Supernatural - Threeshot - Endgame (Alternate Ending for 5.22) completed

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    • Supernatural - Threeshot - Endgame (Alternate Ending for 5.22) completed

      by angelinchains

      Spoiler 5.22 - Alternatives Ende

      Disclaimer:
      All publicly recognizable characters, settings, etc. are the property of their respective owners. The original characters and plot are the property of the author. The author is in no way associated with the owners, creators, or producers of any media franchise. No copyright infringement is intended. No money being earned. Just for the delight of the Fans.

      FSK16

      Part 1

      Dean und Sam stiegen aus dem Impala. Sie waren an ihrem Ziel, dem halbverfallenen Komplex einer Irrenanstalt, angekommen.

      "Wie passend", murmelte Dean und warf die Tür des Impala zu.

      Sam tat es ihm gleich, drehte sich um und ließ seinen Blick über das Gelände schweifen.

      Dean ging entschlossen an ihm vorbei zum Eingang. Eine der demolierten Glastüren stand einladend offen.

      "Schön, wir sind also nicht die ersten", dachte Sam und folgte seinem älteren Bruder.

      Der Gestank von Schwefel lag in der Luft. Dean zögerte.

      "Was ist?" flüsterte Sam.

      "Nichts, gar nichts. Es ist ohnehin zu spät um einen Rückzieher zu machen", zischte Dean und umschloss den Griff der abgesägte Schrotflinte so fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten.

      "Ich geh vor", sagte Sam entschlossen, drängte seinen Bruder beiseite und betrat die Betonruine.

      Die Farbe an den Wänden, sofern noch vorhanden, blätterte ab, lose Drähte und kaputte Lampen hingen von der Decke. Die Dämmerung hatte eingesetzt und es wurde düster in dem Gebäude. Die beiden Brüder schalteten ihre Taschenlampen ein.

      Vorsichtig setzten sie einen Fuß vor den anderen. Der Boden war mit Schutt und zertrümmertem Mobiliar übersät. Entweder waren hier frustrierte Jugendliche am Werk gewesen oder ein Sturm war durch die Halle gefegt.

      Das Dämonenblut, das Sam zuvor literweise getrunken hatte, machte ihn empfindlicher für Umweltgeräusche und andere Dinge. All seine Sinne liefen auf Hochtouren und so war es auch er, der als erster das Paar Flügel sah. Jemand hatte sie über Kreuz an die Wand genagelt.

      "Castiel!" krächzte Sam.

      "Wo?" rief Dean aufgeregt.

      Wortlos hob Sam die Taschenlampe. Der Strahl traf die Flügel, die am Ende blutverkrustet waren.

      "Luzifer, du verdammtes Dreckschwein", brüllte Dean und lud die Schrotflinte durch, "zeig dich du Scheißkerl. Ich hab genug von deinen Spielchen."

      Ein dumpfes Lachen, das eher dem Grollen des Donners glich, drang durch die verlassenen Gänge.

      Sam schüttelte sich, Gänsehaut überzog seinen Körper, ließ ihm die Macht spüren, die dahinter steckte und brachte das Blut in seinen Adern zum kochen. Dann ein Knall, ähnlich der einer Peitsche und Dean schrie auf, ließ die Waffe fallen. Ein Schnitt zog sich über seinen rechten Handrücken.

      Mit zwei langen Schritten war Sam bei ihm. Fing ihn auf, bevor er in die Knie ging.

      "Was war das?" Suchend blickte sich der jüngere um, sah nichts. Doch die dunkle Präsenz, die von Luzifer ausging, verstärkte sich.

      "Es geht schon wieder meinte Dean", wand sich aus Sams griff und langte mit seiner linken Hand nach der Waffe.

      Er klemmte sie sich unter den Arm und suchte in den Taschen seiner Jacke nach einem Tuch, damit er sich die Wunde verbinden konnte.

      "Kleine Sünden werden heute wohl gleich bestraft", sagte er halblaut.

      Sam deutete mit der Taschenlampe in Richtung Treppe, "wir müssen in den fünften Stock."

      "Den Aufzug können wir wohl vergessen, oder?" Dean biss in den einen Zipfel des Tuches und zog den Knoten fest. Sam war bereits außer Sicht.

      "Shit, Sammy, du hast es aber eilig ins Gras zu beißen", dachte Dean.

      "Hab ich nicht, ich will es einfach nur hinter mich bringen", kam es von einer Etage höher.

      "Aber …," Dean starrte fassungslos nach oben.

      "Du willst es gar nicht wissen", hörte er erneut Sams Stimme, nur in seinem Kopf oder real?

      Dem älteren Winchester wurde es ein wenig mulmig und er betete, dass dieses Endspiel doch halbwegs nach den Regeln verlief, die sie sich sorgsam zu Recht gelegt hatten.

      Sam setzte den Fuß auf den Treppenabsatz der fünften Etage. Etwas kam den Gang entlang in seine Richtung. Ein Schwall von Energie, immenser Hitze. Es fühlte sich an, als würde eine Hand über seinen Körper streichen. Eine unsichtbare Macht, die ihn mit sich zog. Er stemmte sich dagegen. Und mit einem Mal fühlte er all die Wut und den Ärger Luzifers. Der Boden unter seinen Füßen erzitterte.

      Dean kam ins Straucheln, kroch die letzten paar Stufen auf allen vieren nach oben.

      "Musst du es mir wirklich so schwer machen Sam Winchester?" Luzifers Stimme peitschte durch den Gang, hallte von allen Seiten wider.

      "Musst du es mir und allen anderen wirklich so schwer machen?"

      Sam gab nach und ließ sich von der unsichtbaren Macht führen. Das Ziel war ein Zimmer am Ende des Ganges. Ein Untersuchungszimmer. Oder ein Operationssaal? Schwer zu sagen, das Interieur war eine Mischung aus Krankenzimmer und Folterkammer. Castiel lag gefesselt und geknebelt mit dem Gesicht nach unten auf einem Op-Tisch. Er trug noch Hose und Socken und Schuhe, das Hemd hatte man ihm vom Leib gerissen. Er schien bewusstlos zu sein. Dort wo seine Flügel gewesen waren, klafften tiefe Wunden.

      "Cas!" rief Sam und stürzte zu ihm.

      Luzifer, der am Fenster stand und nach unten sah, machte eine kaum merkbare Geste und schon flog Sam quer durch den Raum gegen die Wand.

      Zur gleichen Zeit erschien Dean auf der Bildfläche. Bei Castiels Anblick verkrampften sich seine Innereien. Aber er versuchte einen kühlen Kopf zu bewahren.

      "Solltest du nicht lieber vorsichtiger mit deiner Hülle umgehen?" fragte er barsch.

      Luzifer würdigte ihn keines Blickes, sah nach wie vor hinaus in die Dunkelheit, wo sich offensichtlich ein Sturm zusammenbraute.

      "Keine Sorge, sobald ich von deinem Bruder Besitz ergriffen habe, geht es ihm blendend."

      Die Stimme des Fürsten der Finsternis klang gelangweilt.

      "Was, was hast du mit Castiel angestellt?" fauchte Sam, der sich aufgerappelt hatte und neben dem OP-Tisch stehenblieb.

      "Ein Kollateralschaden. Ich wollte vermeiden, dass er auf dumme Gedanken kommt. Es ihm vielleicht gelingt, irgendeine Art von Allianz gegen mich zu bilden. Und somit dieses wunderschöne Gleichgewicht zu stören."

      Mit einem süffisanten Grinsen wandte er sich den Winchesters zu.

      "Nun Sam, wie stets? Haben wir einen Deal?"

      Sam schluckte, warf einen unsicheren Seitenblick auf seinen Bruder, dann auf Castiel und zuletzt auf Luzifer, dessen Gesicht bereits zu einer bizarren Fratze verkam.

      Luzifer lächelte und neigte den Kopf ein wenig zur Seite, "keine Bange, du wirst sicher nicht so aussehen. Diese Hülle ist einfach zu schwach für meine Kräfte. Nick war ein netter Kerl und ein anständiger Wirt, aber nicht stark genug. Arme Seele."

      "Was geschieht, wenn du seinen Körper verlässt?" fragte Dean, leckte sich nervös über die Lippen.

      "Ich bitte dich?" der Höllenfürst breitete seine Hände aus, "wen interessiert das schon. Du willst doch nur Zeit schinden. Dabei weißt du doch, dass es kein Zurück mehr für deinen Bruder gibt. Obwohl, er scheint mir nun doch einen kleinen Anreiz zu benötigen."

      Zu schnell für das menschliche Auge, streckte er die Hand nach Dean aus, sodass dieser plötzlich wie von Geisterhand bewegt, neben Luzifer kniete. Dessen Finger gruben sich schmerzhaft in seine rechte Schulter und die Wunde am Handrücken begann erneut zu bluten.

      "Dachtest du die alberne Schrotflinte könnte dich irgendwie beschützen?" Luzifer lachte laut auf.

      "Wie dumm ihr Menschen doch seid. Wie einfallslos und dumm." Er schüttelte den Kopf.

      "Lass meinen Bruder sofort los", sagte Sam, "du hast versprochen …."

      "Versprechungen sind für mich nichts als hohle Phrasen", zischte Luzifer und drückte noch fester zu.

      Lange würde Deans Schulter dem Druck nicht standhalten und zerbrechen, wie ein Streichholz. Auch die Wunde blutete immer stärker. Und wenn Sam nichts unternahm, dann würde sein Bruder vor seinen Augen verbluten.

      Draußen begann sich ein Orkan zu erheben, Blitze zuckten unaufhörlich vom Himmel, der Sturm peitschte große Regentropfen gegen die zerborstenen Fensterscheiben.

      "Was ist Sam Winchester, bist du bereit?"

      Luzifer musste fast schon brüllen, um sich verständlich zu machen.

      Vor Deans Augen begannen weiße Punkte zu tanzen, er fühlte wie die Kraft aus ihm wich und ihn eisige Kälte umfing. Sein Blut sickerte in den morschen Holzboden unter seinen Knien.

      "Was denkst du Sam Winchester? Wie stark ist dein Bruder? Wie lange wird er wohl durchhalten? Oh ja, normalerweise verblutet man nicht in so kurzer Zeit, aber … So wie ich das sehe …"

      Er hob Deans schlaffe Hand, offensichtlich beeinflusste er den Blutfluss mit seiner Macht.

      Sam war gezwungen zu handeln und zwar jetzt. Er hoffte inständig, der Zeitpunkt wäre der richtige und ihr Plan würde aufgehen. Castiel bekam von all dem nichts mit. Er war noch immer nicht zu Bewusstsein gekommen. Und das war wahrscheinlich auch gut so.

