Jared/Jensen RPS - Snowboarden mit Jensen und Co. - completed

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    • Jared/Jensen RPS - Snowboarden mit Jensen und Co. - completed

      by
      angelinchains

      FSK-13
      Inhalt:
      Was man(frau) in den Kitzbühler Alpen nicht so alles erleben kann, wenn man ein paar nette Amerikaner trifft oder besser gesagt die Crew von Supernatural.

      Disclaimer:
      Die Jungs gehören sich selbst, ich mir auch, der Rest der Story sowie die Idee dazu, alles meins, meins, meins. :D

      Warnung:
      Nichts trinken beim Lesen, kann krampfartige Lachanfälle auslösen!


      Chapter 1

      Hattet ihr auch schon mal das Bedürfnis, nachdem ihr nach einer Fahrt endlich am Ziel angekommen seid, auszusteigen, euch auf den Boden zu werfen und die Erde zu küssen? Nein? Macht nix, mir ging’s jedenfalls so nach einer neun(!)-stündigen Odyssee von Wien nach Kitzbühel. Eingepfercht mit vierzig, zum Teil merkwürdig riechenden, Mitfahrern in einem recht – sagen wir mal – desolaten Reisebus, dessen Toilette auch nicht funktionierte und wir deshalb immer wieder eine Pinkelpause einlegen mussten. Meinen besten Dank an die Bierdosenvernichter aus den hinteren Reihen.

      Das hat uns gut und gern ein Stündlein mehr gekostet. Wie gesagt, wollte ich schon raus, meiner einer auf den Boden werfen und den selbigen küssen. Der Fahrer dürfte seinen Führerschein bei einer Tombola des Blindenvereins gewonnen haben. Wie der so die Serpentinen hinauf geeiert ist, mit dem Bus. Vor lauter Verzweiflung hatte ich mich schon in die Lehne meines Vordermannes verkrallt.

      Dazu kam noch die „wunderbare“ Aussicht. Weil schließlich muss Madam sich ja ans Fenster setzen, Gangplatz is nich! Wie der gute Mann also den Bus samt seinen, sich zum Teil schon im Delirium Tremenz befindlichen, Fahrgästen die Serpentinen hochjagte, wäre eines Hollywood-Thrillers ebenbürtig gewesen – vielleicht Speed 325: Am Rande der Tiroler Alpen.

      So kam ich mir nämlich vor. Neben mir eine ältere Dame, die nicht nur ununterbrochen am futtern war – musste sie ja dafür sorgen ihre – ich schätz mal – 140 kg Lebendgewicht auf 1,65 m in Form zu halten - sondern dazu die Hälfte meines Sitzes auch noch in Anspruch nahm. Lieber Gott, warum immer ich? Im Kino immer die 2,20m Typen vor mir, beim Anstellen ständig in der falschen Warteschlange – weil auf Kassa 4 dürfte ein Multitalent als Kassierin arbeiten – während bei mir irgend ein Azubi ausprobiert was die Kassa so alles draufhat und im Bus oder der Bahn, immer die XXL-Typen.

      Schrecklich, wenn du so an die Scheibe gepresst wirst und dir beinahe die Nase plattdrückst. So sitz ich also da und bete, ich möge doch in einem Stück oben am Berg ankommen. Tolle Aussicht, wenn der Busfahrer mal wieder ausholt und die nächste Kurve nimmt. An die Scheibe gepresst, weiten sich meine Augen immer voller Entsetzen, wenn wir so grad mal neben dem Abgrund herschrammen. Und jedes mal stell ich mir die gleichen Fragen: stürzen wir jetzt ab oder nicht? Ist ein Rad schon über dem Rand oder nicht?

      Ängstlich blicke ich zu meinem kleinen Allesfresser hinüber, momentan hat sie eine Familientüte Kellys-Chips in Arbeit, müsste sich ausgehen, dass sie damit fertig ist, wenn der Bus hält. „Ja friss nur, als gebe es kein morgen“, denk ich so bei mir. Vielleicht wirklich nicht, wenn der so weiter fährt. Und wenn ich durch Zufall den Absturz überlebe, erschlägt mich sicher die Dicke neben mir. Jetzt kennt ihr den Grund für meine ängstlichen Blicke.

      Um mich ein wenig abzulenken, überlege ich, wie sich Dickerchen wohl auf der Piste machen wird. Ehrlich gesagt fehlt mir dazu jegliche Vorstellungskraft. Ob sie wohl hier verstärkte Sessel- und Schlepplifte haben? Na ne Gondel hat die sicher für sich allein. Sollte sie wirklich eine Abfahrt auf Schiern in Erwägung ziehen, haben wir sicher keine fünf Minuten später, eine Lawinenwarnung am Hals, die sich gewaschen hat. Denn wenn es die auf Gute auflegt, gibt’s ein Erdbeben und sämtliche im Schigebiet befindliche Schneebretter gehen auf einmal ab.

      Endlich Bus hält! Dickie steht auf und ich, ich kann endlich wieder atmen, durch den abgestanden Bierdunst, der im Bus steht, weil die Lüftung sich während der Fahrt auch verabschiedet hat, vermeide ich es jedoch allzu tief einzuatmen, ich möchte doch nüchtern aussteigen. Und Dickie hat auch die Familientüte erledigt, weil die liegt jetzt achtlos auf dem Boden, leer, kein Krümelchen lebt mehr da drinnen. Es geht doch nichts über Gründlichkeit.

      Plötzlich erschrecke ich, was wenn Dickie in der Tür stecken bleibt, dann müssen sie nen Schneidbrenner holen und das dauert dann noch länger und ich muss doch schon so dringend Pipi? Panik. „Beruhige dich“, sagt mein intelligenteres ich: „Schließlich is sie ja auch reingekommen.“ Noch vier, noch drei, noch zwei, noch einer und jetzt...... Walküre dreht ihren massigen Leib zur Seite und...ja, Jubel, sie kommt grad und grad noch aus der Bustür. Ein Kellys-Chip mehr und es wär vorbei gewesen.

      Geschafft, ich atme tief die frische kühle Bergluft ein. Toll. Herrlich, ich lebe auf, doch nur für zwanzig Sekunden, denn dann fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: GEPÄCK! Wird gerade ausgeladen. Kennt ihr eine Frau, die mit einem Koffer auskommen würde? Eben. Ich auch nicht, ein Koffer und zwei Reisetaschen. Ich überlege, ob nicht einen Anlauf nehmen und mir in Footballmanier den Weg zu meinen Sachen bahnen soll.

      Angesichts der mir zugewandten, teils recht üppigen, Hintern, nehme ich von diesem Vorhaben lieber Abstand, ich könnte mir doch ernstliche Verletzungen zuziehen und dann wär mein Gratiskurzurlaub für die Katz. Jawoll, Gratiskurzurlaub, dieses Wort muss man sich wie Lindt-Schoki auf der Zunge zergehen lassen. Wie komm ich dazu? Ganz einfach, man braucht nur ne stinkig-reiche Freundin, die von Mami und Papi zum Geburtstag einmal Kitzbühel geschenkt bekommt und gleichzeitig von ihrem Freund – als Beruf Sohn eines millionenschweren Fabrikanten – eine zweiwöchigen Segelturn in der Karibik. Könnt ihr euch vorstellen, wie schwer ihr da die Entscheidung gefallen ist?

      Ich sag euch, es war ein richtiger Krampf. Ich war dabei, ich hab’s original miterlebt. Echt. Kein Scheiss! Wenn ich Euch sage, sie hat total dabei gelitten. Simone saß da, Jens an ihrer Seite, einen Latte Macciato in der Hand und sagte: „Scheiß auf Kitzbühel! Gaby magst du fahren?“ Klar hab ich ja gesagt. Obwohl ich kurz zögerte, denn der Segeltörn in der Karibik wär ja auch nicht gerade schlecht.

      Ach, zum dumm auch, dass ich gerade nicht so flüssig war, hatte ich mir doch erst um tausend Euro ein Notebook gekauft, um euch mit meinen wunderschönen Geschichten zuzuschütten und außerdem war ich grad im Solarium und außerdem und überhaupt, es würde sich sowieso nicht ausgehen. Ob ich mir auf die schnelle nen Kredit aufnehmen sollte oder einen anderen Job suchen? Nach Abwägung des Für und Wieders entschied ich mich eben dann doch für Kitzbühel.

      Und da war ich nun, umzingelt von einer Horde losgelassener Pensionisten und wer bin ich, wer wär ich Prolos. Endlich hatte ich alle meine Sachen beieinander, als ein – leicht angeheitert wär maßlos untertrieben – sturzbetrunkener Schweizer auf mich zutorkelte und meinte: „Grüezi Fräuleins.“ Hä wie? Ich blickte mich um und sah außer mir kein anderes weibliches Wesen im näheren Umkreis.

      „Sie haben sich sicher geirrt, das ist meine Reisetasche“, sagte er mit dem für Schweizer eigenen Dialekt. Ich blickte kurz hinunter, nö, eindeutig meins. Schon fuhr er seine Griffel Richtung Koffer aus. Keine Chance, ich würde wie ein Löwe um mein Gepäck kämpfen. Wenn’s sein muss, würde ich die ganze Gegend zusammenbrüllen. „Fräuleins, das ist aber gar nicht nett, geben sie mir sofort meine Taschen, oder ich muss öppis unternehmen.“ Jetzt waren’s auch schon Taschen?

      „Hören sie guter Mann, ich weiß nicht was sie wollen, ich stehe hier allein in der Pampa, friere mir den Arsch ab und würde gern ins Hotel gehen. Könnten sie freundlicher Weise einen Abgang machen?“ Er blickte mich mit einem leicht irren Blick an. Dann fing er an, an seinem Hosenstall herum zu nesteln. Oh Gott, bitte nicht. Lüstern blickte er in meine Augen. „Soll ich dir zeigen, was ich da drinnen hab?“ fragte er, während sich eine deutliche Beule in seiner Hose abzeichnete.

      „Glauben sie mein lieber Herr, es gibt nichts, dass ich noch nicht gesehen hätte!“ Ich bekam einen Schweißausbruch. Plötzlich eine schrille Stimme: „Wiiillllllllliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii, Wiiilllllllllllllllllllliiiiiiiiiiiiii! Wo steckst du?“ Willi, der gerade dabei war seinen Willi aus der Hose zu lassen fluchte: „Verdammtes Weib, verdammtes.“ Er schloss seinen Laden, schenkte mir ein abgrundtief hässliches Lächeln und machte sich vom Acker.

      Es kann nur noch besser werden, dachte ich bei mir. Wie ein Muli schleifte – weil Tragen wäre übertrieben – ich mein Gepäck in die Lobby. Endlich stand ich am Empfang. Ein gutes hatte ja das Intermezzo mit dem Schweizer wenigstens gehabt. Ich stand dort allein. Die anderen waren sicher schon abgefertigt worden. Ich stand da zitterte noch von der Anstrengung und schwitzte wie ein Schwein.

      Da sich niemand blicken ließ, klopfte ich auf die Klingel: ding ding. „Komme sofort“, hörte ich eine Frau, die offensichtlich gerade damit kämpfte die Nahrung beim sprechen im Mund gut zu verteilen. Fraßen die hier alle? Schrecklich. Na gut, dann wart ich halt. Fünf Minuten später, ich wart noch immer. Ein lausiges Service für ein fünf Sterne Hotel. Wie überall, außen hui und innen pfui. Ich stand mir da so die Beinchen in den Bauch und wie ich so dastehe, und der Drang in meiner Blase sich auch immer mehr verstärkte, drangen zweifelsohne amerikanische Worte an mein Ohr.

