Supernatural - Threshold - completed

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    • Supernatural - Threshold - completed

      Autor:
      angelinchains

      Haupt-Charaktere:
      wie in der Serie und ein paar von meinen

      Handlungsplott:
      Nach einer größeren Schlacht gegen das Dämonengesocks, steht Sam vor einem schier unlösbaren Problem während Dean anderen Orts darum kämpfen muss, seine Seele nicht zu verlieren.

      ist unabhängig von allen ausgestrahlten Folgen

      Kapitel:
      7

      Disclaimer:
      Die Rechte an den Original-Charakteren der Serie Supernatural liegen bei CW. Die Rechte an allen weiteren Charakteren sowie der aktuellen Storyline liegen bei mir. Ich hege mit dieser Story keinerlei kommerzielle Absichten, sie dient allein dem Vergnügen der Fans.

      FSK16


      Chapter 1

      Mit zittrigen Fingern versuchte er ein Streichholz anzureißen. Es klappte erst beim dritten Versuch. Dann entzündete er die erste von fünf schwarzen Kerzen, die sich jeweils an den Spitzen des Pentagramms befanden, dass er mit roter Kreide auf den Boden gezeichnet hatte. Bis alle Kerzen brannten, hatte er drei Streichhölzer verbraucht. Sein Körper war eine einzige Wunde, aber es war ihm egal, denn jetzt war es an der Zeit, ein Versprechen einzufordern, dass ihm einst gegeben worden war.

      +++++++++

      Sie hatten mit dem Mut von jungen Löwen gekämpft. Sich tapfer in die Schlacht gestürzt, in dem Bewusstsein, es könnte ihre letzte sein.

      Für einen von Ihnen war es tatsächlich so gewesen. Die Schlacht war geschlagen, sie hatten gesiegt und als der jüngere der beiden sich hilfesuchend umsah, entdeckte er seinen Bruder, wie er mit ausgestreckten Beinen am Boden saß, den Rücken an die raue Wand gelehnt. Eine dunkle Flüssigkeit breitete sich langsam aus und versickerte in der aufgewühlten Erde. Nein, nein, das durfte nicht sein, um Himmels Willen, alles nur das nicht.

      Sam warf seine Machete zur Seite und fiel auf die Knie. Deans Augen waren geschlossen, seine zerfetzte Brust hob und senkte sich kaum merklich.

      Sam schluckte und zog den schlaffen Oberkörper seines Bruders in seine Arme, "nein, nein, bitte tu mir das nicht an", flüsterte er mit tränenerstickter Stimme, "das hab ich nicht gewollt. Bitte Dean, bleib bei mir."

      Langsam tauchte Dean aus der Dunkelheit die ihn umfangen hatte auf und versuchte seinen Kopf zu heben. Es wollte ihm nicht so recht gelingen, Gott fühlte er sich erschlagen.

      "Dean?! Dean?!" rief Sam aufgeregt, als er bemerkte, dass sich sein Bruder bewegte. Er sah, wie er den Kopf heben wollte, seine Muskeln ihm aber nicht gehorchten.

      Sam half ihm mit der einen Hand, während er ihn mit der anderen weiter stützte.

      "Dean, Gott sei Dank, du lebst", sagte er, während die Tränen sich unaufhaltsam ihren Weg über sein zerschundenes Gesicht bahnten.

      "Seh ich genauso beschissen aus wie du?" flachste Dean.

      Sam nickte, "mindestens, wenn nicht noch schlimmer."

      Dean schenkte ihm ein schwaches Lächeln und leckte sich müde über die Lippen, "hör mal Sammy, du weißt, dass hier Endstation für mich ist."

      Sam drückte ihn fester an sich, "nein, nein, das ist nicht wahr, das kriegen wir wieder hin. Ganz sicher. Ich bring dich jetzt zum Wagen und dann …"

      Dean schloss seine Augen für einen Moment und schüttelte kaum merklich den Kopf. Als er sie wieder öffnete glitzerten Tränen darin, "ich liebe dich Sammy, das weißt du doch, oder?"

      Sam wiegte ihn wie ein kleines Kind und nickte, "natürlich weiß ich das und deshalb kannst du mich verdammt noch mal nicht alleine lassen."

      Dean zog den rechten Mundwinkel ein wenig nach oben, "du schaffst das schon. Da bin ich mir sicher. Du hast viel von mir gelernt und du wirst die Scheißkerle alle zurück in die Hölle schicken, da bin ich mir sicher." Er musste husten und ein Blutschwall ergoss sich über Sams Hemd.

      Er vergrub das Gesicht in den Deans Haaren, "bitte, das kannst du mir nicht antun. Du hast versprochen mich zu beschützen, verdammt nochmal. Hörst du, du hast kein Recht dazu dich einfach aus dem Staub zu machen.

      Keine Reaktion, Sam schüttelte ihn sanft.

      Deans Kopf fiel zurück, seine toten Augen starrten ins Nichts. Sekundenbruchteile später zerriss ein unmenschlicher Schrei die Stille der Nacht.

      +++++++++++

      Jetzt lag Dean tot auf dem Sargdeckel der Gruft in der Sam sein Ritual vollzog. Sobald sein Blut sich mit dem übrigen Inhalt der Schale vermischte, gab es kein Zurück mehr. Mit seiner rechten Hand umschloss er ganz fest die Athame. Er zögerte einen Moment und blickte zu Deans Leichnam hinüber. Dann zog er sie mit einem Ruck nach unten. Er fühlte sich so leer, dass er nicht einmal das Gesicht verzerrte, als der Schmerz seinen Körper durchzuckte. Fasziniert beobachtete er, wie das Blut in die Schale tropfte. Als es anfing sich mit den anderen Ingredienzien zu vermischen entstand ein zischendes Geräusch. Ohne das Dämonenblut in seine Adern wäre das Ritual undurchführbar gewesen. Der Schein der Kerzen flackerte und warf bizarre Schatten an die Wand. Einmal sah es sogar so aus, als würde sich Deans Körper aufbäumen. Doch er musste sich getäuscht haben.

      Ein eisiger Windhauch fegte durch das Gemäuer. Die Spinnweben fingen an zu tanzen wie von Geisterhand bewegt. Es fühlte sich an, als würde sich eine klamme Hand um Sams Herz legen, seine Nackenhaare sträubten sich. Ungeduldig blickte er sich um.

      "Wo bist du? Zeig dich endlich. Ich hab hier nicht ewig Zeit." Seine Stimme verhallte ungehört. Aber nur scheinbar. Zuerst sah es so aus, als würde der Wind den Staub in der Gruft vor sich hertreiben, doch langsam wuchs er zu einem Gebilde an, schraubte sich in die Höhe, wurde dichter und verwandelte sich in eine Gestalt.

      Sam schluckte, es hatte tatsächlich funktioniert, nun brauchte er nur noch die Einlösung des Versprechens verlangen.

      +++++++++

      Halb blind stolperte Dean durch die Dunkelheit. Er war gerade eben in Sams Armen gestorben, oder nicht?

      "Sam?" fragte er unsicher, "Sam, bist du da? Wenn ja, dann sag mal was."

      Er fror entsetzlich und rieb sich die Oberarme, "Mann hier isses vielleicht arschkalt. Kann mal einer die Heizung anstellen?"

      Irgendwas zog haarscharf an seinem Kopf vorbei. Er konnte sich noch rechtzeitig ducken. Gleich darauf passierte es erneut. Langsam gewöhnten sich seine Augen an die Dunkelheit. Fledermäuse schwirrten durch die Luft, sie waren anscheinend dabei, ihre Schlafstätten zu verlassen.

      Ein wenig hysterisch wuselte Dean mit seinen Händen durch sein Haar, "verschwindet ihr Biester. Wehe eine von Euch beißt mich, dann beiß ich zurück", schimpfte er.

      Die Viecher waren genauso schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht waren. Jetzt erkannte er auch den Ort an dem er sich befand. Auf jeden Fall war es nicht die Hölle, außer sie wäre zugefroren, denn sein Atemhauch wurde sichtbar als er Luft ausblies.

      Unvermittelt zuckte ein Blitz vom Himmel und fuhr nur wenige Meter neben Dean in den Boden.

      "WHOA!" entsetzt sprang er zur Seite und sah nach oben, "DANEBEN!"

      Kaum hatte er ausgesprochen, stolperte er über eine Unebenheit am Boden und knallte der Länge nach hin.

      "Super", murmelte er und wollte gerade aufstehen, als erneut ein greller Blitz vom Himmel fuhr, diesmal schlug er nur Millimeter neben Deans Kopf ein.

      "DA …" die Worte blieben ihm im Hals stecken, denn vor ihm stand sein eigener Grabstein. Massiv, wie ein Fels in der Brandung.

      Es muss der blanke Irrsinn gewesen sein, der ihn dazu trieb, sich auf den Rück zu legen, mit seinen zu Fäusten geballten Händen in die Luft zu boxen und zu schreien, "ihr könnt mich doch alle am Arsch lecken. Wenn ihr denkt …"

      Der nächste Blitz fuhr ihm genau zwischen die Beine, ca. zehn Zentimeter unterhalb seiner Familienplanung.

      Mit blankem Entsetzen beobachtete er die kleinen Rauchwolken, die vor ihm aufstiegen.

      Die Typen waren gut, was immer sie auch mit ihm vorhatten, mit der letzten Aktion hatten sie ihn auf alle Fälle zum Schweigen gebracht. tbc
    • Chapter 2

      Die Umrisse der Gestalt, die sich aus der Staubwolke schälte, wurden klarer. Die Verwandlung wurde von zahlreichen kleinen Lichtblitzen begleitet. Sam kam sich vor wie im Stroboskoplicht einer Discothek. Nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei und das Wesen hatte sich vollkommen vor ihm materialisiert.

      "Akasha, es tut gut dich zu sehen", begrüßte Sam die dunkelhäutige Schönheit knapp.

      Sie trug einen hautengen, schwarzen Latexoverall und Motorradstiefel.

      "Sam Winchester, glücklich sieht man anders aus …" meinte sie und schenkte ihm ein mitleidiges Lächeln, "wo ist denn dein Bruder? Seit seiner Rückkehr aus der Unterwelt bekommt man euch ja nur noch im Doppelpack zu Gesicht."

      Als er nicht antwortete, sondern nur an ihr vorbeistarrte, drehte sie sich um.

      "Oh", meinte sie erstaunt und ging hinüber zu Deans Leiche.

      "Ich möchte, dass du dein verdammtes Versprechen einlöst und ihn wieder zum Leben erweckst", schnappte Sam.

      Akasha besah sich Dean genauer, strich mit ihren schlanken Fingern über seinen muskulösen Körper und meinte, "das wird kein Spaziergang. Seine Verletzungen sind schwer. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe."

      Sams Kiefer mahlten, "du kannst das, hör auf mit dem Theater. Du bist ein Spice, du könntest sogar einem Stein Leben einhauchen."