      Sam war bereit Luzifer in seinen Körper zu lassen, aber nur zu seinen Bedingungen. Und bis jetzt war es ihm auch gelungen, die unbändige Kraft, die in ihm tobte, vor Luzifer zu verbergen.

      Zuerst musste er Dean aus den Klauen dieses Wesens befreien. Den körperlichen Kontakt unterbrechen. Sam wollte kein Risiko eingehen.

      Sein Angriff kam so unvermittelt, dass selbst Luzifer für den Bruchteil einer Sekunde verwirrt die Augen aufriss.

      "Entschuldige", presste Sam zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und stieß Dean brutal zur Seite.

      Dann nahm er Luzifers Kopf zwischen seine Hände. Wenn das hier jetzt schief ging, dann waren sie verloren. Dann war die ganze Menschheit verloren.

      "Du denkst du kannst mich besiegen? Ich werde dich zerquetschen, wie eine Kakerlake", brüllte Luzifer.

      Sam schenkte ihm ein eiskaltes, "FUCK YOU!"

      Dann schloss er seine Augen und konzentrierte sich.

      "Jesse, wenn du in diesem Körper steckst, dann Befehle ich dir, komm zu mir."

      Entsetzt riss Luzifer die Augen auf. Das … das konnte nur ein billiger Trick von den Winchesters sein. Er hätte es gefühlt, wenn noch jemand von diesem Körper Besitz ergriffen hätte, ganz sicher hätte er es gefühlt. Tatsächlich?

      "Jesse, hörst du mich, komm zu mir!"

      Sam fühlte so etwas wie einen elektrischen Schlag. Dann sah er es, tief im Innern seines Gegners. Einen Funken, gefolgt von einem Aufschrei.

      "Jesse, komm zu mir", Sams Stimme gewann an Stärke.

      "Was tust du da?" Luzifers Stimme klang seltsam verzerrt.

      Sam ignorierte ihn, das Dämonenblut in seinen Adern schien eine übernatürliche Verbindung mit dem Geist des Jungen einzugehen, der sich bereits vor ein paar Tagen, heimlich in Luzifers Hülle eingenistet und dort genau auf diesen Moment gewartet hatte.

      "Mit der Kraft des Dämonenbluts in mir, befehle ich dir: ZEIG DICH!"

      Und dann völlig unvermittelt ging Luzifer in die Knie. Sein Blick wurde verhangen und der Geist des kleinen Jungen – dessen Körper übrigens sicher verwahrt in Bobbys Panikraum lag – zwang Luzifer aus seinem Wirt.

      Teil eins des Plans war vollbracht, doch der schwierigere Teil folgte sogleich.

      So wie einst Famine öffnete Sam jetzt seinen Mund und sog die dunkle Wolke, die aus Nicks Mund drang in sich auf.

      Entsetzt und mit Tränen in den Augen beobachtete Dean das Spektakel. Es war grausam hilflos mit ansehen zu müssen, wie die dunkle Energie vom Körper seines Bruders Besitz ergriff. Er langte in seine Tasche, dort fühlte er die Ringe der vier Reiter der Apokalypse. Sie brannten sich in sein Fleisch. Doch kein Laut kam über Deans Lippen. Tapfer ertrug er den Schmerz.

      Nachdem der Transfer beendet war. Sackten Nick und Sam kraftlos zu Boden.

      Für den Bruchteil einer Sekunde, war Dean erleichtert. Zumindest hatte sich Jesse tatsächlich für die Seite der guten entschieden.

      Doch gegenüber von Teil zwei des Planes, war das hier ein Spaziergang gewesen.

      Denn mit einem Mal, wurde der Raum in gleißendes Licht getaucht und Michael erschien auf der Bildfläche. Und es war keine Überraschung, dass er es in Gestalt von Adam tat, der allerdings auch ein wenig ramponiert aussah.

      "Es war ein Fehler, Euch gegen mich zu entscheiden", sagte er wütend, "dachtet ihr, wirklich, ihr wärt stärker als ich?"

      "Den Versuch war's jedenfalls wert", murmelte Dean.

      "Schweig still!" befahl Michael und schnitt, allein mit der Kraft seiner Gedanken, Dean die Luftzufuhr so lange ab, bis dessen Gesicht dunkelrot anlief.

      "Und würde ich dich nicht brauchen, dann würde ich dich jetzt auf der Stelle töten", zischte der Erzengel.

      "Leider ist dein Halbbruder nicht wirklich die Rüstung, die ich für diesen Endkampf benötige. Ich brauche immer noch dich. Was ist? Bist du noch immer willens, mich …."

      Der Hieb mit dem Engelsdolch kam so schnell und so unvermittelt, dass Michael völlig verwundert an sich heruntersah.

      "Wie …?" Langsam fiel er vornüber. Castiel stand hinter ihm. Wankend, aber aufrecht. Er ließ die Waffe los, während Michael zu Boden glitt.

      "Ich weiß, ich kann dich nicht töten, aber ich kann dafür sorgen, dass du uns nicht in die Sandkiste pinkelst."

      Das Zucken von Castiels Mundwinkeln sollte wohl sowas wie ein Lächeln andeuten.

      Nick lehnte an der Wand unter dem Fenstersims. Der Körper schien sich langsam zu erholen. Die Kräfte von Jesse schienen eine heilende Wirkung auf ihn zu haben.

      Plötzlich richtete Sam sich auf. Aus dem Liegen. Mit einem Ruck. Wie eine Marionette, die an Fäden hing. Er stand mitten im Raum. Schien ins Nichts zu starren.

      Ein weißer Film legte sich über Sams Augen, machte sie blind. Dann begann sich das linke Auge zu verflüssigen, wurde zu einer dunklen zähen Masse, die über Sams Wange lief. Er strauchelte.

      Dean schrie auf, wollte zu ihm.

      Castiel hielt ihn mit aller Kraft zurück, "noch nicht, warte."

      Ein erstickter Schrei entrang sich Sams Kehle. Schwarze Flüssigkeit ergoss sich aus seinem Mund über sein Hemd. Er versuchte zu schreien, doch außer einem Gurgeln war nichts zu hören.

      Nun war er auf allen Viere. Der Gestank im Zimmer wurde beinahe unerträglich. Die zähe dunkle Masse bahnte sich zusätzlich ihren weg aus Ohren und Nase. Sam spie seine eigenen verwesenden Organe aus und fiel zur Seite. Seine Hände reichten blind in Deans Richtung. Eine Geste der Hilflosigkeit. Eine Geste, dir mehr sagte, als tausend Worte.

      Dean schluckte, doch der Kloß in seinem Hals drohte ihn zu ersticken. Es waren bittere Tränen der Verzweiflung, die in Sturzbächen über sein Gesicht liefen. Sams Körper war immer noch intakt und Sam war auch irgendwo da drinnen, litt sicher unsägliche Schmerzen.

      "Jetzt!" sagte Castiel und riss Dean damit aus seinen Gedanken. In Windeseile brachten sie die Ringe um Sam herum in Position.

      Einen Wimpernschlag später tat sich unter Sam der Boden auf. Die Flammen der Hölle loderten empor, züngelten gierig nach dem Körper, der von einer unsichtbaren Macht empor gehoben wurde. Donner klang wie Kanonenschläge durch die Nacht.

      Die Flammen schlugen hoch, rissen schließlich Sams leblosen Körper in die Tiefe.

      "Sam, neeiiiiiin!" brüllte Dean und wollte sich auf seinen Bruder stürzen, um ihn zu schützen, aber es war zu spät. Das Tor zur Hölle schloss sich und mit einem Mal war es totenstill.

      "Sam, nein, nicht. Bitte komm zurück. Sam, bitte, nein, nein, nein", schluchzte Dean unaufhörlich.

      Castiel und Jesse versuchen ihn zu beruhigen, doch er stieß sie forsch zur Seite.

      Das Klingeln seines Handys erschreckte die drei beinahe zu Tode. Sie wussten, wer dran war.

      Mit zittrigen Fingern angelte Dean nach dem Telefon in seiner Tasche und klappte es auf.

      "Bobby?" fragte er und musste sich ein paar Mal räuspern, um wieder Herr seiner Stimme zu werden.

      "Bobby, hat es geklappt?"

      Castiel und Jesse hörten angestrengt mit.

      "Das Ritual hat geklappt", brummte Bobby, "Crowley und ich haben Sams Körper bei uns. Ohne Mitbewohner."

      Verhaltener Jubel brach unter den dreien aus.

      "Bobby, das ist fantastisch, großartig, gib ihn mir, ich will mit ihm reden", euphorisch wischte sich Dean mit dem Ärmel seiner Jacke übers Gesicht.

      "Das kann ich nicht mein Junge, dein Bruder ist tot. Die Anstrengung muss zu groß für ihn gewesen sein. Es … es tut mir leid."

      An beiden Enden der Leitung wurde es still. Der Plan war aufgegangen, alles hatte funktioniert. Alles, bis auf den Umstand, dass Sam jetzt eigentlich putzmunter in Bobbys Motelzimmer sitzen sollte. Stattdessen lag er leblos auf dem Teppichboden.

      Castiel nahm dem völlig geschockten Dean das Telefon aus der Hand, "wir kommen so schnell wie möglich zu Euch." Dann klappte er das Handy zu. tbc
    • Part 2

      Dean hatte das Gaspedal des Impala beinahe bis zum Anschlag durchgetreten und jagte den Wagen über den Highway.

      Castiel rutschte nervös auf dem Beifahrersitz hin und her.

      "Ich denke ein bisschen weniger schnell kämen wir auch an unser Ziel. Tot nützen wir Sam nichts."

      Er hatte es nur halblaut gesagt, wollte Dean nicht noch mehr reizen.

      Trotzdem nahm dieser den Fuß vom Gas, "sorry Cas, du hast recht."

      Er warf einen Blick in den Rückspiegel. Und sah dort zwar die Gestalt von Nick, doch die Augen und die ganze Haltung glichen dem eines verängstigten Kindes.

      "Hey, Jesse! Alles klar bei dir da hinten. Du warst wirklich toll. Ich weiß nicht was genau du getan hast, aber … ohne deine Hilfe hätten wir es bestimmt nicht geschafft."

      Dean zwang sich zu einem aufmunternden Grinsen.

