Supernatural - Threeshot - Geist ahoi

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    • Supernatural - Threeshot - Geist ahoi

      Titel: Geist ahoi
      Autor: Leonie
      Diclaimer: Die Rechte an Supernatural gehören nicht mir. Ich schreibe nur zum Vergnügen und verdiene kein Geld damit.
      FSK: 12

      Kategorie: Humor/ Mystery

      Inhalt: Dean fühlt sich wie im siebten Himmel. Ein neuer Fall führte die Brüder auf ein Kreuzfahrtschiff. Schafft Dean es, trotz der verlockenden Angebote auf dem Schiff, seinem Job gerecht zu werden?

      Charaktere: Dean, Sam

      Kein Spoiler!

      ***********************************************

      Kapitel 1
      Der erste Tag an Bord


      Mit weit geöffneten Armen, die Körperhaltung erinnerte an die Christusstatue „Monumento Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro, ließ sich Dean auf das Bett fallen. Es besaß genau den exzellenten Liegekomfort, den der ältere Winchester bereits beim bloßen Betrachten des 1,20 m breiten Einzelbettes erwartet hatte.
      „Sammy, ich bin im Paradies.“ Ein äußerst zufriedenes Lächeln breitete sich auf Deans Gesicht aus, während er auf der Matratze, die sich an die Konturen seines Rückens schmiegte, leicht auf und ab wippte. Ohne das Verstauen von mehreren Kleidungsstücken zu unterbrechen, schaute Sam nur kurz, mit leicht genervter Miene zu seinem Bruder hinüber.
      „Hast du gehört was die Kleine am Empfang gesagt hat?“, sprach der Rumlümmelnde weiter. „Jeden Tag gibt es zuerst Frühstück, ab 12 Uhr Mittagsbüffet, um 16 Uhr Kaffee und Kuchen, abends ein weiteres Büffet und später noch Snacks. Die Bar ist rund um die Uhr geöffnet. Ich sag nur, 40 Jahre alter schottischer Whiskey. Alles ist inklusive und… “ Jetzt bekamen seine grünen Augen einen ganz besonderen Glanz. „ …in vier Tagen ist Captains Dinner.“

      „Dean, du erinnerst dich? Das hier ist kein Urlaub sondern ein Job. Nicht nur, dass die Reederei eine Luxuskabine mit allem Drum und Dran für uns bezahlt, wir bekommen sogar noch zusätzlich Geld für dafür.“
      „Sicher ist mir das klar.“ Der ältere Bruder setzte sich auf und schwang die Beine über die Bettkante. „Aber trotzdem darf ich auch genießen.“
      „Ja, genieße, aber halte dir zwischen Essen und Trinken Zeit zum Arbeiten frei.“ Emsig brachte Sam seine Waschutensilien ins Badezimmer, das sowohl über eine Dusche wie eine Badewanne verfügte, währenddessen sein Bruder in einer Infobroschüre blätterte.
      „Sammy, die haben hier sogar ein Fitnessstudio. Das ist doch was für dich.“
      Damit konnte er die Aufmerksamkeit des Bruders wirklich wecken. Nach Rückkehr aus dem Bad stellte sich Sam neben ihn und warf einen Blick auf das Prospekt. „Nicht schlecht. Wenn ich zwischendurch Zeit habe, werde ich mir das anschauen. Zwei Schwimmbecken gibt es auch.“

      Wann hatten sie das letzte Mal die Gelegenheit zum Schwimmen und Relaxen am Pool? Dies lag sicher schon über 10 Jahre zurück. An den Ort konnte sich der jüngere Bruder sofort erinnern – Sunrise. Ihr Dad jagte unter der warmen Sonne Floridas einen Gestaltwandler. Ihr einfaches Motel verfügte über einen kleinen Pool, nichts Besonderes, aber immerhin besser als gar keiner. An und in diesem verbrachten er und Dean mehrere Nachmittage, während ihr Vater seine Zeit ausschließlich für Recherchen nutzte. Dean bemerkte die geistige Abwesenheit seines Bruders, der in seine angenehmen Kindheitserinnerungen an Schwimmen, Sprünge vom Beckenrand, Plantschen, Tauchen und gegenseitige Neckereien im Wasser versunken war. „Erde an Sammy. Wo bist du gerade?“
      Direkt kehrte Sam ins Hier und Jetzt zurück. „Ich habe an unsere Zeit in dem Motel mit Pool in Sunrise gedacht. Erinnerst du dich daran?“