      Sie grinste süffisant, "nun übertreibst du aber Sam. Ein Stein hat keine Seele."

      Die Spice waren Wesen, die ihre Energie aus einer Quelle der Urkraft schöpften. Diese befand sich an einem streng geheimen Ort.

      Kurz nachdem Dean zur Hölle gefahren war, hatte Sam Akasha das Leben gerettet, ohne zu wissen wer sie war. Einer ihrer eigenen Leute war den Verlockungen der dunklen Seite erlegen und war drauf und dran, den ganzen Stamm auszulöschen und die Quelle zu vergiften. Die Folge davon wäre schrecklich gewesen. Das Sonnenlicht, das indirekt mit dieser Urkraft in Verbindung stand, wäre erloschen und ewige Dunkelheit hätte auf Erden geherrscht. Sam hatte Marak getötet und damit das schlimmste verhindert.

      Akasha schloss ihre Augen. Ihre Hände schwebten über Deans Leichnam, langsam begann das Spice aus ihren Fingern zu fliesen, es hatte die Konsistenz von Honig und die Farbe von Gletschereis.

      Sam hatte sowas schon mal gesehen, sobald der Körper komplett davon überzogen war, wurde es von den Poren aufgesogen, wie Wasser von einem Schwamm. Der "Tote" stand dann einfach wieder auf und ...

      "Nein", schrie Akasha unvermittelt und prallte entsetzt zurück.

      "Was ist? Wieso hörst du auf? Mach weiter", fauchte Sam.

      "D…D…Das kann ich nicht. Dein Bruder … seine Seele … sie ist nicht da."

      "Was? Das ist unmöglich. Sie muss da sein. Ich habe alles so gemacht, wie du es mir gezeigt hast", ungläubig starrte er sie an, "nein, du musst dich irren. Oder ist es etwa ein Trick …"

      Sie schüttelte den Kopf, "nein Sam, es ist kein Trick. Deans Seele ist nicht mehr in seinem Körper. Du weißt, dass ich niemanden zurückholen kann, der keine Seele besitzt."

      "Ja, aber …" Sams Blicke wanderten durch die Gruft, "was zur Hölle geht hier vor?"

      "Gegen wen habt ihr gekämpft", fragte sie.

      "Gegen irgendwelche Dämonen, was weiß ich. Sie haben zwei Städte terrorisiert, haben Menschen ihren Willen aufgezwungen und sie wie die Puppen tanzen lassen. Nichts Besonderes denke ich mal." Sam holte tief Luft und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, "mit solchen Wesen hatten wir es schon öfter zu tun."

      "Nein, hattet ihr nicht. Wäre es nicht besser, den Dämon zu kennen, den du austreibst?" hakte sie nach, "es waren Cryors. So ein verdammter Mist." Wütend schlug sie mit der Faust gegen den Steinsarkophag.

      "Cry … was? Von denen hab ich noch nie gehört oder gelesen", entgegnete Sam.

      "Ist ein Cryor in der Nähe, wenn jemand stirbt, bemächtigt er sich dessen Seele."

      "Aber da war niemand mehr, wir haben sie alle getötet", widersprach er.

      "Anscheinend nicht, denn sonst hätte dein Bruder seine Seele noch, ich könnte ihn wieder zum Leben erwecken und wir wären alle glücklich und zufrieden."

      "Danke für deinen Sarkasmus Akasha", knurrte Sam, "und was tut der Cryor jetzt mit Deans Seele? Verkauft er sie etwa an den Meistbietenden?"

      "Er behält sie, zu seinem Vergnügen. Er spielt mit ihr, quält sie und wenn er ihrer überdrüssig ist, saugt er sie in sich auf."

      "Hört sich an, wie ein schlechter Scherz", stellte er trocken fest.

      "Das ist es aber ganz und gar nicht?" Akasha besah sich Dean nochmal genauer.

      "Was ist?"

      "Nun, dein Bruder fängt an, den Weg alles Irdischen zu gehen. Was würde er dazu sagen, wenn du seine Seele rettest und dann ist sein Körper … naja du weißt schon."

      "Ich weiß ja nicht einmal, wo ich die verdammte Seele finden soll."

      Akasha stand jetzt vor dem Sarkophag, sie lehnte sich dagegen und verschränkte die Arme vor der Brust, "aber ich weiß es."

      Sein Kopf ruckte in die Höhe.

      "Ich meine, ich weiß nicht genau, wo sie steckt, aber ich hätte da so eine Ahnung."

      "Worauf warten wir dann noch?" sagte er und blickte ihr in die Augen.

      "Und was machst du in der Zwischenzeit mit Deans Hülle? Schmeißt du sie in den Kofferraum und fährst damit spazieren? Hier in der Gruft kannst du sie nicht lassen."

      "Ich … ich weiß nicht, ich könnte sie zu Bobby bringen", schlug er vor.

      "Nein, das wirst du nicht. Ich habe da eine viel bessere Idee und die verhindert auch, dass sein Körper verwest."

      Bevor Sam wusste, was geschah, fuhr Akasha in Deans Körper. Spice floss aus seinen Wunden, die sich augenblicklich schlossen. Einen Wimpernschlag später stand Akasha in Deans Gestalt vor ihm.

      "Na Sammy, was hältst du davon? Seh ich nicht saugeil aus?" sie imitierte sogar seine Stimme perfekt.

      Sam zog die Stirn kraus und starrte sie verblüfft an, "wie …?"

      Sie machte eine wegwerfende Handbewegung, "der Trick ist alt. Wir können über einige Zeit hinweg als Materie existieren." Akasha fing an auf und ab zu gehen, um sich an den Körper zu gewöhnen.

      "Akasha?"

      "Ja, Sam?"

      "Könntest du vielleicht einen Tick weniger mit den Hüften wackeln und versuchen, wie ein Mann zu gehen?"

      "Oh, sorry", meinte sie und grinste ihm breit ins Gesicht.

      ++++++++++

      Dean saß auf seinem Grabstein, baumelte mit den Beinen und lümmelte vor sich hin. Dabei formte er seine Lippen zu einem "O" und blies kleine Rauchwolken in die kalte Nacht.

      "Tolle Beschäftigung, macht Sinn und schadet auf keinem Fall der Umwelt", dachte er.

      "Ob die hier wohl alle an Langeweile gestorben sind?" fragte er halblaut, "wieso gibt's hier kein Kabel und keinen Kühlschrank?"

      "Sowas muss man sich bei uns erst verdienen", sagte eine Frauenstimme hinter ihm.

      "Whoaaaaa", mit den Händen rudernd knallte Dean rücklings vom Grabstein.

      "Ups", meinte die Frau kichernd.

      "Hahaha, ich könnt mich totlachen, wenn ich es nicht schön wäre", entgegnete Dean und rappelte sich auf.

      Vor ihm stand eine Frau, die einmal sehr schön gewesen sein musste. Doch mittlerweile hatte der Zahn der Zeit an ihr und ihren Klamotten genagt.

      "Wer sagt dir, dass du tot bist?"

      Dean zuckte die Schultern, "naja, im Gegensatz zu dir, seh ich wirklich noch frisch aus."

      Sie schenkte ihm ein Lächeln und entblößte dabei ihre verfaulten Zähne, "wir könnten viel Spaß miteinander haben. Ich habe schon lange auf Gesellschaft gewartet, mein lieber Dean. Ich bin Emmelie."

      Sie streckte ihm ihre, zum Teil verweste, Hand entgegen. Dean starrte darauf und kratzte sich nachdenklich am Hinterkopf, "bitte versteh das jetzt nicht falsch Emmelie. Ich weiß dein Angebot zu schätzen und ich bin auch älteren Damen gegenüber nicht abgeneigt. Normalerweise. Bloß, du bist ja schon am kompostieren."

      "Du bist oberflächlich, wenn du mich küssen würdest, wüsstest du wovon ich rede."

      Während sie sprach schmiegte sie sich eng an ihn und der Geruch von Verwesung stieg in seine Nase.

      Angewidert drehte er den Kopf zur Seite, "Emmelie, dein Parfum heißt nicht zufällig "Moschus Brutal"?"

      Sie fing an mit ihren dürren Fingern über seinen Rücken zu streichen und seinen Hals zu küssen.

      Die Haare in seinem Nacken stellten sich einzeln auf. Zaghaft versuchte er, sie von sich zu schieben.

      "Das würde ich an deiner Stelle nicht tun." Kaum hatte sie ausgesprochen, hörte er in der Ferne dumpfes Donnergrollen.

      Toll, das war wohl die Strafe für all die Internet-Porno-Abos und all die schmutzigen Filmchen, die er sich die ganze Zeit über reingezogen hatte. War das hier die Porno-Hölle?

      Sie hob ihren Kopf, "küss mich Dean Winchester", sagte sie, "küss mich und du weißt was es heißt …"

      "Mit seiner Zunge den Mülleimer auszulecken", ergänzte er, als sich ihr Gesicht seinem immer mehr näherte.

      "Küss mich!" ihr Ton wurde herrisch.

      Dean kniff seine Augen fest zusammen, in der Hoffnung die Alte würde einen Abgang machen. Irrtum, als er vorsichtig ein Auge öffnete, war sie noch immer da.

      "Küss mich!" brüllte sie ihn an. Rundherum zuckten Blitze vom Himmel.

      "Wenn ich draufkomme, wer dahintersteckt …" fauchte er. Dann nahm er all seinen Mut zusammen. Er schürzte seine Lippen, schloss die Augen und …"

      Zuerst meinte er, verfaulten Wackelpudding zu küssen, doch plötzlich wurden die Lippen unter den seinen fest. Der Gestank verflog, wich einem zarten Jasminduft und lautes Getöse war rund um ihn zu hören.

      Dean riss die Augen auf und starrte geradewegs in ein Paar dunkelbraune.

      "Willkommen beim Hellrace Dean Winchester", sagte die üppige Brünette, nahm ihn an der Hand und zog ihn in Richtung … Rennbahn.

      Auch sein Outfit hatte sich geändert. Er trug jetzt den Overall eines Rennfahrers. Blutjunge hübsche Dinger feuerten ihn an, riefen seinen Namen, hielten Transparente hoch.

      "Wow, abgefahren. Bin ich hier in nem Traum von Tom Cruise in "Tage des Donners"?"

      Die Brünette verschwand und eine pralle Blondine stellte sich neben ihn, "Pam Anderson?"

      Sie lachte und zwinkerte ihm zu, "das dort drüben ist dein Wagen Dean."

      Sie zeigte auf eine quietschgelbe Viper mit schwarzen Streifen an den Seiten.

      "Und hier sind deine Schlüssel", mehr als bereitwillig hielt er seine Hand auf, als sie sie fallen ließ.

      "Die Regeln sind einfach, es gibt keine. Alles was du tun musst, ist das Rennen zu gewinnen."

      "Und wenn nicht", grinste er charmant, "kriegt der zweite auch was von dir ab?"