      "Und am Ende ist dein Bruder doch tot. Schöne Hilfe war ich. Wir hätten von Anfang an dabei bleiben sollen, dass ich es mache. Wen kümmert es schon, ob ich lebe oder tot bin", sagte der Junge trotzig, "mich vermisst ohnehin niemand. Und ich war immer schon allein auf mich gestellt. Also … war es das wert, dass wir deinen Bruder geopfert haben? Sieht die Welt nun besser aus? Sind alle Menschen glücklicher?"

      "Jesse, es ist nicht wahr, dass dich niemand liebt und dass du alleine bist. Wir sind für dich da. Wir können deine Familie sein", meinte Dean sanft.

      "Tz", kam es nur zurück.

      Jesse schloss die Augen, das Gespräch war für ihn beendet.

      Dean sah kurz hinüber zu Castiel.

      "Und wenigstens bei dir alles in Ordnung? Was zum Henker kratzt du dich denn andauernd am Rücken?"

      Der Engel hielt mitten in der Bewegung inne, "meine Wunden heilen. Hast du schon mal ein paar neue Flügel bekommen? Mann, das juckt vielleicht, das kann ich dir sagen."

      Dean musste grinsen, "danke, danke, dass du den Köder gespielt hast für uns. Ohne dein Ablenkungsmanöver hätte Jesse keine Chance gehabt in Luzifers Körper einzudringen. War es sehr schlimm?" Seine Miene war wieder ernst geworden.

      "Tja, eine Flügelresektion, ausgeführt von Luzifer, das ist nicht gerade lustig. Aber, ich habe schon schlimmeres erlebt. Schwer war es nur, den Wehrlosen zu spielen. Du hast ja keine Ahnung, wie gerne ich Luzifer die Fresse poliert hätte."

      Jetzt musste Dean wieder grinsen, "deine Sprache, sie ist manchmal sehr menschlich."

      "Ich habe gelernt mich anzupassen, oder versuche es jedenfalls."

      Castiel drehte sich, soweit der Gurt es zuließ, nach hinten und sah nach Jesse. Er schien zu schlafen.

      "Wir müssen dafür sorgen, dass der Junge so schnell wie möglich wieder in seinen Körper zurückgelangt. Das sind wir ihm schuldig."

      "Kannst du ihn nicht zappen?"

      "Nein, im Moment brauche ich meine ganze Ressourcen, um mich zu heilen, sorry. Ich wünschte, ich hätte meine alten Kräfte wieder."

      Dean schluckte, "denkst du, du wirst sie irgendwann wieder bekommen?"

      Er hatte kaum ausgesprochen, da war Castiel verschwunden.

      Hart trat er auf die Bremse, "Cas? Cas? Wo bist du hin?"

      Jesse wurde mehr als unsanft aus seinem Schlaf gerissen, "Mann Dean, was brüllst du denn hier rum?"

      "Castiel ist verschwunden?"

      "Wie meinst du das?"

      "Na eben saß er noch da und wir haben geredet und im nächsten Moment, futsch."

      "Das ist doch nichts neues, vielleicht musste er mal für kleine Engel oder so."

      Verschlafen rieb Jesse sich die Augen.

      Dean legte den Gang ein, fuhr weiter und murmelte dabei, "ja, vielleicht."
      Eine dreiviertel Stunde später kamen sie bei dem Motel an. Es goss noch immer in Strömen. Castiel war nicht mehr aufgetaucht. Was Dean langsam genauso viel Sorgen machte, wie der Anblick seines toten Bruders. Er sprintete mit Jesse zu Bobbys Zimmer und hämmerte gegen die Tür.

      Crowley öffnete einen Spalt und lugte vorsichtig nach draußen, "nicht so ungeduldig junger Freund", gurrte er grinsend, "wo haben wir denn unseren geflügelten Kameraden gelassen?"

      Dean verdrehte die Augen, "der ist mir unterwegs abhanden gekommen und lass und rein, hier draußen ist es ziemlich ungemütlich."

      Als Bobby Dean sah, sprang er auf und umarmte ihn fest. Bei Nick zögerte er kurz und entschloss sich einfach, ihm auf die Schulter zu klopfen.

      "Gut gemacht Jesse, wirklich. Wir sind stolz auf dich."

      Der Junge verdrehte kurz die Augen.

      "So ist es wenn man Familie hat", murmelte Crowley, "ständig ist jemand da, der einen antatscht."

      "Das musst gerade du sagen, soviel ich mitbekommen habe, bist du hier der einzige der sich gern an knackigen Männerhintern vergreift", feixte Jesse.

      "Ungezogener Lümmel", zischte Crowley und verpasste ihm eine Kopfnuss.

      Unterdessen standen Dean und Bobby besorgt neben Sam. Sie hatten ihn vorhin aufs Bett gehievt.

      "Dein Bruder ist ein ganz schwerer Junge. Ich hätte mir beinahe das Kreuz verrenkt", beschwerte sich Crowley.

      Dean setzte sich und nahm Sams Hand in seine. Sie war erschreckend kalt. Auch Sams Haut wirkte irgendwie wächsern.

      Tränenblind hob er seinen Kopf, "was sollen wir nur tun Bobby, was?"

      "Death schuldet dir noch einen Gefallen", meinte Crowley beiläufig.

      "Dann suchen wir ihn", entgegnete Dean.

      "Vergiss es. Das haben Crowley und ich schon versucht. Er ist nicht mehr hier", sagte Bobby.

      "Ich kann es versuchen", kam es von weiter hinten, von Jesse, "aber nicht in diesem Körper. Ich könnte versuchen Sam zu rufen, so wie er mich gerufen hat. Wir sind durch das Dämonenblut verbunden."

      Deans Kiefer mahlten.

      "Ich weiß, dass dir diese Idee nicht gefällt. Weil du Angst davor hast, Sams dunkle Seite könnte stärker werden. Aber wie Sam schon sagte, es kommt auf einen selber an, wofür man sich letztendlich entscheidet."

      Bobby griff Dean an die Schulter, "hör auf den Jungen, er ist unsere einzige Chance. Und auf wessen Seite er spielt, hat er dir bereits bewiesen."

      Deans Blicke gingen unstet zwischen Jesse und seinem Bruder hin und her. Er kämpfte innerlich. Auch wenn er bereits wusste, dass dies die einzige Lösung sein würde.

      "Denkst du, es wird funktionieren?" hakte Dean unsicher nach.

      "Ich kann dir keine Garantie dafür geben. Ich hab ehrlich gesagt noch nie versucht, einen Toten zum Leben zu erwecken."

      Wenigstens war Jesse ehrlich.

      "Okay, aber wie kommen wir so schnell nach Lawrence?" fragte Bobby, "wir brauchen dazu mindestens zwei Tage, ich weiß nicht, ob wir so lange warten können."

      "Also ehrlich Gentlemen, wofür seid ihr denn von Dämonen umgeben", meinte Crowley großspurig, machte dabei eine ausladende Geste.

      Dann deutete er auf Sam, "also ich schnapp mir Mr. Meat Suit und meinen Lieblingsjäger", er zwinkerte Bobby kess zu, "und Du spannst dich mit dem ausgelutschten Nick zusammen und dann sind wir in Nullkommanichts auf dem Schrottplatz meines Freundes."

      Schon wollte er Bobby die Hand auf die Schulter legen.

      Der machte allerdings einen Schritt zur Seite und Crowley griff ins Leere, "nanu? Berührungsängste? Jetzt? Nach allem was wir zusammen durchgemacht haben."

      Der Dämon wackelte belustigt mit den Augenbrauen.

      Dean schüttelte angepisst den Kopf, "nein Crowley, du bekommst Sams Körper nicht in die Hände, ich trau dir genau bis zur Tür dieses Motelzimmers und da bin ich schon großzügig. Jesse soll das mit Sam erledigen."

      Crowley stieß einen herzzerreißenden Seufzer aus, "Kinder, was seid ihr doch für ne misstrauische Bande, bloß weil ich ein wenig auf die Seele des alten Bobby bestanden habe."

      Bobby verdrehte die Augen, "dann nur wir zwei. Aber wenn ich dir dann dafür nen Kuss geben muss, prügel ich dich windelweich, das schwöre ich dir. Dämon hin oder her."

      Trotz der ernsten Situation, brachte Bobby mit dieser Bemerkung die Anwesenden zum schmunzeln.

      Bis auf Crowley, der sagte angesäuert, "Botenfahrten mach ich gratis. Dein verschwitztes Händchen muss ich trotzdem halten, los her damit."

      Er reichte Bobby seine Hand, "was ist Dean? Springst du auch auf den Crowley Express auf?"

      Dean warf einen leicht verzweifelten Blick auf Jesse.

      "Nicht nötig, ich krieg das schon hin", antwortete Jesse für ihn.

      Bobby und Crowley lösten sich auf.

      "Danke", murmelte Dean und schien Mühe zu haben, nicht in Tränen auszubrechen, "ich möchte, dass du weißt Jesse, dass, egal was passiert, ich dir dankbar bin für alles. Ich weiß, was du für ein Risiko auf dich genommen hast, um uns allen zu helfen."
      Jesse nickte einmal kurz, "keine Ursache und jetzt komm, wir sollten nicht so viel Zeit vertrödeln."

      Einen Wimpernschlag später befanden sie sich in Bobbys Wohnzimmer. Der brachte gerade Jesses richtigen Körper nach oben. Jesse sah aus, als würde er schlafen. Behutsam legte er ihn in den bequemen Ohrensessel.

      "Wo steckt eigentlich unser geflügelter Freund mit dem lausigen Geschmack für Mode?" unterbrach Crowley das bedrückende Schweigen.

      "Sagte ich schon. Hast du Alzheimer? Den haben wir auf dem Weg ins Motel verloren", antwortete Dean, leicht genervt.

      "Wie verloren?"

      "Er hat sich einfach in Luft aufgelöst. Ist ja nichts neues", schnappte Bobby, "so mein Junge …"

      Er wandte sich an Jesse, der noch immer in Luzifers menschlicher Hülle steckte, "ich denke, es ist an der Zeit, Nick seinen Frieden zu geben."

      "Und wer von den Herrschaften wird ihn hinüber geleiten ins Licht? Spielt sozusagen die männliche Melinda Gordon?" mischte sich Crowley übereifrig ein.

      "Wer zum Henker ist Melinda Gordon?" brummte Bobby.

      "Na die Tante, aus dem Fernsehen, die mit dem Antiquitäten-Laden. Sagt bloß ihr guckt nicht fern. Also wirklich, das ist eine Bildungslücke."

      Dean machte einen Schritt auf ihn zu und packte ihn unsanft am Kragen.