      Wieso ich das weiß, na hört mal, ich weiß doch wie sich Amis anhören. Und weil meiner einer immer ein offenes Ohr für die englische Sprache hat, stell ich die Löffel auf, wie ein Hase zu Ostern. Angestrengt versuch ich Gesprächsfetzen aufzuschnappen. Gibt nix schöneres als fremde Gespräche zu belauschen. Selbstverständlich bemühe ich mich auch darum zu sehen wer denn da alles auf mich zukommt. Denn dem Lärm nach zu urteilen, handelt es sich um eine ganze Gruppe.

      Ausgerechnet jetzt hat sich die Dame vom Empfang entschlossen, sich meiner anzunehmen. Doofe Kuh. Ich beginne also die ganzen Zettel auszufüllen und die restlichen Formalitäten zu erledigen, während die Gruppe immer näher kommt und ich aber nichts sehen kann, denn blind schreiben, war noch nie meines. Ach ich bin ganz kribbelig, könnt ich nur schneller schreiben.

      Dann verlangt die Tante auch noch meine Aufmerksamkeit, weil sie mich in die Geheimnisse des Schließsystems und der Frühstücks- und aller andern möglichen Hausregeln einweiht. Ja, ja, du mich auch, denk ich so, jetzt befindet sich die Gruppe so ziemlich auf gleicher Höhe mit mir. Und ich kann immer noch nicht gucken. Scheiße.

      Und dann passiert es. Anscheinend habe ich mein Gepäck taktisch richtig positioniert. Denn einer der Amis verheddert sich im Griff einer meiner Reisetaschen. Nicht genug damit, sucht sich der gute Mann – ich hab ihn nur so aus dem Augenwinkel gesehen, dass es sich um was männliches handeln muss – auch noch Halt an meiner Schulter! Fatal, fatal.

      Da der Tresen glatt wie ein Kinderpopo ist, find ich dort natürlich auch keinen Halt. Zwangsläufig reißt er mich mit. Wie muss das wohl für die Dame hinter dem Empfang ausgesehen haben? In einem Moment bin ich noch da und im nächsten – schwups – bin ich wech. Nein, ich bin nicht Chris Angels Schwester.

      Da lieg ich also so mir nichts dir nichts auf der Schnauze, bin aber weich gefallen. Das Vergnügen den Koffer zu schnupfen hatte der Typ. Schallendes Gelächter. Sagte ich vorhin dass es nicht noch schlimmer kommen könnte. Ich sollte wirklich Abstand von diesen sich selbsterfüllenden Prophezeiungen nehmen. Ich versuche ebenso elegant aufzustehen, wie ich vor dem Empfang verschwunden bin.

      Mach dabei halt auf cool. Einer aus der Gruppe erbarmt sich meiner und hilft mir auf. Automatisch verfall ich in die englische Sprache und sage: „Thank you.“ „No matter“, entgegnet mir der nette Mann, der – wie ich feststellen muss – eine gravierende Ähnlichkeit mit Jared Padalecki hat. Besorgt werde ich auf etwaige Schäden überprüft, mache einen kurzen Selfcheck, nö, alles in bester Ordnung. Der Kerl, der mich zu einem Tete a Tete am Fussboden eingeladen hat, steht auch schon wieder.

      „I’m really sorry Miss“, lässt er sich vernehmen. Da ich mit dem Rücken zu ihm stehe, drehe ich mich um und starre auf einen Brustkorb. Langsam hebe ich den Kopf. Dann funzt es in meinem Hirn: Ich stehe Jensen Ackles gegenüber. „bbbbbbb“, ist alles was ich rausbringe. „Mensch reiß dich am Riemen“, wieder spricht mein intelligenteres Ich zu mir: „sonst glauben die noch, du hättest nen Hirnschaden davongetragen und holen den Rettungshubschrauber.“

      „Oh, no Problem, I think it was my fault. My luggage…..” wow Gaby kann in ganzen Sätzen sprechen, während ich bedauernd auf meine Koffer deute. „Are you okay?“ Sorry Jensen, mehr als ein Nicken is nicht drinnen! Schließlich lässt sich eine weibliche Stimme vernehmen, die meint, eine ordentliche Entschädigung müsste Jensen mir doch gewähren. Ich blicke in ihre Richtung und sehe Sam Ferris. Hab ich tatsächlich nen Hirnschaden davongetragen?

      Hoffentlich halten die mich aufgrund meines Blickes jetzt nicht für eine gefährliche Irre – eine Besessene – oder so. Denn ich schau nicht gerade intelligent in die Runde. Jetzt wird er mich sicher gleich treffen, der Schlag, denn ich steh Aug in Aug mit der Crew von Supernatural, inklusive Eric Kripke. „Excuse me Miss“, meint Jensen mit sanfter Stimme, „would you like to have dinner with us tonight?”

      Abendessen mit der Supernatural Crew? Ja sicher „Yes, sure, sure, what time?" “Seven?” schlägt mir Jensen vor. Ich nicke, dass es mir beinahe den Schädel abreißt. Dann verabschieden sie sich freundlich und hinterlassen eine völlig verstörte Gaby, die jetzt sicher mal eine Weile braucht, um alles zu verarbeiten und einen Pagen für mein Gepäck, denn ich kann mich kaum selber auf meinen Beinchen halten. tbc
    • Chapter 2

      Angekommen in meinem Zimmer, dem Pagen gleich mal großzügig fünfzig Cent(!) Trinkgeld gegeben – hatte Glück, dass Kerlchen war noch jung und unerfahren - ein anderer hätte mir das Gepäck wieder zum Selberschleppen in die Empfangshalle zurückgestellt. Ich fühle mich, als hätte ich einen ganzen Eimer Kontaktkleber inhaliert, so high bin ich. Ich zieh die Jacke aus. Mit einem kunstvollen Wurf, saust sie quer durch’s Zimmer und bleibt irgendwo an einem Kronleuchter hängen.

      Ooops, würde mich später darum kümmern. Ich lasse mich und meinen Prachtkörper rücklings aufs Bett fallen, nur zwei Minuten ausruhen. Zwei Stunden später: Ein schrilles Klingeln, oh Gott wo bin ich, null Durchblick, eine Drehung zur Seite, sehr schlecht, nach einem harten Aufprall finde ich mich auf dem Fussboden wieder. Äh, hatten wir doch heut schon mal? Oder? Woher wohl dieses Klingeln kommen mag? Telefon! Hektisch blicke ich mich um, ah, auf dem Nachttisch auf der anderen Seite des Bettes.

      Ein kamikazeartiger Sprung, mit gezieltem – oder auch nicht – Aufschlag des Schädels – am Bettpfosten. Halb bewusstlos heb ich ab: „Ja bitte?“ Jensen! Sofort fühle ich keine Schmerzen mehr, bilde ich mir halt ein. „Hi Jensen, what’s up?“ Seine nächsten Worte sind wie Messerstiche in mein kleines Herz. Er muss leider das Dinner absagen. “Oh, really, well, doesn’t matter.“ Behaupte ich tapfer, obwohl ich sofort drauflos heulen könnte. Mein mühsam aufgebautes Luftschlösschen kracht unter einer Atomexplosion zusammen.

      Ich werde nie wissen, wie es ist mit Jensen zusammen zu essen, zu trinken, neben ihm zu sitzen…. Das Leben ist einfach nichts mehr wert. Alles verschwimmt vor meinen Äuglein. Scheiß auf Kitzbühel, ich will wieder naaaaaaaachhhhhhhhhh Haaaaaaaaauuusssssssseeeeeeeeeeee! Jensen fragt mich was und automatisch sag ich einfach: „Yes“. Dann wiederholt er es noch mal, für blöde Gabys, morgen punkt neun Uhr früh, antreten in der Hotelhalle und ab zum Snowboarden!“ „Yes, but….“ „Okay, we’ll be waiting for you!“ Und futsch ist er.

      Sofort wird mir übel, Schi fahren kann ich ja, aber Snowboarden? Nö, nich in hundert Jahren. Als ich es letztes Mal versucht hab, habe ich für einmal Hang runter – Normalozeit zehn Minuten – Idiotenzeit geschlagene 75 Minuten benötigt, und mindestens zwanzig Leute, die mir aufhelfen mussten, weil ich es verdammt noch mal nicht allein konnte. Die letzten fünfzig Meter, hab ich überhaupt mit dem Bauch genommen. Mann, ich hatte so einen Affenzahn drauf, ich glaub, die Gruppe, die ich niedergemäht hab, verflucht mich noch heute.

      Ich werfe einen Blick auf die Uhr, 17:30 Uhr, Shit, um 18:00 Uhr macht der Schiverleih dicht. Verzweifelt such ich meine Jacke. Wo hab ich die wieder…..ach ja, der Kronleuchter. Gar nicht unfein, rüttle ich und schüttle ich, bis ich sie endlich runter hab. Ich merk aber nicht, dass noch vier oder fünf von den Glasdingern an mir hängen. Strategisch auf der Jacke verteilt. Und ich wundere mich auch noch, warum mich die Leutchen leicht irritiert anstarren.

      In der Lobby, beim rausgehen, rennt mir sogar einer vom Personal nach und klopft mir dienstbeflissen auf meine Schulter. Da ich in meinen Gedanken schon beim Schidingsbums bin, denk ich mir bloß, so ein freundlicher Einheimischer. Artig bedank ich mich und klopf freundschaftlich sein Händchen. Er bleibt hartnäckig an mir dran. Solang bis ich ihm ein paar unfeine Wörter an den Kopf werfe. Apropos Kopf, der tut auch noch ganz schön brummen, von meinem Rendezvous mit dem Bettpfosten.

      Endlich steh ich vor dem Schiverleih. Um nicht „ungut“ aufzufallen, mach ich ganz auf erfahrenen Profi. Erkundige mich nach den neuesten Modellen in Sachen Carvellinos und bekomm auch prompt, den fetzigsten Schi, den sie zu bieten haben. Dazu noch ein paar tolle Stöcke und Schuhe, geritzt. Ich probier das Zeug, Dann stellen sie mir in Windeseile alles ein. Bingo. Oder nicht ganz Bingo. Weil ich keine Ahnung hab, was ich für diese überdrüber Ausrüstung an Leihgebühr zu berappen habe.

      Is egal, wenn ich jetzt nachfrage, klingt das auch ein bissi kleinlich. Wofür gibt’s Mastercard? Sie werden es mir danken. Mit hängender Zunge, weil leicht ist etwas anderes, begebe ich mich zurück in mein Hotel. Da die Dunkelheit bereits hereingebrochen ist, ich vielleicht auch ein wenig Nachtblind und mit meinen Gedanken meinem Handeln um Dekaden voraus bin, wird mir eine Eisplatte zum bitteren Verhängnis. Alles passiert in Zeitlupe.

      Beinchen eben noch am Boden, im nächsten Moment beide Beinchen auf Augenhöhe voraus, das kann nicht gehen, is ja nicht zu glauben, Mensch bin ich gelenkig, Hintern tiefster und schwerster Punkt, zieht mit Gewalt nach unten. Landung absolut, total brutal. Wattierte Hose, hält kaum was ab. Pampers wären besser gewesen. Ausrüstung verteilt sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit in alle Windrichtungen. Meine panischen Stakkato-Zurufe retten einem älteren Ehepaar vermutlich das Leben.

      Der rechte Schischuh verfehlt nur knapp ihr linkes Schienbein, der eine Schi hätte ihm beinahe seine Leber gekostet. Menno, wusste gar nicht was Pensionisten so drauf haben, ihr Spagat ist einfach Spitzenklasse und er verbiegt sich wie Mr. Fantastic, echt! Als ich gerade begeistert anfangen will zu applaudieren, fangen die an zu schimpfen. Seid doch froh, dass ich euch gewarnt und somit ein Blutbad verhindert hab! Ich raffe mich und den Rest zusammen und verlasse verdächtig schnell den Ort des Geschehens. Gott Lob komm ich ohne weiteren Zwischenfall im Hotel an.

