Supernatural - In my time of my dying completed

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    • Supernatural - In my time of my dying completed

      Und wie versprochen gibt es heute auch noch den Prolog vom Nachfolger. :love: Ich weiß, er ist etwas kurz, doch deswegen gibt es auch diese Woche noch Kapitel 1. *:)*

      Diese Story ist ein wenig anders aufgebaut, als die anderen. Das sie kürzer ist, sagte ich ja bereits. Jedes Kapitel hat eine zentrale Hauptperson. Ich bin sehr gespannt, wie das auf den Leser wirkt und ob es ankommt....

      Doch jetzt erst mal der Prolog. *umarm*

      Prolog


      „Dad?“

      „DAD!“

      Resigniert seufzte Máire. Sie wusste, dass er sie hören konnte.

      „Ich hab dir deinen schwarzen Anzug aufs Bett gelegt.“

      Sam kam mit sorgenvoller Miene um die Ecke gebogen und sah seine Nichte am Fuße der Treppe stehen. Ein abwesendes Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie den Kopf wandte und einen Moment stutzen musste, weil der Anblick ihres riesenhaften Onkels in diesem dunklen Anzug so ungewohnt war.

      „Ist er immer noch da oben?“ Sein Blick auf die Armbanduhr signalisierte, dass es höchste Zeit wurde.

      Die Haustür würde stürmisch aufgerissen und ein ungewohnt adretter Bobby Singer trat, energisch seinen Gehstock schwingend, ein. Mit sauber gestutztem Bart, ordentlich geschnittenen Haaren, die dank Haarwasser und Pomade perfekt lagen, bot er ohne sein Basecap, dafür in einen Anzug gekleidet, einen höchst ungewohnten Anblick. Sein grimmiger Blick streifte die beiden Personen am Fuß der Treppe, bevor er verbissen nach oben sah, wo sich sein Ziehsohn vermutlich gerade verbarrikadiert hatte. „Sam, sag mir nicht, dass er es sich anders überlegt hat!“

      „Ich hab von Anfang an gesagt, dass er das nicht durchsteht. Wir hätten das nach Jägerart machen sollen.“

      „Dafür ist es jetzt aber zu spät, mein Junge. Der Priester wartet und Mac ist auch bereits dort. Sie kann nicht mehr ewig warten, wenn du verstehst was ich meine.“ Dabei sah der bärtige Jäger zerknirscht drein.

      Stumm und etwas blass verfolgte Máire das Gespräch der Männer. Die Zeit nach England war hart gewesen und für alle eine große Umstellung, da sich ihrer aller Leben komplett umgekrempelt hatte. Jetzt gab es noch diese eine Sache und sie hoffte, dass sie alle dann ihren Frieden mit den letzten Ereignissen machen konnten. Das funktionierte allerdings nur, wenn ihr Vater jetzt endlich seinen Anzug anzog und aus Bobbys Gästezimmer herauskam.

      „Castiel? Bitte Castiel, du musst mit ihm reden.“ Fast augenblicklich hörte sie ein leises Rauschen in ihrem Rücken.

      Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, ging der Engel die Treppe hinauf. Er wusste nicht, was ihn erwarten würde und so war ihm ein wenig bang. Seine Gedanken wanderten zurück zu jener Nacht, nach deren Ablauf nichts mehr so sein sollte, wie es einst war.

      Sam, Bobby, Máire und Dean – für sie alle begann in dieser Nacht ein neues Leben und er hatte sie auf diesem Weg begleitet.

      Und mit Sam hatte es angefangen ...
    • Ich geselle mich mal zum Kommentieren hier hin. *:D*

      So, nun geht es weiter. Offensichtlich steht die Beerdigung an. Ich kann verstehen, wenn es Dean davor grauen sollte.

      Für mich fühlt es sich so an, als hätte Maire bereits ihren Platz innerhalb der Winchester Familie gefunden.

      Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!
    • Hey Leonie, :)

      Öfter mal was Neues. *:D* Dann begrüße ich dich diesmal hier. *;)*

      Unter Garantie ist das kein leichter Tag für Dean. Und ich freue mich besonders, dass die wenigen Zeilen zeigen konnten, dass Máire ihren Platz hat. ^^

      Bevor wir aber an der Stelle weitermachen, werden wir erstmal sehen, wie es allen ergangen ist, bis sie an dem Tag angelangt sind. *:)*

      Ich wünsche dir viel Spaß mit der Story. *umarm*
    • Passend zum Samstag....:D


      Sams Kapitel Part 1



      Irgendein heruntergekommenes Motel in England, Bath


      Eigentlich hätte die Wand unter dem intensiven Blick der beiden Männer zusammenbrechen müssen. Die Wand, welche diesen Raum von dem Nachbarzimmer trennte. Dem Raum, indem sich schon seit ein paar Stunden Dean und Máire aufhielten.

      Während Sam jedoch nur die schon grau gewordene Tapete sah, stellte diese für die Augen eines Engel kein Hindernis dar. Mit einem für Castiel höchst untypischen Seufzer löste dieser den Blick von dem im Nachbarzimmer auf dem Stuhl kauernden Dean und griff nach der Whiskyflasche, welche aller Logik trotzend, immer zur Hälfte geleert war. Erneut schenkte er Sam und sich nach, die abwehrende Handreaktion des Winchesters ignorierend, und stellte die unverändert halbvolle Flasche zurück.

      Nach kurzem Zögern nahm Sam das Glas auf und trank schaudernd einen Schluck. Natürlich kannte der Engel nur den billigen Fusel, mit dem sich Dean an der Tankstelle eindeckte und er ahnte schon, dass die Kopfschmerzen morgen gewaltig sein würden. Die Flasche auf dem Tisch flackerte kurz und änderte ihr Aussehen. Verwundert bemerkte er, dass sich auch die Farbe der Flüssigkeit in seinem Glas zu ändern schien. Mit hochgezogenen Brauen nahm er einen erneuten Schluck und verzog anerkennend das Gesicht. Das war wohl der edelste Whiskey, den er jemals hatte trinken dürfen. Castiel prostete ihm mit emotionsloser Miene zu. Angesichts des Feuerwerks, welches der gute Tropfen an seinem Gaumen auslöste, beschloss Sam dem Engel die kleine Gedankenleserei zu verzeihen. Sein Blick wanderte zurück zu der eigentlich wenig ansehnlichen Tapete und auch Castiels Augen waren darauf gerichtet. Dessen Gesichtszüge wurden weich, als er sah, dass Dean seine Tochter tröstend im Arm hielt.

      „Hey, Castiel. Sind die beiden in Ordnung?“ Nur kurz flackerte bei Sam ein schlechtes Gewissen auf, weil er den Engel als Spion benutzte. Er wusste, wäre sein Bruder an seiner Stelle gewesen, hätte der noch nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei gehabt.

      Für einen Augenblick verfluchte Castiel sich dafür, dass er vergessen hatte, welch gute Beobachter die Winchester Brüder waren. Wer sie nur flüchtig kannte, konnte ihre Fähigkeiten manchmal für Gedankenleserei halten. Dabei waren sie einfach nur darauf geschult, selbst winzigste Details zu beachten und diese in den richtigen Kontext zu setzen. So wie Sam nun aus seinen Augenbewegungen, dem Gesichtsausdruck und der Tatsache, dass er ein Engel war, richtig geschlussfolgert hatte, dass eine Steinmauer für ihn kein Hindernis darstellte.

      „Sie werden okay sein.“ Castiel stutze kurz, wegen dem für seinen Sprachgebrauch ungewohnten Wort. So oft hatte er Dean sagen hören, dass er okay sei, weswegen er diese Formulierung auch Sam gegenüber benutzte.

      Der schnaubte jedoch nur, was Castiel dazu veranlasste, fragend eine Braue zu lupfen. „Dean sagt immer, dass er okay ist.“ Sam betonte das Wort mit einem Missfallen, das nur aus dem jahrelangen Missbrauch der Aussage durch den Älteren resultieren konnte.

      Verwundert sah der Engel wieder zu der Wand, die für ihn nicht zu existieren schien. Natürlich wusste er, wovon Sam redete. Für ihn war es so offensichtlich wie die Tatsache, dass Wasser nass und Schnee weiß war: Dean ging es gut. Naja, nicht wirklich gut, aber eben nicht schlecht in dem Sinne, wie es Sam fürchtete.

      „Sam, es ist kompliziert.“ Sanft versuchte Castiel seinem Gegenüber Zuversicht zu vermitteln.

      Der warf ihm einen ironischen Blick zu und nahm einen weiteren Schluck von dem Whiskey. „Natürlich ist es kompliziert. Es ist Dean!“ Sein Bruder und dessen Gefühlschaos war schon immer etwas gewesen, dass Sams Verstand nicht komplett erfassen und nachvollziehen konnte. Und das, obwohl er die Intelligenzbestie in der Familie war.

      Oh ja, er wusste, Dean würde sich nach außen hin zusammenreißen und alles in seiner Macht stehende versuchen, um seine Tochter zu schützen und ihr ein glückliches Leben zu garantieren. So wie er es schon damals für seinen kleinen Bruder getan hatte. Ein Gedanke, der Sam das Herz zusammenzog, wenn er daran dachte, was der Ältere alles aufgegeben hatte, nur damit er Kind sein konnte. Doch genauso glaubte er zu wissen, dass es Dean innerlich zerreißen würde. Wie sollte es auch nicht? 'Er hat Mac verloren.'

      „Nein, das hat er nicht“, antwortete Castiel ungerührt auf Sams Gedanken.

      „Verdammt Cas!“ Hör endlich auf in meinem Kopf zu wühlen!“ Der gute Whiskey schwappte über den Glasrand, als er dieses heftig auf die Tischplatte knallte.

      Wie immer schien der Engel diese Aufforderung wörtlich zu nehmen und sah nun stoisch geradeaus, dem wütenden Menschen keine Aufmerksamkeit mehr schenkend.

      Ein Anblick, der Sam ein resigniertes Schnaufen entlockte. Für ein paar Minuten herrschte Stille, bis eine raue Stimme sie erneut brach. „Was meinst du damit, er hat sie nicht verloren?“

      Zu kurz, um bemerkt zu werden, huschte ein triumphierendes Lächeln über die Züge des Wesens, das älter als jede menschliche Schöpfung war. Ihm war klar gewesen, dass Sams Neugierde überwiegen würde. Hier und da mochte Castiel den Eindruck einer gewissen Naivität hervorrufen, doch wer sagte, dass dies nicht so von ihm gewollt war?

      „Sie können sich nicht mehr verlieren, Sam. Ein Teil von ihr wird nun immer bei ihm sein und Dean weiß das. Er mag es jetzt noch nicht erkannt haben, doch glaub mir Sam, das wird er.“

      Mit gerunzelter Stirn fixierte Sam die Wand. Es fiel ihm schwer zu glauben, was der Engel da über seinen Bruder sagte. Der sollte tatsächlich seinen Frieden mit Macs Tod machen? Schwer vorstellbar. Wo lag der Unterschied zu den anderen Toten, die Dean nach wie vor nachts den Schlaf raubten? „Du meinst, das Erkennen hat ein Band über den Tod hinaus geschaffen?“

      „Nein, nicht das Erkennen, Sam. Das war nur eine Zufälligkeit, die sich durchs Mac Abstammung in diesem Leben ergeben hatte.“ Ruhig ruhte Castiels Blick auf ihm. Wie schon bei Dean, durfte er manches nicht aussprechen. Doch er war zuversichtlich, dass der clevere Winchester von sich aus die richtige Fragen stellen würde. Und dann durfte er antworten. Er hoffte nur, dass Dean nie dahinterkäme, dass dieses Gespräch stattgefunden hatte. Sonst würde der wohl einen Weg finden seine Federn zu rupfen, auch wenn er diese gar nicht sehen konnte. Castiel unterdrückte den Drang sich am Rücken zu kratzen.

      „In diesem Leben ... und sie hat als Claire gelebt.“ Die Arme auf den Oberschenkeln abgestützt, saß Sam leicht vorgeneigt und dachte nach. Obwohl mittlerweile eine beträchtliche Menge Alkohol mit seinem Blut durch die Adern gepumpt wurde, schien das seinen Verstand nicht zu hemmen. Der Blick, mit dem er seinen Trinkkumpan fixierte, war jedenfalls hellwach und seine Äußerungen scharfsinnig. „Wie viele Leben haben die beiden geteilt?“

      „Zahlen spielen hierbei keine Rolle. Es sind die Entscheidungen, die wir treffen. Die beiden sind einmal zu oft füreinander gestorben, um sich jetzt noch verlieren zu können. Als Hüterin ist Mac fester mit dem Kreislauf des Lebens verbunden, als es ein Jäger je sein könnte. Sie wusste, dass es passieren würde. Ich weiß nicht wie, doch sie hat einen Teil dieser Gewissheit bei Dean gelassen.“

      Sam blinzelte ein paar Mal in dem Versuch, sich zu vergewissern, dass er nicht bereits schlafend auf der Tischplatte vor sich hin sabberte. Führte er tatsächlich gerade mit Castiel diese Unterhaltung? Ein Gedanke stieg in ihm auf und brachte ein ungläubiges Prusten mit sich. Sein Gegenüber legte den Kopf leicht schief und da Sam wusste, dass er vor ihm nichts geheim halten konnte, sagte er es laut, bevor der Engel auf seinen bloßen Gedanken reagieren konnte.

      „Nichts. Ich hätte nur nie geglaubt, dass es wirklich so ist. Nur ein perfekter Partner und wenn er vorher stirbt oder du ihn niemals triffst ...“ Seine aneinandergelegten Fingerspitzen auseinander spreizend, verdeutlichte er das Bild eines verpuffenden Traumes.

      „Nichts ist vorherbestimmt, Sam. Es waren Mac und Dean, die diese Entscheidung getroffen haben. Sie haben selber gewählt und wurden nicht ausgewählt.“ Er seufzte leicht und nahm noch einen Schluck, auch wenn er wusste, dass es schon wesentlich mehr als ein paar Gläser Whiskey brauchte, um ihn in die angenehme Sorglosigkeit eines Vollrauschs zu befördern. Manchmal war es schon von Nachteil, ein Engel zu sein. „Du könntest auch eine solche Entscheidung treffen.“

      Sams Miene verfinsterte sich, als er den leicht lallend geäußerten Vorschlag vernahm. Was wusste schon dieses Wesen, das die meiste Zeit im Himmel verbrachte, fernab von Sams privaten Müllhaufen, den andere Menschen ein Leben nannten?

      Vermutlich mehr als Sam ahnte, doch Cas zog es vor zu schweigen. In vielen Dingen mochte der jüngere Winchester gesprächiger sein, als Dean mit seiner verschlossenen Art. Deswegen konnte man leicht aus den Augen verlieren, dass auch der Jüngere seine stillen Kämpfe mit sich selber und seinem Leben ausfocht. Er hatte nur eine andere Art, damit umzugehen als sein Bruder. Und er trug dieselben Narben wie der ältere Winchester und ebenso wie für Dean gab es auch für Sam da draußen eine Heilung. Er musste nur bereit sein, diese auch anzunehmen.