      „Ja, sogar sehr gut.“ Auch für Dean gehörten diese Tage zu den schönsten Erlebnissen in ihrer Jugendzeit, von denen es leider viel zu wenige gab. „Die Swimmingpools testen wir später. Aber, eines sage ich dir, ich schlage dich beim Wettschwimmen immer noch, kleiner Bruder.“
      „Das wird sich noch zeigen!“, konterte Sam.
      Der ältere Winchester legte den Flyer beiseite und erhob sich vom Bett. „Damit du mir nicht weiter vorwirfst, ich mache Urlaub, fangen wir sofort mit dem Job an und schauen uns auf dem Schiff um.“
      „In Ordnung, Dean.“ Schnell griff Sam ein Infoblatt, das als Wegweiser diente, bevor er auf den Gang hinaustrat. Ohne den Übersichtsplan wäre schon das Finden ihre Kabine innerhalb des riesigen Kreuzfahrtschiffes zu einem Problem geworden.
      „Aber in zwei Stunden ist Kaffeezeit und dann gibt es Apfelkuchen.“ Beim Gedanken an seinen Lieblingskuchen lief dem älteren Winchester schon das Wasser im Mund zusammen.
      „Bei dem Essensangebot kann ich nur hoffen, dass unser Job nicht zu lange dauert, ansonsten muss ich dich vom Schiff rollen oder per Schwerlastkran runterhieven lassen“, prustet Sam ausgelassen los und knuffte seinen Bruder spielerisch vor die Brust.
      „Bitch!“ schmetterte ihm Dean entgegen, was von dem Jüngeren postwendend mit „Jerk!“ erwidert wurde.

      ****************

      Die „Majestic Blue“ war ein Kreuzfahrtschiff der Extraklasse und kam einem schwimmenden Luxushotel gleich, das mit einem Kasino, einem ausgedehnten Wellness- und Fitnessbereich, Shoppingmöglichkeiten und einer Vielzahl von Freizeitangeboten ausgestattet war. Wie auf jedem Schiff, gab es das eine oder andere kleinere Problem, wie technische Pannen oder solche, die durch menschliches Versagen verursacht wurden. Was jedoch neuerdings für Aufregung auf der „Majestic Blue“ sorgte, besaß für die meisten Menschen einen äußerst ungewöhnlichen wenn nicht sogar unglaublichen Ursprung und zwar handelte es sich dabei um Übernatürliches.
      Die Geschehnisse betrafen die „Kings Lounge“, eine Bar, deren Einrichtungsstil einem feinen englischen Pub nachempfunden war. Einer der Barkeeper, Steve Jackson, erkannte recht schnell, womit sie es zu tun hatten. Er gehörte nämlich zu den Menschen, denen eine übernatürliche Erfahrung nicht erspart geblieben war. In seiner Kindheit bezogen seine Eltern, sein älterer Bruder Michael und er unglücklicherweise ein Haus, in dem es spukte. Glücklicherweise konnte ein Jäger, der von der Heimsuchung erfuhr, helfen, ohne dass irgendwer ernsthaft zu Schaden kam. Steves Bruder prägte dieses Ergebnis so sehr, dass er einige Jahre später selber zum Jäger wurde.

      Bei dem aktuellen Vorfall auf dem Schiff war Steve die treibende Kraft als es darum ging, den Besitzer der Reederei, Paul Frederic Milton, davon zu überzeugen, den Pub bis zur Klärung des Problems zu schließen und einen Jäger zu Rate zu ziehen. Glücklicherweise hielt Mister Milton Übernatürliches nicht für kompletten Unsinn. Vielleicht lag es daran, dass er als junger Mann selber zur See fuhr und alle Seemänner, auch wenn sie es nicht zugeben, abergläubisch sind und somit eine andere Sicht auf unerklärliche Phänomene besitzen.

      Durch Steves Empfehlung gelangte Michael Johnson an den Job. Schnell stand fest, dass ein Geist sein Unwesen trieb. Dabei handelte es sich um die unglückliche Seele von George Franklin, der bis zu seinem Tod auf dem Schiff arbeitete. Schon im nächsten Hafen konnte Michael von Bord gehen. Er suchte Georges Grabstätte auf und führte die im Falle von Geistern übliche Gegenmaßnahme, nämlich das Salzen und Verbrennen der sterblichen Überreste, durch. Leider stellte sich heraus, dass George immer noch durch das Schiff geisterte. Vermutlich gab es dort etwas, was George Seele weiterhin an das Diesseits band.

      In der Zwischenzeit hatte Micheal einen neuen Job übernommen und dieser beförderte ihn mit einem Beinbruch ins Krankenhaus. Somit musste er den Fall jemand anderem anvertrauen und als erstes fielen ihm die Brüder Winchester ein.