      Als ich die Sachen fluchend auf mein Zimmer schleppe, denk ich so bei mir: „Schön wär’s gewesen, wenn ich heut für meine Stürze Haltungsnoten bekommen hätte, dann könnte ich mir wenigstens was drauf einbilden.“ Zurück auf dem Zimmer check ich kurz mal meine unfreiwillige Flugausrüstung auf etwaige Schäden und bete inständig, dass alles heil geblieben ist, ansonsten, es mich eine Lawine kosten würde und ich dann doch hätte in die Karibik mitfliegen können, weil eben vielleicht doch billiger.

      Aber, alles tiptop in Ordnung. Ich mach Licht und….. krieg mich nicht mehr ein vor lauter Freude. Auf dem Tisch vor mir da steht ein großer Fresskorb und eine Flasche Schampus. Ich merk, dass sich mein Magen schon die längste Zeit fragt, wann ich denn wieder gedenke Nahrung zu mir zu nehmen und stürz mich drauf, wie ein Schiffbrüchiger auf die einzige Insel im Umkreis von tausend Kilometern.

      Das Zellophan hat keine Chance, hab ich geglaubt. Weil bei näherer Betrachtung, stellt sich heraus, dass dieser Korb von den Supernatural Leutchen stammt. Zahlreiche Goodies, wie eine Kappe, ein Shirt und die DVD zu Season 3 sind auch noch drinnen. Verzweifelt zerre ich in alle Richtungen, versuche es aufzureißen, versuch’s mit meinen Zähnen. Lass es dann lieber sein.

      Wer will die nächsten Tage nur Suppe schlürfen und überhaupt, was denken Jensen und die anderen, wenn ich ihnen morgen früh ein zahnloses Lächeln schenke. Habt ihr auch schon mal was unbedingt haben wollen und wart nur durch ein kleines Stück irgendwas davon getrennt? Dann die Idee, mein super Schweizer-Messer. Während ich es hole, muss ich wieder an Willi denken, den Schweizer Möchtegern-Exhibitionisten und lächle doof vor mich hin.

      Auspacken! Ja, später, zuerst Goodies und Fressi haben wollen. Dem Messer gibt sich die – wahrscheinlich in einem Geheimprojekt von der NASA entwickelte - Folie endlich geschlagen. Und dann hab ich alles in meinen Händen, kenn mich vor lauter Freude nicht mehr aus und fang gleich an zu heulen, ich bin schon nah am Wasser gebaut. Sofort nehme ich jedes Teil genau in Augenschein und schnüffel dran. Warum das? Könnt ja nach Jensen riechen, oder? Ich glaub, durch die vielen Stürze hat’s das bissi Hirn, das ich noch in mir hatte, irgendwo anders hingebeutelt.

      Nachdem ich alles so richtig abgegriffelt hab, reiß ich den Schampus auf und freu mich auf eine Nacht mit meinem Freund Mumm und mir. Champagner und Früchte, ich fühl mich wie Cleo. Cleopatra mein ich. Dann die ultimative Idee, ich lass mir ein megageiles Schaumbad ein. Mach mal eben schnell auf Pretty Woman, streich Richard Gere und Julia Roberts aus dem Film und geb Jensen und mir die Hauptrollen. Schöööööööööööööööööööööööööööööön.

      Anschließend taumel ich, halb vor Glück und halb abgefüllt mit Mumm eingehüllt in einen Flauschi-Bademantel in mein Kingsize-Bett. Lalle selig vor Glück der Tante vom Weckdienst noch ins Ohr, sie möge mich um 6:30 Uhr wecken. Schließlich muss ich mich ja noch schön machen für Jensen und seine Kollegas. Dann kuschel ich mich in mein Bett, denk noch „Auspacken“ und „leckt mich am Arsch bis morgen“ und bin weg. tbc

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    • Chapter 3

      6:30 Uhr, Weckruf. Ich hab mir den Klingelton extra laut gestellt. Wirkt, ich steh aufrecht im Bett. Meine Mumm-Session, war auch nicht ohne, hab einen Schädel wie eine Wassermelone. Beim Aufstehen guck ich nach dem Fresskorb, weil vielleicht hab ich ja nur geträumt, nein, passt, alles noch so in Unordnung, wie ich es gestern hinterlassen hab. Prima. Ich visiere das Bad an. Beim Türstock pendel ich mich kurz ein. Ups, hab ich etwa ein drehbares Zimmer?

      Beim Blick in den Spiegel fällt mir nur ein, kenn dich nicht, wasch dich trotzdem. Dann ab unter die Dusche. Herrlich. Plötzlich ohne jede Vorwarnung, wird das Wasser eiskalt. Ich fang an zu kreischen, gleich drauf wird’s brennheiss. Gehetzt spring ich raus, ich will mich ja nicht kochen. Ein gutes hat das Ganze ich bin vollkommen wach! Ich geh nach neben an und such mir nen schnieken Pulli und überleg, was für einen Schianzug ich anziehen soll.

      Den einen, den ich mit hab oder den einen, den ich mit hab? Schwere Entscheidung. Ich schlüpf schnell in meine Unterwäsche, damit ich nicht nackisch herum laufe. Bei näherer Betrachtung meiner Jacke kommt mir was komisch vor, wo kommen den die gläsernen Bommel her, die waren gestern noch nicht dran? Mühsam montier ich sie ab, komisch, die erinnern mich an irgendwas, aber mir fällt nicht ein an was.

      Herrgott noch mal, die Spielen schon wieder Hammerwerfen in der Gedächtnishalle, ich brauch dringend ein Aspirin. Vielleicht sollte ich diese Brausespielchen öfters in der früh spielen, bin fit wie ein Turnschuh und räum sogar meine Klamotten ein. Dann leg ich mit meiner eigenen kleinen Modeschau los. Welcher Pulli sieht am geilsten aus? Sofern Winterpullis überhaupt mit dem Begriff „geil“ in Verbindung zu bringen sind.

      Endlich hab ich einen, einen Quietsch-Gelben, damit bin ich garantiert überall sichtbar. Dann will ich mir die Schihose zur Hand nehmen und bekomm erneut einen Kreischanfall. Mein eingesprungener Doppelarsch von gestern, ist nicht ohne Folgen geblieben, der Hosenboden sieht aus, als hätte ich 3 Wochen Dauerdurchfall gehabt. Ich guck auf die Uhr, 7:45 Uhr, das schafft nicht mal die Blitzreinigung.

      Haha, das Hotel hat eine Schiboutique. Juhu, ich zieh mir schnell was Legeres über, schnapp meine Mastercard und rase die Treppe hinunter. Der Laden hat tolle Sachen, echt, sauteuer, aber toll, wirklich ein Wahnsinn. Leider hat er noch geschlossen. Da ich schon unten bin, geh ich gleich mal frühstücken. Klasse. Wer steht um die Zeit beim Buffet und blockiert alles, Pensionisten. Das kommt sicher daher, weil alte Leute kaum Schlaf benötigen.

      Also reih ich mich ein. Der tattrigen Oma vor mir, fällt schon zum fünften Mal die Butter wieder vom Teller retour auf den Tisch. Und mit den Croissants hat sie es auch nicht leicht. Ich erbarme mich ihrer und will ihr helfen. Jetzt fängt die an zu Kreischen und macht so komische Bewegungen, so als wolle sie mir sagen: „Weiche Satan, weiche.“ Bei näherer Betrachtung, wird mir auch klar warum, sie ist die Oma, die so doll Spagat kann.

      Mit einem Tempo, das ich ihr nicht zugetraut hab, rafft sie an sich was geht und flüchtet vor mir zu ihrem Mr. Fantastic. Ich komm dran und schaufel auf den Teller was geht. Is ja umsonst! Die Leute müssen denken, ich wäre irgendwo drei Wochen ohne Nahrung eingesperrt gewesen, so hau ich rein. Mensch, ist das lecker. Und den Abwasch macht auch wer anderer. Yippiiiiii. Mit einem Bauch, als wär ich im sechsten Monat, verlass ich mein kleines Schlachtfeld und begebe mich in den Laden.

      Die Verkäuferin ist hinreißend. Die Preise weniger. Keine Hose unter 200 Euro. Ist schon ein wenig überteuert. Dafür hab ich sie in Kitzbühel erstanden! Und irgendwie, ist die Dame da am Tresen sooooooooo nett. Würde ich jetzt nichts kaufen, käme ich mir vor wie ein Arsch. Also überleg ich hin und her und her und hin und ja, okay, ich hab mich durch ein gut geschultes Verkaufstalent breitschlagen lassen, kauf mir ne neue Montur und als Draufgabe ne sauteure Sonnen-/Schibrille von Police.

      Ihr haltet mich für doof? Na, nennt mir eine Person, eine einzige, die sich für Jensen nicht aufbrezeln würde. Da die Zeit drängt, sprinte ich aufs Zimmer, schmeiß mich ins Gewand, mach noch nen Gesichtscheck, trag Lipgloss auf und bereite mich seelisch auf meinen nächsten Schritt vor. Jensen und die anderen treffen. Ich stell mir vor, wie sich die Lifttüren langsam öffnen und sich alle Blicke auf mich richten. Applaus, danke, danke, verneig, nicht der Rede wert. Zurück in die Realität.

      Ich hasse es mit Schischuhen herumzulaufen. Hat mal einer von euch versucht, damit elegant zu gehen? Kannste vergessen. Einen Tritt hat man da wie Frankenstein: wam, tam, wam, tam. Aber trippel, trippel, locker flockig is nicht, vergesst es. Dann noch zwei Carvellinos in der Hand, die Stöcke und meine Mütz. Ich stampfe, weil gehen kann man das nicht nennen, zum Lift. Auf der Stelle, möchte ich losheulen: Außer Betrieb! Leuchtet mir in grellen Lettern entgegen.

      Und weil das ein fünf Sterne Hotel is, haben wir auch nur einen Lift auf dieser Etage! Es ist schlichtweg zum Kotzen. Vorhin bin ich doch noch rauf gefahren? Egal, ich kann’s nicht ändern. Klobigen Fußes und fluchend wie ein Bierkutscher mach ich mich auf den Weg nach unten. Schlappe 5 Stockwerke. Ab dem dritten Stock fühle ich mich, als käme ich in den Wechsel, solche Hitzewallungen schießen durch meinen Körper.

      Wieder kommen mir die beiden Alten von gestern Abend entgegen. Sie reißen die Äuglein auf. Hoffentlich glauben sie nicht, mich hätte jemand auf sie angesetzt um sie zu töten. Wie ich drauf komm? Na weil sie sich ganz feste an die Wand pressen, um an mir vorbei zu kommen und mich dabei keine Sekunde aus den Augen lassen. Gleich hab ich’s geschafft. Noch seh ich Jensen und die anderen nicht, denn die Treppe macht hier eine Biegung.

      Sicherheitshalber setz ich mein schönstes Grinsen auf. Vielleicht filmen sie mich ja, oder so? Ich steig mit meinem rechten Klotzfuss runter und steig runter und steig runter. Ja sakra, was is jetzt? Um nicht wie ein Stuntman die Treppe hinunter zu fallen, lass ich die Schi aus, die wie ein Geschoss, über die mit Teppich überzogene Treppe nach unten sausen und stoß noch ne Warnung aus. Irgendwie, fang ich mich grad noch so an der Wand.

