nur damit ihre Lippen sich wieder hart und fordernd begegnen konnten.
      Deans Hände ruhten an Ambers Hüfte und Amber zog seinen Nacken noch immer fest zu sich, hatte sich in seinen Haaren fest gekrallt, als der Kuss schließlich zärtlicher wurde und sie ihn endlich freigab.
      Eine Sekunde lang sahen sie sich stumm in die Augen, bis Dean in seinem Testosteronüberfluteten Hirn seine Sprache wiederfand.
      „Was wird das? Ich dachte, du willst nichts mehr mit mir zu tun haben.“
      Er konnte ein selbstgefälliges Grinsen nicht unterdrücken, hatte sie ihm gerade doch auf wunderbare Art das Gegenteil bewiesen.
      „Halt die Klappe.“ Sie ging zurück zu ihrer Maschine und griff nach ihrem Helm, er folgte ihr.
      „Das war’s? Du stachelst mich an und dann haust du einfach ab?“
      Sie drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und nickte.
      „Zwei Nächte waren schon zu viel. Mach’s gut, Dean.“
      Sie setzte sich ihrem Helm auf, startete die Maschine und fuhr ohne ein weiteres Wort davon.
      Zurück blieb ein völlig verwirrter Dean.

      Sam zuckte zusammen, als die Tür mit einem lauten Krachen zugeschlagen wurde und hob die Brauen, als er das Gesicht seines Bruders erblickte.
      „Was ist denn mit dir passiert? Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen!“
      „Sehr witzig.“
      „Alles in Ordnung?“
      „Ja. Sicher. Ich hab gerade Amber getroffen.“
      „Amber? Hier? Wieso?“
      „Ich…erzähl es dir später. Ich muss erst mal unter die Dusche.“
      Damit verschwand im Badezimmer.
      Sam zuckte ratlos die Schultern und wandte sich wieder seinem Laptop zu.
      [IMG:http://www.fotos-hochladen.net/uploads/sherlock001ge8tbjr0ah.jpg]
      Ava & Sig by angelinchains. Vielen Dank! *umarm*

      TimeDrop just got sherlocked.
    • Jetzt aber endlich... [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Girlies/smilie_girl_073.gif]

      Das war aber ein klasse Kapitel, ich hätte noch ewig weiter lesen können. Immer mehr Fragen und Rätsel, auf die du natürlich keine Antwort geben wirst.

      Amber: Visionen am Tag. Von so einer Intensität, dass sie es mit der Angst zu tun bekommt. Möchte wissen, worum es da geht. Einen Verdacht hab ich natürlich, sie hat die Verhaftung und den möglichen Tod der Winchesters gesehen. Sie hat Angst um Dean und warnt ihn, und er hört erwartungsgemäß nicht auf sie.

      Salene: So ein Miststück! [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Girlies/smilie_girl_210.gif] Die machte so einen netten, harmlosen Eindruck, und jetzt das. So kann man sich täuschen.

      Dean: Gift oder ein Zauber/Fluch!? Erst war es nur die ständige Müdigkeit, aber jetzt blutet er auch noch. Was kommt als nächtes? Totaler Verfall und Tod? [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Girlies/smilie_girl_166.gif] Scheint so, als würde er altern.
      Anfangs dachte ich, Amber steckt dahinter, aber sie ist offenbar relativ harmlos.

      Na ja, du machst es ganz schön spannend. Da könnte man ruhig öfter ein Kapitelchen lesen, als nur einmal pro Woche. Das war ein Wink mit dem Gartenzaun! (denn den Zaunpfahl hast du ja schon geflissentlich übersehen) [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/a080.gif]

      Schöne Story. Ich liebe die kleinen Neckereien zwischen den Brüdern. Dean und das Internet werden bestimmt keine Freunde. *lach*
      *tea*