      ****************

      Der Rundgang, der Dean und Sam durch verschiedene Bereiche des Kreuzfahrtschiffs führte, endete an dem Ort, der von dem Spuk heimgesucht wurde.
      „Hier also taucht Georgie Boy jeden Abend auf.“ Der ältere Bruder ließ seinen Blick durch die menschenleere „Kings Lounge“ streifen.
      „Immer gegen 0.30 Uhr steht er an der Theke. Dort sprach er auch weibliche Passagiere an und kurz darauf verwandelte sich sein Gesicht in eine schreckliche Fratze. Wenn die Frau in Panik ausbrach, verließ er den Pub durch die Eingangstür, lief den Gang hinunter und verschwand plötzlich.“

      „Zumindest ist der Kerl nur ein Schreckgespenst. Geister können so Scheiße sein.“ Dean erinnerte sich nur zu gut daran, dass sie schon häufiger das Pech hatten, auf äußerst gewalttägige Exemplare zu treffen. „Auch jetzt taucht er immer noch um die gleiche Uhrzeit auf und nach 10 Minuten löst er sich in Luft auf. Ohne Frauen wird ihm wohl langweilig“, ulkte Dean und grinste verschmitzt. „Auf jeden Fall sollten wir seine Kabine und auch den Pub durchsuchen. Dumm nur, dass wir nicht wissen, wonach wir suchen.“
      „Unser Ansprechpartner hier auf dem Schiff hat uns eine Liste aller Personen, die mit George regelmäßig Kontakt hatten, zusammengestellt. Vielleicht hatte George Gewohnheiten, die uns verraten, wonach wir suchen müssen“, ergänzte Sam.
      „Korrekt! Daher fangen wir mit den Befragungen an und schauen uns Gespenster-George heute Nacht live an.“
      „Sehe ich auch so, Dean.“
      „Aber jetzt gibt es erst einmal KUCHEN!“ Die Art wie Dean über das ganze Gesicht strahlte, verlieh ihm etwas Jungenhaftes. Neben Hamburgern gab es nichts Anderes, was er so gerne aß wie Kuchen und das am Liebsten jeden Tag.
      „Okay Dean, erst Kuchen und danach Befragungen.“ Nur zu gut wusste Sam, wenn es um Essen ging, konnte nichts und niemand den immer hungrigen Dean davon abhalten. Er seufzte und hetzte seinem forteilenden Bruder hinterher.

      Nur wenige Minuten später erreichten sie die „Café Lounge“ und vor ihnen tat sich ein reichhaltiges Kuchenangebot auf.
      „Sammy, es gibt drei Sorten Apfelkuchen.“ Mit strahlenden Augen betrachtete der ältere Winchester all die Köstlichkeiten. „Michael Johnson, du kannst dir nicht vorstellen, wie dankbar ich dir für den Job bin.“
      Bis zum Verlassen des Cafés fanden alle drei Sorten Apfelkuchen zunächst ihren Weg auf Deans Teller und danach in seinen Magen. Hingegen begnügte sich Sam mit einem Stück.
      „Morgen teste ich den Kirschkuchen“, kündigte der Kuchenliebhaber mit sichtbarer Begeisterung an. „Lass uns jetzt sofort mit den Untersuchungen anfangen, in nur drei Stunden wird das Abendbüffet eröffnet.“
      „Das glaube ich nicht, dass du Fressmonster schon wieder an Essen denken kannst.“ Obwohl Sam seinen Bruder in- und auswendig kannte, schaffte es dieser immer noch, ihn von neuem maßlos zu verwundern.

      Sie starteten ihre Befragung mit Steve Johnson, dessen Dienst erst in zwei Stunden begann.
      „Hallo Steve. Ich bin Dean Winchester und das ist mein Bruder Sam.“
      „Dann hat mein Bruder den Job an euch weitergegeben?“
      „So sieht es aus. Kannst du uns etwas über George Franklin erzählen? Wir wissen, dass er regelmäßig die ‚Kings Lounge‘ besuchte“, sprach Dean weiter.
      „Fast jeden Abend kam George nach seinem Auftritt gegen halb eins in den Pub. Er trank dann ein oder zwei Bier, redete manchmal mit mir und ging dann wieder. Kurz vor seinem Tod traf er sich mehrfach mit einem der weiblichen Gäste. Sonst machte er so was nicht, aber die Frau hatte es ihm wohl angetan. Ich weiß nur, dass sie Alex hieß.“
      „George spielte auf dem Schiff in einer Band?“, warf Sam ein und Steve nickte zur Bestätigung. „Ist dir vielleicht noch etwas aufgefallen, außer dass er sich mit der Frau traf?“

      „George wirkte immer etwas deprimiert. Alex tat ihm richtig gut, zumindest zuerst. Ich habe ihn vorher fast nie lachen sehen. Aber irgendwann verlassen die Passagiere wieder das Schiff und kehren in ihr normales Leben zurück. An dem Abend, an dem er Selbstmord beging, hatte mein Kollege Jeff Miller Dienst. Wie an den Abenden zuvor traf sich George mit der Frau. So wie Jeff das mitbekam, war es ihr letzter Tag. Für George war es mehr als ein Flirt, für sie aber nicht. Schließlich ließ sie ihn hier stehen, er trank danach ziemlich viel und am folgenden Morgen fand man ihn tot in seiner Kabine.“
      Die nächste Frage stellte Dean. „Hat George vielleicht etwas wie ein Foto oder einen persönlichen Gegenstand im Pub zurückgelassen?“
      „Nein, nicht das ich das wüsste.“
      „Steve, vielen Dank. Wenn dir doch noch was einfällt, wir haben Zimmer Nummer 207.“
      „Okay Sam, merke ich mir. Die Geschichte mit George tut mir echt leid. Er war ein netter Kerl, nur leider war das Leben nicht nett zu ihm.“ Dass Steve es ehrlich meinte, sahen die Brüder ihm an.