      "Crowley?"

      Die Augen des jungen Mannes sprühten förmlich Funken.

      "Was?" krächzte der.

      "Tu uns einen gefallen und HALT DEIN MAUL!" Gleich darauf ließ Dean ihn wieder los.

      Der Dämon griff sich an den Hals und richtete sich seine Krawatte, "du bist ja ein richtig kräftiges Kerlchen. Wenn du so wütend bist, dann macht mich das …"

      Ein böser Blick von Dean genügte, brachte ihn zum Schweigen.

      "Bist du bereit, Jesse?" hakte Bobby besorgt nach.

      Der Junge nickte nur und setzte sich gegenüber dem bequemen Ohrensessel auf den Holzfußboden.

      Bevor Jesse die Augen schließen und sich konzentrieren konnte, warf Dean noch ein, "Moment."

      Jesse wandte den Kopf in seine Richtung.

      "Was passiert wirklich mit Nick, wenn du seinen Körper verlässt. Ist … ist er noch irgendwo dort drinnen? Kannst du ihn fühlen?"

      "Nein, Dean. Es tut mir leid. Da ist nichts mehr. Luzifer hat alles in Nick zerstört. Er ist eine leere, ausgebrannte Hülle. Da ist nichts mehr zu machen."

      "Gut, okay", sagte Dean kaum hörbar, nickte ein paar Mal kurz hintereinander und hoffte, dass das Gleiche nicht auch mit Sam passiert war.

      Es geschah, ohne dass sich schwarze Rauchschwaden bildeten. Für den Bruchteil einer Sekunde, schien Nick in einem hellen Licht zu erstrahlen, das gleich darauf erlosch. Aber das passierte so schnell, dass Bobby sich fragte, ob er nicht einer Sinnestäuschung erlegen war.

      Jesse schlug die Augen auf und sog hörbar Luft in seine Lungen. Nicks Körper veränderte sich auf seltsame Weise. Seine Haut wurde dünn wie Pergamentpapier, seine Knochen wurden zu Staub und der Rest fiel in sich zusammen.

      "Wie praktisch, jetzt können wir den lieben Nick mit dem Staubsorger entsorgen."

      "Crowley, dein Sinn für Humor ist echt abartig", knurrte Dean.

      "Nur mein Sinn für Humor", konterte der Dämon, "und was nun? Beschwörst du den lieben Sam mit einem Ritual kleiner Mann?"

      Jesse schüttelte den Kopf, "ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Aber ich denke, ganz ohne Blut wird es nicht funktionieren."

      Aus dem Nichts erschien eine Atame in der Hand des Jungen, er sah hoch zu Dean, der gebannt neben ihm stand.

      "Und du bist dir sicher, dass ich es tun soll?"

      Der ältere der beiden Winchester Brüder presste seine Lippen fest aufeinander, nickte hastig, "ja, tu es."

      Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Auch ignorierte er Bobbys Blicke, die mehr als besorgt zwischen dem Jungen, Sams Körper und ihm hin und her gingen.

      Unvermittelt umschloss der Junge die Klinge der Atame mit seiner Faust und zog sie nach unten. Die beiden Jäger zuckten ungewollt zusammen. Crowleys Lippen umspielte ein Lächeln. Es ging doch nichts über dämonische Rituale.

      Ehe der Junge sein Werk fortsetzen konnte, tauchte Castiel hinter ihm auf, "warte, vielleicht geht es auch anders."

      "Cas, wo ….?" wollte Dean wissen.

      "Nicht jetzt, außerdem würdet ihr es mir ohnehin nicht glauben."

      Voller Erwartung legte er zwei Finger der rechten Hand auf Sams Stirn. Nichts. Er versuchte es wieder und wieder.

      "Tja wohl noch nicht genug Saft in der Batterie", spöttelte Crowley, "solltest noch ein bisschen Gatorade schlürfen."

      Verwirrt sah Castiel zwischen den Anwesenden hin und her, "das … das versteh ich nicht. Vorhin, bei dem Reh, da ist es doch auch gegangen."

      "Unser lieber Sam hier, ist aber nicht Bambi. Der braucht schon härtere Geschütze, um wieder Leben einzuhauchen", grinste Crowley, "und jetzt lasst mal den Jungen ran."

      Jesse schob Castiel zur Seite, öffnete vorsichtig Sams Lippen und ließ ein paar Tropfen seines Blutes hineintropfen.

      Dann drehte er die Handfläche nach oben und die Wunde schloss sich augenblicklich.

      "Und jetzt? Warten wir einfach?" fragte Dean nervös.

      Jesse schüttelte den Kopf, "zieht ihm die Jacke und das Hemd aus. Ich muss ihn berühren."

      "Endlich wird es interessant", kommentierte Crowley das Geschehen, keiner ging darauf ein.

      "Am besten, ihr legt ihn auf den Boden", ergänzte Jesse seine Anweisungen, nachdem sie Sams Oberkörper freigemacht hatten.

      Jesse kniete sich neben Sam, legte beide Hände auf seinen Körper. Die eine Hand auf die Stirn, die andere über das Herz. Dann schloss er die Augen und wusste mit einem Mal, was er zu tun hatte.

      Er fühlte, wie eine wohlige Wärme seinen Rücken hochkroch und die Energie aus ihm hinaus strömte, als wäre sie fließendes Wasser.

      War Sams Körper eben noch wächsern, bleich und kalt gewesen, so wurde seine Haut nun von einer leichten Röte überzogen. Seine hohlen Wangen begannen sich zu füllen. Es sah so aus, als würde er jeden Moment die Augen aufschlagen, doch noch war es nicht so weit. Das konnte Jesse fühlen. Alle, selbst Crowley, hielten sprachlos den Atem an und folgten der Prozedur. Jesse stellte sich vor, wie das Blut anfing, wieder durch Sams Körper zu zirkulieren. Er begann es in die richtigen Bahnen zu lenken, verstärkte dabei auch den Druck auf Sams Herz.

      Castiel konnte spüren, wie Jesse einen Teil seiner Energie anzapfte und teilte sie bereitwillig mit ihm, indem er ihm die Hand auf die Schulter legte. Seine Atmung wurde ruhiger. Irgendwie schaffte es der kleine Kerl Gut und Böse in sich zu vereinen. Jesse zwang die Kraft die von ihm und Castiel ausging förmlich in Sams Körper, der sich plötzlich aufbäumte und nach der Hand des Jungen griff. Sie mit eisernem Griff umschloss.

      Gleichzeitig fühlte Jesse noch etwas, Luzifer. Seine Macht, die begierig an die Oberfläche drängte. Versuchte den Jungen zu bezirzen, ihn zu einem Fehler zu verleiten. Doch Jesse war stärker, holte sich nur jenen Teil, den er für Sam benötigte, bündelte diese Energie und riss sie an sich. Sams Kopf fiel in den Nacken, ein erstickter Schrei entrang sich seiner Kehle. Jesse presste die Lider zusammen, ein grelles Meer von Sternen explodierte vor seinem innerem Auge. Seine Atmung beschleunigte sich, er drohte zu hyperventilieren.

      Mit allergrößter Anstrengung riss er die Augen auf und fixierte Sams kantiges Gesicht, das sich vor Schmerz verzerrte. Er synchronisierte ihren Atemrhythmus und verlangsamte ihn. Sam entspannte sich. Sein Kopf sackte zurück auf den Boden. Jesse hatte das Gefühl ein Teil von ihm wäre mit Sam verschmolzen. Unbändige Macht durchflutete ihn. Einen Herzschlag lang, kurz bevor Sam sich von Luzifer losgerissen hatte, war es da gewesen. Dieses eigenartige Gefühl der Zerstörung. Im Geiste hatte der Junge das Herz von Sam Winchester in seiner Hand gehalten. Wäre er dem Impuls gefolgt und hätte er zugedrückt, hätte den blutigen Muskel zerquetscht wie einen faulen Apfel, hätte er ihn getötet. Einen Wimpernschlag lang hatte er das reine Böse in sich gefühlt. Und es hatte sogar ihm Angst eingejagt.

      Völlig am Ende seiner Kräfte, löste er den Kontakt zu Sam und sank erschöpft zurück. Castiel fing ihn auf.

      Dean kniete sich neben Sam. Legte dessen Kopf vorsichtig in seinen Schoß.

      Für Sam hatte es wie die Fahrt in einer Achterbahn angefühlt, umgeben von völliger Dunkelheit. Es war, als hätte man in innerlich zerrissen und wieder zusammengesetzt. Wieder und wieder. Seine Emotionen waren rauf und runter gegangen und wäre da nicht Jesse gewesen, der ihn durch diese Dunkelheit und das Chaos hindurch gelotst hat, er wäre verloren gewesen. Zu viele Eindrücke gleichzeitig waren auf ihn hernieder geprasselt, wie heftiger Regenschauer in einer warmen Sommernacht. Die Feuer der Hölle, die Gluthitze, die endlosen Qualen, die Schreie, verwesendes Fleisch, gierige Hände und Finger, die an ihm hochgekrochen waren und an ihm zerrten. Ihn zum Verweilen verleiten wollten, mit falschen Versprechungen als faulig stinkenden Mündern, oder ihn aus leeren Augenhöhlen anstarrten. Anklagend. Und immer wieder hielt er nach Jesses Fackel Ausschau, die so hell erstrahlte, dass das Böse in deren Glanz zugrunde ging.

      Eine vertraute Stimme, die seinen Namen rief. Es war nicht Jesse, es war jemand anders und doch … mit einem Mal wurde ihm eiskalt.

      Panisch riss er seine Augen auf und schrie, "was habt ihr mir angetan?"

      Diesmal zuckten alle zusammen, auch der smarte Crowley.

      "Sammy, hey", sagte Dean und strich seinem Bruder sanft durchs Haar.

      "Was habt ihr mir angetan?" fauchte Sam und setzte sich auf, was einen Schwindelanfall bei ihm verursachte.

      Er hatte sich jedoch gleich wieder im Griff.

      "Wir haben nur getan, was wir vereinbart hatten, wir haben dich zurückgeholt, mein Junge", brummte Bobby nachdenklich.

      "Zurück, ja … jetzt fällt es mir wieder ein. Der Sturz, Luzifer …", suchend blickte sich Sam um, "wo ist Nick?"

      "Asche zu Asche, Staub zu Staub", sagte Crowley grinsend, "hast du mir meine Verwandten schön grüßen lassen?"

      Niemand ging darauf ein, langsam fühlte sich Crowley überflüssig.

      "Mir … ist kalt", sagte Sam.

