Sonstige - Traummänner, Traumfrauen und andere Irrtümer

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    • Sonstige - Traummänner, Traumfrauen und andere Irrtümer

      by aic

      Alles meins ;)

      Inhalt:
      Kleine Anekdoten zu obigem Thema in sich abgeschlossen.

      Disclaimer:
      ich krieg kein Geld dafür ich griffel nur zur Unterhaltung der Leute.

      +++++++

      Man merke:

      Wenn Du einen Mann siehst und Du ihn willst, dann bedenke folgendes:

      Egal wie schön er ist,
      egal wie sexy er ist,
      egal wie verführerisch er ist,
      egal wie nett oder lustig er ist,
      egal wie witzig er ist, wie talentiert oder mächtig...

      Irgendwo sitzt eine Frau in der Sonne und trinkt einen Sekt darauf,
      dass sie ihn losgeworden ist !

      Hätte ich all diese Dinge bedacht, säße ich jetzt nicht hier mit meinem Freund Johnny Walker und würde über mein Leben philosophieren.

      Mal ehrlich, wer von euch denkt beim Anblick seines Traummannes schon daran, dass er eines Tages furzend und rülpsend vor dem Fernseher enden wird. Oder sich unrasiert seinen behaarten über die Jahre etwas rundlich gewordenen Bauch kratzt. Ganz zu schweigen davon, dass er eines Tage damit anfängt, seine Stinkesocken und seine schmutzigen Unterhosen strategisch in der Wohnung zu platzieren. Er tut das nicht, um euch zu ärgern. Nein, er tut es, weil er zu dem Entschluss gekommen ist, es wäre sein gutes Recht.

      Natürlich würde er sich nie so daneben benehmen, wenn wir auswärts sind. Da hält er stets die Fassade aufrecht, sobald wir uns jedoch in heimatlichen Gefilden befinden, lässt er seine Maske und seine Klamotten dort fallen, wo er gerade steht. Und wie sieht’s mit dem Liebesleben aus? Anfangs glühend und prickelnd, verkommt alles mit der Zeit immer mehr zu einer Pflichtübung. Wenn ihr denkt, es sind nur die Frauen, die Migräne vortäuschen, Irrtum, Männer können das viel besser.

      Bei ihnen kommt ja auch noch der Faktor mit dem stressigen Job dazu. Aber von dem verstehen wir Frauen nichts. Früher habe ich meine „Feldstudien“ bei befreundeten Ehepaaren betrieben und mir gedacht, die arme Frau, wie unglücklich muss sie doch sein. Und weiter, ich bin froh, dass mein Mann nicht so ist. Er wird auch nie so sein. Gott was lag ich falsch. Habe ich mir anfangs noch all seine Nachteile schön geredet und mir eingebildet, irgendwie, muss das auch an mir liegen, hab ich heute aus meinen Fehlern gelernt und weiß, es liegt an IHM.

      Okay, er bringt das Geld nach Hause und ich muss nicht Arbeiten gehen. Am Hungertuch, hab ich aber ohne ihm auch nicht gerade genagt. Meine Eltern sind ein wohlhabendes Ärzteehepaar, mittlerweile haben sie sich in ihren Ruhestand begeben. Sie jetten durch die Weltgeschichte und ich bin gar nicht überrascht wenn mal eine Grußkarte aus Dubai in mein Haus flattert, obwohl ich angenommen hatte, sie ließen sich in ihrem Haus in Marina Del Ray die Sonne auf den Bauch scheinen. Typisch Mom und Dad, spontan.

      Waren Jerry und ich das früher auch? Muss mal kurz nachdenken. Aber klar doch in den ersten paar Jahren unserer Beziehung. Mittlerweile sind wir schon seit fünfzehn Jahren miteinander verheiratet. Nichts gegen die vierzig Ehejahre meiner Eltern. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob ich anstrebe, diesen „Rekord“ zu brechen. Mom meint, wir sollten zu einer Eheberatung gehen. „So ein Quatsch“, meinte Jerry. Klar für ihn ist ja nach wie vor alles in Ordnung. Als ich mit der Bildhauerei anfing meinte er, ob mich mein Dasein als Ehefrau nicht auslasten würde. Ich hab nen Lachkrampf bekommen. Das wäre sicherlich dann der Fall gewesen, hätten wir einen Stall voller Kinder.

      Dem ist aber nicht so. Nicht das wir nicht gewollt hätten. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, haben wir nie wirklich darüber gesprochen. Es war mehr so was wie eine stille Absprache zwischen uns beiden. Jerry war vor mir schon einmal verheiratet, aber nur kurz. Er hat eine Tochter im Teenageralter, die ihn zum Kotzen findet und sich nur dann meldet, wenn sie knapp bei Kasse ist. Möglich, dass ihm das vor weiteren Sprösslingen abgehalten hat. Manchmal denke ich darüber nach, wie es wäre, ein Kind zu haben. Mit ihm kann ich nicht darüber reden. Er murmelt dann immer was von Frauensache und durcheinander geratenen Hormonen.