      Er gab ihr einen Klaps auf den Hintern.

      "Du musst das Rennen gewinnen, wenn nicht, bist du endgültig tot." Das sagte sie so kühl, dass ihm das Lächeln auf den Lippen gefror.

      Sie zwinkerte ihm aufmunternd zu, "viel Spaß Süßer, du fährst hier buchstäblich um dein Leben."

      Dean stöhnte auf und warf einen Blick gen Himmel, der seltsam lila verfärbt war. Da hatte er sich ja was eingebrockt. Zuerst kämpft er Seite an Seite mit Sam gegen die bösen Jungs, gibt den Löffel ab, landet auf einem Friedhof wo ihm Blitze beinahe zum Chorknaben machen, muss eine alte knutschen, die anstatt Spangen, Maden im Haar trägt und nun durfte er in einem dämonischen Rennen um sein Leben fahren. Konnte dieser Tag eigentlich noch beschissener werden? tbc
    • Heyyyy,das liest sich wieder gut, ich bin der Meinung, das habe ich schon mal angefangen zu lesen und habe es dann aus den Augen verloren. *blush* *blush* Schand über mich, aber nu bleibe ich dran, versprochen - jawohl, das ist wieder deine unwiderstehliche Mischung aus Spannung und Winchester Witz gepaart mit ein paar skurilen Ideen deinerseits für neue Figuren! Ich beömel mich jetzt schon, wenn ich dran denke, was die Spice mit Deans Körper noch so anstellen wird...
      Sehr, sehr schön, und dieses Mal bleibe ich wirklich dran am Geschehen! Danke fürs Posten!!!! Bist ein Schatz!!! :love:

      *and sometimes I feel that I should go and play with the thunder*
    • Hach Samm, how sweeeeeeeeeeeeeet. Vielen lieben Dank Sweetie *blush* *blush* *blush* *herz* *love*

      Chapter 3

      Sie saßen in einem Inn an der Route 45. Akasha aka Dean hatte geschlagene dreißig Minuten gebraucht, um sich ein entsprechendes Menü auszuwählen. Ihr Geschmack erwies sich dem von Dean äußerst ähnlich.

      Ein wenig pikiert starrte Sam auf sein Gegenüber, dass sich gerade nen Hamburger zwischen die Kiemen schon und dabei laute Schmatzgeräusche von sich gab, "ist du das, weil du jetzt in Deans Körper steckst?" fragte er.

      "Nein, ich esse das, weil es mir schmeckt", sagte Akasha und hatte dabei den Mund genau so voll wie sonst Dean.

      "Zum Glück ist Deans Körper diesen Müll gewöhnt. Wahrscheinlich würdest du irgend ne Krankheit bekommen, wenn du jetzt plötzlich einen auf Vegetarier machen würdest."

      Akasha schenkte ihm ein breites Grinsen mit ausgestopften "Hamsterbacken". Original Dean.

      Ein junger gut aussehender Mann betrat das Inn und ging an ihnen vorbei.

      Akasha sah ihm hinterher, ließ dabei jedoch keine Sekunde von dem Burger ab.

      "Mann, was für ein Schnuckel, hast du den Hintern gesehen?"

      Der junge Mann hatte das gehört und drehte sich verwirrt um.

      Akasha schenkte ihm ein Hamstergrinsen und winkte ihm obendrein auch noch freundlich zu, was ihn sichtlich verstörte. Rasch schulterte er seinen Rucksack und suchte sich einen Platz fernab von den beiden.

      "Entschuldige Dean", murmelte Sam und trat ihr gegen das Schienbein.

      "Ouch, was hat dich denn gestochen?" fauchte Akasha.

      "Du bist zwar ne Frau, aber im Moment steckst du im Körper meines Bruders. Der guckt sicher keinen Jungs hinterher."

      Akasha schluckte erst mal runter und sog dann geräuschvoll an dem Strohhalm ihrer Cola. Dann beugte sie sich vor und flüsterte, "sorry. Ich steck zwar im Körper eines Mannes, aber … denkst du Dean hätte was dagegen, im Sitzen zu pinkeln?" Sie stand auf und verschwand in Richtung Toilette. An ihrem Gang musste sie echt noch feilen.

      Frustriert fuhr sich Sam mit beiden Händen übers Gesicht, "weshalb muss alles so kompliziert sein", dachte er, "hätte Deans Seele nicht einfach in seinem Körper stecken können? Dann hätte schon längst alles wieder seine Ordnung. Stattdessen hockte er mit einem Halbdämon, der in Deans Körper steckte in diesem Inn. Wenn Dean das jemals spitz bekommen würde, er würde ihn wohl eigenhändig erwürgen." Schon allein der Gedanke daran, trieb ihm den kalten Schweiß auf die Stirn.

      "Mein Gott, wie sieht's denn bei euch auf der Toilette aus", flötete Akasha, räusperte sich jedoch schnell, "hier sollte man mal den Gesundheitsinspektor vorbeischicken."

      Sam drückte der Bedienung, die gerade an ihnen vorbei ging, ein paar Dollarscheine in die Hand, setzte ein schiefes Grinsen auf und schob Akasha nach draußen.

      Beim Wagen angekommen, setzte er sich hinters Steuer des Impala und wartete, doch sie rührte sich nicht.

      "Was ist?" rief Sam.

      "Du öffnest einer Dame nicht mal die Tür?"

      "Im Moment bist du mein Bruder, dem hab ich noch nie ne Tür geöffnet und er mir auch nicht, also beweg deinen Arsch jetzt gefälligst auf den Beifahrersitz oder ich vergess mich", er hatte ganz vergessen welches divenhafte Verhalten Akasha manchmal an den Tag legen konnte.

      Rasch stieg sie ein und schlug die Tür zu. Der Seitenblick, dem sie ihm zuwarf war vernichtend. Wütend verschränkte sie die Hände vor der Brust.

      "Können wir dann vielleicht Celine Dion hören?" fragte sie mürrisch.

      "Nein, können wir nicht. Wenn ich Gejaule hören will, zieh ich den Nachbarhund am Schwanz", schnappte Sam.

      "Banause."

      "Diva."

      "Miststück."

      "Selber Miststück." Wütend ließ er den Wagen an, "wo fahren wir eigentlich hin?"

      "Nach Stapleton, das sind noch ungefähr dreißig Meilen", antwortete Akasha und betrachtete ihre Fingernägel, "igitt, die stehen ja vor Dreck, hast du vielleicht ein Manikürset?"

      Seine Augen schienen Funken zu sprühen.

      "Himmel, man wird ja noch fragen dürfen."

      ++++++++++

      Die ersten beiden Runden im Hellrace dienten als Aufwärmrunden. Der Start erfolgte quasi fliegend, nachdem das Pacecar in Flammen aufgegangen war.

      Genauso heiß wie der Start, war auch das übrige Rennen. Regeln gab es tatsächlich keine, denn jeder einzelne hier fuhr um sein Leben. Dementsprechend rüde war auch das Verhalten aller Beteiligten.

      Hatte Dean anfangs noch gejauchzt und geschrien, wenn einer aus der Bahn flog, verging ihm das spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem er mitbekam, dass, sobald ein Fahrzeug die violette Linie überfuhr, -flog oder sonst wie passierte, abgefackelt wurde.

      "So sieht es also aus, wenn dir hier der Arsch brennt", murmelte er.

      Gleich darauf erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit. Zwei Fahrzeuge, die weiter hinten gestartet waren, schlossen ziemlich rasch zu ihm auf. Kein Zweifel, die beiden hatten vor, ihn in die Zange zu nehmen. Da er mit seinem Gaspedal aber so gut wie am Anschlag war, musste er sich was anderes einfallen lassen.

      Die beiden Wagen hatten ihn jetzt in der Mitte, Dean wusste nicht worüber er mehr entsetzt sein sollte: über die Tatsache, dass sie hier gleich im Verband auf ihn losgingen oder darüber, dass bei einem Wagen ein Kopfloser am Steuer saß und beim anderen ein Skelett.

      Wie konnte man ohne Kopf überhaupt wissen, wo's lang ging? Egal, seine beiden Gegner gingen jetzt auf "Körperkontakt" und tuschierten ihn von beiden Seiten. Dean wurde ordentlich durchgerüttelt.

      "Komm mir bald vor wie ein Martini von James Bond."

      Die beiden verfolgten eindeutig einen Plan, der da lautete, kill Dean Winchester. Leider hatten sie die Rechnung ohne ihn gemacht und er stieg mal eben ganz brutal auf die Bremse. Sein Wagen hielt so abrupt, dass der hinter ihm fahrende nicht mehr bremsen konnte, auf ihn auf fuhr, hoch stieg wie eine Rakete, noch im Flug die violette Linie überquerte und verpuffte, wie eine Sternschnuppe im Weltall.

      Der Kopflose und das Skelett krachten ebenfalls aneinander, was wiederum zur Folge hatte, dass sich auch das Skelett aus dem Rennen verabschiedete.

      "Adios Arschloch!" freute sich Dean tierisch und stieß noch einen Jubelschrei hinterher. Der blieb ihm im Hals stecken, als ein Monstertruck sich zu ihm durcharbeitete. Die Autos wirbelten wie Legosteine durch die Luft.

      Hatte er wirklich gedacht, ein Hellrace würde fair ablaufen? Leider war Deans Karre bei seinem abrupten Bremsmanöver verreckt und wollte jetzt partout nicht anspringen.

      "Komm schon Kleines, zeig Papa, dass du ihn lieb hast."

      Der Wagen im Rückspiegel wurde immer größer, "komm endlich, du kleines Miststück, ich geb dir auch nachher einen aus."

      Es war als würde er einen tauben Mann um Ratschlag bei der Suche nach einem Musikstück fragen. Förmlich in letzter Sekunde, sprang die Viper endlich an und schoss nach vor, dass es ihn nur so in den Sitz presste. Da entdeckte er einen roten Knopf auf der Mittelkonsole. Rot war immer gut. Was konnte schon groß passieren? Im schlimmsten Fall, würde es ihn aus dem Wagen katapultieren und er würde zum Abschied noch einmal hell am Firmament aufleuchten.

      Todesmutig, weil alles sowieso egal, drückte er auf den Knopf. Im ersten Moment tat sich nichts, doch dann sah er wie die Wagen vor ihm plötzlich explodierten. Alter, er hatte tatsächlich Raketen an Bord! Wie geil war das denn? Gar nicht geil, denn wenn er sowas hatte, dann … Schon zischten links und rechts neben ihm Geschoße vorbei.

      Dean zog noch den Kopf ein, da ging plötzlich eine seltsame Verwandlung mit der Rennstrecke vor sich. Alle Wagen verschwanden und seiner ging als einziger über die Ziellinie. Er fasste es nicht.

      Nachdem er ausgestiegen war, kam die dralle Blondine wieder auf ihn zu.