      Natürlich mach ich dabei einen Höllenlärm. Was müssen die sich da unten denken? Dino im Anmarsch, wahrscheinlich. Weil’s eben noch nicht genug ist, verheddere ich mich noch mit einem Stock. So jetzt reicht‘s meiner einer aber. Ich nehm die Stöcke und schleudere sie auch gleich nach unten sowie meine Mütz. Nun kann ich maximal über meine eigenen Beine fallen. Dann richte ich mich zu meiner vollen Grösse, stolze 1,65 m auf, reck meine Brust raus, zieh den Bauch ein, und komm cool um die Ecke.

      Hatte ich erwähnt, dass ich ein Faible für theatralische Auftritte hab? Die Schi lagen gleich neben der Treppe, ebenso die Stöcke. Und die Leutchen von Supernatural blickten auch ein wenig verdattert drein. Ich begrüßte alle auf das herzlichste, klaube die Teile vom Boden, als wär’s das selbstverständlichste auf der Welt. Jensen grinst wie ein Hutschpferd (=Schaukelpferd). Aber ich kann auch so. Strahle zurück und klimpere dabei mit meinen Wimpern.

      Dann bemerk ich noch ganz cool: „I like action!“ Alle lachen. Gott sei Dank, bin ich nicht die einzige mit Schiern. Sam hat auch welche. Mensch, ich kann euch gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle, als ich mit den Leutchen von Supernatural zum Lift wandere, als da wären, Jensen, Jared, Sam, Eric Kripke und noch ein kleiner Tross von Leuten, die ich absolut nicht kenn, arbeiten sicher hinter der Kamera.

      Zweimal müssen wir unterwegs anhalten, weil sich eine kreischende Meute auf uns stürzt und Autogramme haben will. Mich kennt zwar kein Schwein, doch trotzdem halten sie mir Zettel unter die Nase und schreien total unverständliches Zeug, vielleicht Englisch mit Tiroler Akzent? Keine Ahnung. Ich kenn nix und setz mein Krixikraxi auf die Zettel. Hurra, ich gehör endlich dazu, ich bin Teil von Hollywood. Dann gehen wir weiter zum Lift und alle beglückwünschen mich, wegen meiner ersten Autogramme, die ich gerade gegeben hab. tbc
    • Chapter 4

      Da waren wir nun, die Supernatural-Crew und mitten drin meiner einer. Am liebsten hätt ich losgeheult, so schön war das und Jensen. Ich glaub die Herzchen in meinen Äuglein waren für niemanden zu übersehen. Ich versuchte ihn nicht anzugaffen. Wer will schon dauernd wie ein Unikat im Museum betrachtet werden? Außerdem wär es unhöflich den anderen gegenüber gewesen, die sich total reizend mir gegenüber verhalten.

      Ich flachse also mit Jared rum und mit Sam, ja was werden zwei Frauen wohl tun, wenn sie zusammen sind? Natürlich über die Modefehler der anderen Weiblein herziehen. Ach, ich war so schön im Schwelgen, als ich plötzlich entsetzt zurückpralle und mir auf der Stelle wünsche blind zu werden. Alle starren mich an. Sprachlos deute ich nach vorn. Da isse wieder, mein fressender Wabbelalbtraum aus dem Bus. Ganz in schweindirosa. Passt schon mal nicht schlecht. Da sich noch immer keiner auskennt, warum ich halb panisch bin, erzähl ich ihnen von meiner Shocking-Bus-Tour.

      Klar, sie pflichten mir bei, kein Wunder. Och ne nich das noch, Schwabbelchen stellt sich vor uns beim Vierer-Sessellift an. Kein Wunder, die braucht schon drei Plätze davon, neben ihr hat nur noch ein Spargeltarzan Platz und…..was soll ich sagen, der steht neben ihr und…..knuddelt sie auch noch. Zuerst hab ich ja noch Panik gehabt, dass wir uns samt dem Lift verabschieden, wenn durch ihre Massen das Tragseil reißt.

      Dann blockiert mich der Gedanke an die beiden miteinander im Bett dermaßen, dass mich Jensen sanft stupsen muss, damit ich weitergehe. „Thank you“, bedank ich mich anständig, ja danke, dass du mich aus diesem Alptraum gerissen hast. Unvermeidlich, dass sich „mein Gefolge“ nicht auch königlich über dieses Gespann Miss Piggy/Salzstange mit Schultern amüsiert. So jetzt muss ich mich aber voll konzentrieren, der Sessellift ist im Anmarsch. „Unglücklicherweise“ steh ich zwischen Jensen und Jared, Sam steht neben Jensen.

      Und hops, jawoll, ich hab’s, ich sitz jetzt für ungefähr zwanzig Minuten zwischen den beiden. Solang dauert es nämlich bis wir an der zweiten Station angekommen sind. Schade, dass ich keinen Spiegel mit hab, hätt gern in mein dämlich grinsendes Gesicht gesehen. Schade auch, dass es nicht sehr warm ist, durch das wattierte Gewand hab ich nicht gerade den „Körperkontakt“, den ich gern hätte. Wurscht, Hauptsache ich bin überhaupt dabei.

      Scheiß auf die Karibik, auf Segeltörns, geile Sonnenuntergänge und literweise Cocktails, ich darf mit Jensen am Sessellift kuscheln. Naja, halt irgendwie. Anfangs huppel ich total nervös hin und her, halte meine Schistöcke fest, als hinge mein Leben dran. Fünf Minuten später is es lässiger, ich quatsch mit Jensen, Jared und Sam über Supernatural. Ich genieße die Aussicht, bis auf den Knick in der Optik vor uns. Ich denk noch immer angestrengt darüber nach, wie das mit den beiden im Bett funken soll.

      Unmöglich er unten, wenn sie sich auf ihn wirft, ist er entweder durchs Bett gedrückt, wie Knoblauch in der Presse oder zerquetscht. Andrerseits auf ihr, nö das is soviel Fett, wo soll er da hin? Einzige Lösung von hinten. Ja genau, Hundistellung. Jensen schaut mir von der Seite ins Gesicht und meint: „What the hell are you thinking about?“ Ich räuspere mich, hab wohl laut gedacht. Is ja egal, wir sind erwachsene Leute. Ich beginne mit meinen sehr bildlichen Ausführungen.

      Die bekommen glatt einen Lachanfall. Sorry, da muss ich mitmachen. Irgendwie kommen Jensen und Jared auf den glorreichen Gedanken, dass sie mit dem Vierersessel ja ein bissi hin und her schwingen können. Männer, es steckt wirklich ein Kind in jedem. Wie wunderbar. Ich hab schon so genug Probleme wegen der Höhe, wenn ich nach unten guck und jetzt auch noch die Schaukelei. Ich sehe wie ein Sterbender – zwar nicht mein Leben vor mir ablaufen – dafür mein Frühstück.

      Jensen und Jared finden‘s toll, Sam weniger und ich find’s schlichtweg zum Kotzen und gleich werd ich es ihnen zeigen, mein ach so tolles Frühstück, recycelt und in der Tiroler Landschaft verteilt. Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht daran, weil ich Plappermäulchen immer stiller werde oder es könnte auch an meinem grünlichen Teint liegen, aber sie beschließen mit dem Schaukeln aufzuhören. „Are you okay?“ fragt mich Jensen besorgt.

      Klar, ich leg am morgen immer grünes Makeup auf. Da steh ich drauf. „Yes, I’m fine“, sag ich etwas schwach. Die Jungs handeln sich einen Tadel von Sam ein, von wegen rücksichtslos usw. Passt schon, mein ich, weil sie konnten ja nicht wissen, dass ich beim Frühstück zugeschlagen habe wie ein Taifun in Indien. Ohne jegliche Vorwarnung bleibt der Lift mit einem gewaltigen Ruck stehen. Hätte Jensen mich nicht – einen Beschützerinstinkt hat er, kann ich euch sagen – festgehalten, hätte es mich garantiert irgendwo in die Landschaft gesteckt.

      Spontan, vor lauter Freude, dass er mich soeben vor dem Abnippeln bewahrt hat, geb ich ihm ein Küsschen auf die Wange. Worauf er nur meint: „No matter“ und mich kurz an sich drückt. Mensch mir wird so warm ums Herzerle und überhaupt, am liebsten würd ich mir die Jacke vom Leib reißen. Keine Angst, ich mach’s eh nicht, wer weiß was die dann von mir glauben. Wie ein Hammerschlag trifft‘s mich, denn mir fällt wieder ein, wo wir sind, noch immer in der Schwebe über dem Abgrund.

      Oh wie toll, ich liebe es wenn man so hilflos am Lift baumelt, ist wohl wieder so ein Vollhirni nicht ausgestiegen oder so. Schwabbel und ihr langes Elend schlingern auch nicht schlecht. Auf der gegenüberliegenden Seite hat man – einmal mehr – Jensen und die anderen erkannt. Gejohle und Gekreische. Was machst in so einer Situation: Winki, winki, wie die Teletubbies. So komm ich mir halt vor und wink mir einen Ast, die wissen eh nich, wo sie mich hintun sollen.

      Wir analysieren kurz das Verhalten von Fans. Ich als einer, weiß ja wovon ich sprech. Die drüben, auf der anderen Seite kreischen sich noch immer die Seele aus dem Leib. Ja Leutchen was wollt ihr? Mehr als winki, winki is hier am Lift nicht möglich. Und langsam fallen uns schon die Ärmchen ab. Endlich geht’s weiter. Ruckel, ruckel, jetzt halt ich mich zur Abwechslung mal an Jared fest. Der ebenfalls spitzbübisch grinst. Furchtbar. Ich weiß schon, wie ich sterben werde und auf dem Grabstein wird stehen: gab nach einer Überdosis Charme in den Tiroler Alpen den Löffel ab.

      Leider vergehen die zwanzig Minis viel zu schnell – wie alles im Leben, was irgendwie schön ist. Vor uns Dicki und Stangi und sie wuzelt (=quält) sich aus dem Lift, ihn haut’s fast raus, weil er is ja fliegengewichtig. Gespannt schau ich ihr nach und wär fast selber zu spät dran gewesen, wieder war’s Jensen, der mich vor einer Blamage – das wär nämlich die Extrarunde am Lift gewesen – rettet. Der muss schon glauben, ich bin ohne ihn nicht lebensfähig. Naja, möglicherweise? Wenn das hier vorbei is, muss ich mich wohl oder übel drum kümmern, wieder für mich allein zu sorgen. Doch so lange…….

      Und dann, dann passiert, dass Unvermeidliche. Dicki fährt los, Stangi schwingt wie eine eins an ihr vorbei. Das muss sie aus dem Takt gebracht haben. Jedenfalls beschleunigt Dicki wie doll, ihr wisst ja, Masse und Erdanziehung und mehr Masse, mehr Erdanziehung und überdimensionale Masse, überdimensionale Erdanziehung. Physik war in der Schule sicher nicht ihr Fach, weil sie legt los, in Schussfahrt! Ich werf einen Blick auf Jensen und meine den Dämon hält wohl keiner mehr auf, nicht mal ein Schuss mit der Rocksaltgun. Er zuckt nur die Schultern und grinst von einem Ohr zum anderen. Süß!

      Keiner von uns fährt hinter her. Eine weise Entscheidung. Keine Minute später zerlegt es unsere Wuchtbrumme. Ich war mir sicher ich hab einen Knall gehört. Wahnsinn, eine Explosion aus Ausrüstung, Schnee, und schweinchenrosa. Was für ein Anblick. Inständig hoffe ich, Stangi war nicht dabei, denn der hätte den Aufprall mit Sicherheit nicht überlebt. Nie und nimmer. Dort unten sieht’s aus, wie nach einem Angriff bei Krieg der Sterne.