      Im Beruf, er ist erfolgreicher Musikproduzent, ist er der Strahlemann schlecht hin. Aufgrund dessen, dass seine Klientel hauptsächlich aus männlichen Personen besteht, hab ich schon mit dem Gedanken gespielt, er sei vielleicht schwul geworden. Man kann ja nie wissen. Viele verheiratete Männer haben geheime Vorlieben, die sie nur im verborgenen ausleben und von denen nicht mal ihre Frauen, also das wäre in dem Fall ich, etwas wissen. Auf der anderen Seite ist mir Jerry zu sehr Macho. Ich mein den Frauen gegenüber. Jede zweite beneidet mich um ihn und seinem einzigartigen Charme.

      Keine von ihnen weiß, wie es wirklich ist, mit ihm Tagein, Tagaus zusammen zu sein. Da bröckelt die Fassade sehr schnell, der Charmebolzen wir ein weiterer Nagel zu meinem Sarg. Vielleicht bin ich aber auch intolerant ihm gegenüber. Ich müsste mir alle zehn Finger nach ihm ablecken. Denn ich steh drauf, wenn er den Aschenbecher, der eigentlich wegen Überfüllung schon längst geschlossen ist, noch weiter anfüllt und ihn dann auch noch über Nacht in seinem muffigen Arbeitszimmer belässt. Es geht nichts über den Geruch von kaltem, abgestandenen Rauch.

      Die aufgerissen Chips-Packungen und die dazugehörigen Krümel am Teppich, die Cola-Flecken auf der Couch, die Reste in der Pizzaschachtel, die er sich in der Nacht bestellt hat, während ich schon lange in Morpheus Armen gelegen hab. Die bleiben so lange in seinem Büro, bis sie von selber anfangen zu laufen oder ich durch Zufall auf sie stoße und sie in den Müll werfe. Sag ich dann mal was, faselt er von künstlerischer Freiheit und so weiter. Warum bist du dann noch immer mit diesem Mann zusammen, werdet ich mich jetzt fragen, vielleicht weil ich zu faul bin, mir was besseres zu suchen? Ähm, sicher nicht. Die Erfahrung besagt, es kommt nichts besseres nach.

      Und Jerry hat auch seine guten Seiten, ja ehrlich. Er hat zum Beispiel noch nie unseren Hochzeitstag vergessen. Das ist nämlich sein Geburtstag. Ja und da wär die Corvette, die er mir zu meinem Geburtstag geschenkt hat und das feudale Dinner bei Burger King. Nein im Ernst, irgendwie mag ich ihn anscheinend immer noch und zwar genau soviel, um ihn nicht zu verlassen. Wenn ich meine melancholischen „Anflüge“ bekomme, krame ich eines unserer vielen Fotoalben aus vergangenen Tagen hervor und beginne in Erinnerungen zu schwelgen. Damals war er noch jung und knusprig und ich brauchte mir über die Schwerkraft, die früher oder später auf einzelne Körperteile – besonders bei Frauen – einwirkt, keine Gedanken zu machen.

      Was würdet ihr von eurem Mann denken, wenn er euch ne Liposuktion und ne Brustvergrößerung zu Weihnachten schenkt und an eurem Geburtstag eine Botox-Party schmeißt. Ich würd dem Kerl postwendend in seinen Schwabbelhintern treten. Nicht, dass das mir passiert ist, sondern meiner Freundin Miriam. Mittlerweile muss sie sich bei mir immer telefonisch voranmelden. Durch die zahlreichen Operationen, die sie hinter sich hat, erkenne ich nämlich nur noch schwer. Als sie mich letztens am Rodeo Drive ansprach, bin ich dermaßen erschrocken. Zur Zeit sieht sie sehr wie Draculas Braut aus.

      Sie meint, „es ist nur vorrübergehend, die Schwellungen gehen bald zurück.“ Ah ja, dann is ja gut. Sonst könnte sie glatt im nächsten Horrormovie mitspielen – ohne Maske. Ich finde sie bemitleidenswert, sie tut alles, um ihrem Mann zu gefallen und er betrügt sie trotzdem nach Strich und Faden. Jerry tut das nicht, leider. Er ist ganz und gar mit seinem Job verheiratet. Ich kann ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichen. Wäre eine andere Frau im Spiel, wüsste ich, wogegen ich antreten müsste, aber so?