      Nicht mehr so ganz sicher stand Castiel auf und stellte das leere Glas neben die nunmehr leere Flasche. Kein Mensch würde ihm glauben, dass Sam der Winchester war, für den es die größere Herausforderung war, eine solche Entscheidung auch anzunehmen. Im Gegensatz zu Dean, der sich von seinen Emotionen leiten ließ, war Sam ein analytischer Denker und eben solchen Menschen fiel es schwer, auf ihr Herz zu hören. Was der eine zu viel hat .... Kopfschüttelnd brach er diesen Gedanken ab.

      Japsend fuhr Sam auf, da es Castiel in einem Mangel an Konzentration misslang, einen sauberen Abgang hinzulegen.Weder überraschte Sam der kommentarlose Aufbruch des Engels, noch das Geräusch der schlagenden Flügel. Das alles war er von Cas schon gewohnt. Das er dabei den entstehenden Luftzug spüren konnte und dieser die Flasche vom Tisch fegte, war neu, doch nicht der Grund für diesen unrühmlichen Laut, der zwischen Bewunderung und Ehrfurcht lag und der sich seiner Kehle entrang. Das hing wohl eher mit den gewaltigen Schwingen zusammen, die für den Bruchteil einer Sekunde sichtbar waren, bevor sie ihren Besitzer zurück in den Himmel brachten. Dorthin, wo bereits ein reichlich angefressener Joshua auf das schwarze Schaf der Familie wartete.

      „Castiel“, begrüßte ihn die sanfte Stimme des dunkelhäutigen Engels. Obwohl er nun schon so viele Jahrhunderte dem Unterricht des Älteren entwachsen war, bewirkte dieser Tonfall nach wie vor, dass Castiel ertappt den Kopf zwischen die Schultern ziehen wollte. Im letzten Moment straffte er sich.

      „Joshua“, erwiderte er die Begrüßung und neigte dabei respektvoll den Kopf. Von all seinen Brüdern und Schwestern war es dieser Engel, der neutraler als Wasser blieb. Obwohl er der einzige war, mit dem Gott ab und zu sprach, erlaubte er sich kein Urteil und kein Eingreifen in die Vorgänge im Himmel.

      „Du warst wieder auf der Erde, bei diesen Menschen.“ Im Blick des Engels, der sich gerne mit einem Gärtner verglich, lag kein Vorwurf. Lediglich Neugierde spiegelte sich in den dunklen Augen, als er den Heimkehrer mit einem langen Blick maß. Eine Spur von Trotz schlich sich in die Miene seines Schützling, als der lediglich nickte und damit seine Vermutung bestätigte.

      Vor ihm stand wirklich eines von Gottes Mysterien. Ein gefallener Engel, der von Gott selber wieder aufgenommen worden war und das, obwohl dieser nach wie vor wagte von Gottes vorgegebenen Wegen abzuweichen. Zu zweifeln und eigene Entscheidungen zu treffen. Fürwahr, Castiel stellte für Joshua eine eigene, göttliche Prüfung dar, wie dieser verwundert bemerkte.

      Mit einem Schnaufen wandte sich der Gärtner wieder dem verdorrten Rosenbusch zu, an dem eine einzelne Rose trotzig, einem scheinbar schon beschlossenen Tod, Widerstand leistete. Diese eine Blüte war dafür das Schönste, was Joshua je gesehen hatte. Fast so, als hätte der Strauch seine ganze Energie für diese eine, perfekte Rose verbraucht.

      „Hast du es immer noch nicht gelernt, Castiel?“ Bevor der Gefragte antworten konnte, setzte er leise nach. „Oder sollen wir etwa von dir lernen?“

      Überrascht schloss Castiel seinen Mund wieder, denn das war eine Frage, auf die er keine Antwort hatte.

      „Wieso verstößt du wieder und wieder gegen die Regeln?“, fragte Joshua nun wieder lauter.

      Auf diese Frage hatte er sofort eine Antwort parat. „Weil es das wert ist.“

      „Dean Winchester wird für deinen Ungehorsam mitbestraft werden“, schoss Joshua umgehend zurück, als hätte er mit dieser Antwort gerechnet. Wenn Castiel schon nicht die Konsequenzen für die eigene Existenz kümmerten, dann doch wohl die für diesen Menschen.

      Ein verborgenes Lächeln, welches seinen Ursprung in vielen missglückten Angriffen auf die Winchesters fand, spielte um Castiels Mundwinkel, während er ruhig sprach. „Sollen sie es ruhig erneut probieren.“ Die Vergangenheit hatte ihn gelehrt, wie weit er gehen konnte. Und ein paar Besuche auf der Erde, riefen noch keine Kräfte wach, mit denen Dean und Sam nicht klarkommen konnten.

      Erneut überraschte ihn der dunkelhäutige Engel mit einem abrupten Richtungswechsel. „Hast du dich nie gefragt, warum Gott ausgerechnet dich für die Aufgabe ausgesucht hat, Dean aus der Hölle zu retten? Warum hat er diese schwere Aufgabe nicht einem mächtigeren Engel, einem Erzengel aufgetragen? Ich glaube, er wusste was passieren wird. Ein Band wurde geknüpft, dass sich nicht so einfach mit dem Ende einer Aufgabe wieder trennen ließ. Ein Band, dass einen Engel etwas Neues gelehrt hat und das dieser vielleicht auch seinen Brüdern und Schwestern zeigen soll.“

      Unter Joshuas sanften Händen schien nun der verdorrte Busch zu beben. Trockenes Geäst raschelte, als es sich wieder aufrichtete, braune Blätter wurden wieder grün und zeugten von dem zurückkehrenden Leben. Sprachlos verfolgte Castiel dieses kleine Wunder, bis die nun scharfe Stimme des Gärtners in sein Bewusstsein schnitt.

      „Trotzdem, ein Engel darf nicht in die Geschicke des Tods eingreifen. Er ist der alleinige Herrscher über Leben und Tot. Ihre Seele ist keine Ausnahme.“

      Castiel verstand es als das, was es auch war. „Kommt diese Warnung von dir oder von unserem Vater?“, hakte er trotzig nach.

      Belustigt schnaubte der Ältere. Eigensinnig bis zuletzt, dessen war er sich sicher. Wie konnte es sein, dass ein Mensch mit der Lebensdauer eines Wimpernschlags, im Vergleich zu der nahezu unendlichen Lebensspanne eines Engel, in einer derart kurzen Zeit einen so starken Einfluss nehmen konnte? Sollte das tatsächlich der neue Weg sein, den Gott für seine Engel vorgesehen hatte? Joshua wusste es nicht, doch aus irgendeinem Grund lag dieser starrköpfige Engel seinem Schöpfer am Herzen. Der himmlische Gärtner, der schon ein wenig mehr als nur das war, ahnte allerdings schon, dass es mit diesem göttlichen Schutzschild vorbei sein würde, sollte der Engel die Grenze zwischen Leben und Tod überschreiten und eine Seele zurückholen, die dafür nicht vorgesehen war.

      „Keine Warnung. Sieh es als wohlgemeinten Ratschlag von einem alten Freund, der vor langer Zeit in einer ähnlichen Zwickmühle steckte.“

      Er wurde von Castiel angesehen, als sähe dieser ihn zum ersten Mal. „Und was hast du damals getan?“

      Ein wehmütiges Lächeln spielte über Joshuas Züge, als er sich an die Seele erinnerte um derentwillen er die Bestimmung aufgab, von der er damals glaubte, dass es die seine war. „Ich nahm die Stelle als Gärtner an.“ Ohne den verwirrten Castiel weiter zu beachten, verschwand Joshua und ließ einen nachdenklichen Engel und einen wundervoll blühenden Rosenstrauch zurück.
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    • Hui...der Prolog war ja wirklich etwas kurz...Oh Mann...Dean...die Beerdigung steht wohl an...und obwohl er es für Máire wichtig findet es auf diese Art und Weise zu machen wirkt es anscheinend so, dass es ihm zuviel wird...zumindest Sam glaubt es...aber Bobby hat natürlich Recht...der Priester wartet nicht ewig...Máire hat also die Idee, Cas zu rufen und ihn zu bitten, dass er mit Dean redet und Cas kommt auch sofort angerauscht...ach ja...mein Lieblingsgeflügel...
      irgendwie schön ist es, dass Máire schon ihren Platz in der Jägerfamilie gefunden hat...das hatte ich mir ja gewünscht, obwohl da eine wichtige Person fehlt...ach wäre es schön, wenn es jetzt ein anderes Ereignis wäre *seufz*

      uii...Sam´ s Kapitel hat es in sich finde ich...erst mal erfahern wir, dass Cas durch Wände sehen kann...wow...das ist eine Möglichkeit über die ich noch gar nicht nachgedacht hatte...aber eine gute Idee...und wie rührend als Cas sieht, wie Dean Máire in den Arm nimmt...da sieht man mal wieder, dass Cas ganz anders ist als die anderen Engel...er fühlt wirklich mit den Menschen...zumindest bei diesen Menschen..nebenbei beobachtet er auch noch jeden Gedanken von Sam und sorgt gleich mal dafür, dass sich der Kater wenigstens lohnt...irgendwie war ja klar, dass Sam ein schlechtes Gewissen hat, wenn er Dean durch Cas beobachten lässt...und ich gebe ihm recht...Dean hätte bestimmt kein schlechtes Gewissen dabei *:D*
      Tja...das Cas dann auch noch dieselbe Floskel, die Dean üblicherweise nutzt, auch noch verwendet ist für Sam sicherlich frustrierend...
      Hmm...Cas kennt unsere Brüder nur allzugut...und lässt hier und da ein paar Brocken fallen...und Sam ist neugierig und wird schon die richtige Frage stellen...
      und er kommt auf die Antwort...Dean und Mac haben sind also schon einmal zu oft füreinander gestorben und können sich jetzt nicht mehr verlieren...und als Hüterin ist sie noch fester mit dem Lebenskreislauf verbunden?....wow..das finde ich interessant...was mich ein wenig traurig stimmt, ist die Tatsache, dass Sam in diese Richtung abgestumpft zu sein scheint...zumindest was ihn angeht..dabei wünscht sich Cas so etwas auch für ihn...und er schätzt ihn total richtig ein...jemand der zuviel denkt hört zu wenig auf sein Herz und bei Dean ist es so, dass er manchmal zu viel auf sein Gefühl als auf seinen Kopf hört...tja...so sind unsere Brüder nun einmal...aber wer weiß...vielleicht macht Sam ja auch noch den Frieden mit sich...
      Okay...ich kann mir vorstellen, dass Sam bei dem kurzen Blick auf die Flügel von Cas staunt...(wollen wir mal hoffen, dass Cas noch lange Freude an diesen an, falls Dean doch noch vom Gespräch zwischen Cas und Sam erfährt *:D* )

      wow... Joshua ist auch mit von der Partie...und war Cas´Leherer *shock* ...wobei Joshua hier eine Vermutung anstellt, die ich richtig interessant finde...vielleicht will Gott ja, dass sie zweifeln und eigene Entscheidungen treffen...weil für Joshua es merkwürdig ist, dass Gott unseren Engel wieder aufnahm und dass, obwohl er immer noch die Regeln...na ja...sagen wir mal...etwas großzügig auslegt... *:D* ...
      Hmm...Joshua war also in einer ähnlichen Zwickmühle...na ja...und dann hat er die Stelle als "Gärtner" angenommen...vielleicht ist es ja so, dass Gott, als er Cas Dean aus der Hölle holen ließ, wirklich den Engel ausgesucht hat, von den er wusste, dass es bei ihm am ehesten zum Umdenken kommt und dass er dies seinen Brüdern und Schwestern lehrt oder aber...er sucht vielleicht einen Nachfolger / Stellvertreter für die Berufung als "Gärtner"

      Wow...dieser kleine "Nachfolgestory" lässt schon wieder meine Gehinrwindungen kreisen...vor allem finde ich es toll, dass du hier ein paar Ideen auf Fragen einbringst, die ich mir schon länger gestellt habe...Wieso holt Gott Cas immer wieder zurück?...Ich mag die Story schon jetzt... *;)*
    • Hat Castiel seit seinem letzten Besäufnis neue Fähigkeiten erlangt? Muss er nun nicht mehr Schnapsläden heimsuchen und kann anstatt dessen selber für Alkoholnachschub sorgen? *:D*

      Ich wünsche Sam, dass der Kater am nächsten Tag nicht so schlimm ausgefallen ist und allerhöchsten ein kleines Katerchen war. *;)*

      Wie auch im vorletzten Kapitel von Begraben mag ich auch hier das Gespräche zwischen Castiel und Sam. Ja, Sammy ist schon ein Schlauer. Man sollte ihn nie unterschätzen - auch als Engeln nicht. *;)* Sehr geschickt, wie Sam seinen Bruder dank Castiels Fähigkeit ausspioniert.

      Der Engel kann wirklich durch Mauern sehen? Wo bleibt denn da die Privatsphäre. *lol1*

      Mmh, Dean hat Mac nicht ganz verloren, ein Teil ist bei ihm? Das hast du schon im Epilog angedeutet, aber so wirklich verstehen tue ich das nicht.

      Ich finde es passend, wie du beschreibst, dass auch Sam seine eigenen Kämpfe ausgetragen hat und ihn hierbei vielmehr sein Verstand als sein Herz geleitet hat. Wäre schon schön, wenn es nicht nur für Dean sondern auch Sam ein Happy-End geben würde, aber damit dürfte ich viel zu viel verlangen.

      Sehr witzig, dass das leicht alkoholisierte "Geflügel" mangels vollständiger Konzentration Sam für den Bruchteil einer Sekunde einen Blick auf seine Schwingen gewährt. Alkohol und Fliegen passt einfach nicht zusammen. *;)*

      Zum Schluss taucht auch noch Joshua auf! *thumps*

      Nun frage ich mich, was Joshua getan hat (oder tun wollte???) und was hat Castiel vor? Es muss etwas Geschickteres sein, als Mac zurück zu holen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Dean und Mac einer Verfolgung, die Macs erneuten Tod als Ziel hätte, aussetzen würde.
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leonie ()

    • Erstmal vielen Dank für eure langen Kommis. Hab mich total darüber gefreut und werde darauf noch eingehen. Jetzt bin ich allerdings hundemüde und wollte euch nur noch schnell das neue Kapitel dalassen. Morgen früh antworte ich dann vernünftig. *lieb*

      Das nächste Kapitel ist das einzige, dass einen richtigen Titel hat. Im Grunde ist es ein Zwischenkapitel und keiner zentralen Person zuzuordnen. Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen, Zeit nach Hause zurückzukehren. ^^

      Ein Schutzengel für Máire



      Es dämmerte bereits als Dean ohne Vorankündigung das Motelzimmer seines Bruders betrat. Anders als von ihm erwartet, lag Sam nicht in seinem Bett, sondern saß zusammengesunken auf einem der Stühle, eine leere Whiskeyflasche neben sich, die ihr vorhandenes Budget bestimmt um ein Vielfaches überstieg. „Harte Nacht?“ Seine eigene Stimme klang ihm fremd in den Ohren.