      Als sich die Wolke aus Schneestaub verzieht, seh ich einen rosa Hügel, der sich gen Himmel reckt. Um besser sehen zu können, nehm ich kurz meine sauteure Police-Schi-/Sonnenbrille herunter. Ja, jetzt erkenn ich es, Dickies Arsch, wie er leibt und lebt. Und da kommt auch schon Stangi. Toll, er hat das Fiasko überlebt. Ich freu mich. Aber um die Arbeit, die jetzt vor ihm liegt, beneid ich ihn nicht. Er muss seiner vollschlanken Freundin auf ihr Stelzen – weil Beine sind das nimmer – helfen.

      Er schafft das sogar irgendwie, ohne Pistenräumgerät und Seil und so. Ich sag’s ja, die Dürren soll man nicht unterschätzen, die sind zäh. Dickie sieht aus, als hätte sie einen Ringkampf mit zwanzig Schneemännern hinter sich. Meine neuen Freunde sind nicht ohne. Fangen glatt an zu applaudieren und pfeifen, als Dickie die Piste räumt. Juhu, jetzt zeig ich euch was ich alles drauf hab, oder auch nicht. tbc
    • Vielen lieben Dank Joey! *love* *umarm* *rose*

      Chapter 5

      Jensen und Jared sowie einige andere von der Crew schnallen sich ihre Snowboards an und legen los. Zwar sind sie keine Top-Profis, aber ich wünschte ich könnt mich überhaupt auf so einem Ding aufrecht halten. Sam fährt ebenfalls vor. So und da hab ich nun das Dilemma. Weil meiner einer wieder mal mit der Ausrüstung und dem Gewand herumfudeln muss, stehen jetzt alle unten und gucken erwartungsvoll zu mir hoch.

      Scheiß Situation, komm mir vor wie bei ner mündlichen Prüfung. Also irgendwelche ausgefallenen Einlagen, können die von mir nicht verlangen. Weil ich kann nur ganz normal runter fahren und so. Wedeln wie im Schifernsehen, nö konnt ich noch nie. Aber Dank Carvellinos fällt das Drehen mit dem Schi ein bisschen leichter. Ich fühl mich wie der Aff im Zoo und zieh die ersten Spuren in den Schnee.

      Von lockerem Schifahren kann hier keine Rede sein, bin verkrampft wie ne Jungfrau vor der ersten Liebesnacht. Dauernd geh ich im Geiste durch, was mir die Schilehrerin vor drei Jahren eingetrichtert hat, ruhig bleiben mit dem Oberkörper, alles die Beinchen machen lassen. Okay und links und rechts und links und rechts. Na also, langsam krieg ich mein Feeling für den Schnee wieder.

      Jetzt kann ich ja mal nen Blick zu den anderen riskieren, die gucken noch immer was ich mach und das dürfte Ihnen sogar gefallen, weil sie rufen mir immer wieder lobende Wörter entgegen. Ich beschleunige ein wenig, damit’s auch ja staubt, wenn ich abschwing. Jawoll, ich hab die Bande schön eingestaubt. Allgemeines Gelächter. Jensen klopft mir auf die Schulter und meint: „Excellent“, wenn der wüsste, wie ich Blut und Wasser geschwitzt hab, um mich nicht zu blamieren.

      Weiter geht’s. Es wird haariger. Erstens erhöht sich das Tempo beträchtlich und zweitens fangen einige von den Jungs mit Sprüngen und so doofem Zeugs an. Schluck! Weil ich nich so bin, denk ich mir halt, machste mit. Die kleinen Sprünge klappen ohne größere Probleme. Was jetzt kommt, is nich so doll, weil da hab ich schon böse Erfahrungen mit gemacht. Es geht in eine Waldschneise hinein.

      Oje, denk ich, das kann was werden. Ich drossel ein wenig das Tempo, weil ich dieses Waldstück absolut nicht kenn und nicht weiß, was mir bevorsteht. Die Snowboarder lassen sich durch, wie ein Haufen wild gewordener Idioten. Ich seh nur weiter vorn kommt anscheinend ein Mega-Jump. Gar nicht gut, mein Frühstück meldet sich schon wieder zu Wort. Andrerseits, wenn ich jetzt kneife, bin ich nimmer cool. Und ich bin doch so gern cool. Obwohl ich nicht genau erkenne, wie das da vorne mit dem Sprung funktionieren soll, stell ich mich schon mal geistig drauf ein.

      Ich fang an die Schi laufen zu lassen, damit ich genug Schwung bekomm. Zum Schluss überleg ich’s mir noch und kneif. Mit genügend Tempo geht das aber nimmer. Da die Jungs, wenn sie sich über den Sprung drüberlassen laut schreien, denk ich mir, machste auch, es weiß eh kein Schwein, ob du aus Angst kreischst oder weil’s so lustig is. Die Stelle kommt immer näher, mein Puls beschleunigt, dass ich glaub mein Herz zerspringt.

      Und dann is es soweit. Ach du Scheiße, denk ich so bei mir, ich hab mich ein bisschen verkalkuliert, das ist kein Sprung, dass ist ne halbe Schanze. Ich kreische mir die Lungen aus dem Leib, hab ich schon heute morgen beim Duschen geübt, ihr erinnert euch? Die Supernaturalisten stehen irgendwie unter mir – komisch warum wohl? – und bestaunen meinen kleinen Flug mit offenen Mündern.

      Mir kommt alles vor wie in Zeitlupe, ich seh Jensen im Vorbeifliegen, der natürlich auch in so einer Situation klar hervorsticht. Sorry, zum winken komm ich nicht mehr, da ich mich bereits auf die Landung einstelle. Die wird mit Sicherheit megageil brutal. Wenn ihr glaubt, es gäbe keine Steigerung mehr, Irrtum. Weiterlesen. Die Landung naht und mit ihr auch eine Schischul-Gruppe. Nicht schon wieder.

      Okay, es ist anders, als beim letzten Mal, da bin ich von unten in sie rein gekracht. Heut komm ich von oben, wie ein Geier. Gott sei Dank hat meiner einer ein ausgesprochen lautes Organ. Es ist wie im Horrorfilm, sie sehen mich nicht, aber sie können mich hören. Einer von der Gruppe hat ne Eingebung und guckt rauf. Und da sieht er mich, eine mintgrüne Flugsau, weil ich bin in der Luft, am Boden wär ich die allseits bekannte Pistensau.

      Ich wusste nicht, dass man seine Augen soweit aufreißen kann, denk ich so, als ich den Typ seh. Die ganze Gruppe sprengt wie auf Kommando auseinander. Gott sei Dank, weil ich nicht wirklich imstande bin, wie ein Fallschirmspringer bei ner Punktlandung, zu zielen. Ich weiß nur, ich werd gleich irgendwo, irgendwie aufschlagen. Und dann is es auch schon soweit. Einmal mehr verteilt sich meine Ausrüstung mit Schallgeschwindigkeit in alle Himmelsrichtungen, Deja veux.

      Mir presst es momentan die Luft aus den Lungen und ich hör die Englein singen. Halleluja, die Erde hat mich wieder. Aber was ist das, ich kann nichts sehen, ich bin blind. Um mich herum ist’s zappenduster. Nein, bitte nicht, ich hab doch grad Jensen kennengelernt und nun wird mir das Augenlicht geraubt. Wääääähääääääääääääää! Was ich nicht weiß, Rettung ist im Anmarsch.

      Ich muss einen tollen Anblick abgeben, weil ich dauernd nur hör: „My God, my God, oh my God!“ Aufgrund der Dunkelheit fehlt mir jegliche Orientierung. Mein Überlebensinstinkt meldet sich. Ich beweg einmal alles, was man so auf die schnelle Bewegen kann. Alles zappelt noch, schon einmal was, dann brauch ich nur noch mein Augenlicht wieder zu finden.

      Ich spüre, wie mir jemand auf die Schulter greift und mit besorgter Stimme sagt: „Gabs, are you okay, Gabs can you hear me?“ Jensen, eindeutig. Soll ich auf tote Frau spielen, vielleicht macht der dann Mund zu Mund Beatmung?! Und was, wenn sie nen Heli ordern und dann kommt so ein dahergelaufener Sani und macht sich wichtig?

      Sanft dreht mich Jensen auf den Rücken. Jetzt weiss ich auch warum ich „erblindet“ bin, ich hab die Mütz über die Augen. „I think, I’m okay“, hauch ich wie eine Sterbende. Schööööön, das wär ne kitschige Sequenz in einem Film. Jetzt kommt auch noch Jared. Bin ich vielleicht doch gestorben? Ist das der Himmel? Dann helfen sie mir auf die Beine. Ich mach den Knie-Federungs-Test, funkt. Aus allen Ecken kommen die Leutchen mit einem Teil meiner Ausrüstung auf mich zu. Alles heile, heile Segen. Sogar meine sauteure Police S…., ach ihr wisst was ich meine.

      Allgemeiner Jubelausbruch bei den Supernaturalisten und bitterböse Blicke von der Schischul-Gruppe. Pah, die können mich, sollen froh sein, dass ich keinen von ihnen erschlagen hab. Sam ist auch ganz lieb zu mir und erkundigt sich nach meinem Befinden. Dann lobt sie mich für meinen Mut und fragt, warum um Himmels Willen ich nicht wie die anderen den kleineren Hügel genommen hab. Wie? Was? Ich hatte eine Wahl? Alle nicken und deuten nach oben.

      Tatsächlich, zwei Sprungsschanzen nebeneinander und ich Vollhirni hab die falsche genommen. Mir wird ganz schwummelig. Jesus, ist die riesig. Genauso gut hätt ich von der Olympiaschanze in Garmisch hopsen können. Kein Wunder, das ich den Überflieger gemacht hab. Das Beste kommt noch, ich werd gefeiert, wie ein Held, grad das sie mich nicht auf den Schultern herumtragen. Als ich wieder gesammelt hab, geht’s weiter. Die nächste Waldschneise, danke ohne mich.

      Ich carve – das heißt so - so vor mich hin. Tolles Feeling, Schnee und Sonne satt. Ich bleib unterhalb der Schneise stehen und harre der Dinge, die da kommen mögen. Und was soll ich euch sagen, der die Hölle bricht los, Gebrüll und Gekreische aus dem Wald, ich höre Holz knacken, Schneestaub dringt aus dem Gehölz, bloß, ich sehe keinen. Total chaotisches Geplärre aus dem Unterholz. Sam schwingt neben mir ab und wirft mir fragende Blicke zu. Ich heb mit verwundertem Gesichtsausdruck die Schultern.

      Dann kommst der erste aus dem Wald geschossen wie eine V2: Jensen, mit einem mordsmäßigem Speed und… nö, ich glaub’s nicht. Er hat nen kleinen Tannenbaum in der Hand. Fluchend haut er sich in den Schnee. Knapp dahinter folgt auch schon Jared, der hat überall Tannenzweige stecken, ebenso seine Nachfolger. Zwei Snowboards kommen führerlos heraus.

      Heroisch wirft sich Jensen ihnen in den Weg. Ein wahrer Held. Jared steht ihm zur Seite. Von schwerer Neugier getrieben carven Sam und meiner einer zu ihnen hin. Jensen sitzt noch immer fluchend auf der Piste und hält sein Tannenbäumchen, Jared klaubt sich die Äste aus seinen Haaren. Es tut leid, aber Sam und ich bekommen einen Lachanfall. Aua, ich kann nich mehr, mein Bauch. Aus dem Wald kommen dann auch noch die Boardlosen. Die sehen auch nicht besser aus, als Jensen und Jared.