      ****************

      Es heißt, Hollywood schreibt die größten Tragödien, aber oftmals ist es das Leben selbst, das für einige Menschen mehr Schmerz bereithält, als diese ertragen können. Im Fall von George Franklin begann sein Leben zunächst glücklich und verheißungsvoll. Von Kindheit an konnte er sich nichts anderes vorstellen als einmal als Musiker sein Geld zu verdienen. Seine Eltern unterstützten diesen Wunsch und förderten seine musikalische Begabung. Er erhielt sowohl Gitarren- wie Klavierunterricht. Schon mit 11 Jahren spielte er als Gitarrist in einer Schülerband. Die ersten Auftritte folgten im Alter von 13 Jahren. Als er 18 Jahre alt war, überredete ihn Jason Flint, der Kopf und Sänger der „Raven“, zu ihnen zu wechseln. Zunächst erreichten sie eine lokale Popularität und über die Jahre steigerte sich ihre Bekanntheit und ihre Fangemeinde vergrößerte sich stetig.

      Privat fand George mit Susanne East die Frau, von der er glaubte, sie würde ihn ein Leben lang begleiten. Ihre Hochzeit fand im kleinen Kreis von Familie und Freunden statt. Etwa zwei Jahre später erhielt seine Band einen vielversprechenden Plattenvertrag.

      Da das Schicksal oftmals die Vorliebe besaß, sich ganz plötzlich als Miststück zu entpuppen, wurde ab diesem Zeitpunkt George Leben in komplett andere Bahnen gelenken. Sie hatten gerade damit begonnen ihre Songs für ihre erste CD aufzunehmen, als ein übermüdeter Lastwagenfahrer Jason auf seinem Motorrad übersah. Er starb unmittelbar am Unfallort und mit ihm auch die Aussichten, den Vertrag mit dem Label zu erfüllen. Die Band brach auseinander und George stand alleine da.

      Von da an hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Schließlich nahm er den Job auf der „Majestic Blue“ an und spielte nun für die Passagiere bekannte Songs diverser Popgrößen. Die lange Zeit, die er auf dem Schiff verbrachte und die ihn und Susanne immer wieder trennte, zerrüttete seine Ehe. Dies wurde ihm auf brutale Weise vor Augen gehalten, als er einen Tag früher als beabsichtigt nach Hause kehrte und seine Ehefrau mit einem anderen Mann im Ehebett vorfand.

      Wenige Monate später verstarben zuerst sein Vater und dann seine Mutter. Damit brach sein letzter Halt weg und er schleppte sich fortan mutlos durchs Leben. Kaum noch ging er von Bord des Kreuzfahrschiffs. Begab es sich auf Reisen, fuhr er mit. Wo sollte er auch ihn?

      Natürlich wusste er, dass sich Besatzungsmitglieder nicht mit Gästen einlassen durften. Alle Verbote verloren in dem Moment ihre Bedeutung, in dem er Alexandra Smith oder kurz Alex traf. Sie kamen in der Kings Lounge ins Gespräch. Seit Jahren hatte er sich nicht so wohl gefühlt. Wenn es wirklich etwas wie Seelenverwandtschaft gab, dann erlebt er dieses zusammen mit Alex. Jede Minute, die er sich frei machen konnte, verbrachte er mit ihr und schließlich kam der letzte Abend. Nun wollte George wissen, wie es mit ihnen weitergehen könne, aber sie lachte nur. „Du dachtest, das sei was Ernstes? Für so naiv hätte ich dich nicht gehalten. Zuhause wartet ein Ehemann auf mich.“ Ohne ein weiteres Wort verließ sie ihn. Er betrank sich und schluckte eine Überdosis Schlaftabletten, die ihm sein Arzt wegen seiner Schlafstörungen verschrieben hatte. Georges Körper fand ewige Ruhe, seine Seele leider nicht.

      ****************

      Die nächsten Gespräche führten Dean und Sam mit allen drei Barkeepern, die wechselweise auch für die „Kings Lounge“ zuständig waren. Bereits im Vorfeld wurden alle, die in Kontakt mit George standen, von der Reederei informiert, dass Befragungen wegen George Franklins Selbstmord stattfinden würden. Dass George übernatürliche Probleme verursachte, konnte bisher extrem gut vertuscht werden und so sollte es auch bleiben. Aufgrund ihrer Ankündigung mussten die Winchesters keine weitere Erklärungsarbeit leisten, wer sie waren und was sie wollten. Sie konnten sofort drauflos fragen. Alle Unterredungen mit den Barkeepern verliefen ergebnislos. Mehr, als sie bereits wussten, konnten sie nicht in Erfahrung bringen.