      Bobby holte eine Wolldecke und legte sie ihm um die Schultern.

      "War es sehr schlimm?" wollte Dean wissen.

      Sam blinzelte ein paar Mal hintereinander, so als hätte er Staub in die Augen bekommen, "ich weiß es nicht Dean, ich kann mich nicht erinnern. Noch nicht. Es ist das reinste Chaos. Ich … ich weiß nicht einmal ob das hier real ist, oder nur Einbildung."

      "Vielleicht ist es besser, wenn du dich jetzt ausruhst", schlug Dean vor und half seinem Bruder hoch.

      "Danke, gute Idee."

      Dean stützte ihn ein wenig, doch bevor sie in Richtung Schlafzimmer verschwanden, wandte sich Sam kurz an Jesse. Der Junge sah völlig erschöpft aus, hatte glasige Augen.

      "Dein Licht, ich hab es gesehen. Ohne dich, hätte ich es nicht geschafft. Danke."

      Ein merkwürdiges Leuchten glitt über Sams Augen. Jesse stutzte, führte es jedoch auf seine Übermüdung zurück. Schließlich hatte er in den letzten paar Stunden übermenschliches geleistet.

      "Ruh dich erst einmal aus", meinte er müde und kuschelte sich enger an Castiel.

      Die Winchesters verschwanden um die Ecke.

      "Hey Cas, ich wusste gar nicht, dass du pädophile Neigungen hast", zog ihn Crowley auf und bereute es gleich darauf, als der Engel seine Hand zur Faust ballte und sie drehte.

      Es fühlte sich an, als hätte jemand seine Eingeweide in Brand gesteckt.

      "Himmel, Castiel, du irrer Hund, das war doch nur ein Scherz", presste Crowley gequält hervor. tbc
    • Part 3

      Die Schlafzimmertür fiel leise ins Schloss.

      Bobby wandte sich an Crowley, während sich Castiel um Jesse kümmerte und sich mit ihm auf die Couch setzte.

      "Und ist da nicht noch eine Sache zwischen uns, die wir zu bereinigen hätten?"

      "Ich wüsste jetzt nicht wovon du sprichst", antwortete der Dämon.

      Was ihm eine scharfe Ermahnung von Castiel einbrachte.

      "Wie wäre es, wenn du nun deinen Teil der Vereinbarung einhältst und den Vertrag für nichtig erklärst?" meinte Bobby.

      "Och, kommt schon, das ist doch schon längst geschehen", winkte Crowley ab.

      Jesse schüttelte schwach den Kopf, "du lügst."

      Crowley seufzte laut auf, "drei gegen einen, das ist aber nicht sehr fair."

      "Hör auf von Fairness zu reden", sagte Castiel, "du hättest Bobby erst gar nicht in die Sache mit reinziehen sollen."

      "Und wie hättet ihr dann Death gefunden?" Crowley klugscheißerisch.

      "Es hätte sicher auch noch andere Mittel und Wege gegeben", meinte der Engel und warf Bobby einen vernichtenden Blick zu.

      "Schon gut, Cas. Danke, ich kann für mich selbst reden", brummte Bobby, "also Crowley. Wir haben uns an die Vereinbarung gehalten, jetzt bist du an der Reihe."

      "Ihr seid vielleicht ein paar Spaßbremsen", Crowley klang wie ein kleines Kind, dem gerade sein Lieblingsspielzeug aus der Hand gerissen wurde.

      "Tu es, oder ich sehe mich gezwungen meine modifizierten Kräfte an dir auszuprobieren und ein Exempel zu statuieren", drohte ihm Castiel.

      "Oder wie wäre es, wenn ich mich in seinen Körper zappe und ihn zum explodieren bringe", Jesse grinste von einem Ohr zum anderen.

      "Ihr seid ein Haufen Sadisten", beschwerte sich Crowley und streckte seine rechte Hand nach Bobby aus.

      Sofort gingen die beiden anderen in Angriffsstellung.

      "Ein Haufen nervöser Sadisten", schnappte Crowley.

      Ein Dokument erschien aus dem Nichts in seiner Hand, ging gleich darauf in Flammen auf und wurde zu Asche, die langsam auf den Boden rieselte.

      "Zufrieden? Der Deal ist Geschichte und ich mach mich jetzt vom Acker. "

      Crowley schnitt eine Grimasse, schnippte mit den Fingern und war verschwunden.

      "Ist er …?"

      Jesse nickte Bobby zu, "ja, er ist weg."

      +++++

      "Was?" fragte Sam müde.

      "Was, was?" gab Dean überrascht zurück. Er saß auf einem Stuhl, neben dem Bett.

      "Glaubst du, ich spüre nicht, wie du mich anstarrst? Wie sich deine Blicke förmlich in mich hineinbohren. Wieso tust du das? Weil du dich fragst, was da wohl zurückgekommen ist? Ob ich wirklich dein Bruder bin, oder gar sein böser Zwilling?"

      "Nein … nein Sam, das … das tu ich nicht. Bestimmt nicht. Ich …."

      "Lügner", zischte der jüngere, "es ist erschreckend, wie gut wir uns beide kennen. Ich glaube fast ich konnte deine Gedanken gerade eben hören."

      Dean schluckte, wurde ein wenig verlegen, "und dafür brauchst du nicht einmal deine Augen zu öffnen, was? Aber du täuschst dich. Ich … ich bin einfach froh, dass du es geschafft hast. Dass wir die ganze Scheiße hinter uns haben und dass wir …"

      Plötzlich begann die Erde zu beben. Aus dem Wohnzimmer drangen aufgeregte Schreie zu ihnen, ehe die beiden Winchester Brüder in gleißendes Licht getaucht wurden. Schützend hielten sie ihre Hand vor Augen. Als das Licht langsam erlosch und sie halbwegs wieder etwas erkennen konnten, befanden sie sich auf einem Friedhof. Auf jenem Friedhof in Detroit, auf dem Dean damals in seiner Zukunftsvision gewesen war.

      +++++

      "Scheiße, was war das denn?" rief Bobby, der sich gerade an der Fensterbank hochzog, während Castiel und Jesse bereits Richtung Schlafzimmer stürmten.

      Als der Engel die Tür aufriss, drang ein Hauch von Schwefel gepaart mit Vanille in seine Nase.

      Jesse verzog angeekelt das Gesicht", igitt, stinkt das. Wer war das, Luzifer?"

      Castiel schüttelte den Kopf, schloss die Augen und konzentrierte sich, "nein. Es war Michael, verdammt. Ich dachte, wir hätten in ausgeschaltet."

      "Was ist?" fragte Bobby atemlos und erstarrte, als er an Jesse und Castiel vorbei, ins leere Zimmer starrte.

      "Michael", antwortete der Engel tonlos.

      "Ja, aber er war nicht allein. Jemand hat ihm geholfen und ich denke ich weiß auch wer", orakelte Jesse, "und wenn wir sie nicht finden, dann sind sie ganz schön am Arsch."

      +++++

      "Michael, was soll die Scheiße?" brüllte Dean, "wir haben Luzifer zurück in den Käfig gesteckt. Es wird keine Apokalypse geben."

      "Ihr habt Euch nicht an die Spielregeln gehalten", dröhnte Michaels Stimme über den alten Friedhof.

      Er steckte noch immer in Adams Körper, der erstaunlicherweise keine einzige Blessur mehr hatte.

      "So ein Pech aber auch", meinte Sam lakonisch, "du ahnst gar nicht, wie leid es mir tut, dich um den großen Endkampf gebracht zu haben. Wir mussten nicht einmal Menschen dafür opfern. Der gute Nick war nämlich schon tot."

      "Schweig still", Michael streckte seine rechte Hand aus und fegte Sam damit von den Füßen.

      Die blonde junge Frau neben ihm, lachte amüsiert auf.

      Obwohl sie in einem anderen Körper steckte, wusste Sam sofort, um wen es sich handelte, "Meg! Das hätte ich mir denken können. Was tust du hier?"

      "Ich will meinen Vater rächen und Michael wird mir dabei helfen. Wir werden Euch zerquetschen wie lästige Wanzen. Ihr beiden Arschlöcher, dachtet ihr wirklich, ihr kämt ungeschoren davon?"

      "Der Erzengel und seine Dämonenschlampe, wie niedlich", Deans Stimme hatte einen schneidenden Unterton angenommen, "was hat sie dir denn versprochen, Michael? Gratis Blowjobs bis ans Lebesende? Jeden Freitag und Samstag nen Lapdance?"

      Michaels rechte Hand streckte Dean unsanft zu Boden. Er schlug mit seinem Hinterkopf hart an einen Grabstein und sah für einen Moment nichts als ein dutzend aufblitzender Sternchen.

      "Na schön", fauchte Sam und sah zwischen Michael und Meg hin und her, "was probt ihr beiden hier? Den Aufstand der Übriggebliebenen? Wo habt ihr Eure dämonische Armee? Oder haben euch alle im Stich gelassen? Seht es doch ein, der Krieg ist vorbei, noch ehe er begonnen hat."

      "Ihr hattet kein Recht euch zwischen Luzifer und mich zu stellen", sagte Michael wütend, "es war eine Familienangelegenheit."

      "Wowowowow, mooooooment", mischte Dean sich ein.

      Sein Blick war noch leicht verschwommen, seine Knie ein wenig weich, also hielt er sich an einem Grabstein fest.

      "Leider habt ihr Halbaffen meinen Bruder und mich da mit reingezogen. Hättet ihr eure spätpubertäre Auseinandersetzung auf anderer Ebene ausgetragen, hätten wir wohl nicht dazwischengefunkt. So jedoch, habt ihr uns keine andere Wahl gelassen."

      "Es war euer Schicksal verdammt noch mal. Sam, erzähl Dean, was Luzifer dir über deine Vergangenheit berichtet hat, von Azazel und seiner Gang. Von all den Dämonen, die dich dein ganzes Leben lang begleitet haben", Meg spie die Worte förmlich aus, "sag ihm, dass du das Böse noch immer in dir spürst und die Versuchung einfach zu groß ist, um ihr zu widerstehen. Sag ihm, dass du es dir da unten beinahe anders überlegt hättest, dass du …"

      "Halte deine verlogene Fresse", schnitt ihr Sam das Wort ab, "deine Lügen werden keinen Keil mehr zwischen uns treiben. Nicht war Dean?"

      Als nicht sofort eine Antwort von seinem Bruder kam, drehte Sam sich kurz um, "Dean?"

      "Schon in Ordnung Sam, mir ist nur ein bisschen die Puste ausgegangen."