      Einzig Eric Kripke, der als letzter kommt, ist in tadellosem Zustand. Ich krieg mich wieder ein und frag was los war. „We did a fucking race“, erklärt Jensen leicht sauer. Ach so, die Jungs haben im Wald ein Rennen veranstaltet und dabei die Natur verunstaltet. Ich glaub’s nicht. Auf cool stell ich mich neben Jensen und mein so lässig, wie nur möglich, halt in Englisch: „Äh Jensen, bei uns kannste Weihnachtsbäume auch kaufen. Du musst sie nich eigenhändig aus dem Wald holen. Und außerdem is der ja noch so ein kleines Scheißerle, da kann man ja kaum was draufhängen.“

      „Ha, ha“, sein knapper Kommentar und dann erklärt er mir, wenn er sich den nicht gekrallt hätte, hätte er sich garantiert um dessen großen Bruder gewickelt. Okay, ein plausibler Grund. Aufgrund dieses Horrotrips beschließen wir, auf eine Runde Jagatee in die Hütte einzukehren. Oje, Amis und Jagatee, das ging noch nie gut. tbc
    • Dicken Knuddler Joey! *umarm* *kiss1*

      Chapter 6

      Wir wuseln hinunter zur Skihütte. Die Supernaturalisten haben mitgedacht und sich einen kleinen Raum gemietet, is auch besser so, sonst hast du die Fans noch im Glühwein hängen oder sonst wo. Publicity schön und gut, aber man muss nicht alles haben. Es herrscht sowieso großer Trubel, als wir anmarschieren. Wieder machen Autogrammjäger die Runde, wieder griffel ich mir die Finger wund. Ich find’s zum Schießen, keine Sau kennt mich, aber alle wollen Autogramme von mir.

      Starruhm färbt ab! Anschließend gehen wir in unser Kabäuschen. Mit einigem hin- und hergewurschtel, weil mit den Schiklamotten is es ja nicht so lustig und nachdem man sich wie Kleinkinder im Kindergarten darum gestritten hat, wer nun neben wem sitzt, lande ich erfreulicherweise zwischen Jensen und Eric Kripke. Meine Chance. Ich werde ihm von meinen Ideen berichten, mal sehen, was er zu sagen hat. Und schon kommt die erste Runde Glühwein und Jagatee (=Tee mit nem wirklich ordentlichen Schuss Schnaps).

      Juhu, ich trink langsam, weil ich weiß wie tierisch dieses Zeug einfährt, wenn du’s einfach in dich reinschüttest. Vorsichtshalber warne ich alle, die mir lieb und wert sind, Jensen und Co, davor, der Rest kann sich meinethalben später die Seele aus dem Leib kotzen. Heut bin ich aber wieder gemein. Ich könnt jetzt singen „Es ist geil, ein Arschloch zu sein“, lass es aber lieber, erstens, weil mich eh keiner verstehen würde und zweitens, möchte ich nicht allein im Zimmer sitzen.

      Nach dem dritten Jagatee tritt unerklärlicher Weise literweise Wasser aus meinen Poren. Ich transpiriere, aber wie. Außerdem muss ich pipi. Sehr schweren Herzens trenne ich mich von Jensen und Eric. Im Vorrübergehen, nehme ich Erics Ohren in Augenschein, nicht, dass ich was mit Ohren am Hut hätte oder so. Ich guck nur, ob ich ihm nicht vielleicht schon eins abgequatscht hab. Nein, passt, beruhigt mach ich mich auf den Weg zu Pipibox.

      Wahnsinn, Pipistau. Tonnenweise pisswütige Weibchen vor mir. Und bei mir drängt’s schon nach außen, so wie der Dämon einst bei Cole von Charmed. Nur mit dem Unterschied wenn ich losleg, kommt kein attraktiver Balthazar zum Vorschein, sondern eine gelbe Pfütze. Meine Verrenkungen, die ich zwecks Zurückdrängung anwenden muss, ähneln sicher irgendwelchen krampfartigen Attacken. Hätt ich bloß ein Küchenmesser zur Hand, ich würd damit aufreiben, wie der Mann in Psycho und käme garantiert als nächste dran.

      Dann merk ich, dass nebenan, niemand ansteht. Also was soll‘s, ich schau nicht links und rechts und schmeiß mich rein. Gott ist das schön, alles laufen lassen zu können. Herrlich. Nach Verrichtung meiner Dinge, stell ich mich zwecks Antlitz-Checks vor den Spiegel. Bin ich nicht eine Naturschönheit? Na übertreiben wollen wir nicht, ich gehör wenigstens noch zur der Kategorie von Frauen, die sich nicht zuspachteln müssen, um halbwegs was her zu machen.

      Wie ich so selbstverliebt in den Spiegel gucke, reißt ein wildfremder Mann die Tür auf. „He, Trottel, was soll das, hau ab!“ Er murmelt eine Entschuldigung und schließt die Tür, keine fünf Sekunden später, schießt er nochmal bei der Tür rein, diesmal gibt’s keine Zurückhaltung für ihn. Er greift an seine Hose. Ich krieg Augen so groß wie Hühnereier. Dann macht er den Reisverschluss auf. Hatte ich vorher gesagt, ich sei nicht so hässlich, jetzt wünschte ich mir, ich sähe aus wie Goofy.

      Er kommt ca. einen halben Meter an mich heran, soll ich ihm mit der Klopapierrolle eines überbraten? Hätte wohl kaum Wirkung. Was anderes hab ich nicht in Griffweite. Plötzlich biegt er scharf nach rechts. Was jetzt? Stink ich wirklich so? Sollte ihn mein Körpergeruch vertrieben haben? Nein, darauf kommt ihr nie. Er geht zu den kleinen an der Wand hängenden Töpfchen, so wie man sie auf Herrentoiletten eben hängen hat. Ich bin nämlich hier falsch. Tataaaaaaaaaa. So leise es meine Klumpfüsschen zulassen, mach ich mich vom Acker und murmel, „Tschuldigung.“

      Sicher schau ich jetzt saugeil aus: quietschgelber Pulli unter qietschrotem Kopf. Gesenkten Hauptes latsche ich retour zu meinen kleinen Holzfällern. Die Runde wird auch immer lustiger. Wenigstens ist Sam nimmer so blass, die muss sich mächtig erschrocken haben vorhin bei den ungewollten Stunteinlagen. Durch den Jagatee, hat sie richtige rosige Apfelbäckchen bekommen. Steht ihr gut. Unter großem Hallo, als käme ich gerade von einer Auslandsreise nach Hause, quäle ich mich zurück an meinen Platz.

      Jensen, ganz Gentleman, rückt mir den Sessel zurecht. Wenn ich könnte, wie ich wollte, ich würd ihn ja glatt, hach..................... Ein Wort von ihm und..............so ein scheiß, ich wär dann sicher zu nichts mehr im Stande. Da könnt er sich gleich ne Schaufensterpuppe anlachen. Trotzdem muss ihm auffallen, wie die Herzchen in meinen Äuglein rotieren. Schmacht, seufz, ächz, lechz, ich glaub ich sollte weniger saufen. Der Alolol benebelt langsam mein Gehirn. Muss so sein, denn auf einmal ist Jensens Gesicht von lauter rosa Wölkchen umgeben.

      Kann nich real sein, muss Alolol sein. Gott ist der Mann geil und ich erst. Damit ich auf andere Gedanken komm, fang ich wieder an mit Eric zu quatschen. Es läuft prima, er meint, wenn ich will, soll ich ihm meine Stories ruhig zukommen lassen, er wird sie sich ansehen. Wow, Jagatee is cool. Grosses Gelächter, sie haben Jensen am Arm, wegen seiner Tannenbaum-Action und Jared hat noch einen kleinen Ast in seinen Haaren hängen.

      Türlich, muss ich gleich mitmachen. Ich komm so richtig in Fahrt und die kringeln sich vor Lachen, zu blöd, dass ich dabei die Übersicht über meinen Jagatee-Konsum verlier. Wir essen noch eine Kleinigkeit und werfen uns wieder in die Schlacht. Drinnen war’s sauwarm, die eiskalte Luft weht mir ins Gesicht und Ruuuummmsssssssss, der Alkohol fährt ein, wie ein Blitz in eine Starkstromleitung.
      Wow, dagegen war Mumm gar nix.

      Ich torkel zu meinen Schiern, Gott sei Dank is das Gelände ein bissi uneben, da fällt’s nich so auf. Ha, ich hab sie gefunden. Lässig steig ich in die Bindung. Huch, was isse nu? Wie geht das? Ich krieg einen chemischen, irgendso ein Drecksack hat mir meine Bindung verstellt. Ich hab nich so grosse Fußi, wirklich nich. Ich hab Grösse 37! Die Bindung steht auf Marke Schlachtschiff. Boa, wenn ich den erwische, den hau ich so eine rein, dass......

      Tipp, tipp, tipp. Ich dreh mich um. Hinter mir steht ein Jared Verschnitt, ich mein was die Größe anbelangt, ansonsten is er potthässlich, hab mich beinahe erschreckt. Ich gucke ihn an, guck die Schi an und frag: „Bist du der Scherzkeks, der an meiner Bindung rumgwefu, rumgefo., gefum, ge..,“ ich brings nicht raus. Er lacht, der Kerl hat tatsächlich die Frechheit und lacht mir ins Gesicht. Ich packs nich. So eine Schweinebacke.

      Am liebsten würd ich losheulen: „Jensen, Jared, haut dem Onkel eins auf seine Mütze, der is garstig zu mir!“ Ich kleiner Hühnerfurz leg mich garantiert nich mit nem 2-Meter-Prügel an. Wahrscheinlich sieht er mir meine Verzweiflung an. Er nimmt mich an den Schultern und dreht mich nach links. Ei gucke da, meine Carvellinos! Boa äh, geil! Weil die, wo ich jetzt drinnen stehen tu, sind nämlich die seinigen.

      Der muss glauben, die Schier wären mein einziges Hab und Gut. So freu ich mich, ich will schon auf die Knie fallen und sie küssen. Reiß mich dann doch zusammen, würde meiner Meinung nach keinen guten Eindruck auf die anderen Leute machen. Jedenfalls dank ich dem großen unbekannten Mann und montier mir die Schi auf die Beinchen.

      Aufgrund des Alolols werf ich sämtliche Hemmungen über Board. Ich fahr wie ein kleiner Gott, keine Spur von Unsicherheit mehr. Spaßhalber brems ich sogar Jensen aus. Haha. Er deutet mir freundlich mit der Faust, dann überholt er mich wieder. Weiter unten bremst er ab und wartet auf mich. Netter Zug denk ich und fahr so in aufrechter Haltung bei ihm vorbei, in einem schnittigen Tempo.

      Da ich aber auf die Seite guck, seh ich nich, dass ich in einen Bereich komm, wo die Pistenraupe den Schnee liegengelassen hat. Ich donner an Jensen vorbei, hebe meine Hand zum Gruße, lächle mir einen Ast und.......................Vollbremsung. Ein Feeling, so muss es sein, wenn man mit 180 Sachen in eine Betonwand knallt. Die Sicherheitsbindungen lösen aus.

      Die Schi bleiben wo sie sind, ich mach nen satten Überschlag, den hatte ich heut noch nicht und steck meinen Körper richtig hammermäßig in den Tiefschnee. Das einzige was ich denken kann, ist, sie werden mich sicher demnächst bei Supernatural als Stuntman einstellen. Bei meinen Einlagen. Die anderen sind schon vorgefahren, Jensen wie immer, mein Held.