      Die Befragung von Georges Bandmitgliedern mussten die Brüder auf den folgenden Tag verschieben, da die Musiker seit 18 Uhr im „Dancing Queen“ zum Tanz aufspielten. Hingegen konnten sie mit zwei Servicekräften reden, die heute Abend frei hatten und ansonsten im „Dancing Queen“ kellnerten. Leider ergaben sich keine neuen Erkenntnisse und Sam musste ein weiteres Mal ihre Personenliste überprüfte. „Das Personal, das gerade in dem Tanzschuppen Dienst hat, können wir erst morgen vernehmen, die sind jetzt mehr als beschäftigt. Das gleiche gilt für Pete Flanders. Er teilte sich die Kabine mit George. Sonst haben wir keinen mehr auf der Liste.“

      „Also geht es morgen nach dem Frühstück weiter. Passt super Sammy, denn das Büffet ist seit 20 Minuten eröffnet.“
      Mehr als ein Kopfschütteln fiel Sam zu seinem gefräßigen Bruder, der bereits ins Restaurant stürmte, nicht ein. Sams Hauptinteresse galt dem Salatangebot. Hingegen schien sein Bruder alles, mit Ausnahme von Salat und Gemüse, auf seinen Teller zu schaufeln. Nach etwa einer Stunde und geschätzten fünfzehn Gängen zur Büffetauswahl fühlte sich Dean ausreichend gesättigt.
      „Jetzt genehmige ich mir einen gepflegten Drink im ‚Sir James Club‘. Sam, kommst du mit?“
      „Nein, ich brauche etwas Bewegung. Zuerst schaue ich mich noch etwas um und dann vielleicht im Fitnessstudio vorbei.“
      „Okay. Verausgabe dich aber nicht völlig. Wir treffen uns gegen 24 Uhr in der Kabine. Danach besuchen wir unseren Frauenschreck.“ Beschwingten Schrittes entfernte sich ein gut gelaunter Dean in Richtung des Clubs. Er würde den besten Whiskey ordern, den die Bar zu bieten hatte.

      Pünktlich zur verabredeten Zeit fanden sich die Brüder in ihrer Kabine ein. Sie verstauten zwei Gewehre mit Steinsalzladung in einer Sporttasche. Auch wenn „Gespenster-George“ bisher eher an ein kettenrasselndes Schlossgespenst erinnerte als an einen rachesüchtigen Geist, wollten sie lieber für alle Fälle gewappnet sein.
      „Und Sam, warst du in der Muckibude?“ Das Wort „Muckibude“ betonte Dean in einer besonders süffisanten Art und grinste höhnisch. Wenn er etwas sinnlos fand, dann waren das Fitnessstudios. Niemand würde ihn dazu bringen eines zu betreten. Auch sein fitnessbegeisterter Bruder nicht.
      „Ja. Bei den Kalorienmengen, die du in dich rein schaufelst, würde dir Bewegung auch nicht schaden. “
      „Das unterscheidet uns, Sammy. Du brauchst das, mein Prachtkörper hingegen nicht. Jetzt komm, gleich ist Geisterstunde.“ Voller Tatendrang marschierte Dean aus der Kabine.

      Entsprechend ihrer Informationen erschien die Geistergestalt kurz vor 0:30 Uhr. Auf die Anwesenheit der beiden Brüder reagierte der Geist überhaupt nicht, selbst als sie sich ihm näherten. Er stand einfach an der Theke, so als würde er auf jemanden warten. Zehn Minuten später war der Spuk vorbei und das Wesen löste sich auf.
      „Das war genau, wie Michael es beschrieben hat.“ Sam schulterte die Sporttasche und beide Winchester kehrten zur Kabine zurück.
      „Der Kerl ist absolut harmlos. Ich glaube auch nicht, dass er in den nächsten Tagen zum Monster mutiert. Hey, warum vermarkten sie Gespenster-George nicht? Ich sehe den Text schon in großen Buchstaben auf dem Plakat. Kommen Sie in unseren original englischen Pub mit echtem Geisterentertainment. Lassen Sie ihre Eheschabrake von unserem spukenden George erschrecken.“ Zumindest Dean fand seine Idee total lustig.