      "Er ist ein schlechter Lügner, nicht wahr?" spöttelte Meg, "sieh ihn dir an, deinen älteren Bruder, der eurem Daddy schwören musste, auf dich aufzupassen oder noch besser, dich zu töten, wenn aus dir mal ein Monster wird. Überlegst du gerade, wie du Sam am besten zur Strecke bringen könntest?"

      Michael hatte genug von dem sinnlosen Geplänkel, "hör auf damit Meg. Das ist Zeitverschwendung. Dafür sind wir nicht hier. Ich will das was mir zusteht Dean, ich will deinen Körper."

      Dean lachte kurz auf, "ha, wie bitte? Du willst meinen … meinen Körper? Was bitteschön, soll das? Du hast doch schon einen. Und Luzifer brauchst du auch nicht mehr zu bekämpfen."

      "Es geht ihm nicht um deine menschliche Hülle", ließ sich Castiels Stimme aus dem Hintergrund vernehmen, "es geht um das, was in dir steckt."

      Der Engel und Jesse hatten sich kurz zuvor neben einer alten Gruft materialisiert.

      Dean zog die Stirn kraus.

      "Um das was in mir drinnen steckt? Etwa meine Blähungen und meine gebrochenen Knochen?"

      "Wage es nicht, dich hier einzumischen Castiel, es wäre dein Tod", drohte Michael, "du kannst den Schutzschild nicht durchbrechen und auch der Bengel kann es nicht. Es wäre euer beider Ende."

      "Deine Theatralik in Ehren, aber weder Dean noch Sam werden unsere Hilfe benötigen, dessen bin ich mir sicher."

      Castiel klang so überzeugt, dass die Winchester Brüder fragende Blicke tauschten. Keiner der beiden wusste im Moment was genau da eigentlich vor sich ging.

      "Ich hatte nicht mit Zaungästen gerechnet", grinste Meg, "schön, dass ihr gekommen seid, um den Sam und Dean beim sterben zuzusehen. Nette Geste."

      "Hochmut kommt bekanntlich noch vor dem Fall", warf Jesse ein.

      Michael hob die Hand und für einen Augenblick schien die Zeit still zu stehen. Jedenfalls außerhalb des Schutzschildes. Denn Castiel und Jesse standen da wie festgefroren und die Blätter die der Wind aufgewirbelt hatte, verharrten in der Luft.

      "Dean Winchester, das Tribunal hat dich für schuldig erklärt", sagte Michael.

      "Welches Tribunal? Nimmst du Drogen?" wollte Dean wissen.

      "Das Tribunal hat dich für schuldig erklärt, ebenso wie deinen Bruder Sam Winchester", fuhr Michael unbeirrt fort, "schuldig dessen, sich nicht eurem Schicksal zu ergeben und somit auch die Zukunft geändert zu haben. Dieses Vergehen wird mit dem Tod geahndet. Als erstes wirst du deinem Bruder beim Sterben zusehen Dean Winchester. Danach wirst du mir deinen Körper überlassen."

      Dean sah belustigt zu Sam hinüber, "der Kerl hat sie nicht mehr alle. Eindeutig. Der leidet an einem akuten Anfall von Größenwahn. Oder vielleicht gibt es ja sowas wie himmlisches Haschisch. Engelsgras oder so."

      Sam schüttelte den Kopf, "ich denke schon, dass es ihm ernst ist mit seinen Drohungen und dem ganzen Hokus Pokus. Allerdings frage ich mich, welche Rolle Meg dabei spielt? Die böse Stiefmutter vielleicht?"

      "Euch beiden wird das Lachen noch vergehen, wenn Michael und ich erst einmal mit euch fertig sind."

      Megs Gesicht verzerrte sich kurz zu einer hässlichen Fratze.

      "Deine kleine Horrorshow lockt auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor", gab Dean zurück.

      Plötzlich war die Luft von Michaels Energie erfüllt. Die beiden Brüder fühlten wie sie über ihre Haut hinweg strich. Jedes Härchen in Sams Nacken stellte sich einzeln auf. Doch anstatt beunruhigt zu sein, kostete es ihm nur ein leises Lächeln.

      Er sah hinüber zu Meg, Der Hass, der aus jeder Pore ihres Körpers drang, hatte etwas Animalisches an sich.

      Sam grinste, "na schön Prinzessin, du hast zwei Möglichkeiten. Auf die harte oder auf die sanfte Tour."

      Meg spuckte ihm vor die Füße, "wer denkst du, dass du bist, um Luzifers Tochter so einen Vorschlag zu unterbreiten? Nichts wird Michael und mich davon abhalten, Euch zu vernichten."

      Sam tat, als würde er gähnen, "netter Vortrag, also dann auf die harte Tour."

      Sein Gesichtsausdruck veränderte sich und mit einem, kaum merklichen, Kopfnicken, befahl er Meg in seine Arme.

      Sie konnte nicht dagegen an. Ihre Zehenspitzen streiften über die unebene Friedhofserde. Sie war Sams Willen hilflos ausgeliefert.

      "Nein, was …" sagte Michael kaum hörbar. Wie gelähmt beobachtete er das Schauspiel.

      Als Meg in Sams Armen lag, streiften seine Lippen sanft die ihren. Für den Bruchteil einer Sekunde erstarrte sie in seiner Umarmung. Sie musste ihren Kopf heben, um Sam in die Augen sehen zu können?"

      "Was bist du?" ihre Stimme klang ängstlich, wie die eines kleinen Mädchens.

      Ein kehliges Lachen drang über Sams Lippen, während sich seine Augen mit dämonischer Schwärze füllten. Dean schluckte. Er wusste nicht, was er von der ganzen Sache halten sollte.

      "Ich hoffe, du weißt, auf wessen Seite du stehst", ging es dem älteren Winchester durch den Kopf.

      Beinahe so, als hätte Sam ihn gehört, sah er zu ihm hinüber und schloss kurz die Augen. Als er sie wieder öffnete, war nichts Menschliches mehr an ihnen.

      Sam spürte die Kälte, die in ihm hochkroch. Die dunkle Energie, die begann, ihn auszufüllen. Und er ließ es zu. Es brodelte in seinem Inneren. Luzifer hatte das Dämonenblut nicht zur Gänze absorbiert. Es pumpte noch immer durch seine Adern. Er hörte es in seinen Ohren rauschen und es verlieh ihm ein Gefühl von unendlicher Stärke.

      Sam presste seine Lippen auf Megs. Absorbierte jenen Teil von ihr, der von diesem menschlichen Körper Gebrauch machte. Er suchte nach einer Seele, doch er fand keine. Er drückte Luzifers Tochter fester an sich und zwang ihr mehr von seiner Stärke auf. Ihr Körper wurde stocksteif, ihre Arme flogen zur Seite, doch Sam ließ sie nicht los.

      Er fühlte ihr einst menschliches Herz, das wie wild in ihrer Brust schlug. Gemeinsam fielen sie auf die Knie. Mit einem Mal schien das Leben wieder in Megs Körper zurückzukehren. Völlig hysterisch und mit weit aufgerissenen Augen schrie sie auf. Doch Sams Lippen bedeckten noch immer ihren Mund, erstickten ihre Schreie. Eine Flut von Dämonenblut ergoss sich in Sams Mund. Meg wehrte sich mit Händen und Füßen. Ein aussichtsloser Kampf.

      Auch Michael war nicht imstande ihr zu helfen. Eine unsichtbare Macht hielt ihn im Schach. Und eigenartiger Weise schien diese Macht von Dean auszugehen.

      Sam ließ von Megs Lippen ab, strich mit seiner Wange über ihre und meinte, "wieso wehrst du dich denn nicht? Du machst es mir ja beinahe zu leicht."

      Sam legte seinen Kopf ein wenig in den Nacken, um Meg in die Augen zu sehen. Ihr Gesicht war blutverschmiert, ebenso wie seines. Er sog den Duft des roten Lebenssaftes in sich auf. Leicht süßlich, metallisch und darunter nichts als der blanke Horror. Er konnte Megs Angst förmlich riechen.

      "Du, du wirst uns beide töten", stammelte sie, "du gehst zu weit Sam Winchester."

      Sam verstärkte den Druck auf ihr Kreuz erneut, das Blut begann rascher über ihre Lippen zu fließen.

      Zwar spürte er, wie ihre Energie zurück kehrte, doch sie war schon zu sehr geschwächt, um sie gegen ihn zu richten.

      Sam gab dem Drang Meg das Blut von der Haut zu lecken nicht nach. Er war übermächtig. Deshalb beschloss er, dem ganzen ein Ende zu bereiten.

      "Richte deinem Vater schöne Grüße von mir aus", flüsterte Sam ihr zu.

      Dann absorbierte er den Rest ihrer Energie, sog sie in sich auf, wie ein Schwamm und sie hörte auf zu existieren. Der Köper in Sams Armen fiel schlaff in sich zusammen.

      "Nein, Meg!" schrie Michael, streckte eine Hand nach ihr aus, "dafür werdet ihr beide bezahlen. Hört ihr? Ich werde euch vernichten. Ich werde die ganze Menschheit vernichten!"

      Wie schon zuvor fühlten die Winchester Brüder, die Energie und den Hass, der von Michael ausging und eigentlich müssten schon längst mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen. Doch dem war nicht so. Sam sah hinüber zu Dean. Zuerst meinte er einer Sinnestäuschung zu erliegen. Denn Deans Körper war in helles Licht getaucht. Es umgab ihn wie eine zweite Haut.

      "Wer hilft dir?" fauchte Michael ihn an.

      Sam schluckte ein paar Mal hintereinander. Das Leuchten wurde intensiver.

      "Wer beschützt dich vor meiner Macht?"

      "Niemand", sagte Dean unvermittelt und ganz ruhig.

      Mit einem Mal wurde es Sam bewusst: Die Hure Babylons, die Dean getötet hatte, ebenso wie Zachariah. Dean trug ebenfalls eine Macht in sich. Eine Macht, die eher etwas göttlichem glich. Ein Seitenblick zu Castiel bestätigte Sams Vermutung. Der Engel nickte stumm. Die Zeit stand nun nicht mehr still.

      Michael kochte vor Wut, "oh, ich weiß verdammt gut, wer dahinter steckt. Castiel. Pah, glaubst du wirklich ein Engel seines Ranges, könnte dir helfen?"