      "Gratuliere, so lange hat noch keine menschliche Seele überlebt und keiner hat bisher soviele Gegner ausgeschaltet. Der nächste Level wurde soeben freigeschaltet."

      "Der nächste Level? Was soll das heißen?" fragte er verwirrt, "ich dachte, wenn ich …"

      Ein Blitz fuhr vom Himmel, mitten ins Publikum und das Szenario wechselte erneut.

      Dean trug nun schwarze Kleidung und hatte plötzlich eine Waffe in der Hand. Aber keine normale. Sie war mit Paintball Munition gefüllt.

      Die Brünette kam auf ihn zu, auch sie trug eine Uniform, allerdings in Dunkelrot.

      Dean hob die Waffe, "lass mich raten. Wir spielen Gotcha und wer getroffen wird, geht in Flammen auf."

      "Schlaues Kerlchen", sagte sie und knabberte an seinem Ohrläppchen.

      Er hatte ja schon einiges erlebt, aber diese Dämonen hier waren eindeutig süchtig, spielsüchtig, "habt ihr euch schon mal überlegt zu den anonymen Spielern zu gehen oder Rat bei Dr. House oder sonst wem zu suchen?"

      Als die erste Farbpatrone an seinem Ohr vorbeipfiff, hechtete er blitzschnell hinter die nächste Deckung und stieß ein paar kräftige Flüche aus. tbc
    • Chapter 4

      "Denkst du … denkst du, dass er leiden muss?" fragte Sam Akasha.

      "Wer?"

      "Na Dean, wer sonst?"

      Sie zuckte die Schultern, "ich hab so einiges über die Cryor Dämonen gehört, aber es waren allesamt nur Gerüchte."

      Sam runzelte die Stirn, "was willst du damit sagen? Ich dachte …"

      "Ja Sammylein, denken war noch nie so deine Stärke", sie schenkte ihm ein Lächeln, "aber mach dir keinen Kopf. Wir werden das Kind schon schaukeln. Schlimmstenfalls ist Deans Seele auf ewig verdammt und ich leiste dir weiterhin in seinem Körper Gesellschaft."

      Er trat voll auf die Bremse, "nein, verdammt noch mal. Wir …"

      Sie hob die Hand und brachte ihn damit zum Schweigen, "sorry, war nur ein Scherz. Ich hab nicht vor, diesen Wahnsinns Body für alle Zeiten zu besitzen. Obwohl", sie sah an sich herunter, "eins muss man sagen, dein Bruder hat nen verdammt geil …"

      "Ich will's gar nicht wissen, danke", schnitt er ihr das Wort ab und fuhr wieder los, "wie weit noch?"

      "Bei der nächsten Kreuzung, rechts und dann ungefähr fünfhundert Meter. Mann, bist du empfindlich, wenn es um Dean geht."

      Sam brachte den Impala vor einem riesigen schmiedeeisernen Tor zum stehen.

      Akasha klappte die Sonnenblende auf der Beifahrerseite herunter und betrachtete sich im Spiegel, dabei schürzte sie die Lippen, "was bin ich doch für ein hübsches Kerlchen."

      "Akasha, bitte lass den Schwachsinn. Wie kommen wir …"

      Sie wandte sich ihm zu und griff ihm auf den Oberschenkel, "wenn du willst kann ich auch lieb zu dir sein." Sie rückte ihm noch näher auf die Pelle und strich mit dem Zeigefinger über seine Wange, "ich könnte so vieles für dich sein. Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr."

      "Wenn du mich jetzt küsst, dann knall ich dir eine", schnappte Sam und stieß sie von sich, "was ist denn nur in dich gefahren?"

      "Ich hatte vorher ne Cola, die macht mich immer so …" Sie klimperte mit ihren Wimpern.

      "Ne simple Cola?"

      "Oh ja, das Zeug wirkt auf mich wie ein Aphrodisiakum", erklärte Akasha.

      Sam legte seinen Kopf aufs Lenkrad, "ich hab mir schon immer gewünscht mit einem läufigen Halbdämon im Wagen zu sitzen, ganz besonders, wenn er im Körper meines Bruders steckt."

      "Tatsächlich?"

      "Nein, natürlich nicht", er setzte sich wieder auf und starrte auf das Tor, "und jetzt sag mir, wie wir da rein kommen."

      "Ganz einfach, wir klingeln", sagte sie und stieg aus. Sie ging, ganz Akasha, auf das Tor zu und legte die Hand auf eines der Ornamente.

      Das Tor ging in Flammen auf und war verschwunden.

      "War doch ein Klacks", meinte sie, als sie wieder im Wagen saß, "und jetzt lass uns deinen Bruder retten."

      "Wer wohnt denn hier, Graf Dracula?" fragte Sam, nachdem sie vor einem riesigen Gemäuer standen, dass aussah wie die Kulisse aus einem alten schwarz-weiß Hollywood Gruselklassiker.

      "Nein, seine Schwester", antwortete Akasha.

      Zu allem Überfluss zog jetzt auch noch eine Gewitterfront auf und Blitze zuckten vom Himmel, begleitet von Donnergrollen.

      "Das wir ja immer besser", murmelte Sam und trat nervös von einem Fuß auf den anderen.

      Endlich hörten sie schlurfende Schritte. Ungefähr ein halbes dutzend Bolzen wurde entriegelt, ehe sich die Tür öffnete. Das Quietschen der Scharniere verursachte eine Gänsehaut bei Sam.

      "Sie wünschen?" fragte ein älterer Herr in dunkelgrauer Livree.

      "Hi Iggi, ich bin's Akasha, ist Julius da?"

      Der alte Mann runzelte die Stirn, "tut mir leid. Sie müssen sich …"

      Akasha kniff den alten Mann in seine rechte Wange, "aber Iggi, tu mir das nicht an. Ich steck bloß im Körper dieses armen Menschen. Ich bin's deine Akasha, du weißt doch noch …" Dann beugte sie sich vor und flüsterte dem alten Mann etwas in sein Ohr.

      Augenblicklich fingen dessen trübe Augen an zu leuchten und Sam dankte, wem auch immer, dafür, dass er ihre Worte wegen des Donners nicht gehört hatte.

      Der Alte wieselte davon.

      Sam warf einen verachtenden Blick auf Arkasha, "ich bin ja viel von dir gewohnt, aber Leichenschändung?"

      Sie zuckte, "weißt du, manchmal muss man nehmen, was man kriegen kann."

      "Igitt", Sam schüttelte sich.

      "Du musst mich echt für ein verdorbenes Miststück halten. Als Iggi und ich … da war er knapp zwanzig." Sie schenkte ihm ein seliges Lächeln.

      "Wenn er sich mit seinen knapp hundert noch daran erinnern kann, musst du echt nen bleibenden Eindruck hinterlassen haben", grinste Sam.

      Sie knuffte ihn in die Seite, "ich hab's dir vorhin angeboten Sammy."

      "Bitte nicht, solange du noch im Körper meines Bruders steckst, das ist einfach nur … ekelhaft."

      Sie zog eine Schnute und seufzte.

      "Euer Lordschaft empfängt sie in der Bibliothek, meine Herrschaften", sagte Iggi, "bitte folgen sie mir."

      Das Echo ihrer Schritte hallte von den Wänden wieder, an denen riesige Gemälde längst vergangener Schlachten hingen.

      Der Alte hielt ihnen die Tür auf und verschwand dann von der Bildfläche.

      Die Bibliothek hätte mit jeder kleineren Stadtbibliothek problemlos mithalten können. Die Regale reichten vom Boden bis zur Decke. Zwei mehrarmige Kerzenleuchter standen auf dem großen polierten Eichentisch. Ihnen gegenüber befand sich ein Kamin, indem man einen Ochsen hätte braten können. Eine großgewachsene schlanke Gestalt stand daneben und starrte ins Feuer.

      "Hallo Julius, schon lange nicht mehr gesehen", sagte Akasha.

      Der Mann wandte sich um, "hallo meine Prinzessin." Er musterte sie ausgiebig.

      Ein Lächeln huschte über seine Lippen, dann meinte er, "ich frage mich, wie deine üppige Formen in diesen Körper passen."

      Verlegenheitsröte schoss ihr ins Gesicht, "ach, das geht schon. Es ist halt alles ein bisschen gequetscht."

      Julius sah hinüber zu Sam, "und sie sind?"

      "Sam, Sam Winchester und das ist mein Bruder Dean, jedenfalls seine äußere Erscheinung."

      Akasha ergriff wieder das Wort, "Julius, du musst uns helfen, wir haben ein Problem."

      Der dunkelhaarige Mann grinste, "das ist mehr als offensichtlich."

      "Schön, dass du dich so prächtig amüsierst", fauchte sie, "aber es geht hier buchstäblich um Leben und Tod. Sam hat mir vor einiger Zeit das Leben gerettet, dafür hab ich ihm versprochen, seinen Bruder wieder ins Leben zurückzuholen."

      "Was dir auch sichtlich gelungen ist. Du solltest aber noch an deinem Gang und dem restlichen Gehabe üben. Im Moment sieht alles noch sehr … feminin … aus."

      Akasha war kurz davor zu explodieren.

      "Hören sie Julius, wir haben keine Zeit für Spielchen", sagte Sam forsch, "die Seele meines Bruders wurde von einem Cryor gekidnappt. Er wird wahrscheinlich gerade grausam gefoltert oder muss unsägliche Qualen durchstehen …"

      ++++++++++

      "Yippppi und wieder einen nach Hause geschickt", jubelte Dean, als ein weiterer Gegner sich in Rauch auflöste.

      Das Spiel machte ihm tierischen Spaß. Im Moment lagen seine Chancen ganz gut. Er war erst einmal getroffen worden. Endgültig vernichtet wurde man jedoch erst nach dem dritten Treffer.

      Aus dem Augenwinkel heraus sah er eine Bewegung und rollte sich nach rechts ab, der Paintball zerplatzte auf dem Boden und hinterließ einen gelben Fleck.

      Dafür sprang Dean aus seiner Deckung und feuerte eine Salve blauer Kugeln auf seinen Gegner. ZISCH!

      "Yeah Baby, yeah Baby, yeah! Was hab ich heut doch für nen Glückstag.", freute er sich.

      SMACK! Eine grüne Kugel hatte ihn in den Rücken getroffen. Bevor der Schütze jedoch nachsetzen konnte, explodierte er unter orangefarbenem Kugelhagel. Was wiederum Dean Zeit lies, sich vom Acker zu machen.

      ++++++++++

      "Ich weiß, dass du uns helfen kannst", sagte Akasha, "du hast die nötige Vorrichtung dazu."

      "Und du weißt, dass ich nichts umsonst mache", entgegnete Julius.

      Akasha winkte ab, "keine Bange, eine Wagenladung Spice ist bereits auf dem Weg zu dir."

      "Auf was wartet ihr dann noch?" Julius stellte sich vor eines der unzähligen Regale und zog an einem dicken schwarzen Buch. Das Regal glitt zur Seite, "bitte, nach Euch."