      „Super witzig Dean.“ Er drehte sich zu seinem älteren Bruder um und zog eine grimmige Miene. „Ich lache später darüber.“
      „Sam, seit wann bist du so eine verdammte Spaßbremse?“
      „Du nimmst das hier nicht ernst. Das ätzt mich dermaßen an.“
      „Doch ich nehme den Job ernst, nur verstehe ich im Gegensatz zu dir immer noch Spaß. Hey, das war gerade einfach ein Joke. Muss ich Scherze demnächst ankündigen? Ich weiß nicht, was mit dir los ist, Sam. Mach dich doch mal locker, Alter.“ Spielerisch boxte er Sam vor den Oberarm und sprach dann weiter. „Ehrlich, ich bin voll bei der Sache und unsere Planung für morgen steht doch. Ich haue mich jetzt aufs Ohr. Morgen will ich früh aufstehen.“
      Sofort verschwand Dean im Badezimmer, um anschließend den erlesenen Komfort seines Nachtlagers zu genießen. Während der Nacht träumte er von Kirschkuchen.
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    • Kapitel 2
      Der zweite Tag an Board


      Am zweiten Tag an Bord der „Majestic Blue“ lautete Tagesordnungspunkt Nummer 1 – zumindest für Dean – besonders ausgiebig zu frühstücken. Kurz nach halb sieben in der Früh hielt ihn nichts mehr in seinem bequemen Bett, denn ab 7 Uhr öffnete das Frühstücksrestaurant. Auf dem Weg dorthin, konnte der ältere Winchester seine Vorfreude nicht verbergen. „Sam, ich bin schon auf das Frühstück gespannt. Ich hoffe, das ist genau so gut wie das Büffet gestern Abend.“

      Als sie vor dem opulenten Frühstücksangebot ankamen, befürchtet Sam für einen Moment, sein Bruder würde in euphorische Begeisterungsstürme ausbrechen. Zum Glück begnügte er sich mit einem glücklichen Lächeln und damit, einen äußerst großen Teller zu greifen und diesen zum ersten Mal zu füllen. Eine dreiviertel Stunde später, Sam hatte sein Frühstück schon vor Ewigkeiten beendet, schob Dean seinen Teller beiseite und verkündete. „Fertig!“
      „Dean, ich glaube es nicht. Du kannst nicht wirklich vier Scheiben Brot mit Schinken und Putenbrust, ein Hörnchen, einen riesen Teller Rührei mit Speck, eine Salatschüssel Cornflakes mit Milch, drei von den fettigen Würstchen, zwei Orangensaft und Kaffee in dich reingestopft haben.“
      „Nein, das stimmt auch nicht. Du hast das gekochte Ei und die Pfannkuchen vergessen“, korrigierte Dean sein jüngeren Bruder. Sam verstand es nicht. Wo ließ der Vielfraß nur all diese Berge an Essen? Er musste kurz vorm Platzen stehen. Um Dean keine Chance zu geben, es sich zu überlegen und doch weiter zu (fr)essen, stand Sam schleunigst vom Tisch auf und gab damit das Signal zum Aufbruch.

      Als Erstes statteten sie Pete Flanders einen Besuch in seiner Kabine ab. Während sich Dean in dem beengten Raum und benachbarten Bad umsah, stellte Sam die Fragen. „Guten Morgen Mister Flanders. Wir möchten mit Ihnen über George Franklin sprechen.“
      „Guten Morgen. Es schockt mich immer noch, dass ich ihn morgens tot im seinem Bett gefunden habe.“
      „Gibt es in der Kabine noch Sachen, die Mister Franklin gehörten?“
      „Seine Schränke wurden schon vor Wochen leergeräumt und alles an seine Noch-Ehefrau geschickt. Ich habe danach nichts mehr gefunden, was von ihm war. Der Schrank und die Kommode gehören nun meinem neuem Kabinenkollegen.“ Mit dem Zeigefinger deutete Pete nacheinander auf beide Möbelstücke und Dean schob eine Frage hinterhert: „War das sein Bett?“
      Petes Antwort erfolgte in Form eines Kopfnickens. Der ältere Winchester hob die Matratze an und schaute auch unter dem Bett nach.

      „Hatte er Freunde an Bord?“, fuhr nun wieder Sam fort.
      „Von Freunden weiß ich nichts. Auch ich hatte wenig mit ihm zu tun. Meistens hielt er sich nur zum Schlafen hier auf. Nachdem er sich von seiner Frau getrennt hatte, veränderte er sich ziemlich. Er war die zwei Jahre, die ich ihn kannte, schon immer sehr ruhig, aber danach kapselte er sich völlig ab.“
      „Fallen Ihnen irgendwelche Angewohnheiten ein?“
      Soeben beendete Dean erfolglos seine Durchsuchung und stellte sich neben seinen Bruder.
      „Mir hat mal jemand erzählt, dass er sich in einem Lagerraum so eine Art Rückzugsort eingerichtet hatte.“
      „Wissen Sie um welchen Lagerraum es sich handelte?“, erkundigte sich Sam.
      „Sorry, nein.“
      Kurz dachte der ältere Winchester nach und übernahm dann den Part des Fragenstellers. „Wer hatte Ihnen davon erzählt?“
      „Robert, der Nachname fällt mir nicht mehr ein. Er ist aber nicht mehr auf dem Schiff und ich weiß auch nicht, wie man ihn erreichen kann.“
      „Gibt es viele Lagerräume?“, hakte Dean nach.
      „Oh ja. Es gibt riesige schiffseigene Lagerräume für Fracht, den ganzen Technikkram und was auch immer. Außerdem haben jedes Restaurant, jeder Club, jede Bar, alle Geschäfte und andere Bereiche weitere Lagerräume. Um die zu durchsuchen, brauchen Sie Monate.“

      Die Winchesters bedankten sich bei Pete Flanders und machten sich auf den Weg zu ihrem nächsten Gesprächspartner.
      „Der Lagerraum ist unser erster Hinweis, aber weiter bringt der uns auch nicht. Verdammt! Hoffentlich weiß jemand anderes mehr.“ Wie sehr Dean das nervte, erkannte Sam sofort.