      "Hör zu Michael, wir können das ganze hier und jetzt beenden. Du kehrst zurück, von wo immer du auch hergekommen bist und lässt die Menschheit in Frieden oder …"

      "Oder was, Dean Winchester? Ausgerechnet DU wagst es mir zu drohen? Siehst du nicht, wie jämmerlich das ist? Du hast nicht die geringste Chance gegen mich. "

      "Wenn du dich da mal nicht irrst", warf Sam ein.

      "Deine Kräfte wirken bei mir nicht Sam. Ich bin kein Dämon", Michaels Stimme war noch immer voller Hochmut.

      "Wenn ich wollte, könnte ich dich mit einem Handstreich vernichten. Nichts und niemand könnte dich dann noch retten."

      Während Michael sich Sam näherte, streckte Dean die rechte Hand aus.

      Ein bläuchlich weißer Strahl schoss auf Michael zu.

      Der Erzengel warf einen Blick über die Schulter, "das wagst du nicht!"

      Mit ein paar Schritten in Michaels Richtung verringerte Dean die Distanz zwischen ihnen.

      Michaels Kleidung fing Feuer. Er schrie auf.

      "Das ist doch Wahnsinn, Dean! Lass mich gehen, das schaffst du nicht."

      Der ältere, der Winchester Brüder, stand nun ganz dicht bei Michael und als das Feuer auf die Haut des Erzengels traf, loderte die Flamme hoch, als wäre sie in Kerosin getaucht worden.

      Nun war auch Dean von dem gleißenden Licht eingehüllt. Doch er stand nicht in Flammen. Er sah beinahe aus, wie eines dieser Heiligenbilder aus dem Mittelalter, dachte Sam. Heilig, wunderschön und gleichzeitig mehr als furchterregend.

      Und während Dean immer stärker erstrahlte, desto dunkler wurde Michaels Fleisch, schälte sich von seinem Gesicht, seinen Armen.

      Noch immer wand sich Michael in dieser überirdischen Umarmung und schrie. Der Geruch von verbranntem Haar und Fleisch erfüllte die Luft. Es gab jedoch fast keinen Rauch, nur eine immense Hitze, die sich ausbreitete, das Gras versengte und die Grabsteine in Mitleidenschaft zog. Auch Sam wich zurück, obwohl er zu wissen glaubte, dass ihm dieses Licht nichts anhaben würde. Doch er wollte es nicht auf einen Versuch ankommen lassen.

      Deans Augen nahmen jenen seltsamen grauen Glanz an, den sie schon an sich hatten, als er Zahariah getötet hatte. Die Farbe der Flammen veränderte sich erneut, sie leuchteten blasser als Gasflammen.

      In jenem Moment, da Michael aus seiner menschlichen Hüllen gerissen und an einen anderen fernen Ort verbannt wurde, spürte Dean zum ersten Mal seit langer Zeit den ersehnten Frieden. Er hüllte ihn ein, wie eine flauschige Decke. Keine Schmerzen, keine Sorgen. Er war im Einklang mit sich und seinem Leben. Dieses Gefühl war so wunderschön, dass er sich ihm ganz und gar hingeben wollte. Ewiger Friede. Ewige Ruhe. Äußerst verlockend.

      Mit schreckensgeweiteten Augen bemerkte Castiel die Veränderung, die mit Dean vor sich ging. Mit Michaels Verschwinden war auch das Schutzschild gefallen.

      "Sam schnell, tu etwas, sonst stirbt Dean!" schrie Castiel und eilte zu ihnen.

      Völlig perplex rappelte sich Sam hoch, "was, wieso? Was ist denn mit ihm los?"

      "Seine Kraft, das heilige Feuer, es wird ihn verzehren, so wie Michael, er hat es noch nicht unter Kontrolle, die Versuchung, ihm zu erliegen ist einfach zu groß. Und wenn das passiert, dann …"

      "Schon gut", keuchte Sam, "was soll ich tun?"

      "Ich … du musst … ach Mist, ich hab keine Ahnung", gab Castiel zu.

      "Ein Feuerlöscher wird’s wohl nicht bringen", meinte Jesse lakonisch.

      Sam sah nur eine Möglichkeit, Dean wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

      Ohne zu zögern stieg er in den feurigen Kreis und schloss Dean in seine Arme.

      Es tat mehr als höllisch weh. Aber Sam wusste, diese Schmerzen waren nichts im Vergleich zu denen, die er erleiden würde, würde Dean für immer von ihm gehen.

      "Dean, bitte komm zurück. Wir brauchen dich hier. Bitte Dean, du hast doch versprochen, mich zu beschützen, bitte. Du kannst doch jetzt nicht einfach aufgeben. Du weißt so gut wie ich, dass da draußen noch jede Menge Bastarde auf uns warten. Das Familiy Business, weißt du noch? Erinnere dich verdammt noch mal …"

      Obwohl Sam meinte, seine Worte würden nichts bewirken, drang seine Stimme dennoch zu Dean durch. Und plötzlich fühlte er sich hin und her gerissen. Wie leicht könnte er jetzt allen Widrigkeiten des Lebens entgleiten, für immer Frieden finden.

      Doch andererseits war da noch sein Bruder, er hatte so viel für ihn und die Menschheit riskiert. War er es ihm da nicht schuldig, ihm weiter beizustehen. Auch wenn das Leben nicht immer aus Apfelkuchen bestand und auch wenn er und Sam ihre Querelen in der Vergangenheit gehabt hatten? Sich jetzt klammheimlich davon zu stehlen, dass war doch nicht seine Art.

      Sams Tränen verdampften teilweise und seine Haut fing langsam an, Blasen zu bilden. Trotzdem ließ er seinen Bruder nicht los.

      "Bitte Dean, lass mich nicht alleine. Hör nicht auf zu kämpfen. Ich bitte dich. Vergib mir, die Geheimnistuerei und die Lügen. Dean, ich … ich will dich nicht verlieren. Ich bin dein Bruder. Ich liebe dich."

      Die Flammen erloschen. Sam und Dean fielen auf die Knie.

      "Ich schwöre dir, wenn du mich jetzt auch noch geküsst hättest … Ach Sam, wie ich diese Gefühlsduseleien doch hasse", sagte der ältere kaum hörbar.

      Völlig fertig, aber erleichtert lies Sam von ihm ab und rollte auf den Rücken. Castiel und Jesse sahen sich grinsend an.

      Dann ging der Engel hinüber zu Sam, legte ihm zwei Finger auf die Stirn und im Nu waren Sams Wunden geheilt.

      "Danke Cas", krächzte er.

      "Und was denkt ihr Mädels?" feixte Dean, seine Atmung beruhigte sich zusehends.

      "Wir haben Luzifer in den Hintern getreten, wir haben es mit den vier Reitern der Apokalypse aufgenommen, wir haben Krieg gegen die Engel geführt. Glaubt ihr, dass es da draußen noch etwas ist, das wir jagen könnten?"

      Jesse seufzte und zuckte mit den Schultern, "Monster wird es immer geben, denke ich. Egal woher sie kommen, oder wer beziehungswiese was sie sind. Ich denke schon, dass die Menschheit Leute wie dich und deinen Bruder braucht, Dean."

      Sam legte seinen Arm um Jesses Schultern und drückte ihn kurz, "ich …", er musste sich räuspern, seine Stimme schien ihm nicht gehorchen zu wollen, "ich bin froh, dass du dich für unsere Seite entschieden hast. Was hast du eigentlich jetzt vor?"

      Der Junge sah zu dem großen Mann hoch und schüttelte den Kopf, "keine Ahnung. Aber mein Platz ist bestimmt nicht hier. Ich bin noch auf der Suche, vielleicht weiß ich eines Tages, wohin ich gehöre. Macht's gut Leute."

      Dann war er fort. Stille. Und das blieb auch eine Weile so, bis Deans Handy läutete und ihnen beinahe eine Herzattacke verpasste.

      Es war Bobby, "Dean, bis du es mein Junge?"

      "Ja, so ungefähr. Alles in Ordnung bei dir zu Hause?"

      "Wie man es nimmt. Ich könnte Eure Hilfe gebrauchen …"

      Deans Herz schlug ihm bis zum Hals, "was ist den passiert?"

      "Noch nichts. Aber über Lawrence braut sich was zusammen. Nichts, was mit der Apokalypse zu tun hat. Aber ich dachte mir, ihr wärt interessiert. Wie schnell könnt ihr hier sein?"

      Die Brüder warfen einen Blick auf Castiel, der nickte wohlwollend und meinte, "ein letztes Mal, warum nicht."

      Und schon standen sie in Bobbys Wohnzimmer.

      "Woher wusstest du eigentlich, dass wir es geschafft haben?" wollte Sam, ein wenig später bei ein paar Gläsern Scotch wissen.

      "Aufgrund der veränderten Aufnahmen des Wettersatelliten. Die Sturmfront war so plötzlich verschwunden, wie sie aufgetaucht war. Da dachte ich mir, meine Jungs müssen wohl ganze Arbeit geleistet haben. Ich bin stolz auf euch. Prost."

      Sie erhoben die Gläser.

      "Beinahe könnte man meinen der alte Mann hat Tränen in den Augen", griente Castiel.

      "Ein Engel als Seelenklempner, hab ich mir schon immer gewünscht. Ist das jetzt deine neue Profession?" brummte Bobby.

      Castiel schüttelte lächelnd den Kopf, "wohl kaum. Sie haben mich zurückbeordert."

      "Was meinst du?" hakte Dean nach.

      "Ihr werdet mich für eine Weile nicht mehr sehen. Ich soll die Ausbildung einiger Engel übernehmen. Die ganze Sache hat unser Personal ziemlich geschröpft. Und da ich gleicher Maßen mit Engeln und mit euch Menschen auskomme, obwohl ich euch noch immer nicht ganz durchschaut habe, halten sie mich offensichtlich für die beste Wahl."

      "Das heißt, wir werden einander nie mehr wieder sehen?" fragte Sam bedrückt.

      "Ach komm schon, als würdet ihr es bedauern. Ich bin mir sicher, bei der einen oder anderen irdischen Mission, komm ich Euch besuchen."

      "Tu mir aber einen Gefallen, Cas. Ruf vorher an. Es kann sein, dass du ungelegen kommst", unkte Dean und leerte sein Glas mit einem Zug.

      "Ungelegen, ich wieso?"

      Sam klopfte ihm auf die Schulter, "lass es, noch so ein Menschending, von dem du nichts wissen willst."

      Alle grinsten, bis auf Dean.

      "Eine Frage habe ich noch, Cas. Meine "Fähigkeit", du hast es das heilige Feuer genannt. War das nur so ein einmal Ding, oder lauf ich jetzt für den Rest meines Lebens als lebendige Fackel herum. Und wie kann ich lernen damit umzugehen?"