      Mit rotgeränderten Augen sah Sam auf. „Nicht härter als deine. Wie geht es ihr?“

      Im letzten Moment verkniff sich Dean die bissige Erwiderung, die ihm auf der Zunge lag. Noch hatte er die Ereignisse der letzten beiden Tage nicht verdaut und übermüdet war er dazu. Schwer sank er auf den anderen Stuhl. „Sie schläft jetzt.“

      Außerstande noch weitere, einfühlsame Gespräche hinter sich zu bringen, brachte der Ältere die Frage auf, die ihm noch wirklich Kopfzerbrechen bereitete. „Was machen wir jetzt? Es gibt doch bestimmt Gesetze für so einen Fall. Ein vorgeschriebenes Vorgehen?“

      Sam rieb sich kräftig über das Gesicht und versuchte seine grauen Zellen wieder in Schwung zu bringen. Er war derjenige mit dem abgebrochenen Jurastudium, kein Wunder, dass sich Dean nun auf ihn verließ. Zunehmend konzentrierter wühlte er in seiner whiskeygetränkten Erinnerung. „Ich schätze mal, wir sollten zur Botschaft gehen. Die werden uns mit dem Behördenkram weiterhelfen, damit wir ...“ Unsicher hielt Sam inne. „... damit wir sie nach Hause bringen können. Was Máire angeht, solltest du dir einen Anwalt suchen. Vermutlich wirst du das Sorgerecht als Vater einklagen müssen.“

      Mit abwesendem Blick nickte Dean, bevor er Sam ohne Hoffnung in die Augen sah. „Wir wissen beide, dass ich vor Gericht keine Chance habe. Ich würde mir ja noch nicht mal selber die Verantwortung für ein Kind übertragen!“

      „Ihre Mutter schien da anderer Meinung zu sein. Dean, ich weiß, du willst das jetzt nicht, doch Mac hat mir einen Brief für dich gegeben. Sie sagte, es gibt Dinge, die du wissen musst.“ Sam nahm den Briefumschlag aus seiner Hemdtasche und schob ihn über den Tisch auf Dean zu, der ihn jedoch ignorierte. „Verdammt Dean, jetzt nimm ihn schon. Weißt du eigentlich, was ich für so einen Brief von Jessica geben würde?“

      Mit brennenden Augen steckte Dean den Brief in seine Hosentasche. Zu mehr war er im Moment nicht bereit.

      Die englische Polizei erwies sich als äußerst unkooperativ, was die Freigabe von Macs Leichnam anging. Zu viele Fragen mussten die Jäger unbeantwortet lassen. Auch Peters Kontakte bei Scotland Yard waren nicht hilfreich, da der Fall von der örtlichen Polizei übernommen wurde. Sam wand sich bei den Gesprächen wie eine Schlange, so dass er am Ende schon glaubte, einen gordischen Knoten in der Zunge zu haben. Dean hatte schon so viele Flüche und Beleidigungen hinuntergeschluckt, dass er das Gefühl hatte daran ersticken zu müssen. Nach einem weiteren ergebnislosen Tag kehrten die Brüder frustriert in ihr Motel zurück. Máire brauchte gar nicht erst fragen, wie es gelaufen war.

      Peter war der erste, der es wagte den Mund aufzumachen. „Ich sage das nur ungern, doch ich schätze der Tag ist nicht mehr fern, an dem sie euch nach einem solchen Tag nicht mehr nach Hause lassen, sondern stattdessen in eine Zelle geleiten. Und so sehr ich Máires Gesellschaft schätze, so muss ich euch sagen, dass ihr so langsam in Erwägung ziehen solltet, von hier zu verschwinden.“

      Sam schwieg, er wusste bereits, was nun kommen würde und tatsächlich knurrte sein Bruder bereits leise, doch deswegen nicht weniger bedrohlich. „Nicht ohne Mac.“

      „Ich kann euch helfen, sie aus der Gerichtsmedizin zu holen. Ihr könntet sie nicht mit nach Hause nehmen, doch wir könnten sie hier nach Jägerart bestatten.“ Peter sprach ungewohnt verständnisvoll. Auch ihn hatte der Tod der Hüterin getroffen, hatte sie ihm doch etwas geschenkt, an das er nicht mehr geglaubt hatte. Drei himmlische Tage ohne Schmerzen.

      Es war nicht das, was Dean sich erhofft hatte, doch unter Umständen wäre es die einzige Möglichkeit, die ihnen noch blieb. Sein fragender Blick heftete sich auf Sam und war der Beginn einer wortlosen Kommunikation.

      Máires zurückhaltende Frage unterbrach dieses stille Zwiegespräch. „Was bedeutet, nach Jägerart?“
      Dean sah eindeutig überfordert aus, weswegen Sam die Antwort übernahm. „Wenn ein Jäger stirbt, dann verbrennen wir seine Leiche. Die Ureinwohner mögen als abergläubisch gelten, doch schon sie haben erkannt, dass dies der einzige Weg ist, um einen Verstorbenen seine Ruhe zu schenken.“

      Máires Blick zuckte zwischen ihrem Vater, der während dieser Worte starr zu Boden gesehen hatte, und ihrem Onkel hin und her. Misstrauisch zogen sich ihre Brauen zusammen. „Du meinst, damit sie nicht zurückkommen kann? Wenn der Körper verbrannt ist, hat die Seele keine Hülle mehr, darum geht es hier doch?“

      Er hätte es wissen müssen, dass sich seine Tochter nicht so einfach täuschen ließe. Entschlossen zog Dean nun ihre Aufmerksamkeit auf sich. Das war eine Sache, die er nicht Sam überlassen konnte, denn sie betraf ihn und Máire. „Ja, es geht darum zu verhindern, dass etwas Böses entsteht. Dämonen oder Engel könnten sie benutzen, um uns zu verletzen. Das würde deine Mum bestimmt nicht wollen.“

      „Und du willst sie dann hier verbrennen? Alles, was uns von ihr geblieben ist?“, fragte sie ungläubig nach. Mittlerweile standen Tränen in ihren Augen. Sam und Peter tauschten einen kurzen Blick und verließen leise das Zimmer.

      „Es geht nicht darum, was ich will. Es ist der einzige Weg!“, stellte Dean bitter klar, bevor er sanfter fortfuhr. „Máire, wir haben es versucht, doch ich wüsste nicht, was wir jetzt noch machen können.“ Schmerz stand auch in seinen Augen geschrieben.

      Das Mädchen schüttelte in einer starrsinnigen Geste den Kopf, die Dean nur allzu bekannt vorkam. „CASTIEL!“

      „Máire, er kann auch nic...“

      „Ich weiß, du bist hier! Zeig dich!“ Zornig drehte sie sich im Kreis und ignorierte das erstaunte nach Luft schnappen ihres Vaters.

      Wenige Sekunden später stand der Engel mit eindeutig schuldbewusster Miene im Zimmer. „Hallo Dean.“

      Bevor der Jäger in irgendeiner Weise seine Überraschung überwinden und reagieren konnte, stürmte seine Tochter bereits an ihm vorbei und fuhr den Engel an. „Bring sie nach Hause! Ist mir egal, was die anderen Engel dazu sagen. Ich weiß, dass du es kannst und wenn du sie schon nicht zurückbringen darfst, dann sorge wenigstens dafür, dass sie bei uns ihre letzte Ruhe findet. Bei Dad und mir.“

      Bevor sie anfangen konnte auf den Engel einzuschlagen, fiel Dean ihr in den Arm und zog Máire in eine feste Umarmung. Das Gesicht an seiner Brust verbergend, ließ das Mädchen ihrer Verzweiflung freien Lauf. Über ihren Kopf hinweg schenkte Dean dem Engel einen entschuldigenden Blick.

      „Wo soll ich sie hinbringen?“, fragte dieser ohne große Umschweife, zur Verwunderung des Jägers.

      Mit einem Blick auf seine Tochter zögerte er kurz, doch Castiels Blick sagte ihm, dass Máire seine Worte nicht hören würde. „Normalerweise würde ich sagen zu Bobby. Am besten in den Panikroom. Doch es ist nun schon ein paar Tage her.“

      „Ich verstehe. Ich bringe sie nach Sioux Falls, in die selben Räumlichkeiten, wie schon hier.“ Übersetzt bedeutete das wohl, in die Leichenhalle.

      „Cas, halt!“ Beeilte sich Dean einzuwerfen, da der schon auf dem Sprung zu sein schien. „Du kannst dort nicht einfach so eine Leiche abladen und verschwinden.“

      Fast schon beleidigt sah der Getadelte zu dem Jäger. „Glaubst du, ich hätte gar nichts gelernt? Bobby wird einen Anruf bekommen und die Papiere werden bereitliegen. Danach komme ich euch holen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten verschwand er und ließ einen zwiegespaltenen Dean zurück. Die Aussicht, England zu verlassen, stimmte ihn froh. Nach wie vor wusste er jedoch nicht, welche Reisemethode er mehr verabscheute: fliegen oder den Engelsexpress.

      Mit einem verkniffenen Lächeln, von dem er hoffte, dass es wenigstens ein wenig Zuversicht ausstrahlte, schob er Máire von sich. „Pack deine Sachen, sobald Castiel zurück ist, brechen wir auf.“ Schnell wich die Verwirrung des Mädchens als sie die Bedeutung der Worte ihres Vaters begriff. Laut zog sie die Nase hoch und verschwand im Nebenzimmer.

      Dean blickte sekundenlang auf die geschlossene Tür, bevor er sich nach draußen begab, um seinen Bruder und Peter zu suchen. Er fand die beiden bei einem Kaffee sitzend, in einem dem Motel angeschlossenen Dinner. „Sam, du solltest packen.“

      „Was ist passiert?“ Der Jüngere leerte seine Kaffeetasse in einem Zug, bevor er fragend zu seinem Bruder aufsah, der sich noch nicht mal die Zeit genommen hatte, sich hinzusetzen und stattdessen sprungbereit neben dem Tisch stehen geblieben war.

      „Castiel ist passiert.“ War die einsilbige Antwort.

      „Castiel? Er bringt uns zurück?“ Zunehmend interessiert lauschte Peter der Unterhaltung. Er hatte keine Ahnung, wer Castiel war, doch Sams Überraschung war nicht zu übersehen.

      „Uns alle?“, fragte dieser gerade. Ein verkniffenes Nicken von Dean bestätigte Sam, dass mit Alle tatsächlich ALLE gemeint waren. „Das ist ein verdammt großer Eingriff. Bestimmt wird er damit den Zorn seiner Brüder auf sich lenken. Sie werden ihn strafen und wenn wir Pech haben, finden wir uns genau hier wieder!“

      Spätestens an dem Punkt verstand Peter gar nichts mehr. Dean dagegen wusste nur zu genau, wovon sein Bruder sprach. „Scheinbar fürchtet Castiel Máires Zorn noch mehr.“

      Sam schnaubte amüsiert. Er verkniff sich die Bemerkung, dass auch schon sein Bruder in der Lage gewesen war, den Engel dazu zu bringen, Taten zu vollbringen, die ihn im Himmel in Schwierigkeiten brachten.

      Auch Peter trank schnell aus. Es war nicht nur Neugierde, die ihn dazu trieb zu sagen, dass er mitkommen würde, um sich noch von Máire zu verabschieden. Die Brüder tauschten einen schnellen Blick. Das kaum wahrnehmbare Nicken von Sam entschied die Frage, ob sie den Jäger in dieses Geheimnis einweihen konnten und so kehrten sie zu dritt ins Zimmer zurück.

      Als die Tür aufschwang, saß das Mädchen schon auf ihrer gepackten Tasche. Peter sah unbehaglich von einem zum anderen. „Selbst wenn ihr es schafft, das Land zu verlassen und nach Amerika einzureisen, dann werden sie euch suchen und vermutlich wird die englische Polizei Hilfe in eurem Heimatland suchen.“

      Während Máire bei dieser Ankündigung eine Spur blasser wurde, wechselten die Winchesters lediglich einen grimmigen Blick. „Wäre nicht das erste Mal. Wir werden vorsichtig sein“, erwiderte Dean mit einer Ruhe, die klar machte, dass ihn der Gedanke wirklich nicht sonderlich verunsicherte. Die Neugierde seiner Tochter hatte er mit dieser Reaktion allerdings geweckt. Was hatte ihr Vater in seinem Leben nur so alles getrieben? Allmählich bekam sie einen kleinen Eindruck davon, dass das Leben als Hunter nicht gerade mit dem Leben eines Versicherungsvertreters zu vergleichen war. Die einzige Gemeinsamkeit war wohl, dass man in beiden Berufen viel herum kam.

      Peter konnte einen Aufschrei nicht unterdrücken, als ein Rauschen den Raum erfüllte und mit einem Mal ein fremder Mann neben ihm stand. Emotionslose, blaue Augen musterten ihn einen Moment lang und als sie sich wieder abwandten, kämpfte der Engländer immer noch mit dem Gefühl einer Ameisenarmee, die über seine Haut raste.

      „Was ist mit ihm?“ Die Kopfbewegung des Trenchcoatträgers ließ keinen Zweifel zu, dass er Peter meinte.

      „Sollte Peter nicht auswandern wollen, wird er wohl hier bleiben“, stellte Sam mit einem Schmunzeln fest. Es war immer wieder amüsant zu sehen, wie einschüchternd Castiel doch auf andere Leute wirken konnte und erinnerte Sam in solchen Momenten immer daran, was für ein mächtiges Wesen er Freund nannte. Das Alter des Engels überstieg sein Vorstellungsvermögen. Wie konnte der nur manchmal so kindlich wirken?

      Castiel schenkte Peter einen weiteren seiner verstörenden Blicke. „Wer bist du?“, hauchte Peter und nun war es an Dean zu schmunzeln. War es ihm nicht genauso gegangen, als er Castiel das erste Mal gegenüber stand?

      Der Engel hatte schon den Mund geöffnet, zweifellos um sich mal wieder als Engel des Herrn vorzustellen, doch Dean unterbrach ihn einfach. „Nicht wer. Was wäre die bessere Frage.“

      Peters unruhiger Blick zuckte von den Jägern zu dem fremden Mann. „Was bist du?“

      Um Castiels Lippen spielte ein verborgenes Lächeln und sein fragender Blick ruhte auf Dean, der mit einem Nicken ihm bedeutete, dass er nun seinen Auftritt hinlegen durfte. „Ich bin ein Engel des Herrn.“

      „So was gi...“

      „Das solltest du nicht sagen“, unterbrach Dean ihn ungerührt.

      „Du hast geholfen Máire zu befreien und Dean gerettet?“ Mit leicht schiefgelegten Kopf schien Castiel den Engländer zu durchleuchten.

      „Ich bin froh, dass wir noch rechtzeitig da waren.“ Dabei sah Peter mit warmen Blick zu Sam auf, der es immerhin erst ermöglicht hatte, dass er mit Máire sprechen konnte und so früh genug von dem Gift erfuhr. Ehrlich bedrückt fuhr er fort. „Es schmerzt mich nur, dass ich Mac nicht retten konnte. Sie war ...“ Sein Blick suchte den von Dean, der mit einer Mischung aus Schmerz und Neugierde auf ihm lag. „... eine beeindruckende Frau.“

      Mit verengten Augen betrachtete der Engel die zerstörte Hüfte des Jägers. „Ich sehe, sie hat versucht dich zu heilen.“

      „Sie hat mir mehr geschenkt, als ich vom Rest meines Lebens erhofft hatte.“ Mittlerweile waren die Schmerzen wieder im vollen Umfang da, trotzdem war Peter für das, was er erhalten hatte, unendlich dankbar. Auch das er nun mit der Aussicht leben konnte, dass sich seine Beine nicht noch weiter verformen würden.