      ****************

      Mehrere Monate zurück in der Vergangenheit:
      Wie sehr er die Enge seiner Kabine hasste. Sie reichte kaum aus, um eine Person zu beherbergen. Mit zwei Leuten platzte sie regelrecht aus allen Nähten und selbst bei größter Bemühung Ordnung zu halten, funktionierte dies nicht. Gegen Pete, seinen Zimmergenossen, hatte George nichts einzuwenden, aber trotzdem reichte es, den Kontakt aufs Notwendigste zu beschränken. Wie gut, dass er einen Schlüssel von einem Lagerraum besaß. Im hinteren Winkel des Lagers konnte er Luft holen und zumindest etwas entspannen. Dort dachte er an vergangene Zeiten und schöne Erinnerungen. Gelegentlich nahm er seine Akustikgitarre hier hin mit und spielte Songs, die ihm gefielen, die ihm etwas bedeuteten und nicht diesen Popmüll, den er Tag ein Tag aus gezwungen war herunterzuleiern.

      George verließ seinen geheimen Zufluchtsort durch den Zweiteingang, der direkt auf den Gang führte. Gleich begann sein Dienst und er würde zum gefühlten millionsten Mal „Livin la vida loca“ spielen müssen. Er hasste den Song.

      ****************

      „Vielleicht hat George in dem Lagerraum etwas Persönliches zurückgelassen“, mutmaßte Sam.
      „Das würde passen, Sam. Nur welcher Lagerraum ist es und was sollen wir suchen? Ohne das zu wissen, haben wir ein verdammt beschissenes Problem.“ Der ältere Winchester blickte auf seine Uhr. „Wir können jetzt mit der Befragung des „Dancing Queens“ Personals anfangen und bis um 11 Uhr weitermachen. Dann habe ich einen Termin.“
      „Was denn für einen Termin?“ Erstaunt betrachtete Sam seinen Bruder. Gab es schon wieder etwas zu essen?
      „Einen Termin eben.“ Ganz offensichtlich wollte er einer konkreten Antwort ausweichen.
      „Jetzt sag‘ schon Dean.“ Warum musste Sam immer so beharrlich sein, wenn er etwas wissen wollte?
      „Einen Termin zur Massage“, gab Dean schließlich zu, unterschlug jedoch die „Wellness-Anwendungen speziell für den Mann“.
      „Erzähle mir nicht wieder, du bist voll bei der Sache. Das glaube ich dir nicht!“ Genervt strich sich der jüngere Bruder durch sein Gesicht.
      „Sam, ich kümmere mich um den Job oder was mache ich gerade? Aber wir sind zum ersten Mal auf einem Kreuzfahrtschiff und wahrscheinlich auch zum letzten Mal. Es wäre doch verdammt blöd, sich alle Vorzüge entgehen zu lassen. Wir haben noch fünf Tage bevor wir von Bord gehen können und finden noch raus, wie wir den Kerl loswerden. Da werde ich doch mal zwischendurch eine kleine Pause machen dürfen.“
      Irgendwie hatte Dean nicht völlig Unrecht, musste Sam zugeben und seufzte. „Gut, lass uns loslegen, damit du rechtzeitig zu deinem TERMIN kommst.“
      Der jüngere Winchester schaute auf seine Liste, orientierte sich kurz, in welche Richtung sie gehen mussten und setzte sich in Bewegung.

      Bis zu Deans Massage, schafften sie es mit dem gesamten „Dancing Queen“-Personal und den Bandmitgliedern zu sprechen. Als Fazit ergab sich, dass George von mehreren Kellnern des „Dancing Queen“ dabei beobachtet wurde, wie er des Öfteren den Lagerraum des Tanzlokals betrat und verließ. Dies musste jedoch nichts heißen, denn dort lagerten die Musiker einige Requisiten.
      „Wenn ich in 1 ½ Stunden zurück bin, durchsuchen wir das Lager des ‚Dancing Queens‘.“ Direkt danach begab sich Dean froh gestimmt in den Wellnessbereich. Während sich sein älterer Bruder durchkneten ließ und er seine Anwendungen genoss, besuchte Sam erneut das Fitnessstudio. Wenn Dean sich eine Pause gönnte, dann konnte er das auch.