      Jetzt hab ich aber genug gefrustet. Ich denke ich werde mit Jerry wohl ein mal mehr ein Gespräch führen müssen. Wie das endet? Am nächsten Tag überhäuft er mich mit Blumen und einem teuren Schmuckstück. Abends ladet er mich zu einem romantischen Dinner in ein sündteures Lokal ein und anschließend haben wir – nach Monaten der Enthaltsamkeit – den tollsten Sex, den man sich vorstellen kann. Nicht zu vergessen, das darauffolgende Wochenende, dass wir in irgendeinem Luxus-Ressort verbringen, wieder mit viel Sex und Champagner und Kaviar und allem dekadenten Dingen, die das Leben erst lebenswert machen. Aber vielleicht sind es gerade diese Momente, die ich dann umso mehr genieße und die mich alles vergessen lassen, bis zu unserem nächsten „Gespräch“.

      Herzlichst Eure Silvy

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von angelinchains ()

    • Oh AIC; das ist ja so aus dem Leben gegriffen, super einfühlsam und anschaulich geschrieben. Woran erinnert mich das nur? *MA hat schon eine gewisse Erfahrung mit dem Zusammenleben mit Männern*

      :D

      Das gefällt mir! Schreib mal öfter sowas! :love:
      [IMG:http://i201.photobucket.com/albums/aa13/metalamazon/samdean-1.jpg]
      "Jerk!" - "Bitch!"
      Ava and Sig thanks to sp-studio.de
    • Okay ihr beiden, ich sitz hier und freu mir nen Ast, dass auch mal was außer SPN mäßiges gelesen wird *yr* *yr* *yr* Und weil es Euch gefallen hat, leg ich was nach:

      Mutter und Tochter

      Es ist einer dieser Samstagabende, die ich am liebsten zu Hause gemütlich vor dem Fernseher verbringen möchte. Seit meiner Scheidung vor einem Jahr, genieße ich es mehr Zeit für mich zu haben. Meine Kinder Iris (21) und Stefan (24) hatten ihre eigenen Wohnungen. Ich knotz also im Pyjama und mit Flausch-Socken vor dem Fernseher und heul mir grad bei „Sissi“ die Augen aus dem Kopf, als das Telefon klingelt. „Fischer“, brumme ich ins Telefon. „Hallo Mama, da ist Iris. Wie geht’s? Ich möchte dich zum Fortgehen einladen.“ „Was jetzt?“ Ich blicke auf die Uhr, halb neun. „Na sicher jetzt, wann sonst?“ gibt sie leicht forsch zurück, „du musst mal wieder raus.“

      Ich bin ja so froh, dass ich eine Tochter habe, die mir sagt, wann ich fortzugehen hab. Grmpf. „Schätzchen, ich bin im Pyjama und guck grad fern, ich bin überhaupt ...“ „Nein Mama, keine Widerrede, ich bin in einer halben Stunde bei dir“, typisch Iris, Sternzeichen Steinbock und gleicher Sturschädel wie ihr Papa. „Bis dann“, ich komm nicht mal dazu nein zu sagen, weil sie hat bereits aufgelegt. Ich guck in den Spiegel. Wegen Romy Schneider hab ich Augen wie ein Frosch und auch sonst finde ich mich nicht gerade „ausgehtauglich“. Pfeif drauf, ich geh ins Bad und klatsch mir das neueste Mega-Lift von Avon ins Gesicht.

      Ich schau in den Spiegel, für geschlagene fünf Minuten, na wirklich was getan hat sich nicht. Vielleicht kommt’s ja noch, später. Ich leg mir dezentes Makeup auf und mach mir die Haare. Dann such ich mir nen schicken Hosenanzug raus. Ich steh vor dem Spiegel und dreh mich in alle Richtungen, ja, mit dem Endergebnis kann ich zufrieden sein. Es klopft. Iris steht mit einem großen Blumenstrauß vor der Tür. „Hallo Mama, wow cool siehste aus, echt.“ Sie herzt mich und ich hab schon Angst, das meine Frisur dran glauben muss. „Hey Iris nicht so stürmisch, ich hab ne Ewigkeit gebraucht, meine Locken zu hinzubekommen.“ Sie tritt einen Schritt zurück, „ups, tschuldige Mama.“ Ich stell die Blumen in eine Vase.