      Verblüfft folgte Dean der Unterhaltung. Er hatte nicht gewusst, dass Mac versucht hatte, Peter zu helfen. Kein Wunder, dass der mit solchem Respekt und Dankbarkeit von ihr sprach. Ein unbewusstes Lächeln überzog sein Gesicht. Egal um wen es sich handelte, der Rotfuchs konnte keinen leiden sehen und musste wenigstens versuchen, ihn zu heilen. Seine Heilerin. Er fragte sich, ob es nun immer so sein würde, dass jede Erinnerung an sie bitter-süß sein würde.

      Die darauffolgende Verabschiedung war kurz, aber herzlich. Peter hatte kein Interesse daran, England und das was er sich hier aufgebaut hatte, hinter sich zu lassen. Doch er wusste auch, dass er bestimmt noch oft an die Amerikaner denken würde. Und an Engel. Es fiel ihm immer noch schwer sich mit dem Gedanken anzufreunden.

      Castiel hatte bereits Dean und Máire zu Bobby gebracht, als Sam ihm eine Hand auf den Arm legte und ihn so daran hinderte, auch den zweiten Winchester in die Heimat zu befördern. „Ich hätte noch eine Bitte. Peter kann nicht selber Autofahren und wenn wir weg sind ...“

      Verstehend nickte der Engel. Er hatte bereits so einiges gelernt, doch sich mit unnötigen Ankündigungen aufhalten, war noch immer nicht seine Sache. Sam blinzelte kurz, doch es änderte nichts. Er war allein.

      Würgend sackte Peter zu Boden und hatte eben so noch genug Zeit zu erkennen, dass es sich um seinen eigenen Teppichboden handelte, den er gerade vollkotzte. Mit einem flauen Gefühl im Magen und noch leicht zittrigen Knien, stemmte er sich schwerfällig in die Höhe. Der Engel tat den Teufel dabei, ihm auf zu helfen. „Wie bist du verdammt noch mal hier hereingekommen?“

      Musternd ließ Castiel seinen Blick schweifen. Tatsächlich würde es nicht vielen Wesen gelingen, diese Festung ungebeten zu betreten. „Keine Sorge, du bist sicher. Meine Brüder haben jetzt keinen Grund mehr, dich zu verfolgen, Peter Sullivan.“

      Der Jäger zog sofort die richtigen Schlüsse. „Also verfolgten sie die Winchesters? Aber wieso verfolgen Engel Jäger des Bösen?“

      Unwillig schüttelte Castiel den Kopf. Er schuldete dem Jäger keine Antworten und doch schuldete er ihm etwas, denn er hatte selbstlos den Menschen geholfen, die dem Engel am Herzen lagen. Kurz tippte er dem anderen gegen die Stirn, bevor er in dem Himmel zurückkehrte.

      „Hey! Komm verdammt noch mal zurück! Das kannst du doch nicht ...“ Ärgerlich war Peter im Kreis herumgelaufen, bis ihm bewusst wurde, dass er noch etwas vermisste, außer dem Engel. Seine Hand zuckte zu dem verkrüppelten Hüftgelenkt, welches nach wie vor zersplittert und unnütz in seiner Schale lag. Nur das es ihn nicht mehr schmerzte. Mit Tränen in den Augen sah er in den Himmel auf und sprach das erste aufrichtige Gebet seit Jahren.

      Die Tage vergingen und Peter genoss jeden einzelnen, in dem Wissen, dass seine Schmerzfreiheit irgendwann auch wieder enden musste, so wie schon bei Macs Heilung damals. Dabei übersah er jedoch ganz, dass ihn diesmal ein Engel geheilt hatte.

      Erst viele Wochen später begriff Peter den vollen Umfang von Castiels Geschenk.
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      Bobby richtete seinen müden Blick auf die gerade erst Zurückgekehrten. Die Freude über Máires Rettung wurde von der Nachricht um Macs Tod gedämpft. Der alte Jäger fragte sich, wie viele gute Menschen er noch sterben sehen musste. Sein Blick blieb an Dean hängen, der sich bemühte, die Müdigkeit in seinen Augen nicht durchschimmern zu lassen, dessen steife Bewegungen seinen wahren Zustand jedoch kaum verbargen. Sofort schalt sich Bobby für sein Selbstmitleid und Sorge um Dean machte sich in ihm breit. Wie viele Abschiede konnte sein Ziehsohn noch verkraften? Er musste befürchten, dass dieser Eine der berühmte Tropfen sein würde, der das Fass letztlich zum überlaufen brachte.

      Doch noch hielt sich sein Sorgenkind tapfer und sei es nur seiner Tochter zuliebe. Er fuhr sich über das bärtige Kinn und hoffte, dass Máire der Anker sein würde, der Dean den nötigen Halt geben würde. Er sprach es nur ungern an, doch wenn sie unnötige Aufmerksamkeit vermeiden wollten, würden sie schnell handeln müssen. „Jungs, ich weiß, ihr seid müde. Doch wir sollten Mac holen, bevor jemand die Täuschung durchschaut. Es ist Sonntag und niemand ist hier unterwegs, der wegen dem Rauch Alarm schlagen könnte.“

      Während die Brüder nickten, brauchte es einen Moment bis auch Máire die Bedeutung dieser Worte verstand. Irgendwie hatte sie geglaubt, dass mit Macs Heimkehr auch die Jägerbestattung vom Tisch war. Entsetzt wandte sie sich ihrem Vater zu und klammerte sich an dessen Jacke. „DAD! Nein! Das kannst du nicht zulassen!“

      Zwar war sein Blick sanft, doch es lag auch eine Unnachgiebigkeit darin, die ihr zeigte, dass er weiterhin an der Verbrennung festhielt. „Máire, es ist wirklich das Beste. Die Gefahr, dass ...“

      Sie ließ ihren Vater gar nicht ausreden. Ohne darüber nachzudenken, dass ihre nächsten Worte die Wirkung einer Handgranate hatten, warf sie diese in den Raum. „Wenn ihr sie verbrennt, kann sie nicht zurückkommen!“

      Für einen Moment schloss Dean die Augen, um den Schmerz darin zu verbergen. Auch ihm war bewusst, dass dieser Schritt Macs Tod erst endgültig für ihn werden ließ. Denn ohne Körper wurde der Tod zu einer unwiderruflichen Tatsache. Doch er wusste auch, dass Mac niemals gewollt hätte, dass ihre Überreste bösen Mächten Raum boten. Schleppend versuchte er Máires Einwurf zu entkräften. „Was tot ist, sollte auch tot bleiben. Dir würde nicht gefallen, was zurückkommt.“

      Sam und Bobby tauschten im Hintergrund einen nachdenklichen Blick. Sie konnten nicht wissen, dass es der Gelbäugige persönlich gewesen war, der Dean diese Worte nach Sams Rückkehr an den Kopf geworfen hatte.

      Das Mädchen presste jedoch nur unwillig die Lippen zusammen und sah zu ihrem Onkel. „Onkel Sam war auch tot und ihr habt ihn zurückgeholt. Bei ihm ist es also in Ordnung und bei Mum nicht?“ Anklagend suchte sie Deans Blick, der ihr jedoch auswich und nur hilflos ihren Namen murmelte. Woher wusste das Mädchen davon?

      Keiner der Männer sah sich in der Lage etwas zu sagen. Zitternd vor Zorn, mit geballten Fäusten, sah Máire von einem zum anderen. „Ich hasse euch!“ Damit stürmte sie aus dem Raum und die Haustür schlug laut hinter ihr zu.

      Als sie über die Ausfahrt rannte, schallte die Stimme ihres Vaters, der sie zurückrief hinter ihr her. Unwillig auf ihn zu hören, stürmte sie durch das schief in den Angeln hängende Eisentor und verschwand kurz darauf in dem Waldstück, welches an das Grundstück grenzte.

      Dean wollte ihr schon nachsetzen, doch Bobbys kräftige Hand auf seiner Schulter stoppte ihn. „Lass sie. Bestimmt läuft sie nicht weit davon und Dreamer ist bei ihr, er wird aufpassen.“ Der Winchester warf einen skeptischen Blick in die Richtung, in der seine Tochter verschwunden war. Dann wandte er sich unendlich müde ab und schlurfte ins Haus zurück.

      Kurz vor der Grundstücksgrenze hatte sich Dreamer ihr angeschlossen. Nun lief sie mit dem Wolf an ihrer Seite durch den Wald. „Das ist unfair!“, machte sie ihrem Frust Luft. „Sam haben sie doch auch zurückgeholt. Und was soll das bitte heißen, was tot ist soll auch tot bleiben? Es würde mir nicht gefallen, was zurückkommt? Ich kann nichts Falsches an Onkel Sam erkennen. Er ist doch ganz normal, oder?“ Ihr ratloser Blick traf auf den goldenen des Wolfes.

      Der hatte seine ganz eigene Meinung über den jüngeren Winchester, doch diese blieb Máire verborgen, da sie die telepathischen Fähigkeiten ihrer Mutter nicht geerbt hatte. Der Lange war bestimmt so einiges, doch nicht normal. Wie alle Wölfe spürte auch Dreamer die Anwesenheit des Dämonenbluts im Körper des Jägers. Eine dunkler Einfluss, auch wenn das Tier spürte, dass Sam von diesem nicht beherrscht wurde. Doch er war da und so blieb der Wolf wachsam und misstrauisch. Lediglich Deans spürbare Liebe und sein Vertrauen in den Bruder, hielt Dreamer davon ab, den von Dämonen berührten Menschen zu verjagen. In dem älteren Winchester spürte er einen Lebenswillen und eine Kraft, die der eines Wolfes gleichkam. Ein starkes Herz und ein unbeugsamer Wille, dem er nur Respekt zollen konnte. Nie hatte er einen Menschen mit vergleichbaren Eigenschaften gesehen. Einen Menschen, der sogar einen Engel von seinen Idealen überzeugen konnte.

      Apropos Himmelsdiener …“Komm raus, ich bin nicht auf dich böse. Nur auf meinen idiotischen Vater.“ Unzählige Jahre war Castiel als unsichtbarer Beobachter über die Erde gewandelt. Es war seine Bestimmung und die der Menschen, dass seine Gegenwart unerkannt blieb. Es war ihm ein Rätsel, warum das ausgerechnet bei Máire nicht funktionierte. Nicht immer bemerkte sie seine Gegenwart, doch in Momenten großer Traurigkeit oder Verzweiflung, schien das Echo seiner eigenen Gefühle ihn zu verraten. Vielleicht wurden Engel genau aus diesem Grund normalerweise nicht von ihren Gefühlen beherrscht.

      Diesmal wirkte Cas jedoch nicht schuldbewusst. Sein Tonfall war tadelnd, als er sich neben Máire auf einem Baumstamm niederließ, bewusst so weit wie nur möglich von Dreamer entfernt. „Richte nicht über deinen Vater, bevor du nicht den Preis kennst, den er für Sams Rückkehr zahlen musste.“

      „Preis?“

      „Nichts ist umsonst, Máire. Nicht der Tod und auch nicht das Leben. Das was dein Vater getan hat, um Sam zurückzuholen, hat Ereignisse in Gang gesetzt, welche die Welt wie du sie kennst zerstört hätten. Er konnte das nicht wissen und ehrlich gesagt, war es sogar seine Bestimmung. Seine und Sams, und das seit vielen Jahrtausenden. Sie mussten es sein.“ Ein ungläubiges Schnauben entkam Castiel, während ein flüchtiges Lächeln um seine Mundwinkel spielte. „Nur hatte keiner mit dem Eigenwillen deines Vaters gerechnet.“ Der Engel konnte sich selber noch sehr gut an die Zeit erinnern, als Deans scheinbar unbestechlicher Wille und vor allem sein Löwenherz, ihn dazu brachte, zu fallen. Er hatte rebelliert und war gefallen, um für etwas zu kämpfen, an das er glaubte. Und so unglaublich das war, hatte Gott ihn dafür auch noch belohnt. Denn nicht nur, dass er noch lebte, er war auch wieder ein vollwertiger Engel.

      „Dean und Sam haben etwas aufgehalten, dass nach dem Verständnis von Himmel und Hölle hätte nicht aufgehalten werden können. Doch dieser Kampf hat Wunden hinterlassen, die niemand sieht und die wohl auch niemals heilen werden.“

      Máire hatte mit großen Augen zugehört. Cas sprach gerade von ihrem Vater, als wäre er der Retter der Welt. Wie irgendein verdammter Superheld aus dem Kino, nur mit dem Unterschied, dass ihr Vater nicht so aussah. Als jedoch die Wunden erwähnt wurden, fiel auf einmal ein Puzzleteil des Rätsels an den richtigen Platz.

      „Seine Träume!“, unterbrach sie ihn, aufgeregt darüber endlich die Lösung gefunden zu haben.

      Erst Castiels scharfer Blick und die fast schon gebellte Frage „Was weißt du über seine Träume?“, dämpften ihren kindlichen Stolz. Dabei war es doch lediglich die Sorge um seinen Schützling, die ihn trieb.

      „Ich weiß nicht, was er träumt, falls es das ist, was du meinst?“ Unsicher verfolgte sie, wie er erleichtert aufatmete. „Doch ich habe noch nie etwas vergleichbares gesehen. Ich war nicht in der Lage sie zu sehen, doch die Traumblase war von einer Schwärze ...“ Sie schauderte und es fehlten ihr die Worte, um den Eindruck von Grauen zu vermitteln, der sie damals in der Traumwelt gepackt hatte. „Kannst du ihm nicht helfen?“ In ihren Augen lag etwas flehentliches. Er war ein Engel, wer, wenn nicht ein Engel, konnte so etwas vollbringen?

      Doch Cas schüttelte den Kopf und die Frustration schien ihm aus allen Poren zu strömen. „Die Engel wurden dazu geschaffen über die Menschen zu wachen, nicht aber über ihre Träume. Sie gehören einem Menschen ganz allein. Wir können sie dort besuchen, doch das ist schon alles.“

      Máire verkniff sich den Kommentar, dass die Träume seinem Menschen nicht GANZ allein gehörten. Immerhin hatte sie Zugang zu den Träumen von jedem. Naja, fast jedem, mit Ausnahme ihres Vaters eben. Und neuerdings gelang es ihr sogar ab und zu, kleine Details in den Träumen anderer zu verändern. Davon hatte sie bisher allerdings noch niemanden erzählt. Der Gedanke, dass sie diese Erkenntnis sonst sofort mit ihrer Mutter geteilt hätte, hinterließ einen kleinen Stich in ihrem Herzen.

      „Woher wusstest du eigentlich davon?“, holte Castiel sie aus ihrer Grübelei.

      Die Frage löste eine Welle des schlechten Gewissens in ihr aus. „Sams Traum hat es mir verraten. Aber ich war nur einmal dort. EHRLICH.“

      Bei Máires ehrlich zerknirschten Gesichtsausdruck fiel es ihm schwer mit ihr zu schimpfen. „Sams Träume sind anders als die deines Vaters. Aber deswegen nicht weniger gefährlich. Bitte versprich mir, nie wieder zu versuchen in ihre Träume einzudringen.“

      Gerügt nickte sie stumm.

