Supernatural - Oneshot - You promised me

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    • Supernatural - Oneshot - You promised me

      Autor: LadyLaduga
      Rating: Ich glaub, dieser Oneshot braucht keines
      Spoiler: Nicht wirklich, es sei denn, jemand kennt das Ende der 3. und den Anfang der 4. Staffel noch nicht
      Disclaimer: Wie immer, die Charaktere gehören nicht mir, sondern Herrn Kripke und CW und Geld verdiene ich mit der Geschichte auch nicht. Nur die Idee ist meine.

      Kurzer Inhalt: Wir wissen, wie Dean in die Hölle kommt? Wir wissen auch, daß er zurückkommt? Aber wissen wir auch, wie sich Sam gefühlt hat? Ich betone wohl besser, daß ich hier keine Gedanken gehegt habe, die über die starke brüderliche Bindung der beiden hinausgehen.



      You promised me


      „Verdammt, Dean … Du hast es mir versprochen!“
      „Erinnerst Du Dich?“
      „Du wolltest mich beschützen, bei mir sein … für immer.“

      „Warum konntest Du mich nicht einfach sterben lassen?“
      „Weil Du Dich dann auf ewig als Versager gesehen hättest?“
      „Auf ewig mit Dir gehadert hättest?“
      „Deine Aufgabe nicht erfüllt hättest?“

      „Weil Du es nicht verkraftet hättest, mich nicht retten zu können?“
      „Weil Du ohne mich nicht weiterleben wolltest?“

      „Und jetzt?“
      „Glaubst Du wirklich, Du hättest Deinen Auftrag erfüllt?“
      „Hast Du nur eine Sekunde an mich gedacht?“
      „Daran gedacht, daß ich jetzt der bin, der allein … ohne Dich weiterleben muß?“
      „Oder daran, wie ich das schaffen soll?“
      „Daran, daß ich derjenige sein könnte, der sich Vorwürfe machen würde?“

      „Vorwürfe, keinen Weg gefunden zu haben, es aufzuhalten … Dich zu retten?“
      „Keinen Weg, Dich zurückzuholen.“


      Erschöpft brach ich am Grab meines Bruders zusammen, das nur von einem einfachen Holzkreuz auf der kleinen Lichtung markiert wurde. Hier hatte ich Abschied genommen, hier hatte ich mich geweigert, Dich zu verbrennen. Unser Vater hätte mich vermutlich für leichtsinnig und unachtsam gehalten. Doch auch er war tot und ich hatte es einfach nicht übers Herz gebracht. Selbst Bobby konnte mich nicht umstimmen. Ich wollte, daß Dein Körper blieb, falls es eine Möglichkeit gab, Dich zurückzuholen. Vielleicht hatte ich auch gehofft, Dich wenigstens als Geist wiedersehen zu können. Doch das war nie geschehen.
      Egal, wie oft ich hierher kam … und es war praktisch jede freie Minute … egal, wie sehr ich schrie, weinte oder betete… nichts hatte sich geändert … ich blieb allein zurück.

      Jetzt schmerzte meine Kehle vom Schreien. Das und der immer größer werdende Kloß in meinem Hals verhindern, daß ich Dich weiter anschreie.
      Auch wenn Du nicht mehr wirklich hier bist. Auch wenn Du mich nicht mehr hören kannst. Es gab mir zumindest das Gefühl, Dir nahe sein zu können. Auch wenn ich mich damit nur selbst belog.

      Ich hatte die letzten Monate wie in Trance verbracht, hatte weitergekämpft, weitergejagt und meine Nächte in irgendwelchen Motelzimmern verbracht. Alles so wie früher, denn ich war und blieb nun mal ein Winchester. Doch ohne Dich wurde die Verpflichtung, die unserer Familie oblag, zu einem Fluch. Oder vielleicht war sie das schon immer gewesen. Mehr als einmal hatte ich versucht, diesem Familienauftrag zu entkommen. Doch am Ende stand ich immer wieder an der Seite meiner Familie, an Deiner Seite. Denn Du warst alles, was mir geblieben war, genauso wie ich für Dich alles war, was Dir geblieben war.

      “Ich bin immer für Dich da, Sammy … ich werde immer auf Dich aufpassen. Versprochen!“
      Immer wieder höre ich Deine Worte, so deutlich, als würdest Du neben mir stehen. Worte, die mir alles bedeutet hatten und jetzt einfach nur noch Worte waren, die ich nicht vergessen konnte.

      Seit Deinem Tod fühle ich mich wie betäubt. Innerlich leer.
      Wenn ich nicht jage, suche ich verzweifelt nach einer Möglichkeit, Deinen Deal rückgängig zu machen. Doch es scheint keinen Weg zu geben, keine Formel, keinen Kreuzungsdämon, mit dem ich einen Handel machen könnte … nichts.