      „Und holdes Töchterchen, wo schleifst du mich heute hin?“ „Da hat ein neues In-Lokal in der Stadt aufgemacht, die ganz Münchner Schickeria ist dort. „Bin ich aber froh, müssen wir uns wieder die Füße in den Bauch stehen, so wie letztes Mal?“, sage ich und wirf ihr einen drohenden Blick zu. „Nein, nein, ich hab uns „angemeldet“, meine Firma sponsert einen Teil des Lokals.“ Iris und ihre Connections. Sie arbeitete in einer Werbeagentur und bekam schon mal das eine oder andere Goodie von den Kunden. Mich trifft der Schlag, als wir aus dem Taxi steigen. „Iris, das sind ja Massen, passen die alle in das kleine Lokal? Oder müssen sich ein paar aus den Fenstern hängen, wenn’s voll ist?“

      Iris wirft mir einen tadelnden Blick zu, „Mama, das gehört dazu, je mehr Gedrängel umso schnieker der Club.“ „Achso, das wusste ich nicht. Wenigstens braucht man sich nicht viel zu bewegen, denn die Masse reißt einen sowieso mit, ob man nun will oder nicht“, murmle ich vor mich hin. Iris nimmt meine Hand und ich komm mir wie ein unmündiges Kind vor. Wir lassen die „Normalos“ hinter uns und gehen zu einem separaten Eingang. Ein bisschen was hat’s ja schon, wenn man an den anderen einfach so vorbeilatschen kann. Obwohl sich sicherlich einige fragen werden, was die Oma – also ich – da verloren hat. „Ja Kinder, auch im Altenheim hat man mal Ausgang.“ Ich kann nicht behaupten, dass man mit 45 schon zum alten Eisen gehört.

      Wir sind im Lokal und quetschen uns erneut durch die Massen. Sitzplätze scheint’s hier nicht zu geben. Na klar, die Leute sind ja noch jung, die können ruhig stehen. Wir stellen uns an einen Stehtisch. Es scheinen Lichtjahre zu vergehen, ehe sich jemand vom Personal an uns heranwagt. Wir bestellen zwei Corona und ich sichte schon mal das „Angebot“. Mit Entsetzen muss ich feststellen, das allein schon meine Anwesenheit genügt, den Alterdurchschnitt hier im Lokal zu ruinieren. „Iris, nicht bös sein, aber hier laufen lauter potenzielle Kinder von mir rum.“ Hätt ich bloß meinen Mund gehalten. Iris startet sofort eine genauere Sondierung.

      Plötzlich ruft sie, „Mama, Mama, guck doch, da hinten sitzt einer der ist sicher mindestens so alt wie du.“ „Danke meine Tochter, wie nett mich daran zu erinnern.“ Ich seh in die Richtung, die sie mir mit dem Kopf deutet. Der Kerl ist ätzend. Bierbauch und auch ansonsten sehr ungepflegt. „Mama, ich denk, der is nix für dich“, hat meine Tochter gut erkannt. „Siehste meine Tochter, einer unter 300 und der ist für den Müll.“ Wir bekommen unsere Getränke. Wenn wir lange genug da sind, gelingt es mir vielleicht, mir den einen oder anderen schön zu saufen, oder älter.

      Aber nach einer Stunde wird’s richtig ungemütlich zweimal hat mir schon jemand den Hintern gekratzt und dachte dabei wohl es wäre seiner. Manche Typen sind abartig veranlagt und rubbeln sich an mir vorbei. Einiges davon hat eine beachtliche Größe und ich denk mir, ob das echt sein kann oder ob die Jungs mit ihrem Ding-Dong genauso schummeln, wie wir mit unseren Push-Ups. Ich hatte schon manchen Mann, der nach mehr ausgesehen hat. Am Ende war es dann wie bei „Odyssey 2001 allein im Weltraum“, der große Griff ins Leere. Ich guck zu Iris, die hat ihre liebe Müh mit einem allzu aufdringlichen Typen. Am Ende hat er ihre fünf Finger im Gesicht und dort werden sie auch noch eine Weile grellrot leuchten. „Mama, können wir gehen?“ fragt sie mich, als hätte ich die glorreiche Idee gehabt, hierher zu gehen.

      "Endlich daheim", stöhne ich und lass mich auf das Sofa fallen." „Tut mir echt leid Mama“, sagt sie und zieht einen Flunsch. „Mein Kind, dir braucht gar nix leid zu tun“, sag ich und geb ihr einen Schmatz auf die Wange. Ihr Blick fällt auf meinen PC, „Mama hast du’s schon mal damit versucht?“ „Was womit versucht?“ ich steh wieder mal auf der Leitung. „Einen Mann kennen zu lernen, übers Internet.“ Ihre Augen beginnen zu funkeln. „Danke, kein Bedarf. Da fällt mir doch glatt Frida ein, die sich via Chat mit ihrem „Traummann“ verabredet hat. Da sah man mal wieder, wie geduldig Papier war. Sie bekam keinen stattlichen Mitfünfziger, sondern einen mittelmäßigen Stadtstreicher. Ehrlich. Noch dazu war der Kerl einen ganzen Kopf kleiner als Frida und die is nur 1.50 m, er wär glatt als Hobbit bei Herr der Ringe durchgegangen.“