      Die steile Wendeltreppe führte hinunter in ein unterirdisches Verlies, jedenfalls dachte Sam, dass es einmal eines gewesen sein musste.

      Überall hingen Fackeln an der Wand, die wie durch Zauberhand zu brennen anfingen, als sie daran vorübergingen. Ketten und andere mittelalterliche Folterinstrumente lagen herum oder waren an den Wänden befestigt.

      Fragend sah Sam hinüber zu Arkasha, "keine Bange, Alter. Alles nur Show. Julius veranstaltet Führungen für Touristen. Die denken sowieso das alles hier wär nur Deko. Wenn die wüssten, dass das echt ist", sie kringelte sich vor Lachen.

      Sam griff sich an die Kehle und schluckte. Neben Daumenschrauben, einer eisernen Jungfrau, einer Streckbank und einer Guillotine meinte er die Schreie jener Menschen zu hören, die einst hier gefoltert worden waren.

      Julius führte die beiden zu einer alten verrosteten Tür. Er murmelte ein paar Worte in aramäisch und sie öffnete sich praktisch von alleine.

      "Du hast dir echt ein paar tolle neue Spielsachen zugelegt, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben. Wann war das? Vor fünfzig Jahren oder so?" Akashas Blick war voller Bewunderung.

      Auch dieser Raum wurde von unzähligen Fackeln erleuchtet. In einer Nische des Raumes befand sich etwas, dass von einem weißen Laken bedeckt war. Julius ging hinüber und zog das Laken in einer flüssigen Bewegung herunter.

      Etwas das aussah, wie ein elektrischer Stuhl wurde sichtbar.

      Akasha grinste von einem Ohr zum anderen, "der Soulretriever", flüsterte sie ehrfürchtig.

      Auch Sam kam aus dem Staunen nicht heraus. Irgendwo hatte er von diesem Gerät schon einmal was gehört oder gelesen, es jedoch als Legende abgetan und vergessen.

      "Dieses Ding findet verlorene Seelen in jeder x-beliebigen Dimension und bindet sie wieder an ihren ursprünglichen Körper", murmelte er.

      "Bravo mein Junge", Julius nickte anerkennend, "sie scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben."

      "Ich hielt das ganze für ein Märchen. Nie im Leben hätte ich geglaubt, dass er wirklich existiert." Sam ging hinüber, um das Teil, das extreme Ähnlichkeit mit einem elektrischen Stuhl hatte, genauer in Augenschein zu nehmen.

      Beinahe, als hätte Julius Sams Gedanken gelesen, sagte er, ein wenig verbittert, "zu schade nur, dass meine Erfindung als Vorlage für dieses grausige Hinrichtungsgerät dient, dass auch heute noch ab und an verwendet wird. Etwas, das Gutes tun sollte, wurde total ins Gegenteil verkehrt. Das grenzt schon an Perversion."

      Akashas Mundwinkel zuckten, "ich liebe es, wenn du so sprichst."

      Als Julius sich stirnrunzelnd umdrehte, sagte Sam, "Cola, sie hat vorhin ne Cola getrunken."

      Der andere Mann schüttelte den Kopf, "dann können sie froh sein, dass sie nicht schon längst über sie hergefallen ist."

      Sam grinste schief und nickte.

      Julius wandte sich an Akasha, "darf ich dich um deine Hand bitten. Natürlich nur, um dir hier rauf zu helfen."

      "Du kannst mich um alles bitten, was du willst", flötete sie, ergriff seine Hand und stieg die Treppe zum Stuhl hinauf. Oben angekommen, setzte sie sich und legte ihre Arme auf die Lehnen.

      Julius war bereits zur Stelle, um sie mit den Lederriemen, die ein wenig verschlissen aussahen, festzuzurren. Als er damit fertig war, befestigte er rechts und links an ihren Schläfen noch je eine Elektrode.

      "Wollen sie den Hebel umlegen oder soll ich?" fragte Julius an Sam gerichtet.

      ++++++++++

      Dean sah den Ausgang schon vor sich. Er war in gleißendes Licht getaucht. So sehr er das Spiel bis jetzt genossen hatte, es wurde immer enger. Die Leute, die aus dem Spiel "ausgeschieden" waren, wurden pausenlos durch neue ersetzt. Die waren natürlich noch nicht so abgekämpft und daher um einiges flotter auf den Beinen.

      "Mann, langsam werd ich echt zu alt für den Scheiß", ärgerte sich Dean, der letzten Kugel war er nur mit äußerst knapper Not entkommen.

      Er hatte sich schon als Funkenmariechen gesehen.

      "Eigentlich bin ich ein ganz verspieltes Kerlchen, aber DAS artet ja schon in Arbeit aus", sagte er und durchdachte dabei seinen nächsten "Spielzug".

      Der Ausgang lag zum Greifen nahe, leider gab es aber kaum noch Deckung. Er musste also blitzschnell loslaufen und hoffen, dass keine Kugel sich auch nur ansatzweise in seine Richtung verirrte, dann war er nämlich gehörig am und im Arsch.

      "Am besten du schlägst Haken, wie ein Karnickel", murmelte er, "Karnickel? Wie komm ich jetzt auf die Idee? Sonst tust du ja auch alles wie ein Karnickel. Logisch, daher kann ich auch rennen wie eins. Vielleicht funktioniert es ja, wenn ich es mir lang genug einrede", seine inneren Dialoge ließen ihn auch schon langsam an seinem Geisteszustand zweifeln.

      Dean spannte seine Muskeln und katapultierte sich mit voller Kraft in die Höhe und nach vorne. Speedy Gonzales wäre stolz auf ihn gewesen. Dabei lief er in einem Zick-Zack-Kurs, der sogar ihn schwindelig machte. Alles lief prima und klappte wie am Schnürchen, bis knapp zwei Meter vor dem Ausgang, da geriet er furchtbar ins Straucheln. tbc
    • Chapter 5

      Sam überließ es Julius den Hebel des Soul Retrievers umzulegen.

      "Hast du noch einen letzten Wunsch meine Prinzessin?" flachste Julius, bereit die Maschinerie in Gang zu setzen.

      "Ja, ich hätt noch gern ne Cola."

      "Nein!" kam es unisono aus Sams und Julius Mund.

      ++++++++++

      Dean sah die gelbe Kugel auf sich zufliegen, "das war's dann wohl", meinte er und starrte gebannt auf das Flugobjekt.

      Plötzlich war es, als würde man ihn an Händen und Beinen packen und in alle Richtungen zerren. Er brüllte auf, weil die Schmerzen unerträglich waren. Dann wurde er in ein schwarzes Loch gesogen und es fühlte sich an, als würde sich sein Körper nun endgültig in alle Einzelteile zerlegen.

      Sein Atem ging stoßweise und keuchend. Sein ganzes Leben raste an ihm vorbei. Aber da war noch was. Er sah Bilder, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Eine Landschaft, die ihm völlig fremd war, Leute, die er nicht kannte, eine ihm unbekannte Sprache, seltsame Rituale … Was ging da ab? Dann fing es an, in seinen Ohren zu klingeln und er hatte das Gefühl in die Tiefe zu stürzen.

      Er brüllte sich die Seele aus dem Leib und spannte seinen Körper, um für den kommenden Aufprall gewappnet zu sein. Doch der kam nicht, er fiel und fiel und fiel.

      Und dann … dann war es vorbei und … er saß. Ja, er saß auf einem Stuhl. Er wollte sich bewegen, aber konnte nicht, denn er war festgebunden.

      +++++++++

      Entsetzt sah Sam zu, wie sich Akasha unter unsäglichen Schmerzen wand und als sie dann noch anfing, wie am Spieß zu schreien, hätte er gute Lust gehabt, dem ganzen Spektakel ein Ende zu bereiten.

      Julius ging zu ihm hinüber und legte ihm die Hand auf die Schulter, "keine Bange, dass ist ganz normal."

      Sam leckte sich nervös über die Lippen, "ich glaub jetzt brauch ich gleich ne Cola oder was stärkeres."

      Julius lachte, na wenigstens schien sich einer von ihnen prächtig zu amüsieren. Nach ungefähr einer Minute war alles vorbei.

      Deans Körper war in sich zusammengesunken. Sein Kinn ruhte auf seiner Brust. Sein Brustkorb hob und senkte sich jedoch regelmäßig.

      Sam lief zu ihm hinüber. Ehe er ihn losband, sah er hinüber zu Julius, der mit einem Nicken bestätigte, dass es okay war.

      "Dean, kannst du mich hören? Ich bin's Sam. Hey Dean, alles in Ordnung?"

      "Is ja toll, wie oft hintereinander du meinen Namen sagen kannst."

      Dean fühlte sich, als stünde er unter Drogen, er sah alles verschwommen und Sams Stimme hörte sich an, als würde man ein Tonband zu langsam abspielen.

      Sam beeilte sich seinen Bruder von den Fesseln zu befreien. Deans Gesichtsausdruck gefiel ihm gar nicht. Plötzlich durchfuhr es ihn siedend heiß, wenn Dean wieder da war, wo war dann Akasha abgeblieben?

      Er warf einen Blick über die Schulter. Julius war gerade damit beschäftigt, die Guillotine zu ölen.

      "Julius, wo ist Akasha?" rief Sam ihm zu.

      "Ist sie nicht …" verwirrt sah er sich um, "Akasha? Akasha, das ist jetzt nicht lustig. Wo bist du verdammt noch mal?"

      Deans Kopf ruckte in die Höhe, "Sam, Julius? Was ist passiert, wo bin ich?"

      Sam fielen beinahe die Augen aus dem Kopf, ungläubig fragte er, "Akasha?"

      "Ja, ich bin hier … und … ich … bin … immer noch in Deans Körper."

      "Ach du heilige Scheiße", rief Julius entsetzt, der sich gerade neben Sam gestellt hatte, "sowas ist mir noch nie passiert."

      "Dean, Dean bist du da?" Er schloss für einen Moment die Augen, als er sie wieder öffnete war das merkwürdige Gefühl noch immer da, "ich hab keine Ahnung, was mit mir los ist. Was habt ihr eigentlich mit mir gemacht. Ich war doch tot, oder nicht?"

      Sam half ihm auf die Beine, aber kaum stand Dean, drehte sich alles im Kreis.

      "Holt mich mal einer runter von dem Karussell?" Er plumpste zurück in den Stuhl.

      "Woran kannst du dich noch erinnern?" fragte Sam seinen Bruder.

      "An alles", antwortete dieser, "an den Kampf, die hässlichen Typen, die dir an den Kragen wollten und ans Sterben. Nur, dass ich nicht tot war, ich war …"

      "Schon gut", schnitt Sam ihm das Wort ab, "du musst uns nichts von den schrecklichen Qualen erzählen, die du erdulden musstest."