      „Du solltest zurückgehen. Sie sorgen sich bestimmt um dich.“
    • Zuerst muss ich mich mal entschuldigen, dass ich erst so spät hier aufschlage. Aber mein Rücken wollte mich nicht längere Zeit am PC sitzen lassen. Aber jetzt sind alle Wirbel wieder da, wo sie hingehören, und ich hab die zwei Kapitelchen hintereinander weg gelesen. [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Girlies/smilie_girl_073.gif]

      Ich will jetzt nicht jeden einzelnen Satz oder jede Szene kommentieren, ich sehe die Story lieber in ihrer Gesamtheit. Und die gefällt mir ausnahmslos gut. Ich hätte eben noch ne Stunde weiter lesen können, so gefesselt war ich. [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/smilie_les_071.gif]

      Die Kombi Maire/Castiel hat was ganz besonderes. Ich finde es so rührend und liebevoll, wie der Engel sich um das nun so traurige Mädchen kümmert. Dean ist damit verständlicherweise im Moment total überfordert. Die Vorstellung, die geliebte Frau nach "Jägerart" bestatten zu müssen, belastet ihn doch viel mehr, als er sich jemals eingestehen würde.
      Deshalb ist es gut, dass Castiel immer in ihrer Nähe bleibt.

      Liegt es möglicherweise daran, dass er bei Maires Geburt anwesend war, dass sie ihn als Einzige sehen kann? Oder hat sie ein eigenes "Engelsradar"? *;)*
      *tea*
    • So, jetzt nochmal in aller Länge. ;)

      @ Winchester-Fan

      Stimmt, der Prolog ist ein wenig kurz. *seufz* Doch ich kann das Ende der Geschichte wohl schlecht schon am Anfang erzählen, oder? *;)* Ich verspreche, ihr bekommt noch diese Gespräch zwischen Dean und Cas zu lesen. *:)*

      Ich hoffe mal für Cas, dass er nicht ständig durch die Wände sieht. *lacht* Aber in dem Moment habe ich ihm die Fähigkeit einfach mal angedichtet. *lach*
      Dieses Gespräch zwischen Cas und Sam, hat beim Schreiben unheimlich viel Spaß gemacht. Vieles hat sich da erst spontan ergeben und ich war am Ende überrascht, wie viel dieses Gespräch eigentlich hergab. ^^

      Tja, Gott und seine Beweggründe werden wohl immer ein Rätsel bleiben. So werfe ich hier zwar Fragen auf, doch Antworten werde ich dort nicht liefern. *ka* Warum Gott also ausgerechnet Castiel so im Focus hat ... es bleibt ein Rätsel, selbst für die Stimme von Gott. *:)*

      Aber ich freue mich, dass es im Gehirnkasterl schon mächtig brummt. ^^

      @ Leonie

      Da der Whiskey sehr hochwertig war, können wir wohl von einem Katerchen ausgehen. Um Sams Willen. *:D*

      Bei dem Kapitel hab ich festgestellt, dass Sam/Cas auch eine sehr interessante Gesprächskombo ist und die beiden haben viel miteinander zu besprechen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dass mal auszuschreiben. ^^

      Bei dem Röntgenblick wäre es wohl mal wieder Zeit für Deans Spruch vom "Personal Space". *lol1*

      Ich befürchte die Art der Bindung von Dean und Mac wird auch weiterhin nur vage bleiben. Das Ende von Begraben sollte eigentlich eher zeigen, dass die beiden nun echte Seelengefährten sind und somit können sie einander nicht mehr verlieren. Es ist jedoch nicht so, dass sich Macs Geist noch irgendwie an Dean klammert. Was das angeht so muss ich leider sagen, sie ist weg. *noti*

      Ich fand damals den betrunkenen Cas in 99 Problems so witzig. Da konnte ich nicht widerstehen, hier auch eine Kleinigkeit einzubauen. *lach1*

      Und du bist vollkommen auf dem richtigen Dampfer. Es reicht nicht, wenn Castiel Mac einfach nur zurückholt. Das wäre keine Lösung und von dieser Meinung wird er wohl auch kaum abweichen. Und damit sind wir wohl an einem ziemlich toten Punkt, oder? *:)*

      @Melinda

      Ohje du Arme. Rückenschmerzen sind etwas ganz gemeines. Aber gut, dass es dir nun wieder besser geht. *umarm*

      Und ich freue mich unheimlich, dass dir der Einstieg in die Story gefällt. *freu*

      In der Story kommt sehr viel Castiel vor und besonders was Máire angeht, hatte ich ja alle Freiheiten. Was sich in "Begraben" nur angedeutet hat, kommt nun ganz deutlich raus. Nämlich das der Engel eine ganz besondere Beziehung zu Máire hat. Und da Máire ein Teenanger und noch dazu ein Mädchen ist, hat es mir die Möglichkeit gegeben, den Engel mal auf eine ganz andere Weise zu zeigen. Und das hat verflucht viel Spaß gemacht. *grins*

      Vielleicht ist es einfach ein Teil von Máires Fähigkeiten, dass sie den Engel wahrnehmen kann. Sie konnte das ja bereits als Neugeborenes, wie sich aus der Szene mit der Geburt herauslesen lässt. *:)*

      Nächsten Deanstag geht es dann mit Bobbys Kapitel weiter. :love:
    • Ja...die Gehirnwindungen kreisen schon wieder *:D* ...aber die Ideen sind ja schon mal nicht so schlecht. Ich meine, wenn Gott denn wirklich wollte, dass die Menschen einen freien Willen haben, wieso dann auch nicht seine Engel...aber gut...ist wohl auch eine etwas philosophische Frage... *;)* ..aber das Gespräch zwischen Sam und Cas war einfach klasse.

      Wow...dieser "Zwischenpart" hat es in sich...fängt ganz schön traurig an...Klar, dass Dean sich da auf Sam verlässt...obwohl es bestimmt für Sam auch nicht leicht ist...Hmmm...das mit dem Sorgerecht einklagen könnte schwierig werden...*Grummel* war ja klar, dass sich Dean wieder unter den Scheffel stellt...schön, dass da Mac da anderer Meinung zu sein scheint...und wie man ja am Prolog lesen konnte hat der Satz von Sam bzgl. Jess ja ein wenig geholfen...obwohl ich mir den Brief wahrscheinlich auch nicht sofort zu Gemüte geführt hätte...und erst recht nicht im Beisein von anderen Personen...

      Ja, ja....die liebe Bürokratie...ich kann mir bildlich vorstellen, wie Dean auf dem Stuhl sitzt und sich wahrscheinlich auf seine Hände setzt, damit er sein Gegenüber nicht erwürgt...natürlich erst nachdem die Schimpfkanone losgelassen hat *:D* ...aber ich hatte ja eigentlich gehofft, dass Peter da vielleicht eine größere Hilfe darstellen würde...aber du hast glaubhaft klargestellt warum das nicht der Fall ist...aber seine mitfühlende Art gefällt mir...
      Dass Máire die Möglichkeit der Jägerbestattung nicht gefallen würde, war nicht nur mir, sondern auch Dean klar...und seine Tochter ist viel zu intelligent,als dass sie nicht merken würde, worum es eigentlich ging...Schön finde ich es, dass Dean sich aufrafft und die Beweggründe seiner Tochter selbst zu erklären...auch wenn ihn die Situation selber schmerzt...

      Wow...Máire kann Cas also auch wahrnehmen, wenn er sich verbirgt...oder doch nur gut geraten...aber du hast recht..beim Kapitel ihrer Geburt hatte man schon den Eindruck, dass sie ihn gesehen hat...Ganz ehrlich: Máire´s Verzweiflung kann ich bis hierhin spüren...gut, dass Dean sie in die Arme nimmt..und besonders schön finde ich es, dass Cas sofort darauf anspringt ihnen hilft...Witzig fand ich seine Entrüstung darüber, dass Dean ihn nicht wirklich viel zuzutrauen scheint...
      Na ja...Sam´s Überraschung, dass Cas so offensichtlich gegen die Regeln vom Himmel verstößt wird wohl geringer, als ihm wieder bewusst wird, dass Máire Dean´s Tochter ist...und es war ja auch schon Dean, der es damals geschafft hat, dass Cas gegen den Himmel rebelliert hat...so schließt sich der Kreis...wie der Vater so die Tochter...Peter´s Verwirrung ist nun wohl komplett..
      Okay...die Ankündigung, dass die Polizei sie suchen würde, kann unsere Jäger wohl kaum schocken...aber den Vergleich, den Máire zieht ist grandios...Versicherungsvertreter und Jäger... *:D*
      kämpfte der Engländer immer noch mit dem Gefühl einer Ameisenarmee, die über seine Haut raste.
      Aber deine Schreibweise ist einfach klasse. Die "Ameisenarmee" muss ich mir merken...Die Vorstellung von Cas und Peter...super...Kopfkino pur...wie ähnlich sich doch Peter und Dean bei ihren Reaktionen sind...Hier erfährt Dean dann auch, dass Mac versucht hatte, Peter zu heilen, was leider nicht möglich war...aber ihm wird das klar, was eigentlich jedem von uns klar wird, wenn wir an jmd. denken der verstorben ist und den wir geliebt haben...besser könnte ich es auch nicht ausdrücken...

      Ach ja...das Cas dann auch noch Peter nach Hause beamt und ihn dann auch noch heilt ist schön...tja...aber Peter stellt da schon eine wichtige Frage...warum sollten Engel Jäger des Bösen verfolgen...tja...weil die Engel nun einmal sehr auf Regeln stehen und die Winchesters nun mal die perfekten Regelbrecher sind *:D*


      Hui...was dann bei Bobby abgeht ist voll die Härte...erst die Sorgen von Bobby bzgl. Dean...und dann die Tatsache, dass immer noch eine Jägerbestattung stattfinden sollte...ich kann Máire verstehen...aber das sie soweit denkt...das Mac wirklich zurückkommt...Ironischerweise nimmt er ein Argument, welches ihm ein Dämon gesagt hatte, um Máire zu erklären, warum es sein muss...

      Uff...das ist jetzt aber ein Hammer...Máire weiß, dass Sam tot war und Dean ihn zurückgeholt hat...woher? habe ich irgendetwas überlesen oder vergessen? aber die Aufklärug kommt am Schluss...sie war also einmal in Sam´s Träumen...sie ist also stockwütend und benutzt sogar das Wort Hass ... *cry* ja, ja...wie sagt man doch so oft...Hass ist ein großes Wort...
      Natürlich hat Bobby recht und Dreamer schließt sich Máire an...oh im übrigen...ich muss dir sagen, wie toll ich es finde, wieder in die Gedankenwelt von Dreamer einzutauchen *:D* ...seine Ansichten über Sam sind zwar etwas schockierend, aber das würde auch erklären warum Nachtläufer nicht wirklich warm mit Sam geworden ist...gut...Sam und er hatten auch weniger Zeit zusammen....aber die Einschätzung Dreamer´s von Dean finde ich total klasse...ach...ich wusste doch..Wölfe sind klasse Tiere... *;)* Hmm...Cas und Dreamer....da fallen mir die Pfotenabdrücke auf seinen Trenchcoat wieder ein... *:D* ...Cas macht ihr, glaube ich begreiflich, dass es nicht so ist wie es scheint...und das alles ihren Preis hat...und da unsere Máire nicht dumm ist bringt sie das natürlich auch mit der schwarzen Traumblase in Verbindung....und sie bittet Cas ihm zu helfen....na ja...auf jeden Fall wird ihr klar, dass ihr Dad doch noch etwas mehr Unbekannte hatte, als sie dachte...sie weiß noch nicht alles...ob sie es jem. erfährt...den Grund, wie Sam und Dean sich Castiel´s Respekt verdient haben...schön, dass Cas für sie da ist...aber mich würde interessieren inwiefern sie die Träume oder besser gesagt welche Details sie verändern kann und ob sie noch jmd. davon erzählt...oder vielleicht wusste Mac ja auch, was für Kräfte Máire noch entwickeln würde und hat diese Infos beim Notar hinterlassen?

      Also dieses Kapitel hat es echt in sich...ich finde es klasse...super gut beschrieben...ich freue mich dann jetzt bald auf Bobby´s Kapitel *:)*...

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    • Wow, ein so langes Review...okay, war auch ein wirklich langes Kapitel . ^^

      Ich wollte die Behördengänge nicht zu sehr thematisieren, aber ein wenig musste das schon sein und wer wäre da wohl eine bessere Anlaufstelle, als ein ehemaliger Jurastudent. ;) Es wird also keinen Gerichtsprozess zu lesen geben. *:)*

      Was den Brief angeht, fand ich es ganz reizvoll hier mal die Geschichte von hinten aufzurollen. : ))

      Die Bestattung von Mac wird tatsächlich der erste richtige Konflikt zwischen Dean und seiner Tochter. Und Dean haut zwar gerne ab, wenn es um seine Gefühle geht, doch hier hat er eben auch Verantwortung gegenüber Máire und der stellt er sich. ^^

      In dem Kapitel und eigentlich in der ganzen Geschichte, kann man sehr viel über die Bindung von Cas und Máire rauslesen. Es hat Spaß gemacht sich da auszutoben, nachdem dafür in Begraben ja kein Raum war. :)

      Peter ist mir in der Vorgängerstory viel zu sehr ans Herz gewachsen, deswegen brauchte es hier einen würdigen Abschied. Und die Idee ihn auf Cas treffen zu lassen, war einfach zu verlockend. *lacht*

      Und wenn sie schon bei Bobby sind, dann musste auch der Wolf wieder her. *:D* Wobei es sein einziger Auftritt in der Story ist, wenn ich mich nicht irre. *kratz*

      Ich freue mich schon auf das nächste Review. *freu* Bis dahin wünsche ich dir schöne Herbsttage [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/viannen/viannen_84.gif]
    • In diesem Kapitel, dass mir sehr gut gefallen hat, mischt sich Trauriges aber auch Erfreuliches.

      Die Behördengänge erwiesen sich nicht nur als Stolpersteine sondern als massive, unumstößliche Festbrocken. Gut, dass dennoch ein anderer Weg gefunden werden konnte, um Mac aus dem fremden Land Heim zu bringen.

      Ihre immer näherrückende Beerdigung verdeutlicht den endgültigen Verlust. Kein Wunder, dass Máire schwer damit zu kämpfen hat und sich immer noch gegen die Endgültigkeit sträubt. Zum Glück ist sie mit ihrem Kummer nicht allein. An ihrer Seite befinden sich ihre Familie und ihre Freunde.

      Nun gehört auch Peter zum Kreis der Menschen, die wissen, dass Engel real sind. Es freut mich für ihn, dass sein Einsatz belohnt wurde.

      Mir gefällt immer noch die Idee, dass Castiel nicht nur Dean (und Sam) zur Seite stand, sondern dies bei Deans Tochter fortgesetzt hat. Da sie den winchesterischen Dickkopf geerbt hat, war das für ihn sicher keine leichte Aufgabe. *;)*
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!
    • @Leonie

      Ich denke die Mischung wird sich auch in diesem Kapitel wieder finden. Doch das Traurige wird auch noch schrumpfen, versprochen. Aber auch heute gibt es wieder viel
      Hoffnungsvolles zu lesen, denke ich.