      Um zu mir zu kommen, muss er sich das Snowboard abschnallen. Dann buddelt er um mich herum, wie ein Berner Sennenhund um ein Lawinenopfer. Bingo. Er hat mich und zieht mich raus. Vor Zorn spuck ich nicht nur Gift und Galle, sondern hauptsächlich Schnee, meine ganze Schnauze ist voll davon. Bäh, pfui. Und wie ich kleiner Wicht so prustend und fluchend vor ihm steh, fängt er glatt an zu lachen. Aber er darf das, er ist schließlich Jensen! tbc
    • Chapter 7

      Na, das war dann die letzte Brezn (=Sturz), die ich heut gerissen hab. Der restliche Nachmittag verlief ohne denkwürdige Zwischenfälle. Jensen war total nett zu mir, war mir schon fast peinlich, weil er immer wieder ein Äuglein auf mich geworfen hat. Irgendwann, als schon die Dämmerung einsetzt, kehren wir ins Hotel zurück, zum Abendessen. Ich kann euch sagen, ich bin froh, dass ich aus der Montur rauskomm.

      Jetzt weiß ich, wie sich das Michelin-Männchen fühlen muss, die arme Sau, hat mein vollstes Mitleid. Ich bin auf meinem Zimmer, hab die Dusche hinter mich gebracht, sogar ohne Gekreische, diesmal blieb das Wasser warm. Ich stöber in meinen Klamotten, was ich mir wohl „antun“ könnte. Schließlich find ich‘s. Nen langen schwarzen Rock und ein cooles Oberteil dazu, so mit ein bissi durchsichtig und ein bissi Spitze dabei, kommt hammermäßig. Dann strubbel ich durch meine Haare, der Vorteil wenn man keine Wallemähne hat.

      Jetzt noch rein in die Hacken. Ich schätze, ich werd sowieso nicht viel rumeiern, also nehmen wir die Stilettos Marke Knochenbruch. Bin gleich um ganze 10 cm größer. Ich lauf ein wenig herum. Ein schöner Umstieg von Schiklumpfuss auf zartes Damenfüßchen. Aber es funkt. So und jetzt Ganzkörperkontrolle. WOW. Mir haut‘s selber die Augen raus. Das passt perfekto! Dann noch ein wenig Makeup aufgelegt, bitte nur Rouge und Kajal und Lippenstift. Weil hab eh einen sonnigen Teint vom Proletengrill (=Solarium).

      Ich geh nach draußen und wer kommt mir entgegen? Die zwei Alten. Jetzt aber, wer verfolgt da wen? Ich möchte bloß eins wissen, zuerst schleifen sie sich durch die Gegend und kaum tauch ich auf, sind sie ums Eck, wie der Blitz. Versteh das nicht. Ehrlich. Ich runter in die Lobby, als ich die Dame am Empfang seh, fällt mir wieder ein, wie ich Bekanntschaft mit meinen Freunden geschlossen hab. Ein Lächeln umspielt meine Lippen und so geh ich dann auch in den Speisesaal.

      Klaro, ich bin die Letzte. Die wohl gemerkt, nicht das! Ich und meine Trödelei. Wie nett, jetzt hab ich sogar noch den Vorsitz, ich hass das. Auf der anderen Seite sitz ich genau zwischen Jensen und Jared. Auch nicht schlecht. Sie glotzen mich schon wieder so komisch an, ich glaub immer ich hätt was im Gesicht oder so. Vielleicht sabber ich, ohne dass ich es merk. Check.

      Nö, alles trocken. Jensen kann sich anscheinend überhaupt nich an meiner einer sattsehen. Tschuldige, ich kann nichts dafür, dass ich oben rum ein bisschen gesegnet wurde. Ich brauch keine künstlichen Airbags, ich bin von Mutter Natur bestens ausgestattet worden. Vielleicht ist es ja deshalb weil im Amiland nur lauter Silikonbomben herumlaufen. Jensen und Jared erheben sich ganz Gentlemen, Jensen staunt nicht schlecht. Gell, was zehn Zentimeter mehr ausmachen.

      Nebenbei, hätte ich mir das schon bei manchem Mann gewunschen. Ich setz mich und wir bestellen. Ich brauch was Deftiges und nehm einen Schweinebraten, mit Knödel und Sauerkraut. Schmatz. Die anderen ordern auch. Dann wird ne Pulle Rotwein aufgemacht. Als ich so in die Runde blicke, vermiss ich einige. Auf meine Nachfrage, erklärt mir Eric, sie hatten leider Verluste aufgrund des Jagatees zu vermelden. Morgen sollten dann alle wieder beisammen sein. Und morgen Abend gehen wir auch Nachtrodeln. Auja fein, das wir geil. Was ich nur dauernd mit dem geil sein am Hut hab?

      Daran ist sicher Jensens Anwesenheit schuld. Da kommen dir dauernd so Gedanken. Überhaupt mir, als Single. Wir schlürfen Wein und quaken über alles Mögliche, immer wieder gibt’s nen Toast auf meine tollen Flugeinlagen. Danke, danke, hab auch gar nich dafür trainieren müssen, ging ganz spontan. So bin ich eben spontan. Na Jensen, wie wär‘s mit ner Runde Spontaneität? Ich bin schon wieder auf dem Weg nach Geil. Gut, das Essen, kann ich mich auf das Fleisch am Teller konzentrieren.

      Is echt schwer, wenn links und rechts von einem attraktives Fleisch sitzt. Damit ich nicht dauernd Jensen und Geil im Hirn hab, plauder ich ein wenig mit Jared über seine Hunde, was mir aber nicht gerade weiterhilft. Der is einer. Flirten tut der auch nicht schlecht. Ich fühl mich wie ein Brathuhn, weil ich von allen Seiten angebraten (=angeflirtet) werde. Ich blick also Jared so zuckersüß in seine schönen Äuglein und lausche einer Story über seine Hunde. Da stoß ich auf etwas Gummiartiges am Teller. Hab doch gar nichts in der Richtung bestellt?

      Nach einer Abtastung mit Messer und Gabel, weil warum soll ich auf den Teller gucken, weiß eh wie ein Schweinebraten aussieht, komm ich drauf, es handelt sich um den oder das Knödel. Ui, sehr schlecht. Ich möchte aber nich motzen und beginne das Dinge nach allen Regeln der Esskunst zu bearbeiten. Ja sakra, sag du mir. „Excuse me“, sag ich höflich zu Jared, weil ich muss jetzt doch nach dem Knödel schauen.

      Wahnsinn, wie kann ein Koch nur so was zustande bringen? Das Ding – weil Knödel is keines – wär in Wimbledon ein passabler Ersatz für nen Tennisball. Ich versuch mich noch immer elegant und charmant aus der Affäre zu ziehen. Doch so recht will es mir nicht gelingen. Als aber nur noch Knödel mit ein wenig Kraut am Teller ist, bleibt mir nix anderes über.

      Ich jage die Gabel in die gummiartige Masse. Nein, nich gut, gar nich gut. Kann es sein, das Knödel eine Seele haben? Weil meines entzieht sich dem Zugriff durch die Gabel mit einem eleganten Hopser über den Tellerrand. Hopser ist untertrieben. Es jumpt förmlich vom Teller – muss gestehen hat gewisse Ähnlichkeit mit meinem Sprung von der Schanze. Dann ergreift es die Flucht. Und wie.

      Wie im Dreisprung doing, doing, doing, hüpft es über den Tisch. Mensch ich wusste gar nicht, dass man eine kleine Gruppe von Leuten mit einem Knödel unterhalten kann. Alle beobachten gespannt, wie sich mein Knöderl verhält. Nachdem es, wie erwähnt, erfolgreich die Flucht von meinem Tellerchen geschafft hat und locker flockig über den Tisch gehüpft ist, beschließt es sich tapfer in den sicheren Tod zu stürzen. Oh Knödi tu’s nicht. Ich bilde mir das sicher ein, als ich eine Stimme höre die sagt: „Und jetzt erst recht!“ Knödel können doch nicht sprechen? Oder?

      Es wirft sich verzweifelt von der Tischkante. Da es jedoch so elastisch wie ein Flummi (=kleiner Gummiball) ist, hüpft es auch am Boden noch ganz doll. Wir gucken noch immer, is genauso spannend wie ne Folge Supernatural. Nein, bitte nich, nich dorthin, das Killer-Knödel hat sich sein Opfer ausgesucht. Spagatoma und Mr. Fantastic. Es rollt genau vor ihre Füße. Leider sehen die beiden schon sehr schlecht.

      Und das Knödel lauert. Es liegt dort wie eine gemeine Tellermine in einem Kriegsgebiet. Die beiden Alten gehen schwatzend weiter. Bitte nich, bitte nich, keiner von unserem Tisch gibt Laut. Wir gucken bloß alle. Oma hebt den Fuß und matsch, nö, Knödi lässt sich nich unterkriegen. Oma reißt es wie nach einem Griff in Opas Starkstromkasten. In ihrer Verzweiflung, ergreift sie das Tischtuch einer feinen Gesellschaft und serviert ab. Macht nix, was ich so gesehen hab, waren die eh schon fertig.

      Trotzdem saupeinlich. Ich sag euch, ich bin froh, dass Knödel anonym sind. So wissen sie wenigstens nicht, wer ihnen die Tretmine vor die Füße gebummelt hat. Einige Leutchen springen auf, auch von unserem Tisch und helfen mit, die nicht gerade federleichte Dame wieder gerade aufzustellen. Ich bete inständig, keiner möge auf die Idee kommen, mit dem Finger auf mich zu zeigen, wo ich ja Knödi geradezu angestiftet hab, einen Angriff durchzuführen.

      Soll ich unter den Tisch kriechen? Nö, wer weiß, was dann Jensen von mir denkt, bzw. die anderen, wenn dann vielleicht nur mehr meine Schuhsohlen zu sehen sind. Unmöglich. Is dann wie in nem billigen Schundroman. Möglicherweise lauert irgendwo ein Paparazzi und im Amiland steht dann in den Gazetten: „Jensen in Kitzbühel, er hatte während des Dinners den Blow-Job seines Lebens.“ Danke, so wollte ich auch nicht berühmt werden. Obwohl ich sicher bin, keiner weiß wie die Sohlen meiner Schuhe aussehen.

      Eifrig eilt Personal herbei und wirklich, kein Schwein kann sich erklären, wie ein einsames Knöderl sich auf den Teppichboden verirren konnte. Ich bin Meister der Verschleierung, ich und meine kleine Verschwörerrunde. Alle halten dicht. Ich könnte sie küssen. Am liebsten natürlich Jensen. Als wir mit dem Essen fertig sind. Begeben wir uns in die Bar.

      Es ist schön schummrig. Geiles Licht, für geile Leute! Es spielt gute Musik. Ich krieg Drinks spendiert, dass es nur kracht. Mit Fortschritt des Abends lichtet sich die Truppe gewaltig. Jaja, die Calis (=Kalifornier), die sind halt frische Bergluft nicht gewöhnt. Kennen nur Stinkiluft und Smog. Irgendwann lande ich mit Jensen allein an der Theke.

      Ich krieg wieder nen Hitzeschub, führt der Mann etwa heimlich einen Heizstrahler mit sich? Ich frag den Barkeeper, ob der Balkon offen ist, isser und sogar Eis- und Schneefrei. Freu. Meine Absätze sehen zwar saugefährlich aus. Taugen aber sicher nicht als Spikes. Jensen begleitet mich hinaus. Ich fühl mich uuuuaaahhhhhhhhhhhh. Der Himmel ist ein leuchtendes Sternenmeer. Es funkelt und glitzert. Ja, da steh ich nun mit Jensen auf dem Balkon und wir gucken zu den Sternchen.

      Und was ist das? Na? Einfach nur saugeil. Er guckt mich an, ich guck ihn an. Buuuuhhhhuuuuuuu, vorsicht Zug fährt ab, einsteigen und Türen schließen! Er beugt sich zu mir rüber. Immerhin komm ich mit Absatz schon auf stolze 1,75 m. Was wird das? Ich krieg irgenwie Panik, ich denk immer, gleich greift er nach einem Haar auf meiner Schulter und das war's. Nein das macht er nicht. Er küsst mich. Buuuuhhhhuuuuuuuuuuuuuu, vorsicht, Zug fährt durch! Mann er kann küssen.