      "Schreckliche Qualen, was für …." Dean brüllte vor Lachen und schlug sich dabei auf den Oberschenkel. Er lachte so herzhaft, dass Tränen über seine Wangen kullerten, "schreckliche Qualen, huch, der war gut Sammy. Du hast ja keine Ahnung …"

      Er kringelte sich förmlich. Sam verstand die Welt nicht mehr, hilfesuchend blickte er hinüber zu Julius, dessen Schultern ebenfalls bereits zuckten, weil Dean einfach nur zum schießen war.

      "Also ich find das gar nicht lustig", fauchte er, "wir haben ein ernstes Problem."

      "Ernst, ja … nein … tut mir leid Sammy, aber dein Gesicht … ich kann nicht mehr." Dean schnitt eine Grimasse und schielte mit den Augen, dann imitierte er seinen jüngeren Bruder, "also ich find das gar nicht lustig. Wir haben ein ernstes Problem. Ja Sammy, du bist das Problem, lach doch einfach mit." Dean wischte sich mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht.

      "Hör zu Dean, lass mich sofort mit Akasha sprechen", schnappte Sam.

      "Akasha? Was'n das ein Waschmittel? Hihihi."

      "Julius, mach was!" fuhr Sam ihn an.

      "Ja was denn, ich kann nicht zaubern. Ich denk mal die einzige, die da was tun kann, ist Akasha."

      "Wer zum Geier ist Akasha?" fragte Dean, der sich einigermaßen wieder eingekriegt hatte.

      "Die Dame, die in deinem Körper steckt", sagte Sam mit einem breiten, humorlosen Grinsen.

      "Die Dame, die was?" langsam begannen sich Deans Sinne wieder zu normalisieren.

      Julius schob Sam zur Seite, "lass mich mal. Lieber Dean Winchester, wie ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen sein durfte, hatten sie den Löffel abgegeben, waren über den Jordan gegangen, wie auch immer. So weit so gut."

      Dean sah Julius mit einem wo-hat-der-denn-so-fein-sprechen-gelernt Blick an. Hielt aber den Mund.

      "Während ihres Dahinscheidens hat sich eine fiese Kreatur namens Cryor ihrer Seele bemächtigt. Ihr Körper war nur mehr eine leere Hülle, der Verwesung preisgegeben. Das bedeutet, ihr Fleisch wäre binnen der nächsten …"

      "Danke, ich weiß was das heißt", unterbrach ihn Dean, "mir ist jetzt schon kotzübel, wenn sie nicht wollen, dass ich auf ihren hochwohlgeborenen Anzug reiere, ersparen sie mir die Details und kommen gleich ans Eingemachte."

      Julius räusperte sich, "natürlich, tschuldigung. Damit sie nicht anfangen zu … sie wissen schon … hat sich ein Spice mit Namen Akasha ihres Körper angenommen."

      "Okay", meinte Dean und wandte sich an Sam, "und jetzt das ganze nochmal für bekloppte Jäger, was für eine Scheiße läuft hier ab, Alter?"

      Sam sah auf den Boden, "es tut mir leid, es war die einzige Möglichkeit …"

      Dean schluckte, "ihr meint das ernst. Ihr meint das wirklich ernst", flüsterte er, "ihr habt euch das nicht ausgedacht, um den alten Dean zu verkackeiern. Sam! Sam, sieh mir gefälligst in die Augen, wenn ich mit dir rede."

      Nur langsam hob der Jüngere seinen Kopf, "ehrlich Dean, es tut mir leid. Es gab keine andere Möglichkeit."

      "Ich hab also echt ne Dämonenbraut in mir?" kreischte er, "ja hast du denn nen Knall Sammy?"

      "Akasha ist ein Halbdämon", warf Julius ein.

      "Ist mir doch egal, drauf geschissen. Ich hab da was in mir, was keine Miete zahlt, also raus damit. Mach das sofort rückgängig!" Er schnappte Sam am Kragen, "komm schon hol das Ding raus aus mir oder ich vergess mich."

      Sam versuchte Deans Griff zu lockern, "wenn ich es könnte, würde ich es tun. Aber … bitte lass mich mit Akasha reden, vielleicht kann sie uns helfen."

      "Vielleicht, vielleicht? Ich pfeif auf vielleicht, ich will das Miststück draußen haben oder …" Plötzlich wurde er von einem Krampf geschüttelt. Sam legte ihn vorsichtig auf den Boden.

      Ein paar Augenblicke später öffnete Dean wieder die Augen.

      "Was ist dein Bruder doch für ein Choleriker? Ich hab mir die Ohren zu halten müssen, bei dem Krach, den er gemacht hat. Nennt mich der Bengel doch Miststück."

      "Akasha?" fragte Sam hoffnungsvoll.

      "Na und ob, da kannst du einen drauf lassen. Guck nicht so belämmert Julius", fauchte sie, "wenn ich das gewusst hätte, wie der sich aufführt, hättest du mich gern haben können Sam. Gelinde gesagt."

      "Was ist denn schiefgegangen?" wollte er wissen.

      "Was ist denn schiefgegangen?" äffte sie ihn nach, "glaub mir, wenn ich das wüsste, hätte ich schon längst ne Lösung parat. Ich hab keine Ahnung, war da passiert ist. Normalerweise hätte ich in hohem Bogen aus Deans Körper rausfliegen müssen. Aber nein, jetzt stecken wir zu zweit da drinnen. Und das ist verdammt unbequem kann ich euch sagen."

      "Und was jetzt?" meldete sich Julius zu Wort, "ich kann den Vorgang nicht umkehren, wir werden uns was anderes einfallen lassen müssen."

      Alle drei sahen sich ratlos an.

      "Jesus fucking Christ, wo bin ich da wieder rein geraten?" fluchte Dean, "hätte ich stattdessen nicht das nächste Level erreichen können?" tbc
    • Chapter 6

      Julius hatte Sam und Dean/Akasha eingeladen bei ihm zu bleiben, bis man eine Lösung für das Problem gefunden hatte. Irgendwie fühlte er sich auch ein kleinwenig dafür verantwortlich und meinte, es wäre wohl das Mindeste, was er für die drei machen konnte.

      Julius brütete über einem dicken Buch, als Sam die Bibliothek betrat, "was liest du da?" fragte er neugierig.

      "Das ist sowas wie die Betriebsanleitung für den Soulretriever", murmelte er.

      "Und schon was gefunden?"

      Julius sah auf und schüttelte den Kopf, "nicht wirklich. Das Buch ist ein paar hundert Jahre alt, da gibt's auch keinen Support mehr", versuchte er es mit Galgenhumor, "und ich bin es schon zigmal durchgegangen. Aber einen Fall wie den, den wir jetzt haben … scheint echt einzigartig zu sein." Er raufte sich die Haare.

      "Und es ist nicht möglich, diesen Soulretriever irgendwie umzupolen?" hakte Sam nach.

      "Nicht, ohne dass derjenige der auf dem Stuhl sitzt geröstet wird. Es gibt hier sogar einen Bericht darüber mit ein paar Zeichnungen dazu – vorher / nachher – mal gucken?"

      Sam hob abwehrend beide Arme, "danke, danke, ich hab heut schon gegessen. Deine Haushälterin kocht viel zu gut."

      "Ich weiß", seufzte Julius und sah auf sein kleines Wohlstandsbäuchlein, "wo ist übrigens dein Bruder?"

      "Oh, der ist oben. Ich denke, er ist gerade dabei, mit der ganzen Sache fertig zu werden. Passiert ja nicht alle Tage, dass man tot ist und nachdem man zurückgeholt wird, bereits nen Untermieter hat." Er grinste schief.

      "Wenn du möchtest, kannst du mir gern Gesellschaft leisten. Es gibt hier einige Bücher, die nützlich sein könnten", schlug Julius vor.

      Sam nickte, "mach ich gern."

      ++++++++++

      Dean saß auf dem riesigen Bett, mit dem grässlichen Baldachin darüber und starrte ins Leere. Immer wieder fielen ihm die Augen zu. Die Anstrengungen der letzten Tage forderten ihren Tribut.

      "Hey, Dean Winchester", hörte er plötzlich eine weibliche Stimme.

      Erschrocken fuhr er hoch und blickte sich um, nichts. Vielleicht hatte er sich ja verhört. Also setzte er sich wieder und sinnierte weiter.

      "Hey, du Knalltüte", da war es erneut, die gleiche Stimme, aber es war niemand im Zimmer, außer ihm.

      "Entweder zu zeigst dich jetzt, oder …"

      "Oder was? Na, sag schon, was willst du machen, wenn du mich nicht sehen kannst", meinte die Stimme süffisant.

      "Ich … ich … hol Sam und der zwingt dich dazu …"

      "Soso, du holst also den lieben Sam. Zu deiner Info du Schlaumeier, ich bin die, die in dir drinsteckt."

      "Mensch sag das doch gleich", fauchte Dean und warf sich in voller Montur aufs Bett, "ich dachte schon ich hätte Gesellschaft."

      "Hast du ja auch", sie kicherte, "aber nicht so, wie du es dir vielleicht ausmalst."

      Dean seufzte, verschränkte die Hände hinterm Kopf und fixierte einen hellen Fleck auf dem Baldachin, "wie siehst du eigentlich aus? Ich meine, bist du so ein verhutzeltes altes Weib, oder hast du zwei Köpfe und fünf Beine?"

      Sie antwortete mit einem kehligen Lachen, "du hast eindeutig entweder zu viele schlechte Filme gesehen oder ne blühende Fantasie. Wir Spice haben ein sehr attraktives Äußeres."

      Er überkreuzte die Füße an den Knöcheln, "ha, erzählen kann man viel."

      "Frag deinen Bruder."

      Müde fuhr sich Dean mit der Hand übers Gesicht, "wie wär's, wenn du deinen Mund halten und mich schlafen lassen würdest?"

      "Och, komm, ich bin gar nicht müde. Wir Spice brauchen fast keinen Schlaf."

      "Mir wurscht."

      "Aber mir nicht, wenn du schläfst, kann ich …"

      "Schnauze", schnappte Dean.

      Für eine Weile war Ruhe. Und Dean wäre beinahe eingedöst wenn nicht plötzlich seine Beine angefangen hätten zu zucken und Musik in seinem Kopf anfing zu spielen.

      Your love, liftin' me higher
      Than I've ever been lifted before
      So keep it up, quench my desire
      And I'll be at your side forevermore

      You know your love (your love keeps liftin' me)
      Keeps on liftin' (your love keeps liftin' me)
      Higher (liftin' me, liftin' me), higher, and higher (higher)
      I said your love (your love keeps liftin' me)
      Keeps on (liftin' me, liftin' me)
      Liftin' me (liftin' me) higher and higher

      "Was ist denn das?" fragte er verdattert, während sich sein Körper gegen seinen Willen aufrichtete und anfing zu tanzen.

      "Yeah Baby, das ist Jackie Wilson und ich mach jetzt Party", rief Akasha übermütig, "liftin' me higher."

      "Sofort aufhören, damit", protestierte er, während sein Körper sich im Takt der Musik bewegte.