      „Chats sind doof Mama“, sagte Iris und fingerte schon am Power-Knopf meines Computers herum. „Hier gibt’s ne tolle Partnerbörse, guck mal.“ Ihre flinken Finger flogen fünf Minuten später über die Tastatur, dass mir beinahe schwindelig wurde. „So, setz dich. Siehste, hier kannst du dir alles aussuchen.“ Ich setzte mir meine Brille auf die Nase und klickte einen Button. Ein neues Fenster erscheint, „Bitte geben sie ihre Wünsche ein.“ Dann konnte man sich aussuchen, wie der Mann sein sollte, groß, klein, athletisch, sportlich, Kunstinteressiert, Naturliebend usw. „Bausätze für den idealen Mann“, sagte ich verblüfft. Dann waren auch noch Fotos, auf die man klicken konnte. „Nette Seite Iris, ich komm mir vor wie beim Otto-Versand.“ Iris leistete mir noch eine Weile Gesellschaft und fuhr kurz nach Mitternacht heim.

      Wer behauptet Internet macht NICHT süchtig, hat keine Ahnung. Ich verbrachte die halbe Nacht damit mir den „idealen“ Partner zusammen zu basteln. Ich prüfte meine Angaben. Leider vergaß ich die Suche auf meine Umgebung einzuschränken. Ich bekam Ergebnisse aus ganz Deutschland. Toll mein Drucker brachte es ungefähr auf 20 Seiten. Technik, kann nur was für so unlogische Wesen wie Männer sein. Nochmal das ganze von vorn. Ja, ich kann hartnäckig in bestimmten Dingen sein. Suche eingeschränkt und schon hielt ich nur noch 3 Seiten in meinen Händen.

      Ein einziger stach aus diesem Angebot leuchtend hervor und dem schrieb ich dann. Ich fühlte mich wie ein Teenager. Ständig rief ich meine E-Mails ab und nach 2 Tagen kam endlich die ersehnte Antwort. Wir verstanden uns auf Anhieb. Wir tauschten Fotos, erzählten uns die Tagesabläufe und was uns nervte, ehe wir uns trafen kannten wir uns schon sehr gut. Das erste Treffen fand nach 3 Wochen statt. Was soll ich sagen, Liebe auf den ersten Blick. Heute feiern wir unseren ersten Jahrestag und wenn es nach uns geht sollen noch viele folgen. Iris ist ganz stolz darauf, meinem Glück ein bisschen nachgeholfen zu haben. Und ich bin stolz auf sie. Neulich hat sie mir verraten, dass ich bald Oma werde. Da freu ich mich schon drauf, obwohl ich mich keineswegs wie eine Oma fühle. Vielleicht bring ich dem kleinen auch bei, mich Birgit zu nennen, weil Oma? Ich weiß nicht...... ENDE
    • Du.... *lach* mein Tag heut hat echt scheiße angefangen.....und nun sitz ich hier und grinse blöde vor mich hin.
      Danke für diese einfach geniale Geschichte.Ich könnte dich dafür knuddeln....ich liebe solche Sachen, so schön aus dem Leben gegriffen und doch schon wieder Filmreif. *umarm*

      Vielleicht laß ich mich ja auch mal zu so was hinreissen. ;)
    • Die Story hier beruht auf persönlichen Erfahrungen meinerseits ;)

      Samantha und John - Das verflixte siebente Jahr

      Hi, ich bin Samantha, aber meine Freunde nennen mich Sam. Bis vor kurzem steckte ich noch bis über beide Ohren in einer Beziehung. Ob ich glücklich war? Nicht wirklich. Ich ahnte, dass mein Ex fremdgeht. Und seine dreiste Lügerei machte alles nur noch schlimmer:

      Er kommt heim, Lippenstift am Kragen. Als ich ihn darauf anspreche, „Schatz, du bist wirklich krankhaft eifersüchtig, das war doch nur die Frau von meinem Arbeitskollegen.“ „Ach, ich dachte, ihr hättet Männerabend.“ „Weißt du, sie klammert und hätte er sie nicht mitgenommen, hätte sie ihm die Hölle auf Erden bereitet. Wir haben ihn deshalb sowieso aufgezogen. Ich sag dir, diese Frau ist eine Plage, kaum hatte sie ein Glas Wein intus, wurde sie richtig aufdringlich. Deshalb auch das hier, ist mir echt peinlich.“ Er gibt mir einen Kuss auf die Stirn und denkt, damit hätte es sich.