      Kein Wunder, kann er doch in Supernatural schön brav an ganz vielen Darstellerinnen üben und üben und üben. Ich fühl mich wie Langneseeis in der prallen Sonne. Schmelz. Er legt seine Arme um mich. Und jetzt ne Herzattacke. Das wär ein schöner Tod. Aber warum sterben, wer weiß, was ich da noch versäumen würde. Er hält mich also fest umschlungen und ich kann nicht anders und greif nach Jensen und merk in meinem Dusel gar nich, wie sich der Blumentopf vom Balkon verabschiedet.

      Er fällt und fällt und – die Nacht fordert ein weiteres Opfer – der Parkwächter geht KO. Ich krieg nichts mit, ich fühl mich wie auf Droge, so high bin ich. Und ich danke im Stillen meiner Freundin. Die wird sich in den Arsch beißen, wenn ich ihr das erzähl. Dagegen ist ihr Segeltörn in der Karibik Pipifix. Als sich Jensen von mir löst und in meine Äuglein sieht, brauch ich nicht mehr gen Himmel blicken um Sternchen zu sehen. tbc
    • Chapter 8

      Er lädt mich in sein Zimmer ein, das kann nicht sein, ich wach sicher gleich auf und alles war nur ein Traum. Ich glaub mein Oberarm muss schon ganz blau sein, so oft hab ich mich heute schon reingezwickt, damit ich aufwache, aber es passiert nix. Eine andere Möglichkeit wäre allerdings, dass ich irgendwo in einem Krankenhaus im Koma liege. Das könnte noch sein. Ja. Gut dann soll’s so sein. Sind schon skurrile Gedanken, die mir so durch den Kopf schießen, auf dem Weg zu Jensens Zimmer.

      Anstatt mir auszumalen, was gleich passiert, denk ich nur an Koma, Krankenhäuser und Intensivstation. Vielleicht brauch ich das alles nachher auch. Merkwürdig, als wir durch die Lobby gehen, das heißt ich schwebe, er geht, herrscht dort große Aufregung. Man hat den Parkplatzwächter bewusstlos im Schnee gefunden. Neben ihm lag ein zerbrochener Blumentopf, so eine Schweinerei, da hört sich der Spaß aber auf.

      Ich hoffe sie finden das Schwein, das den armen Mann so zugerichtet hat, er ist ja schon ganz blau im Gesicht vor Kälte. Ich steig mit Jensen in den Lift, er überschüttet mich mit Komplimenten, ich ihn auch. Anscheinend quassel ich ihm zuviel, denn er zieht mich zu sich und wir küssen uns wieder. Gut so, mir wär sowieso nichts mehr eingefallen. Dann stehen wir vor seinem Zimmer, tschuldigung, Verbesserung, Suite, Jensen wohnt natürlich in einer Suite. Er öffnet die Tür und lässt mich rein.

      Der Eintritt ins gelobte Land, so kommt’s mir halt vor. Ich staune nur noch Bauklötze. Beim Anblick des Badezimmers werden meine Knie ganz weich. Der Kerl hat doch tatsächlich ein Whirlpool am Zimmer. Frechheit. Ich kann höchsten die Türe der Duschkabine schließen und versuchen, sie vollaufen zu lassen. Jensen zieht sich die Schuhe aus und ich auch. Auf Wiedersehen ihr sieben Zentimeter. Boah, er hat sogar ein richtiges Wohnzimmer, ich pack’s nicht.

      Natürlich zeigt er mir dann auch gleich das Schlafzimmer, große Spielwiese, sehr große Spielwiese. Ja, ich lächle verlegen. Was soll ich jetzt tun, hüpf ich gleich mit ihm in die Kiste, könnte er bestimmte Schlüsse daraus ziehen. Zier ich mich, wie nur was, könnt er denken, ich wär ne alte Jungfer. So eine Schande. Zuerst einmal Entwarnung, wir gehen zum Sofa. Sofa ist immer gut, genau. Jensen verhält sich ganz Gentleman. Er fällt nicht über mich her, obwohl ich das ganz gern hätte, sagt zumindest die permanent geile Seite in mir.

      Er geht zum Regal an der einen Seite des Zimmers und fragt mich, welchen Wein ich gern trinken würde, Rotwein bitte. Beflissen kommt er damit zu mir rüber smiled mir dabei zu. Warum fühle ich mich plötzlich wie im Netz einer Spinne. Bei Jensen bin ich gern die Fliege, die auf den tödlichen Stich wartet. Jensen ist sicher vorsichtig, sein Stich wird sicher alles andere als tödlich sein. Er setzt sich neben mich. Nimmt den Korkenzieher zur Hand. Als er ihn aufsetzt, ich sprech noch immer vom Korkenzieher Leute, denkt bloß nichts Schlechtes, rutscht er ab – Korkenzieher – und fällt ihm aus der Hand, der Korkenzieher.

      Jensen bückt sich, einem Reflex folgend mach ich das auch und dann passiert’s, unsere Schädel prallen mit einem mordsmäßigen Karacho aufeinander. Jensen, du hast gewonnen. Ich kann nicht mehr viel denken außer, wenn das Licht erlischt, wird’s dunkel. Es ist zappenduster. Ich wach auf, als ich was feuchtes Kühles auf meiner Stirn spüre. Angenehm. Ich taste danach, ein nasses Handtuch liegt auf meinem Kopf.

      Das nächste was ich mitkriege ist, ich befinde mich in der horizontalen. Ich lieg auf Jensens Bett. Dann der Schock, ich bin noch immer vollständig bekleidet! Jensen kommt ins Zimmer, mit besorgter Mine. Die hellt sich aber auf, als er sieht, dass ich wieder wach bin. Er hat zwei Gläser Rotwein in der Hand und stellt eins auf den Nachttisch. Während ich mich aufsetze und mich an das Betthaupt lehne, lächle ich ihm verlegen zu und lass das feuchte Ding, das Handtuch meine ich, auf den Boden gleiten.

      „I’m so sorry“, sagt er zärtlich zu mir. „No matter“, tu ich das ganze ab. Du kannst mich jederzeit gerne wieder KO schlagen, wenn ich anschließend in deinem Bett aufwache, ob mit oder ohne Klamotten, is egal. Jensen küsst mich zärtlich. Dann steht er auf und geht ums Bett herum. Da seh ich es, Mensch, ein Riesengerät, so was hab ich noch nie in meinem Leben gesehen. Ich bin sprachlos, so was hätt ich auch gern jeden Tag in meinem Schlafzimmer.

      Wow, der Anblick raubt mir den Verstand. Ich mein, ich hab schon große Dinger gesehen, aber das hier, das ist mächtig. Echt. So gut ausgestattet sind nur wenige. Ich freu mich schon es in Aktion zu sehen. Das muss Wahnsinn sein. Langsam lass ich meinen Blick nach unten gleiten, boah äh, da is ja noch ein Anhängsel. Das kenn ich schon, mein Ex-Freund war auch damit ausgestattet, aber kein Vergleich in Kombination mit dem Riesending.

      Ich bin wahnsinnig aufgeregt und freu mich schon darauf, damit spielen zu dürfen. Ich muss euch sagen, ich hab ziemlich flinke, erfahrene Fingerchen – kommt vielleicht vom Schreiben – ich weiß genau wo man drücken und ziehen muss, um die entsprechende Reaktion zu erhalten. Ich kann mich da so richtig reinsteigern. Manchmal schrei ich auch dabei. Das gehört dazu. Es wird sicher geil, es mit Jensen zusammen zu tun. Zu zweit macht es eben immer noch am meisten Spaß.

      Dann drückt mir Jensen eins dieser Dinger in die Hand, er hat auch eines. Er fragt, ob ich mich damit auskenne. Ich nicke eifrig, klar. Zwar nich in Verbindung mit so einem mächtigen Ding. Aber ich weiß absolut, was ich zu tun hab. Meine geschickten Hände haben schon so manch einen in die schiere Verzweiflung getrieben. Manche haben gar um Gnade gewinselt, erklär ich ihm. Er strahlt mich an und meint er ist ganz gespannt, was jetzt auf ihn zukommt.

      Ich solle ihm nicht böse sein, aber er könnte leicht außer Übung sein, denn er hätte es schon länger nicht mehr gemacht. Mir geht’s auch nicht anders versichere ich ihm. Kein Problem. Wir werden das schon hinkriegen, sag ich voller Zuversicht und Vertrauen. Es ist eigentlich das selbe wie Radfahren, dass verlernt man auch nie. Wir lachen. Dann nehm ich das Ding in meiner Hand in Augenschein, es ist grün und durchsichtig. Ich drehe und wende es, ansonsten ist mir der Anblick sehr vertraut. Das in Jensens Hand ist rot und durchsichtig. Der einzige Unterschied.

      Ich drück schon mal drauf herum. Scheint einiges aushalten zu können. Ich streiche mit den Fingern über die Oberfläche, sie ist leicht rau. Fantastisch, da hat man gleich den richtigen „Grip“. Auch Jensen testet seins und kommt zum selben Entschluss. Ich bin noch immer gespannt, wie sich das Ding in Verbindung mit dem Riesenteil bewähren wird. Wie gesagt, mit der Größe hab ich noch keine Erfahrungen. Das sag ich ihm dann auch. Er meint nur, es wird sicher nicht viel anders sein, als mit den „normalen“, es ist halt einfach nur grösser. Auch wahr.

      Dann fragt er mich wie ich’s gern hätte, schnell oder lieber langsam. Für’s Eingewöhnen, würde ich langsam bevorzugen. Ich muss da auch erst wieder reinkommen. Klar meint er, ich lieg ganz auf seiner Linie. Hach, Jensen ist so unheimlich einfühlsam. Dann fragt er mich, ob ich bereit wäre. Ja, hauche ich. Jetzt hält er in der einen Hand ein mir wohlbekanntes silbernes Teil. Ich bin ganz aufgeregt. Er packt es aus. Er behandelt es ganz behutsam. Dann kommt er zu mir und legt sich neben mich aufs Bett.

      Und bereit? Fragt er mich, so bereit, wie man nur sein kann, Jensen. Sanft lässt er es hineingleiten, ich juchze vor Freude. Seine Augen strahlen mich an. Am liebsten würde ich ihn jetzt mit Küssen überhäufen, er hat so eine sanfte Ausstrahlung, aber ich muss mich voll und ganz konzentrieren. Auf was? Na auf das X-Box-Spiel das Jensen gerade eingelegt hat und nun über den Riesenbildschirm flimmert. Ich weiß nich, an was ihr die ganze Zeit gedacht habt Leute, wirklich,unerhört. Jetzt spielen wir erst mal Dead or Alive, ein Kampfspiel.

      Klasse, die Optik ist fantastisch. Aber auch wenn’s Jensen ist, gegen den ich da antrete, ich kenn keine Gnade und zeig’s ihm. Wir spielen uns die Finger wund. Irgendwann, viel später, wach ich kurz auf, etwas Schweres liegt auf mir und hält mich beschützend. Es ist Jensens Hand. Wir liegen eng aneinandergekuschelt. Sein Atem geht regelmäßig. Er schläft tief und fest. Wir tragen beide noch unsere Unterwäsche.

      Gott sei Dank hab ich mich für die schöne Garnitur entschieden und nicht für die Marke Omas Liebestöter! Ich kann euch versichern, außer Spielen und Knutschen war nix. Und das ist auch gut so. Man muss ja nicht immer gleich bis zum Äußersten gehen.


      THE END