      "Nope! Was bist du bloß für ne Spaßbremse Dean Winchester?" lachte Akasha.

      Now once I was downhearted
      Disappointment was my closest friend
      But then you came and he soon departed
      And you know he never showed his face again

      "Ich will augenblicklich die Kontrolle wieder haben!" fauchte er.

      "Kriegste nicht! Das Lied läuft jetzt die ganze Nacht in Endlosschleife, higher and higher."

      "Bloß nicht, dann schmeiß ich mich aus dem Fenster."

      Sie machte eine Handbewegung und die Fensterflügel flogen auf, "bitteschön. Viel Spaß. Wir sind hier im ersten Stock. Higher and higher."

      Dean war kurz perplex, "wie …"

      I'm so glad I finally found you
      Yes, that one in a million girls
      And I wish my lovin' arms around ya
      Honey, I can stand up and face the world

      "Ich kann so einiges … higher and higher. Komm schon mach mit, ist doch nicht schlimm."

      Er griff sich mit der Hand an die Stirn, "oh Gott, was hab ich verbrochen?"

      "Your Love …" endlich verstummte der Song.

      Erleichtert atmete er auf, doch er hatte sich zu früh gefreut, denn es dauerte keine Minute, da fing alles wieder von vorne an. Nur das die Musik jetzt im ganzen Zimmer zu hören war.

      "Du kannst mir tierisch auf den Sack gehen, du kannst Fenster durch Gedanken öffnen, weshalb zum Geier kannst du dann nicht einfach nen Abgang machen und mir meinen Körper wieder geben?"

      Während er sprach, stellte sie die tollsten Verrenkungen mit seinem Körper an.

      "Ich weiß es nicht, du dummer Wicht", sang sie im Takt.

      Angelockt durch die laute Musik, die aus Deans Zimmer kam, gingen Sam und Julius nach oben.

      Julius zog eine Augenbraue in die Höhe, "schmeißt dein Bruder etwa ne Party da drinnen?"

      Sam zuckte die Schultern und öffnete die Tür.

      "Dean, alles in Ordnung mit di…" Ihm klappte die Kinnlade herunter, als er seinen Bruder durchs Zimmer tanzen sah. Irgendwie bewegte er sich ein wenig steif, aber alles in allem …

      Julius, der hinter ihm stand, begann auch schon im Takt zu wippen.

      "Hi Sam, hi Julius. Fetzt das nicht? Kommt rein und macht mit."

      Das war eindeutig nicht Dean!

      "Akasha, was tust du da, um Himmels Willen?" fuhr Sam sie an.

      Sie hob Deans Hände in die Höhe und schlenkerte sie hin und her, "ich mach Party, sieht man das nicht. Lifting me higher and higher."

      "Das immer noch Deans Körper, solltest du nicht ein wenig Respekt zeigen?"

      Irritiert warf er einen Blick über die Schulter, Julius shakte sich weg und summte auch noch dazu.

      "Es … war ne verdammt blöde Idee …", presste Dean zwischen den Zähnen hervor, "diese Spice in meinen Körper zu lassen. Warte nur … wenn ich … wieder … Herr …. Über …"

      "Blah, blah, blah, blah", übertönte ihn Akasha, "ich wünschte ich hätte so einen Bruder. Sam ist doch ein richtiges Schnuckelchen."

      Sie griff nach seiner Hand und zog in an sich, "komm schon, lass uns ne Runde tanzen."

      "Äh, ich tanz nicht mit meinem Bruder."

      "Du tanzt grad mit mir", widersprach Akasha und warf sich ihm an den Hals.

      Julius kringelte sich vor Lachen. Es sah doch zu witzig aus.

      Sam schob sie von sich, "bitte hör auf damit, das ist ja schon peinlich."

      "Aber mich um Hilfe zu bitten, war dir nicht zu peinlich", die Musik verklang und Akasha setzte sich schmollend aufs Bett, die Hände vor der Brust verschränkt. Tränen schossen ihr in die Augen.

      Sam bekam Mitleid mit dem Spice. Sie hatte ja nicht unrecht, hätte er sie nicht um den Gefallen gebeten, würden sie jetzt nicht in der Bredouille sitzen.

      Er gab sich einen Stoß, setzte sich neben sie/Dean und legte ihr den Arm um die Schultern.

      "Es tut mir leid, hörst du?"

      Sie schniefte.

      "Ehrlich, ich hab nicht daran gedacht, dass da was schief gehen könnte?"

      "Meinst du ich etwa?" antwortete sie mit verheulter Stimme, sie fuhr sich mit dem Handrücken übers Gesicht.

      "Julius und ich suchen fieberhaft nach einer Lösung des Problems", tröstend strich ihr Sam übers Haar.

      Sie stieß seine Hand weg, "lass das Gefummel, verdammt noch mal."

      "Dean?"

      "Wer sonst?" grunzte er und wippte unruhig mit den Beinen, "die Braut hat doch einen Sprung in der Schüssel. Ich will meine Ruhe haben und die mach hier einen auf "hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse". Ist es zu viel verlangt, wenn ein Ex-Kalter seine Ruhe haben will?"

      Sam stand auf und ging in Richtung Tür, "nein, sicher nicht. Ich denke, Akasha hat das jetzt auch verstanden. Sie ist eben ein bisschen eigenwillig … so wie du."

      "So wie ich, ha. Hast du mich schon mal mitten in der Nacht tanzend durch ein Motelzimmer hüpfen sehen?"

      "Nicht direkt", Sams Mundwinkel zuckten.

      "Was soll das wieder heißen?"

      Er wackelte mit den Augenbrauen, "ich hab dich schon bei ganz anderen Dingen gesehen, die wesentlich unappetitlicher ausgesehen haben."

      Bevor ihn das Kissen treffen konnte, schloss er rasch die Tür.

      "Bitch!" brüllte Dean ihm hinter her, warf sich aufs Bett und vergrub sein Gesicht in den restlichen Kissen. Blöderweise ging ihm der Song irgendwie nicht aus dem Kopf.

      "Jackie Wilson war schon ein toller Typ", flüsterte Akasha.

      "Naja, geht so", grummelte Dean, "ich hör ja normal AC/DC und so'n Zeugs."

      "Die hab ich auch drauf. Soll ich …"

      "Untersteh dich. Gib mir einfach ein bisschen Ruhe, okay?"

      "Okay", sagte sie artig und machte ein schmatzendes Geräusch.

      "Was war das?" murmelte er bereits im Halbschlaf.

      "Ein gute Nacht Küsschen", sagte sie zärtlich.

      Schon hörte sie ihn leise Schnarchen.

      Ein paar Stunden später wachte er wieder auf. Ein Blick auf seine Uhr verriet ihm, dass es kurz vor vier Uhr morgens war. Sein Magen knurrte wie verrückt.

      "Na du schiebst aber ordentlich Kohldampf", meldete sich Akasha zu Wort.

      "Das kannst du laut sagen."

      "Na du schiebst …" brüllte sie.

      "Das war nicht wörtlich gemeint", grinste er, "hast du zufällig ne Ahnung, wo hier in diesem herrschaftlichen Hause die Küche ist?"

      Seine Lippen kräuselten sich zu einem Lächeln, "und ob ich das weiß."

      Schon waren sie auf dem Weg dahin. Und obwohl es noch dunkel war, fand Akasha den Weg ohne Probleme.

      "Super, ich seh alles, wie durch ein Nachtsichtgerät", gluckste Dean.

      "Ein paar Vorteile sollst du ja haben, wenn wir uns deinen Körper schon teilen müssen", sagte sie und zwinkerte, "kannst du mir dafür auch einen Gefallen tun?"

      "Wenn es nichts unanständiges ist", griente er.

      "Trink doch ganz viel Cola für mich, ich liebe dieses Zeug."

      Er winkte ab, "das ist ein Klacks. Ich dachte schon du willst ... naja ... weiß nicht. Wenn ich gut drauf bin, sind zwei Liter weg wie nix."

      Sie wünschte sich, er hätte das Leuchten in ihren Augen sehen können … tbc
    • Chapter 7

      Sam war gerade auf dem Weg ins Bad für die Morgentoilette, als er von unten her jemand um Hilfe rufen hörte.

      Er warf das Handtuch, das er lässig über die Schulter hängen hatte, auf den Boden und eilte zum Geländer. Seine Augen weiteten sich entsetzt und hätte er sich noch weiter nach vorne gelegt, wäre er wohl runtergefallen, wie eine reife Pflaume vom Baum.

      Dean eilte mit ausgestreckten Händen hinter Iggi her und hetzte den armen Kerl kreuz und quer durch die Gegend. Dabei bewegte sich sein älterer Bruder ein bisschen wie das Monster von Dr. Frankenstein. Kein Wunder. In Deans Körper tobte ein Kampf Spice gegen Mensch. Nachdem er einen Liter Cola vernichtet hatte, änderte sich Akashas Verhalten auffällig. Sie fing an zu Gurren wie eine Taube und Dean erlebte Gefühle, die er eigentlich nur dann empfand, wenn er sich zwischen den Laken im Nahkampf mit einem hübschen Mädchen befand. Aber doch nicht wenn ihm der verrunzelte Iggy über den Weg lief. Akasha hatte Dean allen Ernstes damit "gedroht" diesen Kerl noch unbedingt heute Morgen vernaschen zu wollen, weil sie es wirklich notwendig hatte. Nun, Dean hatte sich auch schon lange in Abstinenz geübt, aber das, das grenzte erstens schon an Leichenschändung und zweitens war der Typ ein Kerl. YIKES!

      "Was geht denn da unten vor?" fragte Julius neugierig.

      Sam fuhr herum und starrte ihn mit großen Augen an, "ich denke, dass siehst du dir am besten selbst an mein Freund, das kann man nämlich nicht mit Worten beschreiben."

      Julius hatte das gleiche Aha-Erlebnis wie Sam.

      "Denkst du nicht, wir sollten was unternehmen?" hakte Sam nach.

      "Ach wieso, ich find das total lustig", freute sich Julius.

      "Ich weniger, wenn wir nicht eingreifen gibt Iggy bald den Löffel ab. Der Mann ist nicht mehr der Jüngste", wandte Sam ein.

      "Weißt du dein Bruder ist schon irgendwie schnuckelig, aber ich hatte keine Ahnung, dass er …"

      Sam durchfuhr es siedend heiß, "nein, nein, du irrst dich. Das ist nicht Dean. Das ist Akasha."

      Plötzlich gelang es Dean kurz die Oberhand über den Spice zu erlangen. Völlig außer Atem blieb er stehen und sah zu seinem Bruder und Julius hinauf, "ihr habt wohl nix besseres zu tun, als blöd zu gaffen? Dieses Weib macht mich fertig. Die benimmt sich wie ne läufige Hündin."

      Langsam ging er auf Iggy zu. Der hob sofort die Arme und überkreuzte die Zeigefinger, "weiche Satan, weiche."