      Trotzdem schrillen in meinem Hinterkopf die Alarmglocken. Ich finde auf seinem Arbeitstisch jede Menge Streichholzbriefchen von einem Friseur. Auf jedem einzelnen steht der Name „Martha“ handgeschrieben drauf. „Wer ist Martha?“ reib ich ihm so ein Ding unter die Nase. „Schatz“, er schüttelt den Kopf und seufzt, „die gehören nicht mir, die hab ich von Alex bekommen. Du weißt er ist Nichtraucher.“ Eben, warum sollte ihm dann eine Frau massenweise Streichholzbriefchen zustecken? „Ah ja“, meine ich nur. „Alles Hirngespinste, wirklich, du bildest dir zuviel ein Sam“, sagt er. Ich mach mich ans Kochen. Was anderes tu ich ja schon lange nicht mehr.

      Waschen, kochen, putzen. John und Ausgehen? Prinzipiell nur mehr mit anderen oder wenn ich ihm auf die Nerven gehe, einmal im Monat mit mir. Sex? Was ist das? Eines Tages brauch ich dringend ein paar Dollar. Ich bin absolut blank. Da ich keine Lust habe, mir eins zu holen, frag ich ihn. „Sicher, nimm dir was aus meiner Brieftasche. Böser Fehler. Nicht das ich neugierig gewesen bin. Zufällig fällt mir eine Visitkarte in die Hand, wieder diese Friseurin, sogar mit Privatadresse und Telefonnummer. Die merk ich mir. Hab ein gutes Gedächtnis für Zahlen. Es nagt in mir, doch ich sage nichts. Ein paar Tage später ruft er mich an, er muss wieder mal Überstunden schieben. Okay, denk ich mir, mach nur. Ich werde dich später anrufen. Bisher hatte er immer eine Ausrede, wenn ich ihm im Büro nicht erwischt habe. Und sein Handy, das war meistens stumm geschaltet und lag in seinem Aktenkoffer.

      Ich warte ungeduldig, bis es schließlich halb neun Uhr abends ist. Dann schlägt meine Stunde. Ich ruf bei der guten Dame an. Sie hat eine schrille Stimme. „Brown.“ „Hallo Miss Brown, könnte ich vielleicht kurz mit John sprechen?“ Schweigen, welches ich als Anflug von Panik werte, dann macht sie einen Fehler sie hält die Sprechmuschel des Telefons zu, aber nicht gut genug. „Da ist eine Frau, die dich sprechen will“, höre ich sie eindringlich flüstern. „Du kennst mich nicht, sag ihr, sie ist falsch verbunden“, eindeutig Johns Stimme. „Ich, ich weiß nicht, was sie meinen, sie müssen die falsche Nummer haben.“ „Danke“, sagte ich und lege auf. Ich zittere am ganzen Körper und irgendwie ist mir übel.

      Mein Anruf hat Wirkung gezeigt, keine viertel Stunde später kommt er heim. Er wirkt gehetzt, warum wohl? Und er sieht mich mit durchdringenden Augen an. „Na, ist irgendwas?“ fährt er mich zur Begrüßung gleich an. Ich mache auf unschuldig, obwohl ich ihm am liebsten die Augen auskratzen würde, „nein, warum Schatz? Bist du schon fertig? Ich dachte, du arbeitest wieder bis Mitternacht?“ Er ist dermaßen perplex ob meiner Reaktion, dass ihm schlicht die Sprache fehlt. Als er sich gefangen hat, kommt er zu mir und fängt an, an mir rumzumachen. Sicher nicht! Du hast dein Rohr grad bei ihr versenkt, jetzt steckst du es sicher nicht bei mir rein! Sag ich natürlich nicht, „bitte John, ich hab Migräne, ich leg mich ins Bett.“

      Ich seh ihm an, dass es ihn beinahe zerreißt, aber er ist um seine Fassung bemüht. Ein paar Tage später sind erneut Überstunden angesagt, fein. Ich ruf die Dame an. Diesmal scheint sie allein zu sein, denn sie sagt, „was wollen sie von mir, warum rufen sie schon wieder hier an?“ „Ist John also nicht bei ihnen?“ „John, John, langsam gehen sie mir auf den Geist, wer sind sie?“ „Ich bin seine Frau Miss Brown.“ „Sie meinen wohl seine Ex-Frau“, faucht sie zurück. „Mir ist nicht bewusst, dass ich in letzter Zeit Scheidungspapiere unterschrieben hätte“, entgegne ich säuerlich. „Er hat gesagt, dass sie so reagieren würden.“ Nun bin ich perplex, „wie reagieren?“ „Er sagt, sie schnallen es nicht, dass es aus ist zwischen ihnen beiden und sie verfolgen ihn.“ Das ist ja wohl der Gipfel der Schweinerei, denke ich. „Liebe Miss Brown, ich versichere ihnen, wir sind noch verheiratet“, dann habe ich eine spontane Eingebung.