      Castiel legte seine Hand auf die von Dean, "so wie Sam gelernt hat, mit seiner Kraft zurecht zu kommen. Vielleicht verstehst du ihn jetzt auch ein bisschen besser. Diese heilige Flamme ist ebenso verführerisch, wie das Blut der Dämonen, dass durch Sams Adern fließt. Ich weiß, dass du seine Energie gespürt hast und wäre Sam nicht gewesen, wärst du dem Zauber der Flamme erlegen. Lerne damit zu leben, akzeptiere diese Gabe als einen Teil von dir. So wie Sam es getan hat, dann wird sie eine mächtige Waffe im Kampf gegen eure Feinde sein. Und nun ist es Zeit. Sie rufen schon eine Weile nach mir. Man sieht sich."

      Nun saßen nur noch die der Jäger in Bobbys Wohnzimmer.

      "Ich hab absolut keine Ahnung, wovon er gesprochen hat", murmelte Dean und warf einen verzweifelten Blick in Richtung der beiden anderen.

      "Also ich kann, nach einer ordentlich Portion Brokkoli, höchstens die Luft zum stinken bringen, aber ich denke nicht, dass es das ist, wovon Castiel gesprochen hat. Und jetzt schieb ich meine alten Knochen ins Bett. Gute Nacht, Jungs. Und vergesst nicht, wir müssen morgen früh raus."

      Damit erhob sich Bobby vom Esstisch.

      "Keine Angst Dean, ich weiß, was Castiel gemeint hat", sagte Sam, "und ich werde dir helfen, damit umzugehen. Ich hab dir da einiges voraus. Vorausgesetzt, du vertraust mir."

      Dean sah das leichte Aufblitzen in Sams Augen, "du testest mich, nicht wahr?"

      Sam griente, "tu ich das? Okay, ich geb's zu. Ich habe diese andere Seite in mir. Das wird immer so sein, aber ich denke, ich habe sie ganz gut im Griff."

      Dean nickte nachdenklich, "ja Sammy, das hast du. Das hast du wirklich."

      So saßen die beiden noch eine Weile beisammen und philosophierten über die Ereignisse die hinter ihnen lagen und über jene Abenteuer, die sie noch zu bestehen hatten.

      THE END
    • Ich hab es jetzt schon zweimal gelesen und ich finde es echt toll. Du hast es toll umgesetzt. Wäre bestimmt auch schön gewesen, wenn das verfilmt worden wäre.
      Ich finde es toll das auch Jesse dabei war und Crowley hast du ja mal sowas von gut geschrieben. Danke für die schöne Geschichte.
    • Nachdem ich etwas lustiges von dir schon gelesen habe, wollte ich heute mal etwas dramatisches probieren. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Du hast sowohl Humor als auch Drama perfekt drauf. *thumps*

      Du triffst Dean und Sam mit ihren ständigen Frotzeleien zu 100%. Luzifer konnte ich regelrecht vor mir sehen und die Idee Jesse mit reinzubringen war genial. Ich fand es sehr schade das er in der Serie keine Rolle mehr gespielt hat. Aus der Figur hätte man noch so einiges rausholen können. Auch Crowley hast du wunderbar getroffen und ich musste, trotz aller Spannung, mehrfach herzlich lachen. *:D*

      Boah, und dann die Vorstellung das Cas die Flügel rausgeschnitten wurden.... *angst* das ist heftig. Zum Glück hat er sich davon wieder erholt. *:)*

      Zum Schluss noch die tolle Idee mit Deans Kräften. Warum auch nicht? In der Serie war Dean immerhin das Gegenstück von Sam und wenn Sam dämonische Kräfte hat, da finde ich die Idee mit den himmlischen Kräften sehr passend. Ich kann mir vorstellen das dies eine interessante Zeit gibt, wenn Sam mal Dean trainieren darf. *lol1*
    • Ach du meine Güte, jetzt musste ich selbst mal kurz nachlesen, was ich da von mir gegeben hab. Wie schon mal erwähnt, ich schreib die Stories und dann sind sie auch schon wieder raus aus meinem Kopf *lol1* Dickes Dankeschön für dein Lob. Bin ganz *blush* Freut mich, dass es dir gefallen hat. Naja, dann kannst du dich ja getrost auf "Hellmouth" werfen *lol1* *;)* *rose* *umarm* *dank*
    • Du hast einen tollen Schreibstil ,sowohl im Humorbereich als auch in den anderen Bereich ,eine sehr spannende und interessante Geschichte ,hat mir sehr gefallen ,konnte sie mir sehr gut vorstellen alle Charas.Danke Angel ,schreib bitte weiter so tolle und geniale Geschichten.I like it!! *thumps* *thumps* *yr*
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      Thanks a lot to pappas for the Sig *umarm* !!
      Thanks a lot to PN for the pictures *umarm* !!!
    • *dank* *freu* *tanz3* Freut mich, wenn es dir gefallen hat. Ich mochte das Ende damals überhaupt nicht und auch, dass sie Jesse einfach so fallen gelassen hatten. Hieß es doch, er würde noch eine nennenswerte Rolle in der Apokalypse spielen. Deshalb hab ich mir das Ende halt dann selbst noch mal geschrieben. *tanz3* *umarm* *rose*
    • Dass du Jesse ins Spiel gebracht hast, finde ich einen super Schachzug. Ich finde, die haben sich in der Serie echt was entgehen lassen, dass sie Jesse nie wieder haben auftauchen lassen. Der Bub hatte echt Potential.

      Auch deine Idee mit dem heiligen Feuer, dass Dean als Gabe trägt, gefällt mir sehr gut.

      Wie du Dean und Sam miteinander agieren lässt, passt sehr gut. Genau so sehe ich die Charakter auch.

      Michael völlig größenwahnsinnig - das passt. Bekanntlich kommt Hochmut vor dem Fall und auch Erzengel sind vor dem Fall nicht gefeit, wie deine Story zeigt.

      Crowley ist auch immer wieder gut. Ich mag den dreckigen kleinen Bastard. Gut gefallen hat mir sein fieser Spruch zu dem armen Nick: "Wie praktisch, jetzt können wir den lieben Nick mit dem Staubsorger entsorgen." Das ist Crowley in Bestform!

      Sam erledigt Meg - sehr schön! Ich mag das Weib nicht. *;)*

      Rundum finde ich, ist das eine sehr gelungene Story mit vielen super Ideen!
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!
    • *thumps* Das Ende hätte ich auch gerne als Abschluß der 5. Staffel gesehen.

      Wie immer triffst du die Figuren perfekt, man kann sie alle beim Lesen fast vor sich sehen, besonders Crowley und Bobby, genial.

      Schön, dass du Jesse ein so große Rolle zugedacht hast, das wäre der Figur gerecht geworden. Ich hatte mich immer gefragt warum Kripke ihn über eine Folge lang eingeführt hat, und dann ist er nicht im Finale aufgetaucht. Tztztz.
      Die Idee, dass Dean himmlische Kräfte hat, war auch etwas was ich von Kripke erwartet hatte, schon allein aus den Grund um Sams Dämonenkräfte auszubalancieren, aber das wurde wohl dann im letzten Moment doch fallengelassen, nachdem es ja unzählige Hinweise darauf gab. Ein loose end, das ich von Kripke nicht erwartet hätte.

      Aber dafür gibt es ja coole FanFic die sowas hinbiegt. Danke fürs Posten. *umarm*
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains
    • *thx* *thx* *thx* Vielen lieben Dank für deinen Kommi. Es freut mich, dass ich mit der Story offenbar einen Nerv getroffen hab. Leider nur hier. Andernorts fand sie kaum Beachtung. Desto mehr freut es mich, wenn ich EUCH als Leser und Kommi Schreiber für die Story gewinnen konnte. Ja, loose ends. Deren gab es viele und ich hatte sogar noch in S6 ne vage Hoffnung, dass Jesse auftaucht. Er wäre auch sicher die ultimative Waffe gegen die Levis.

      Wieder ein Chara, den man sinnlos vergeudet und aus ihm nichts rausgeholt hat. Denn meiner Meinung nach, war auch Eve eine Kandidatin für viele Stories. Aber bitte. Ich schreibe mir die Serien-Welt, wie sie mir gefällt. Und iwie war auch noch ein kleines Fünkchen Hoffnung, dass Dean KEIN "Normalo" bleibt. Ja, das himmlische Feuer im Gegensatz um Dämonenblut, dass durch Sams Adern pumpt. Gäbe sicher auch was her in Sachen Konflikte zwischen den Brüdern. Ich würde mit einen "gempimpten" Dean wünschen.

      Manchmal kommt es mir so vor, als würden die Serienmacher sich entweder nicht trauen, extreme zu schreiben bzw. "gebähren" sie zwar viele gute Ideen, lassen sie jedoch iwann versanden. Wie so manche FF-Schreiber, die stark anfangen und dann noch stärker nachlassen. *seufz*

      Nochmal ganz dickes *dank* *gp*
    • OmG, hier ist die Story!

      @angelinchains: Ich hab mir das schon vor Ewigkeiten abgespeichert, allerdings ohne Titel, und vergessen. Vor ein paar Tagen hab ich mal den FF Ordner durchforstet, und bin direkt an dieser Story hängen geblieben. Und jetzt hab ich die ganze Zeit gesucht, wo die Geschichte gepostet ist. *blush*

      Ok, super Story, sehr spannend geschrieben und schön flüssig zu lesen. [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/smilie_sb_001.gif] Die Hauptrolle von Jesse gefällt mir auch sehr, denn dieser geniale Junge ist viel zu stiefmütterlich von den Autoren behandelt worden. Da hätte man noch viel mehr draus machen können, so ein interessanter Charakter.

      Nur eins hat mich grübeln lassen: Bobbys Autohof steht meines Wissens in Sioux Falls, und nicht in Lawrence. *kratz* In Lawrence war das Winchesterhaus. Oder bring ich da was durcheinander?

      Aber das tut der Story keinen Abbruch. Lesen hat Spaß gemacht, Danke! *rose*
      *tea*
    • Also ich nehms mit den Örtlichkeiten manchmal nicht so genau, wenn sie nicht wo relevant für die Story sind. *;)* Schön, dass dir mein Ende so gut gefallen hat, denn es ist wirklich so, wie ich es mir gewunschen hab. *:D* *thumps* *umarm* *dank* *yr* Und schön, dass hier auch ältere Storys immer mal gerne wieder ausgegraben werden. *thumps*