      Auch im nächsten Kapitel ist die anstehende Beerdigung noch ein Thema. Doch schon bald werden sie sich anderen Themen zuwenden, die für den Neuanfang eben auch nötig sind. Immerhin sind da noch einige Punkte offen und einer wird heute bereits kurz angerissen. *:)*

      Ich denke Peter hat seine Belohnung wirklich verdient und er ist ein Charakter, der mir beim schreiben ans Herz gewachsen ist. :love:

      Das Cas eine besondere Bindung zu Máire aufgebaut hat, konnte man ja in Begraben mal aus Macs Erzählung herauslesen. Doch die beiden in Action konnte ich dort nicht so recht zeigen. Die anfänglichen Gründe für Cas Fürsorge für Máire, kann man ja aus dem Ende von Five rauslesen. Da hat er das Gefühl, es Dean schuldig zu sein, sich um das Kind zu kümmern, denn die Engel und die Apokalypse tragen ja schuld daran, dass Dean es nicht selber tun kann. Doch unter Garantie hat es heute ganz andere Gründe, dass Cas sich so um Máire kümmert und die liegen bestimmt ganz und gar in ihrer eigenen Person. ^^

      Dann sehen wir mal weiter, wie sich die winchesterchen Dickköpfe zum Thema Beedigung einigen. *:D*

       
      Bobbys Kapitel

       
       
      Unschlüssig stand Bobby in seinem Hausflur und blickte vom Wohnraum zur Treppe, über die Dean nach oben verschwunden war. Er beschloss, dem älteren Winchester ein paar Minuten alleine zu geben und machte sich erst mal auf die Suche nach dem Jüngeren.
       
      Der stand kreideweiß in der Küche und klammerte sich an seine Kaffeetasse. Wie kam es nur, dass sie diese eine, verhängnisvolle Entscheidung immer wieder erneut einholte? Wie sollten sie Máire nur begreiflich machen, dass dies keine Lösung war? Sein Bruder würde ihn wahrscheinlich windelweich schlagen, wenn er Máire von dem Deal und seinen Folgen erzählen würde. Und wie zum Teufel nochmal, war das Mädchen überhaupt an diese Informationen gelangt? Von Mac wusste sie es nicht, da war sich Sam sicher.
       
      Als Bobby eintrat, sah Sam auf und eine ungewohnte Unsicherheit lag in seinem Blick. Hier suchte nicht ein Jäger von einem anderen Jäger einen Rat. Hier suchte ein Sohn die Hilfe seines Vaters. Für beide Männer war das nicht gerade eine alltägliche Situation. Klar, Bobby war immer der Fels in ihrer Brandung gewesen. Ihre Anlaufstelle wenn sie nicht mehr weiterwussten und der Schrottplatz war ihr Rückzugsort, an dem sie neue Kräfte tanken konnten. Es war ein offenes Geheimnis, dass der oft so bärbeissige Jäger in seinem Inneren schon lange die Brüder als die Söhne adoptiert hatte, die ihm nie vergönnt gewesen waren.
       
      Doch das Leben als Jäger war hart und so waren sie es in der Regel auch. „Bobby, was sollen wir denn jetzt machen? Sie ist ihre Mutter … und Dean. Ich habe keine Ahnung wie wir ihr das alles erklären sollen, ohne das Dean total ausrasten wird.“
       
      „Vielleicht müssen wir das gar nicht“, erwiderte Bobby milde, den eine leise Ahnung beschlich. „Davon abgesehen hast du Recht. Das hier ist nicht irgendein Fall und Máire ist nicht irgendeine Angehörige. Das hier ist Familie, das sollten wir nicht vergessen.“
       
      Sams Blick blieb skeptisch. „Ich bezweifle, dass Deans sich darauf einlassen wird.“
       
      Leider musste Bobby der Einschätzung des Jüngeren recht geben und seine Miene verfinstere sich, als er gewohnt brummig erklärte. „Ich rede mit ihm.“
      -
      -
      Er fand Dean im Gästezimmer. Den Rücken ans Kopfteil von dem Bett gelehnt, starrte er mit finsterer Miene Löcher in die Kleiderschranktür. Weder reagierte er auf Bobbys Eintreten, noch als sich dieser auf einem Stuhl neben dem Bett niederließ.
       
      „Vielleicht solltest du darüber nachdenken, Mac nicht zu verbrennen“, fiel Bobby mit der Tür ins Haus. Er wusste, drum herumreden wäre bei Dean nur kontraproduktiv.
       
      Erst jetzt reagierte der Mann auf dem Bett und wandte seinen brennenden Blick auf den Bärtigen. „Und damit alles ignorieren, was Dad uns beigebracht hat? Was wir wissen?“
       
      Seufzend rieb sich Bobby den Nacken. Er hatte ja bereits geahnt, dass es nicht leicht werden würde Dean umzustimmen. „Du weißt auch, dass selbst das Verbrennen keine absolute Sicherheit bietet. Und genauso weißt du, dass möglicherweise überhaupt nichts passiert. Oder ist da etwas, das du uns nicht sagst?“
       
      Ertappt sah Dean auf. Menschliche Überreste waren ein Anker für übernatürliche Erscheinungen. Etwas, woran sie sich festklammern konnten, um so zu vermeiden, dass sie der Sensenmann mitnahm. Macs Haarsträhne war ein solcher Anker und Dean trug sie nach wie vor in seiner Hosentasche. Er hätte wissen müssen, dass Bobby ihn gut genug kannte, um damit zu rechnen. Mit der Hand fuhr er an seine Jeans und offenbarte eine rote Haarsträhne, die sein Gegenüber sofort kritisch musterte.
       
      „Da ist nichts“, brachte Dean fast trotzig hervor. „Keine Kälte, keine unsichtbare Präsenz oder sonst etwas.“
       
      „Sie ist weg“, fügte er leiser hinzu und stellte bitter fest, dass es kaum etwas gab, dessen er sich so sicher war, wie eben dieser Tatsache. Sie hatte keinen Grund gehabt ein Geist zu werden, denn sie wusste Máire würde versorgt sein und ebenso war sie davon überzeugt gewesen, dass sie Dean wiedertreffen würde.
       
      Bobby nickte zufrieden. „Sollte sich das ändern wissen wir, wo wir hin müssen, um es zu beenden. Deine Tochter sollte es wert sein, dass Risiko einzugehen.“
       
      In Deans Wange arbeitete es. Offensichtlich rang er noch mit sich, doch immerhin schien er Bobbys Vorschlag in Erwägung zu ziehen und das war mehr, als dieser sich eigentlich von dem Gespräch versprochen hatte.
       
      Er wollte den Winchester schon alleine lassen, als der ihn zurückrief. Sein Blick zeigte, dass ihm etwas auf der Seele brannte. Etwas, dass er nur Bobby mitteilen konnte, weil dieser der Einzige war, der das schon erlebt hatte.
       
      „Als Karen zurückkam ...“ Dean verstummte, unfähig das in Worte zu fassen, was ihn bewegte. Damals hatte er keine Ahnung von der Liebe gehabt. In seiner Vorstellung, sollten Bobby diese fünf Tage, mit seiner toten Ehefrau, wie ein Geschenk vorkommen. Doch er musste erkennen, dass sie das nicht waren. Für Bobby waren sie wohl eine schlimmere Folter als alles, was sich Alistair in der Hölle hätte ausdenken können. Am Ende musste der Jäger seine Frau sogar ein zweites Mal töten. Er bezweifelte, dass er … „Bobby, ich könnte das nicht ertragen. Wenn sie zurückkäme und dann erneut ...“ Zittrig holte er Atem. „Das muss ein Ende haben, verstehst du?“
       
      „Ich verstehe dich, Junge. Doch du darfst Máire nicht vergessen.“
       
      Sichtbar hin- und hergerissen, nickte Dean und versank wieder in seiner eigenen Gedankenwelt. Leise verließ Bobby das Zimmer und ließ ihn alleine.
      -
      -
      Als er den Wohnraum betrat, sah Sam ihm gespannt entgegen. Sein Schulterzucken zeigte dem Jüngeren, dass er keine Ahnung hatte, wie sich Dean entscheiden würde. Sie mussten einfach abwarten. Schon bald kehrte Stille ein, als Sam mit seinem Laptop und Bobby mit ein paar alten Büchern beschäftigt war.
       
      Beide horchten auf, bei dem Geräusch der ins Schloss fallenden Haustür und beim Kratzen von Krallen auf dem Holzboden der Diele. Da der Wolf noch nicht gelernt hatte Türen zu öffnen, konnte das nur bedeuten, dass Máire zurückgekehrt war.
       
      „Hey, Onkel Sam.“ Wie das schlechte Gewissen in Person, stand sie im Türrahmen.
       
      Lächelnd signalisierte der Angesprochene, dass alles in Ordnung war. „Was gibt’s?“, fragte er locker, als wäre nichts vorgefallen. Amüsiert fiel ihm auf, dass Máire sich ebenso wie Dean, wenn der um eine Entschuldigung rang, verlegen den Nacken rieb.
       
      „Es tut mir leid, was ich da gesagt habe. Und ich entschuldige mich dafür, dass ich in deinen Träumen herumgeschnüffelt habe. Ich werde das auch nie wieder machen. Ehrlich.“
       
      „Du hast was?“, kam es unisono von den beiden Männern im Raum. Im ersten Moment hatte Sam der Gedanke schockiert, dass seine Nichte in seinen Träumen unterwegs gewesen war. Was zur Hölle hatte sie dort gesehen? Hoffentlich eben nicht die Hölle. Hoffentlich nicht … eine leichte Röte stieg über seine Wangen als er versuchte nachzuvollziehen, wann er das letzte Mal eben DAVON geträumt hatte. Doch er verwarf den Gedanken wieder, da seine Träume wohl kaum gleichzeitig von Sex und dem Deal handelte. Nachdem er sich dahingehend beruhigt hatte, gewann der Wissensdurst in ihm die Überhand und er ließ sich von Máire genau erklären, wie ihre Fähigkeiten aussahen.
       
      Bobby beobachtete mit einem milden Lächeln die beiden Köpfe, welche sich einträchtig über ein besonders altes Buch beugten, indem es einen Abschnitt über das Traumwandeln gab. Das Mädchen war eine Winchester, das konnte sie nicht verleugnen.
       
      Nach einer Weile wurde Máire klar, dass sie dabei war Zeit zu schinden. Mit den Worten „Ich geh nach oben“ verschwand sie nach draußen. Als sie das Gästezimmer betrat, sah Dean auf und schwang die Beine über die Bettkante. Er war froh zu sehen, dass sie scheinbar nicht mehr zornig war und mit einem scheuen Lächeln, setzte sie sich neben ihn. „Ich bin einverstanden.“
       
      Dean gab einen erstaunten Laut von sich. Das Mädchen hatte eindeutig seinen und Macs Sturkopf geerbt und er hatte keinen Schimmer, warum sie jetzt ihre Meinung geändert hatte.
       
      Bittend sah Máire zu ihm auf. „Aber Dad, können wir sie dann trotzdem beerdigen? Also so richtig, mit einem Grab auf einem Friedhof?“
       
      Darüber musste Dean nicht lange nachdenken. Ein Scheiterhaufen auf Bobbys Schrottplatz oder der Brennofen im Krematorium, beides würde seinen Zweck erfüllen und wenn Máire im Gegensatz zu ihm eine Grabstelle brauchte, dann würde er dafür sorgen, dass Máire diese auch bekam. „Wenn du das willst, das kriegen wir bestimmt hin.“ Sie waren hier in Sioux Falls, da hatte Bobby Kontakte zu Genüge. Sheriff Mills würde ihnen bestimmt schnell und vor allem unbürokratisch helfen.
       
      „Doch dann müssen wir es hier machen und nicht in Summit.“ Sein Einwurf schien das Mädchen nicht so sehr zu stören, wie Dean befürchtet hatte.
       
      „Mich verbindet jetzt nichts mehr mit Summit.“
       
      „Du willst nicht dorthin zurück?“ Gedanklich hatte sich Dean schon darauf eingestellt, die nächsten Jahre in Summit zu leben. Eine Aussicht, die ihn nicht Jubeln ließ, doch das Mädchen hatte die Mutter verloren, da sollte sie nicht auch noch Freunde und die gewohnte Umgebung verlieren.
       
      „Nein, du etwa?“ Ihre Gegenfrage entlockte ihm ein trockenes Lachen.
       
      „Nein.“
       
      „Wie ist Norfolk?“
       
      „Langweilig.“ War die spontane und auch ehrliche Antwort, die Máire lachen ließ. „Wir müssen nicht da leben, ich bin wegen Ben in der Gegend geblieben. Doch er ist erwachsen.“
       
      Sie nickte zwar, doch er sah an ihrem abwesenden Blick, dass sie schon etwas anderes beschäftigte. „Ist Ben mein Bruder?“
       
      Fast verschluckte Dean sich an seiner eigenen Spucke. „Nein, ist er nicht“, krächzte er und räusperte sich. „Als Ben noch klein war, habe ich für ein Jahr mit seiner Mom zusammengelebt. Deswegen nennt er mich Dad. Aber nein, er ist nicht von mir.“ Zumindest hatte Lisa ihm das versichert. Und wenn er ehrlich zu sich selber war, so hatte er sich gewünscht, dass Ben doch von ihm wäre. Mit der Zeit spielte das aber keine Rolle mehr, denn Blutsverwandt oder nicht, Ben war zu seinem Sohn geworden.
       
      „Er ist trotzdem nett“, sagte Máire im Brustton der Überzeugung, bevor ihr bewusst wurde, wie das klingen musste. Vater und Tochter tauschten ein Grinsen.
       
      „Also, wo willst du leben?“, fragte Dean. Ihm war es tatsächlich egal, wo sie letztlich aufschlagen würden.
       
      „Können wir nicht einfach hier bleiben?“ Sie sah in ein wenig unsicher an, als er erstaunt „Hier?“ wiederholte und sich dabei umsah.
       
      „Dreamer wäre auf dem Schrottplatz gut aufgehoben und wir wären in der Nähe von Mom. Und Bobby und Sam sind auch hier, dann könnte Bobby auf mich aufpassen, wenn du mit Onkel Sam auf der Jagd bist.“
       
      Deans Augenbrauen fuhren in die Höhe. Wie viel wusste seine Tochter eigentlich über ihn? „Máire, ich werde bestimmt nicht mehr auf die Jagd gehen, wenn hier meine Tochter wartet!“
       
      Seine Tochter hatte dazu allerdings eine ganz eigene Meinung. Genervt rollte sie die Augen. „Daaaaad, ich bin kein kleines Kind mehr. Und wer rettet die ganzen Menschen, wenn du mit dem Jagen aufhörst?“
       
      „Sam!“, kam es wie aus der Pistole geschossen.
       
      „Und wer rettet Sam?“
       
      Das war der Punkt, wo Dean ihr einen genervten Blick zuwarf. „Einigen wir uns einfach vorerst darauf, dass wir hier in der Gegend bleiben und du die Schule fertig machst.“
       
      Máire schenkte ihm ein Grinsen, das in ihm das Gefühl wachrief, diese Diskussion schon verloren zu haben. „Deal!“
      -
      -
      Später am Abend saßen die Männer noch bei einem Bier zusammen, während Máire bereits schlief.
       
      „Sie will doch tatsächlich, dass wir hier leben, damit Bobby auf sie aufpassen kann, während wir beide auf der Jagd sind.“ Seine Ratlosigkeit war ihm deutlich anzusehen, während er Sam zu prostete und die Gelegenheit nutzte, einen großen Schluck zu trinken.
       
      „Das ist doch gar nicht so verkehrt“, mischte sich Bobby ein und sorgte damit beinahe dafür, dass Dean an seinem Bier erstickte.
       
      „Hat dich jetzt die Alzheimer erwischt? Jäger sterben! Das Mädchen hat schon die Mutter verloren.“, stieß er, kaum zu Luft gekommen, aus.
       