      „Wenn sie es mir nicht glauben, dann kommen sie doch einfach vorbei.“ Sie ist misstrauisch, steigt jedoch auf meinen Vorschlag ein. Zwanzig Minuten später klingelt sie an der Tür. Ich atme ein paar Mal durch, dann öffne ich. Wen wundert’s, sie ist das genaue Gegenteil von mir. Sie ist mindestens einen Kopf kleiner als ich und spindeldürr. Ihre Haare sind toupiert und irgendwie sieht sie billig aus. Wir geben uns steif die Hände und dann führ ich sie kurz herum, um ihr zu beweisen, dass John und ich sehr wohl noch zusammen wohnen. Für sie ist es wie eine Erleuchtung. „Du meine Güte“, sie ist völlig aus dem Häuschen, „dieses Schwein.“ Ich reiß die Augen auf. Wär das nicht mein Text gewesen? „Er hat mir die ganze Zeit vorgespielt, er wäre geschiedener Single. Als wir durch die Garderobe zurück ins Vorzimmer gehen, hält sie kurz inne. „Ist das ihr Mantel und sind das ihre Schuhe?“ „Ja, warum?“ „Er hat mir die gleichen Sachen zu meinem Geburtstag im März geschenkt.“ „Was für ein Zufall, ich hab auch im März Geburtstag“, sage ich und finde John jetzt richtig zum Kotzen.

      Mir hatte er heuer lediglich einen Staubsauger geschenkt. Anscheinend das Richtige für seine kleine doofe Putzfrau. Als sie mir das Datum nennt, hebt es mich beinahe aus den Latschen. Sie hat nicht nur am gleichen Tag Geburtstag, sondern ist auch noch derselbe Jahrgang. „Deswegen konnte er nicht kommen“, murmelt sie, „er hat mit ihnen gefeiert, mir hat er erzählt, er sei geschäftlich in New York.“ Johns Doppelleben beginnt sich in seine Bestandteile aufzulösen. Ich biete ihr Kaffee an und wir setzen uns ins Wohnzimmer. Ich erfahre, dass er ihr die halbe Einrichtung für die Wohnung gekauft hat und einen neuen Fernseher. Als ich sagte, wir müssten renovieren, hat er mir nur mit einem undefinierbaren Grunzen geantwortet. Klar seine Prioritäten lagen eindeutig wo anders. Ich fühle mich, als wäre ich im falschen Film. Abwechselnd heulen und lachen wir über Johns Spielchen, die er mit uns getrieben hat. Ich möchte wissen wo sie sich kennen gelernt haben.

      Achtung ihr Frauen, die ihr eure Männer nicht alleine fortgehen lässt, aus Angst, sie könnte sich eine Beauty unter den Nagel reißen. John hat sie nämlich in der Mittagspause angesprochen. Bei einem Haarschnitt-Quickie. Wie praktisch. Deshalb war er in letzter Zeit immer so gut frisiert. Klar wenn er direkt an der Quelle poppt. Es braucht also keine schummrige Bar oder Disco. Ein Friseurladen um zwölf Uhr mittags tut’s eben auch. Dann sagt sie noch, dass die ganze Chose schon seit ungefähr einem Jahr läuft. Das verblüfft mich nun wirklich. War ich wirklich so dämlich? Mein einziger Trost, er hat auch sie solange an der Nase herumgeführt. Wir tauschen „Erfahrungswerte“ aus und erfahren, was er als Ausrede für diesen oder jenen Tag verwendet hat. Mir geht nicht nur ein Lämpchen auf, sondern die ganze Flutlichtanlage eines Fußballstadions.

      Jemand öffnet die Haustür. Es ist John. Ich bedeute ihr ruhig zu sein und gehe ins Vorzimmer. „Guten Abend Schatz“, sagt er und drückt mir einen Schmatz auf die Wange. Ich frage mich, ob er wirklich im Büro war, oder ob es da vielleicht gar noch eine dritte im Bunde gibt? John der omnipotente Ehemann, der zu Hause dann nicht mehr kann. „Guten Abend Darling“, ich warte bis er sich Schuhe und Mantel ausgezogen hat. Obwohl ich weiß, dass sich unsere Beziehung mit Riesenschritten dem Ende nähert, genieße ich diesen Moment. Er ist ja so was von ahnungslos. „Übrigens, wir haben überraschend Besuch bekommen“, säusele ich. „Tatsächlich, zu so später Stunde? Wer ist es denn?“ „Meine Hirngespinste“, entgegne ich gelassen, innerlich vibriere ich wie ein Betonrüttelmaschine. Ihm klappt die Kinnlade herunter und er rast ins Wohnzimmer. Dort hockt Martha, wie ein verschrecktes Kätzchen, auf der Couch. „Hallo Schatz“, meint sie kalt.