      Du wärst nicht begeistert, wenn Du davon erfahren würdest, aber ich hätte alles … wirklich alles getan, wenn ich Dich hätte aus der Hölle retten können.

      Mit einem letzten Blick auf das schlichte Holzkreuz wende ich mich um, den Sonnenuntergang im Rücken. Ich war müde und wollte jetzt nur noch eines … schlafen. Also setze ich mich hinter das Steuer des Impalas … er ist das einzige, was mir von unserem Vater … und von Dir geblieben ist.

      Im Motel lasse ich mich auf mein Bett fallen und dränge alle Gedanken beiseite, so wie ich es immer tue, um überhaupt Schlaf zu finden. In meinen Träumen jedoch sehe ich immer nur Dich…

      … uns beide als Kinder … wie Du mich tröstest, weil Dad wieder einmal auf irgendeiner Jagd ist und nicht bei uns sein kann…
      … Dein entsetztes Gesicht, als ich euch nach einem Streit mit Dad verließ und nach Stanford ging…
      … Deine vertraute Stimme, als wir uns wiedersahen…
      … Dein Mitgefühl, als ich Jessica verlor …
      … Deine sarkastischen Witze, hinter denen Du Deine Gefühle zu verstecken pflegtest
      … unsere gemeinsamen Jagden, all die Tage und Nächte, die wir zusammen verbrachten
      … meine … unsere verzweifelten Versuche, das Unvermeidliche zu ändern …
      … Deine letzten Sekunden … Deinen Tod …
      … und immer wieder Dein Versprechen, mich zu beschützen, auf mich aufzupassen, mich nie allein zu lassen…


      Meist fühlte ich mich am nächsten Morgen nicht wirklich ausgeschlafen, die Träume zeigten mir alle Schattierungen von wundervollen bis hin zu schmerzhaften, grausamen Erinnerungen. Und dennoch waren sie etwas, an das ich mich klammerte. Die einzige Möglichkeit, Dich nicht vollständig zu verlieren.

      Die Tage vergehen, eine erfolgreiche Jagd liegt hinter mir. Wieder liege ich im Bett eines Motelzimmers, wieder träume ich. Morgen, wenn ich ausgeschlafen habe, werde ich Dich wieder besuchen. Vielleicht werde ich Dich wieder anschreien, vielleicht beten, daß es jemanden geben möge, der Dich mir zurückbringt. Doch heute … heute bin ich zu müde dafür … verzeih mir, großer Bruder.


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      Eigentlich wäre dieser OneShot hier zu Ende und wem es so gefällt, kann es auch dabei belassen.
      Happy-End-Süchtige können aber gern noch den kleinen Rest hier drunter weiterlesen.
      Die Entscheidung liegt ganz bei euch.
      Ich hoffe, es gefällt … egal, wo ihr aufhört.

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      Am nächsten Morgen steige ich aus dem Bett und wieder wünsche ich mir, alles, was geschehen ist, möge nur ein böser Traum sein. Doch ich weiß, es ist keiner. Ich weiß, ich werde nicht aufwachen und feststellen, daß Du im Bett neben mir liegst, friedlich schlafend. So sehr ich es mir auch wünsche.

      Meine Gedanken sind schon wieder bei Dir. Ich bin so abgelenkt, daß ich fast das Klopfen an der Tür überhöre. Wahrscheinlich bekomme ich es erst beim dritten oder vierten Mal mit. Niemand weiß, wo ich bin … nicht einmal Bobby. Wer könnte etwas von mir wollen? Habe ich vergessen, das Zimmer weiter zu bezahlen, will der Motelbesitzer mich vielleicht daran erinnern?

      Ich habe die Tür erreicht und als ich sie öffne, läßt mich das Sonnenlicht für einen Augenblick blind werden. Ich blinzle, um das Brennen loszuwerden. Doch durch den Schleier kann ich nicht viel erkennen. Dafür höre ich umso besser die Worte …

      „Sammy ..?“ fragt mich eine vertraute Stimme … Deine Stimme. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen, obwohl ich mir sage, daß ich wahrscheinlich immer noch träume.
      Doch auch als mein Blick sich endlich klärt, sich meine Augen an das Sonnenlicht gewöhnt haben, bist Du immer noch da.

      „Dean?“ frage ich und meine Stimme hört sich seltsam erstickt und kratzig an.

      „Ja, ich bin es.“ gibst Du mir zur Antwort. Plötzlich fühle ich, wie sich Deine Arme um mich schließen und ich weiß, daß es kein Traum ist. Nicht mehr.

      Dann höre ich noch einmal Deine Worte: „Ich habe es doch versprochen.“ Und diesmal sind es nicht nur Worte aus meinen Erinnerungen oder Träumen.