      Bobby riss beleidigt die Augen auf und schnappte wie ein Fisch auf dem Trockenen nach Luft, ob der ungeheuerlichen Behauptung.
       
      Sam verfolgte amüsiert den Schlagabtausch. Auf der einen Seite verstand er die Bedenken seines Bruders, doch der vergaß einfach, was er war. „Dean, du bist nun mal kein Bauarbeiter, Mechaniker oder Manager. Du bist Jäger und aus diesem Leben steigt man nicht einfach so aus. Denn im Gegensatz zu einer Autowerkstatt, verfolgt dich das Übernatürliche, egal wohin du gehst.“
       
      Der ältere Winchester zog ihm eine Grimasse, die klar machte, dass Sam das nicht extra hätte erwähnen müssen.
       
      Den Gedanken weiterspinnend, gluckste der Strubbelkopf amüsiert vor sich hin.
       
      „Was?“, fragte Dean gereizt, da er bereits ahnte, dass er Witz auf seine Kosten gehen würde.
       
      „Nichts, ich versuche nur, mir dich beim Elternabend in der Schule oder beim Losverkauf auf dem Schulfest vorzustellen.“ Jetzt platzte Sam schier vor Lachen.
       
      Während Deans Mundwinkel zuckten, er aber gleichzeitig versuchte seinen Bruder mit Blicken zu töten, schien Bobby von dem Gedanken unbeeindruckt zu bleiben und erwiderte lediglich mit todernster Miene. „Ich empfehle, du lässt den Revolver beim Elterngespräch zuhause.“
       
      Damit war es auch um Deans Beherrschung geschehen und zum ersten Mal - seit wie langer Zeit eigentlich? - lachte er aus vollem Herzen. Ein kleiner wehmütiger Stich begleitete dieses Gelächter, als er stumm fragte. 'Cair, kannst du das sehen?'
      -
    • Ich hatte ganz vergessen, dass Sam und Bobby noch gar nichts von Máire Fähigkeit, in anderer Leute Träume eindringen zu können, wussten. Also mal ehrlich, würde mir jemand erzählen, er oder sie könnte in meinen Träumen rumstöbern, dann wäre ich alles andere als begeistert davon. Wer weiß, was man so alles träumt - ich zumeist selber nicht. *;)*

      Ja, wenn die Richtigen mit Winchester Sturköpfen reden, dann klappt das auch mit dem Umdenken. *;)*

      Es freut mich, dass Dean und Máire über alles reden können, sich einig sind und sogar Zukunftpläne schmieden. Dann werden sie wohl für die nächste Zeit ihre Zelte in Sioux Falls aufschlagen.

      Die Vorstellung von Dean an einem Stand auf einem Schulfest oder beim Elternsprechtag, ist auch wirklich zu surreal. Obwohl an einer Schießbude würde er sich sicher gut machen. *;)*

      Schön, dass Dean über die Witzeleien lachen kann. Wenn er seinen Humor noch nicht gänzlich verloren hat, lässt das auf Zukünftiges hoffen.

      Fällt mir gerade ein. Wer wird jetzt eigentlich der neue Hüter in Summit?
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!
    • @Leonie

      Ich wollte ehrlich gesagt auch niemanden in meinen Träumen stöbern lassen. *:D* Aber Máire hat ja jetzt versprochen, es bei den Brüdern zu lassen. *;)*

      Dieses Gespräch zwischen Dean und Máire zeigt eigentlich schon recht gut, wie die Zukunft zwischen den beiden aussehen wird. Und Máire wird nicht zu allem ja und Amen sagen. *lach1* Doch ich finde man liest schon heraus, dass die beiden beginnen eine echte Bindung aufzubauen. *:)*

      Als beim schreiben immer mehr klar wurde, dass Dean die Verantwortung für Máire übernehmen wird, drängte sich auch dieses Bild vom Schulalltag auf. Und ich musste lauthals lachen, als ich mir vorstellte wie Dean zum Elterngespräch auftaucht und mit Mörderblick erstmal den Revolver auf den Tisch legt, bevor er sich hinsetzt. *lol1*

      Es war mir wichtig zu zeigen, dass Dean auch noch ehrlich lachen kann, aber auf der anderen Seite eben auch um Mac trauert und sie vermisst. Aber eben nicht mit dieser zerstörerischen Verzweiflung.

      In Begraben wurde ja bereits mal erwähnt, dass Mac bereits einen Nachfolger ausgebildet hat, als Máire sich gegen ein Dasein als Hüter entschied. Von daher ist es also nur ein logischer Gedanke, dass mit Macs Tod die Aufgabe an diesen Nachfolger ging. Der Vorgang wurde ja auch schon in Five mal kurz erwähnt, als es um die anderen, getöteten Hüter ging.

      Es wird allerdings auch in dieser Story zu einem späteren Zeitpunkt noch mal kurz erwähnt werden, um auch diesen Punkt rund abzuschließen. *:)*

      @Melinda

      So langsam fangen alle Beteiligten an nach vorne zu blicken und das ist auch gut so. *:)* Ich schätze mal du magst den Gedanken mit der Verbrennung von Mac nicht so, weil es eben ihren Tod irgendwie endgültig werden lässt. Da geht es dir wohl nicht anders, als auch Dean und den anderen. Und letztlich auch mir. *seufz*

      Da ich das Ende kenne, setzte ich jetzt einfach mal ein Mona Lisa Lächeln auf und warte ganz beruhigt ab. *:D* *Melinda mal knuddeln muss *umarm* *
    • *lach1* Mensch...wenn du mich sehen könntest...ich habe Tränen in den Augen vor Lachen...dabei ist das Kapitel anfangs sehr bedrückend...
      Erst das Gespräch zwischen Bobby und Sam...dieses Problem wieviel man Máire preisgeben sollte...Bobby und die Vaterolle...das fand ich schon immer schön bei diesem Dreiergespann...erst beruhigt er den einen und dann versucht er den anderen ins Gewissen zu reden...aber Bobby ist äußerst direkt und ich glaube das war die richtige Herangehweise...Dean nutzt die Ausrede, dass er einach nur nicht ignorieren will, was ihn die Erfahrung und John gelehrt hat...aber am Ende gibt er, zumindest glaube ich das, den Hauptgrund dafür an... Karen hatte damals wohl recht...Damals wusste Dean nichts von Liebe...und deswegen hat er wohl auch nicht verstanden, dass diese 5 Tage, die Bobby mit ihr verbracht waren, keinesfalls ein Geschenk waren...denn wie oft, kann man die Person verlieren, die man liebt, ohne wahnsinnig zu werden...aber ich finde Bobbý´s Vorschlag eigentlich ganz gut...erst mal was riskieren und sich nicht um ungelegte Eier sorgen...und Dean sagt ja selber, dass Mac keinen Grund hatte in Diesseits zu verbleiben...aber diese Angst, sie nocheimal zu sehen und sie dann noch einmal zu verlieren...ich glaube, er weiß, dass nicht Mac das Problem hat loszulassen, sondern er...denn er hat immer noch die Haarsträhne....und ich glaube für Máire würde er das Risiko wirklich eingehen....

      *hihi* Màire ist wirklich Dean´s Tochter...diese Entschuldigungsgeste *:D* ....gut, dass Onkel Sam weiß, wie er die Situation entschärfen kann...dann musste ich das erste Mal lauthals lachen...Sam´s Panik, was Màire noch so in seinen Träumen gesehen haben könnte...Máire passt perfekt in diese Jägerfamilie...sie hat den gleichen Wissensdurst wie Sam und den gleichen Charakter von Dean...ja, ja...dieses Mädel haben Dean und Mac perfekt hinbekommen...

      Aber das Gespräch zwischen Dean und Máire war rührend und witzig zugleich...rührend, weil sie nachgibt und das in dem Augenblick, wo Dean darüber nachdenkt, ob er für ihretwillen nachgeben will...Aber diese Lösung ist vielleicht das Beste...ein Komproniss mit den beiden Seiten gut leben könnten...Das Gespräch, wo sie dann leben wollen finde ich klasse...und damit kommt dann auch die Frage auf, ob Ben ihr Bruder ist...hmm...Dean betrachtet ihn als Sohn, obwohl er es ja nicht so sein soll...ich frage mich gerade, ob es vielleicht einen Zeitpunkt gibt, wo er sich wünscht, dass Ben sein leiblicher Sohn ist....wenn ich Máire´s Kommentar bzgl. Ben einfach mal mehrdeutig sehe *;)*
      Die Idee, einfach bei Bobby zu leben, finde ich gut...Dreamer wäre bestimmt ein guter Schrottplatzhund....und dass Bobby ein guter Babysitter ist...uupss...ich meine natürlich Teeniesitter *:D* wissen wir ja....
      Aber das Dean wirklich die Jagd aufgeben könnte...ich glaube, das wäre echt schwer vorstellbar...und gegen die Tochter seiner Logik zu argumentieren ist vergebliche Lebensmüh...zumindest behaupte ich das jetzt erst mal ganz kühn...

      Ja,ja...das Gespräch zwischen den Männern...da wären wir dann bei den Tränen in den Augen vor Lachen angekommen...Sam´s Argumentation gefällt mir
      Spoiler anzeigen
      gerade wenn ich an die 8. Staffel denke

      Aber die Vorstellung: Dean bei Elternabenden *lol1* und Bobby´s Kommentar mit dem Revolver... *lach1* ...ich konnte vor Lachen nicht mehr...und auch bei Dean löst es ein wenig von der Spannung, die nun bei ihm herrscht, welche in dem Tod von Mac und die damit verbundene alleinige Verantwortung als Elternteil für die Tochter begründet ist...


      Ein supergutes Kapitel....Traurig, witzig...und so schön beschrieben... ich freue mich schon auf das nächste Kapitel..aber ich muss mir unbedingt noch Zeit nehmen in die OneShot-Abteilung zu verschwinden *;)* und wahrscheinlich mal auf einer anderen Plattform stöbern...aber im Moment ist ein wenig Stress bei mir...neben den alltäglichen Dingen muss ich mich nämlich noch um die Erziehung/Therapie unseres Hundes kümmern..daher bin ich viel auf dem Hundeplatz und draußen...aber diese Zeit werde ich mir auf alle Fällen noch nehmen...versprochen
    • @ Winchester-Fan

      Ich antworte morgen früh nochmal richtig auf dein absolutes Hammerreview. *umarm* Schön das du dir die Zeit genommen hast. *heart*

      [Edit]

      *total happy grins* Na wenn du Tränen in den Augen hast, muss ich ja was richtig gemacht haben. Und ja, ausnahmsweise sind es mal Lachtränen....jippie *lach1*

      In meinen Augen war Bobby schon immer der perfekte Ersatzpapa für die Jungs und in dem Kapitel habe ich das auch so richtig ausgelebt. Wie man sieht, gehen die Jäger nachher doch auf Nummer sicher und Mac wird verbrannt. Aber ich finde man kann hier auch Deans Punkt bestimmt gut nachvollziehen und die Folge mit Karen kam mir da sehr recht. ^^ So konnte ich Deans Zwiespalt recht plausibel begründen und dieser Gedankengang von Dean, wird auch später noch eine Rolle spielen. *:)*

      Hehe, ich mag diesen kleinen Teil mit Sam und Máire. Über die beiden im Gespannt könnte man bestimmt auch so manche Geschichte schreiben. Vielleicht mal in Form eines One Shots oder so. *lächel*

      In dem Gespräch zwischen Dean und seinter Tochter stecken ja eine Menge Entscheidungen drinnen und ich finde man kann dort schon sehr gut rauslesen, wo es in ihrem Miteinander mal hingehen wird. Also wie die beiden miteinander klar kommen werden :)

      Was Dean angeht, so kann ich ihn mir nur als Hunter vorstellen und in S6 können wir ja auch erahnen, dass ein Ausstieg für ihn nicht funktionieren würde, solange er wüsste, dass Sam noch da draußen ist. :) Und frag nicht was ich schon alles an Kopfkino hatte, betreffs Dean und Schule. *lol1* Vielleicht kommt da bei Gelegenheit mal ein One Shot. *lach*

      Dann sage ich Danke für das tolle Review :love: Und vor allem wünsche ich viel Erfolg mit dem Hund. *umarm*


      Jetzt geht es erstmal mit Deans Kapitel weiter. ^^

      -
      Deans Kapitel



      „Mr. Winchester? Mr. Bell erwartet sie jetzt.“ Die freundliche Sekretärin schenkte ihm noch ein warmes Lächeln und wandte sich wieder ihrem Monitor zu.

      Dean atmete ein letztes Mal tief durch, bevor er die Mappe mit den Unterlagen nahm und sich dem Gespräch mit dem Notar stellte.

      Jason Bell stellte sich als sympathischer Mitfünfziger heraus, dessen braune Augen amüsiert hinter runden Brillengläsern hervorblitzten. Ein dunkler Haarkranz rahmte eine wie poliert glänzende Glatze ein und der dunkle Anzug kaschierte die angesetzten Fettpölsterchen geschickt. „Mr. Winchester.“ Offensichtlich begeistert, streckte der Notar ihm die Hand zum Gruß entgegen.

      Dean ergriff diese und wurde sofort reichlich durchgeschüttelt. „Fast schon hätte ich gedacht, sie existieren gar nicht, doch Miss MacKenzie hat immer darauf bestanden, dass sie irgendwann die hinterlegten Papiere abholen würden. Eine sehr beharrliche Frau, ist sie das nicht?“

      Etwas überrumpelt von dieser Begrüßung, war Dean nicht zu mehr als einem gequälten Nicken in der Lage.

      „Oh, ich muss mich entschuldigen. Ich lasse sie gar nicht zu Wort kommen. Setzen sie sich. Was führt sie zu mir, Mr. Winchester?“

      „Sie haben es ja schon selber angesprochen, Mr. Bell. Scheinbar wurden hier Papiere für mich hinterlegt und ich bin hergekommen, um diese abzuholen. Mac … Miss MacKenzie hat mir nur eine Nachricht hinterlassen, dass sie etwas bei ihnen deponiert hat. Unter anderem auch ihr Testament.“ Bei seinen letzten Worten sah Jason Bell ungläubig auf, doch ein Blick in das Gesicht seines Gegenübers sagte ihm, dass es sich dabei um keinen schlechten Scherz handelte.

      Das Gesicht des Notars nahm die Farbe saurer Milch an. „Das ist …Sie hat mir mal das Leben gerettet, wissen sie?“ Für einen Moment verlor der Mann jedes geschäftsmäßige Gehabe.

      „Ja, sie hat das erwähnt.“

      Einen Moment herrschte Stille, bis sich Jason sichtbar zusammenriss. „In dem Fall werden sie die Papiere vermutlich dringend benötigen. Es geht um die Vaterschaftsanerkennung für ihre gemeinsame Tochter Máire. Sie hat die Papiere fertig unterschrieben bereits kurz nach der Geburt des Mädchens hier hinterlegt, es fehlt nur noch ihre Unterschrift in meinem Beisein, um alles perfekt zu machen. Damit sollten sie keine Probleme haben, dass Sorgerecht für das Mädchen zu erhalten, sollte das ihr Wunsch sein.“ Forschend ruhte Bells Blick auf seinem Gegenüber.