      Er bekommt einen Schweißausbruch nach dem anderen. Werkelt an seinem Hemdkragen herum und reißt sich die Krawatte vom Hals. Er blickt zwischen uns beiden hin und her. Nach Minuten des Schweigens meint er, „endlich ist es vorbei.“ Wir sehen ihn fragend an. „Endlich brauch ich nicht mehr zu Lügen“, spricht er weiter, „langsam sind mir echt schon die Ausreden ausgegangen.“ Da bin ich was froh darüber und Martha auch. „Und mehr hast du dazu nicht zu sagen?“ meint sie lakonisch. Ich hab den Verdacht, er sieht sich schon mit uns beiden im Bett. „Das ist krank John“, sage ich laut. Dann sitzen wir zu dritt auf der Couch und sprechen noch eine Weile. Bis es mir zuviel wird. Kurz bevor ich das Gespräch beenden möchte, sagt Martha, „John, ich bin schwanger, im dritten Monat.“ Ich glaub mein Schwein pfeift und John sieht aus wie ein Uhu nach einem Waldbrand. Er freut sich so gar nicht über ihre Offenbarung.

      „Wisst ihr was? Ihr beide geht mir jetzt gehörig auf den Keks“, meine Stimme ist fest und entschlossen, was mich bei meinem inneren Gemütszustand doch sehr verwundert. „Nimm deine gefüllte Praline und bring sie nach Hause oder mach sonst was mit ihr. Mir reicht es. Morgen kannst du dir deine Sachen holen John.“ Martha strahlt übers ganze Gesicht. Sie wähnt sich als Siegerin. Sie hängt sich an John, wie ein Ertrinkender an einen Rettungsring. Er sieht mich todunglücklich an, fasst nicht, was ich gerade gesagt hab. Damit Bewegung in die beiden gerät, schiebe ich sie hinaus ins Vorzimmer, sehe ihnen zu, wie sie sich anziehen, glaube noch immer im falschen Film mitzuspielen. Dann befördere sie sanft zur Tür hinaus. Da gehen sie hin, John der begossene Pudel mit seiner vermeintlich schwangeren Tussi am Arm. So ganz hab ich ihr die Story nicht abgekauft und ich sollte recht damit behalten. Alles nur Show, um ihn zu halten, aber so gut schien sie John nun auch wieder nicht zu kennen. Das war kein Mittel, um ihn zu halten, sie würde ihn damit nur in die Flucht jagen.

      Ich lehne mich an die Innenseite der Tür. Mein Herz trommelt gegen meinen Brustkorb. Aber weinen kann ich nicht. Ich schleppe mich ins Schlafzimmer und packe Johns Sachen in ein paar Koffer. Erst als ich so ziemlich alles, was mich an ihn erinnert gepackt und ins Vorzimmer gestellt habe, kommen mir die Tränen. Unsere Ehe hat das verflixte siebente Jahr also nicht überstanden. Soll vorkommen. John hat mich damals nicht ernst genommen, doch als er am nächsten Tag mit den Koffern vor der Tür stand und ich in den kommenden Tagen und Wochen nicht mal auf seine Anrufe reagiert habe, nahm er es zur Kenntnis. Die Scheidung verlief glatt.

      Ich bin wieder frei und mein Leben habe ich von Grund auf geändert. Ich mache nur noch das, was mir Spaß macht und genieße jeden einzelnen Tag. Einmal sind wir uns in einem Lokal über den Weg gelaufen. Und wisst ihr was, ich hab mich doch tatsächlich gefragt, was ich all die Jahre an dem Kerl gefunden habe. Er verkörpert rein gar nichts mehr von meinen Idealen, die ich einst hatte. Er sah sogar richtig unglücklich aus, als er mich mit dem feschen Kerl neben mir flirten sah. „Das hättest du vorher wissen müssen John“, denke ich und beobachte aus dem Augenwinkel, wie er frustriert sein Bier trinkt. Mit Martha dürfte er auch nicht mehr zusammen sein, seine Frisur lässt auch zu wünschen übrig. Er sieht ein wenig verwahrlost aus. Ich hingegen, bin richtig aufgeblüht, hab eine neue Haarfarbe, eine neue Frisur und an den richtigen Stellen einige Pfunde abgenommen. Bin froh, dass er mich so sieht. Glücklich, strahlend. „Tut mir leid John, nicht deinen Vorstellungen von einer verheulten, sich grämenden Ex-Frau zu entsprechen. Thats life.“ Er hat eine Frau gehabt und eine Geliebte und er hat sich gefühlt wie der King. Jetzt hat er nur noch seinen Job und sieht aus wie der größte Looser der Welt. „Cheers John, auf meine glückliche Zukunft und die findet ohne dich statt.“ ENDE

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