      Dean grinste, "keine Bange Opa, solange ich hier drin bin, spielt sie sicher nicht Basic Instinct mit dir."

      "Dean!" rief Sam, der gerade die Treppe heruntergelaufen kam, "was genau hast du heute gemacht?"

      "Gemacht? Na ordentlich gefrühstückt. Speck, Eier, Tomaten, Brot …"

      "Ja und …" sagte er fordernd.

      "Nix und."

      "Hast du vielleicht Kaffee getrunken?"

      "Nö, aber einen ganzen Liter Cola."

      Sam verfiel buchstäblich und sah verzweifelt hinauf zu Julius, "hast du das gehört?"

      "Ich eile, ich fliege", rief dieser und kam ebenfalls die Treppe heruntergerauscht.

      "Bist du irre?" fuhr Sam seinen älteren Bruder an.

      "Weshalb?"

      "Sie hat es dir nicht gesagt, nicht wahr?" die Augen des Jüngeren wurden gefährlich dunkel, "dieses Weib hat es dir wirklich nicht gesagt!" jetzt schrie er schon.

      "Himmel nein, brüll doch wen anderen an", verteidigte sich Dean.

      "Ich fass es nicht", murmelte Sam, "dieses ausgefuchste Miststück. Akasha, wenn du mich hörst, ich hasse dich und wenn du erst mal aus Deans Körper raus bist …."

      "Klärt ihr mich bitte auf", forderte Dean, "was ist hier los?"

      Julius suchte offenbar nach Worten, Sam machte es kurz und bündig.

      "Cola ist für Akasha wie ne Packung Viagra aufgelöst in Aphrodisiaka."

      Anstatt entsetzt zu sein, brüllte Dean los vor Lachen, "das erklärt natürlich jetzt einiges."

      Sam war zum Heulen zumute, "Dean, sag nicht, dass du das komisch findest."

      Sein Bruder gackerte wie ein Huhn und wischte sich die Tränen aus den Augen, "Mann bin ich froh, dass das an Akasha liegt. Ich dachte schon, die hätten mich irgendwie umgepolt, ich meine … Opa und ich und ich und so Gefühle, nö, ich kann nimmer."

      Sams doofer Blick trug nicht gerade dazu bei, beruhigend auf Dean zu wirken. Auch Julius fing an zu lachen.

      "Ich finde das nicht komisch, das sage ich euch", fauchte Sam, "echt nicht komisch. Ich hab gestern Abend noch in einem der Bücher was gelesen. Dean, wenn wir nicht bald was finden, wirst du sterben."

      Dean hielt abrupt inne, "ehrlich?"

      Sam schluckte, "es stand nicht wortwörtlich da, aber …"

      "Und wann wärst du damit rausgerückt? Nachdem ich mich totgelacht hab oder schon vorher?"

      "Dean, bitte … Ich kann mich auch irren …" lenkte Sam ein.

      "Ich kann mich auch vergessen und dir ein Veilchen schenken, aber keines aus dem Garten."

      Er drohte ihm mit der Faust.

      Plötzlich fielen ihm die Augen zu. Als er sie wieder öffnete, wurde sein Gesicht von einem breiten Grinsen überzogen.

      Seine Augen begannen zu leuchten, ein Schmachtblick ging in Richtung Iggy und ….

      Sam brüllte, "hau ab Iggy solange du noch kannst Miss Horny ist zurück!"

      Iggy rannte in seiner Verzweiflung beinahe Julius über den Haufen.

      "Mir reicht der Spaß", knurrte Sam und schnappte sich Deans Arm, "los Julius, nimm du den anderen Arm."

      Entsetzt starrte sein Gastgeber ihn an, "was hast du vor?"

      "Ich schnall die Prinzessin jetzt irgendwo fest, bis der Anfall vorüber ist. Denn ich hab keine Lust, meinen Bruder im Bett mit Opa Iggy zu erwischen. Und er ist sicherlich auch nicht darauf erpicht."

      "Das ist eine hervorragende Idee Sam", stimmte ihm Julius zu.

      Gemeinsam schleiften sie Akasha zum Soulretriever. Sie fauchte dabei wie eine Wildkatze und biss und schlug um sich wie eine Irre.

      "Tz und das alles wegen einem Liter Cola", wunderte sich Julius, "war wohl eindeutig ne Überdosis."

      "Ich sag nur zum Glück hattet ihr nicht mehr da, Dean verträgt gut das Doppelte."

      "Um Himmels Willen, vielleicht wär sie dann auch noch hinter Mister Snapples hergewesen."

      Sam runzelte die Stirn, "wer ist Mr. Snapples?"

      "Der Mops von unserer Köchin. Stell dir mal vor …"

      "Bitte Julius, ich hab heut noch nix gegessen und ich … nein … ich möchte mir das nicht vorstellen. Beim besten Willen, ich denke so ein blühende Fantasie hab ich gar nicht."

      Au Backe, was hatte ihm Julius da wieder angetan? Nie im Leben würde er das Bild von Dean und Mr. Snapples dem Mops und … Lieber Gott, mach das dieser Albtraum bald ein Ende hat!

      Plötzlich gab es einen lauten Knall. Und alles um Sam herum begann sich aufzulösen. Julius ging in Rauch auf, die Wände ringsherum, die Folterinstrumente und auch der Stuhl auf den er Dean gerade geschnallt hatte. Dann wurde es dunkel.

      Moment, irgendwas war jetzt völlig falsch. Sam stand nicht mehr, er befand sich in der horizontalen. Aber er lag nicht auf einem Steinboden, sondern auf einem Teppich. Vorsichtig öffnete er zuerst das linke und dann das rechte Auge.

      Er befand sich nicht mehr in Julius Anwesen, sondern in einem schäbigen Motelzimmer. Es roch nach abgestandener Luft und Hamburgern.

      "Rise and Shine, mein kleiner Liebling", rief Dean übermütig.

      Kreidebleich fuhr Sam in die Höhe, "sag diesen Satz nie wieder zu mir, hörst du, nie wieder." Dann fiel er zurück auf den Boden

      Dean biss in den Hamburger, "du hast aber ne Laune. Kein Wunder, wenn ich morgens anstatt aufzuwachen auch aus dem Bett fallen würde." Mampf, mampf, mampf.

      Nur mühsam rappelte Sam sich hoch.

      "Tu mir bitte nen Gefallen und zieh dir entweder ne Hose an oder wickel dir das Laken um, ich ess gerade", meinte Dean, als sein Bruder vor ihm stand, so wie Gott ihn geschaffen hatte.

      "Ja, klar, mach ich. Sorry, ich bin …" stammelte der Jüngere.

      "Sag mal ist was?" hakte Dean nach, dem Sams Verhalten ein wenig merkwürdig vorkam.

      "Oh ja und ob", bestätigte Sam, während er sich seine Jeans überstreifte, "du hast ja keine Ahnung, was …"

      "Was du letzte Nacht geträumt hast?" griente Dean und schob sich den letzten Bissen in den Mund, "war wohl ein ziemlich heißer Traum. Du hast da Geräusche von dir gegeben … Mann oh Mann."

      Sam wurde noch bleicher, "Was ehrlich? Ich mein … was hab ich denn gesagt?"

      "Gesagt hast du nichts. Aber …" Dean wackelte mit den Augenbrauen, "und wer zum Geier ist denn Akasha und was ist das überhaupt für ein Name?"

      "Welcher Tag ist heute?" fragte Sam unvermittelt.

      "Donnerstag, kommt bekanntlich nach Mittwoch."

      "Und wir hatten keinen Kampf?"

      "Hä?" Dean, mal wieder weniger intelligent guckt.

      "Einen Kampf mit Dämonen? Einen echt üblen Kampf?" Er ging hinüber zu Dean und hob dessen Shirt.

      Daraufhin schlug ihm Dean eins auf die Finger, "bist du auf den Kopf gefallen? Haben sich irgendwelche Gehirnzellen bei dir verabschiedet?"

      "Nein, ich wollte nur …"

      "Du wolltest nur was? Nachgucken ob ich Kratzer auf dem Rücken hab von Julia oder ihrer Freundin Lee?" Deans Grinsen konnte nicht dreckiger sein.

      "Julia … Ach ja, die Frau, die in dem Anwesen gewohnt hat, dass genauso ausgesehen hat wie das …" er sprach nicht weiter.

      Es war echt abgefahren. Er hatte geträumt. Er hatte das alles nur geträumt. Aus Julia war Akasha geworden, aus ihrer Freundin Lee Julius, wieso ausgerechnet Julius? Auch egal, aber Iggy? Ach ja, das war der Postbote gewesen, den er beim Verlassen des Hauses gesehen hatte.

      "Also Dean, wenn ich dir erzähle, was ich letzte Nacht geträumt hab …"

      "Was du geträumt hast, hab ich wahrscheinlich in natura erlebt", gluckste Dean vergnügt.

      "Alter, glaube mir, DAS willst du sicher nicht erleben. Zumindest nicht alles davon."

      Dann fiel er Dean plötzlich um den Hals und drückte ihn.

      "Was haben die dir gestern beim Inder ins Essen getan?" wollte Dean wissen und schnappte sich den Liter Cola, der vor ihm stand, "jetzt muss ich mal den Burger runterspülen. Cheers!"

      Zu diesem Zeitpunkt konnte er sich echt nicht erklären, weshalb Sams Gesichtsfarbe plötzlich so grau wurde, wie die Bettlaken. Und auch nicht weshalb ihm sein jüngerer Bruder aus dem Weg ging, nachdem die Cola ausgetrunken war.

      THE END
    • *lol1* [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/just_cuz/JC_OMG_sign.gif][IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/mother_goose/MG_216.gif]

      Ich brech hier gerade ab!! Das ist ja sowas von abgefahren. Ich denke in nächster Zeit werde ich nicht mehr unbefangen Cola trinken können und jedem aus dem Wege gehen, der dieses Getränk gerade zu sich genommen hat. *hilfee*

      Eines meiner Highlights war der kopflose Rennfahrer und Deans Gedanken dazu. *hihi*


      Das Ende war dann wirklich überraschend und war der krönende Abschluss für diese absolut abgefahrene Story. *danke*
    • Ich habe deine Geschicht auch gelesen und muss sagen sie hat mir sher gut gefallen und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt ,sogar gelacht habe ich ,nur ich als Cola-light Junkie war erstaunt ,was cola für eine wirkung hat auf manche zum glück nicht bei mir ,sonst wäre das ein dauer zustand bei mir *lol1* ,das wäre nicht komisch *lach* .gut das Samm es nur geträumt hat .Eine tolle Geschicht ,hoffe noch mehr solche zu lesen von dir .Danke fürs teilen mit uns. *thumps* *thumps*
      [IMG:http://s14.directupload.net/images/120518/j36mwkbp.jpg]


      Thanks a lot to pappas for the Sig *umarm* !!
      Thanks a lot to PN for the pictures *umarm* !!!