      „Ihre Geburt? Aber das ist fünfzehn Jahre her?“

      „Ich sag ja Mr. Winchester, wir dachten schon sie sind ein Geist.“
      Kopfschüttelnd zwang sich Dean nicht mehr darüber nachzudenken, dass Mac scheinbar nie die Hoffnung aufgegeben hatte, dass Vater und Tochter irgendwann mal vereint sein würden. Die Unterschrift war schnell geleistet und ein spürbares Gewicht war damit von seinem Herz genommen.

      Das Testament hielt eine weitere Überraschung für ihn bereit. Tatsächlich war er als Haupterbe eingetragen und sollte auch Máires Anteil bis zu deren Volljährigkeit verwalten. Für den Fall seiner Abwesenheit war Mr. Bell als Treuhändler eingesetzt worden.

      „Doch das ist ja zum Glück nicht mehr nötig“, erklärte dieser erleichtert.

      Nach seinem Besuch bei dem Notar, drängte es Dean in Macs Haus zurückzufahren, wo Máire bereits dabei war, in ihrem Zimmer zu packen. Auf dem schmalen Trampelpfad, der zu Macs Haus führte, blieb er stehen. ‚Nein, zu meinem Haus‘, korrigierte er sich selber. Was sollte er mit einem eigenen Haus?

      Máire hatte auf diese Frage eine überraschend einfache Antwort. „Na, du verkaufst es.“ Ungerührt fuhr sie dabei fort, Bücher in einen Karton zu stopfen. Dean sah es schon kommen, sie würden einen Gabelstapler brauchen, um die ganzen Kisten hier herauszubekommen.

      „Sicher, dass du nicht mehr hierher zurück willst?“ Er nahm eines der Bücher wieder aus der Kiste, welches sie eben reingeworfen hatte. Alice im Wunderland. „Das ist jetzt nicht dein Ernst?“ Das Buch landete auf dem Stapel Altpapier, wo es prompt wieder verschwand, sobald Dean nicht mehr hinsah.

      „Ich bin mir sicher, Dad. Es ist sowieso viel zu groß für dich und mich.“

      Dem konnte Dean kaum widersprechen und eben die Größe sollte sich in den nächsten Tagen noch als fatal erweisen. Es war unglaublich, wie viel Müll beim entrümpeln anfiel. Und leider auch, wie der Kistenstapel wuchs, der mit nach South Dakota sollte. Das Meiste erledigten sie selber, um Geld zu sparen. Sam und Ben kamen ebenfalls vorbei und halfen, wo es nur ging.

      Nach drei langen Tagen, war endlich so etwas wie Land in Sicht. Mit einem Seufzen nahm Dean das Foto aus Macs Kindertagen von dem Regal und verstaute es in einem Karton, mit den anderen Fotografien und Bildern. Es war für ihn ein merkwürdiges Gefühl gewesen, derart in Macs Privatsphäre einzubrechen. Beim ausräumen hatte er Dinge entdeckt, die ihn traurig oder auch neugierig gemacht hatten. Aber auch solche, die ihn hatten lachen lassen.

      Sie waren gezwungen gewesen vieles zu entsorgen oder zu spenden. Hier und da hatte Máire still etwas wieder aus einem Karton genommen, der nicht für South Dakota bestimmt war und es dann in eine ihrer eigenen Kisten verstaut.

      Als Dean am Vortag den Kleiderschrank geleert hatte, gab so einen Moment. Etwas verwundert hatte er innegehalten, als nach einer Menge Jeans, Blusen und Shirts, weit hinten im Schrank ein Kleid zum Vorschein kam. Über den weichen, dunkelblauen Stoff streichend fiel ihm auf, dass er Mac nie in einem Kleid gesehen hatte. Máires Stimme in seinem Rücken ließ ihn ertappt zusammenzucken.

      „Das war Mums Lieblingskleid. Doch ich habe nie gesehen, dass sie es getragen hat. Ich hab sie immer gefragt, warum sie es noch aufhebt und dann hat sie immer gelächelt und gesagt: Das ist für später.“

      Aus irgendeinem Grund, den er nicht benennen konnte, fiel es Dean schwer das Kleid zu den anderen Anziehsachen zu legen. Er war erleichtert als Máire ihm in die Hand fiel und mit einem leisen „Ich möchte es behalten“ die Sache entschied.

      Ins Hier und Jetzt zurückkehrend, verschloss er den letzten Karton mit Klebeband und trug diesen zum Impala. Sam und Ben waren bereits mit einem gemieteten Kleinlaster nach Sioux Falls unterwegs. Seine Stimme hallte ungewohnt nach, als er in das nunmehr leere Haus zurückkehrte und nach Máire rief. Hier blieb nichts mehr zu tun, ausser noch den Schlüssel beim Makler abzugeben.

      Mit einer Reisetasche über der Schulter, verließ Máire das Haus, in dem sie die letzten fünfzehn Jahre verbracht hatte. Während Dean noch alles ordentlich verschloss, stand sie auf der Wiese und nahm noch einmal jede so vertraute Einzelheit in sich auf. Wortlos trat ihr Vater neben sie und legte einen Arm um ihre Schulter und zog sie so ein wenig an sich.

      So vereint nahm jeder für sich Abschied. Sei es von einer unbeschwerten Kindheit oder einer haltgebenden Erinnerung.

      Bis eine Unterkunft in Sioux Falls gefunden war, lebten die beiden provisorisch bei Bobby. An ihrem ersten Abend, nach ihrer Rückkehr aus Summit, kam Máire spät Abends zu Dean, der noch auf der Couch durch die Programme zappte.

      Verwundert zog er die Brauen hoch, als sie sich neben ihn setzte und ihn mit einem unergründlichen Blick musterte. „Alles in Ordnung?“

      Máire drehte eine CD in ihren Händen. „Ja schon. Es ist nur, es gibt da was und ich denke, du solltest es haben. Jetzt, wo ich mehr über die Vergangenheit weiß, glaube ich, es ging da häufig um dich.“

      Verwirrt nahm Dean die CD und realisierte gar nicht, dass er schon wieder alleine war. Auf dem CD Cover war ein mystisch anmutendes Bild von Stonehenge im Schein der aufgehenden Sonne. Auf der Rückseite waren einige Liedtitel aufgelistet. Der vierte Song stach ihm direkt ins Auge „You can sleep while I drive“. Er drehte erneut das Album und las nun genauer nach. Die Sängerin trat lediglich unter dem Synonym Fox auf und der Titel der CD war „This is not goodbye“. Er konnte es kaum glauben, Mac hatte wirklich ihre Songs aufgenommen?

      Tatsächlich hatte die Hüterin unter einem kleinen Label dieses eine Album veröffentlicht. Nicht das sie damit sonderlich bekannt geworden wäre, doch darum war es ihr auch nie gegangen. Eine kurze Widmung bei dem Song „This is not goodbye“ ließ Dean stutzen. Lediglich ein „For D.“ Mit einem flauen Gefühl im Magen wählte er diesen Track und erkannte bereits nach wenigen Zeilen, warum Máire davon überzeugt war, dass es hier um ihren Vater ging. Ihm war sofort klar, wann sie dieses Lied geschrieben haben musste und die Ironie, dass diese Zeilen heute noch genauso treffend wie vor sechzehn Jahren waren, schnitt ihm schier die Luft ab.


      Bravely you let go of my hand
      I can't speak yet you understand
      Where I go now I go alone
      This path I walk these days of stone

      And the angels are calling


      Days of Stone … leise schnaubend erinnerte sich Dean an die mächtigen Riesen in Stonehenge, die nicht weniger beeindruckend waren, als der Opferstein in Bath. Und beide Male war sie im Schatten der Steine gegangen.

      I must go away
      Wait for me here
      Silently stay
      And don't ask me why
      Only believe
      This is not good bye


      Er hatte aufgehört nach dem „warum“ zu fragen. Aber nicht aufgehört zu warten. Stumm, unfähig diese Hoffnung, welche sie in sein Herz gepflanzt hatte, auszusprechen, aus Angst davor, dass dann auch die letzte Strebe brach, welche ihn aufrecht hielt. Er musste ihr einfach glauben, dass dies kein Lebwohl war.


      I gathered all my courage
      I shaved off all my fear
      With this banner on my shoulder
      I hold your essence near


      Seine Augen brannten bei diesen Zeilen und er machte sich nicht die Mühe, die Tränen wegzuwischen, welche aus seinen Augen entkamen. Vor sich sah er seine Mac, die störrische Haarmähne vom englischen Wind zersaust und in ihren Augen ein Strahlen, das er nur einmal so bei ihr sah. Hatte sie wirklich ein Stück von ihm mitgenommen? Oder war ein Stück von ihr etwa noch bei ihm?

      Manchmal glaubte er, dass es so war. Und wenn er alleine war, sah er dann verstohlen in den Himmel auf.

      Only believe
      This is not good bye


      Eine neue Ruhe überkam Dean, als Cairs Stimme ihm versicherte, dass es für sie ein Wiedersehen gab. Sie hatte es schon immer gewusst, und wenn sich sein Rotfuchs etwas in den Kopf gesetzt hatte …

      Still lauschte auch Castiel dem Song. Er hatte ihn schon so oft gehört, meistens wenn Mac alleine in ihrem Garten saß. Melancholie nannten die Menschen wohl das Gefühl, dass ihn nun überkam. Deans Tränen lössten in ihm eine Welle der Schuldgefühle aus. Galt ein Engel nicht als allmächtig? Wie konnte es dann sein, dass er nicht in der Lage war, die Leiden seines Freundes zu lindern?

      Kurze Zeit später war Dean wieder alleine, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass er es zuvor nicht gewesen war.
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      Nur zwei Wochen später ging das Kistenräumen erneut los, als Dean ein passendes Haus in der Nähe von Bobbys Schrottplatz gefunden hatte. Als Mieter trat allerdings Bobby auf, da sie diesmal vorhatten länger zu bleiben und Deans Scheinidentitäten dafür nicht herhalten konnten. Zwar wollte der Winchester das zuerst nicht annehmen, doch sein Ziehvater ließ es sich nicht nehmen und brummte nur etwas wie „Wir regeln das unter uns“ in seinen Bart.

      Amüsiert beobachtete Sam, wie sich sein Bruder Stück für Stück aus der Illegalität herauskämpfte, in welcher sich die beiden quasi schon seit Kindheit an bewegten. Dabei maulte Dean immer über die sturen Behörden, den vielen Papierkram und wie einfach doch alles ohne offiziellen Wohnsitz und mit gefälschter Krankenversicherung und gestohlener Kreditkartenidentität war. Mit ein wenig himmlischer Hilfe schafften sie es aber tatsächlich, Dean eine fast weiße Weste zu verschaffen.

      Obwohl Máire ihm unumwunden erklärte, dass er wegen ihr keinem legalen Broterwerb nachgehen musste, begann Dean sich ein zweites Standbein aufzubauen, indem er auf Bobbys Schrottplatz anfing alte Autos zu restaurieren. Mit der Hilfe des älteren Jägers fanden sich schnell drei Kunden, welche Arbeit für die nächsten Wochen garantierten.

      Der erste Wagen war noch nicht hergeschleppt, als Sam bei einem gemeinsamen Kaffee in der Küche erklärte, er werde am nächsten Tag zu einer Jagd aufbrechen. Eine Tagesreise entfernt trieb wohl ein Rougaru sein Unwesen.

      Máire blickte von ihrem Buch auf, in dem sie bis eben gelesen hatte. „Ein Rougaru? Den solltest du aber nicht alleine jagen.“

      Sams Augenbrauen fuhren überrascht in die Höhe, angesichts der Belehrung seiner Nichte. Sein belustigtes „Ach, sollte ich nicht?“ wurde von Deans drohend geknurrtem „Máire!“ abgeschnitten.

      Die Gerügte sah mit Unschuldsmiene auf. „Daaaaad.“ Aus ihren Augen blickte ihm mal wieder sein eigener Starrsinn entgegen. „Warum reinigst du noch immer täglich deine Waffen, wenn du wirklich aufhören willst zu jagen?“

      „Du sollst verdammt noch mal die Finger von meinen Waffen lass...“

      „Und leerst nicht das Geheimfach im Kofferraum vom Impala?“, unterbrach sie ihn ungerührt.

      Sam gluckste vergnügt. Es war wirklich interessant zu sehen, wie sein Bruder mal auf einen Sturkopf traf, der dicker war als sein eigener.

      „Wenn du nicht mitgehst, dann mach ich das“, verkündete sie trocken.

      Für einen Moment schien jeder die Luft anzuhalten, doch dann erwiderte Dean nur unerwartet ruhig. „Sam würde dich nicht mitnehmen.“ Er musste nicht mal zu seinem Bruder sehen, er wusste, der würde diesen Wunsch nicht ignorieren.

      Doch immer noch hatte er die Rechnung ohne seine Tochter gemacht. „Dann geh ich mit Adam.“

      Darauf fiel Dean auch nichts mehr ein. Sein Blick zuckte zu Sam, der jedoch ebenso ratlos aussah wie er selber. Er konnte das Mädchen ja kaum an einen Baum ketten. Und im Grunde hatte sie ja Recht, er war einfach kein Mechaniker, auch wenn er damit jetzt seinen legalen Lebensunterhalt bestritt. Denn auf der anderen Seite war er immer noch ein Jäger und würde das auch immer bleiben. Diesen Instinkt und das Wissen legte man nicht einfach ab, wie einen alten Mantel.

      Ein verschmitztes Lächeln huschte über Máires Gesicht, als sie die folgende Stille als das deutete, was sie letztlich auch war.

      Die Kapitulation.
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      Kritisch betrachtete Dean den '66-er Shelby. Im Augenblick machte der Wagen wenig her und was ihn gerade am meisten beschäftigte, waren die allesamt maroden Leitungen und Dichtungen. Da lag ein gutes Stück Arbeit vor ihm. Entschlossen griff er sich einen Schraubenschlüssel und ging daran die ersten Leitungen auszutauschen.

      Es war noch früh am Morgen. Máire würde jetzt wohl in der Schule angekommen sein, Bobby war noch im Haus und Adam war unterwegs. Lediglich der Wolf leistete ihm Gesellschaft. Ganz in seine Arbeit vertieft, fing er an ein Lied zu pfeifen. Minutenlang arbeitete er weiter, bis Dean innehielt, als ihm klar wurde, was eben passiert war.

      Er war glücklich gewesen. Für ein paar Minuten waren die Schatten seines bisherigen Lebens gewichen und er war nur ein ganz normaler Mann gewesen, der sich um seine Arbeit kümmerte und sich dabei um die Schulnoten seiner Tochter sorgte, um die Freunde, die sie zweifellos demnächst mit nach Hause schleppen würde, und darüber, wie er sie dazu brachte ihr dreckiges Geschirr selber aufzuräumen.

      Naja, vielleicht nicht eine ganz so normale Familie, wenn er daran dachte wie Máire mit Bobby zusammen die alten Sprachen studierte, mit Castiel die henochischen Siegel durchging und mit Sam den Kopf über alten Büchern zusammensteckte und dort die Existenz von Meerjungfrauen und Einhörnern diskutierte.
      Wie so oft in solchen Momenten, sah Dean verstohlen in den Himmel auf. Das Gesicht zu einem bitteren Lächeln verzogen.

      Und obwohl Dean sich bemühte, dies nie jemanden zu zeigen, befand sich da doch jemand ganz in seiner Nähe, der diese schon wohlbekannte Geste mit einem Seufzen zur Kenntnis nahm, bevor er mit einem leisen Flügelschlagen wieder unbemerkt verschwand.

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