      Tiefenentspannt beziehungsweise nach dem Training hochmotiviert starteten die Brüder die Suchaktion. Wie erwarte, stellte sie sich als äußerst schwierig heraus. Nach drei Stunden gaben die Brüder enttäuscht auf.
      „Ich habe nichts gesehen, was verdächtig aussah“, fasste Dean sein Suchergebnis zusammen. „Lass uns eine Kaffeepause machen. Der Kirschkuchen ruft gerade verdammt laut nach mir. Beim Essen kann ich am Besten nachdenken, wie wir weitermachen.“
      Heute gab sich der ältere Winchester erstaunlicher Weise mit nur zwei Stücken zufrieden – je einmal Kirsch- und Blaubeerkuchen und das, obwohl er das Mittagessen verpasst hatte. Gedankenverloren rührte Sam in seinem Latte Macchiato. „Als der Pub noch geöffnet hatte und George rumspukte, verdünnisierte er sich immer erst auf dem Gang. Wir sollten unseren Ansprechpartner fragen, ob er weiß, wo der Geist sich in Luft auflöste. Vielleicht bringt das was.“
      „Die Idee ist gut, Sam.“

      Kurze Zeit später standen sie Schiffsteward Max Stone gegenüber und Sam stellte die erste Frage. „Als die Vorfälle begannen, verschwand unser Problem immer erst auf dem Gang. Wissen Sie wo?“
      „Ja, das kann ich Ihnen auf den Schiffsplänen zeigen.“ Er führte die Jäger in einen benachbarten Raum und rief im Computer eine Zeichnung auf. „Hier genau war es.“
      „Was befindet sich über, neben und unter der Stelle?“, wollte Dean wissen.
      Der Steward rief weitere Querschnittzeichnungen auf und studierte diese. „Darüber ist das Kasino. Der Roulette-Tisch müsste dort stehen. Rechts davon ist das Lager der „Kings Lounge“ und links das Lager unserer Milchbar. Auch im Stockwerk darunter sind Lagerräume und zwar vom Bistro „Petit Paris“ und der Cocktailbar „Princess Jennifer“. Noch ein Stockwerk tiefer ist das Schwimmbad.“
      „Bingo, vier Lagerräume!“, rief Dean enthusiastisch und der jüngere Bruder wendete sich erneut Steward Stone zu. „Wir müssen die Lagerräume durchsuchen, können Sie bitte das Personal informieren?“
      „Kein Problem. Ich kümmere mich sofort darum.“ Er griff zum Telefonhörer und führte mehrere Telefonate. „Ich habe alles geregelt, Sie können sofort mit ihrer Durchsuchung beginnen.“

      Die Winchesters betraten als erstes den Abstellraum der „Kings Lounge“ und gaben nach fast zwei Stunden ergebnislos auf. Das Gleiche galt für den gegenüberliegenden Lagerraum. Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit, vertagten sie Weiteres auf den nächsten Morgen. Sie schlossen den Tag erneute mit einem ausgedehnten Abendessen und ein Paar Drinks ab.
      „Ich hoffe wir finden morgen etwas.“ Verdrossen blickte Sam in sein leeres Glas und orderte ein weiteres Bier. „Wäre echt peinlich, gegen Bezahlung zu arbeiten und komplett abzuloosen.“
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      Signatur von angel - vielen Dank!!!

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    • Nanu, das hab ich ja völlig übersehen, Schande über mich. *blush*

      Ich hab die zwei Kapitel eben gelesen und so laut gelacht! *lol1*
      Dean und das (kalte) Buffet, omg, was für ein Kopfkino hast du mir da beschert! [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Essen/smilie_haus_005.gif] Ich seh ihn direkt vor mir, wie er ununterbrochen Essen in sich rein stopft; und Sam ihn dabei völlig entgeistert beobachtet. *lach*

      Gut, einen Fall gibt's ja auch noch, und was für einen. Ein Geist, der an Liebeskummer gestorben ist, und sich nun an unschuldigen Frauen rächt. Wie gruselig, du stehst nichts ahnend an der Bar, willst dir nur einen Drink genehmigen, und dann grinst dich so eine widerliche Fratze an. *angst*
      Ich freu mich schon auf das dritte Kapitel, bin sehr gespannt, wie die Jungs den Geist zur Strecke bringen werden.
      (und wie viel Nahrung Dean zu sich nehmen kann, ohne zu platzen)
      *tea*
    • Hallo Melinda!

      Vielen Dank für deinen Kommentar. *thumps*

      Ich freue mich, dass ich dein Kopfkino in Gang setzten konnte.

      Dean und seine Leidenschaft für Essen - insbesondere für Junkfood - finde ich immer wieder zu herrlich. Ich hatte viel Spaß daran, dieses in eine Story einbauen zu können.

      Nächste Woche kommt Teil 3 und die Auflösung des Falles.
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!
    • Kapitel 3
      Die Suche geht weiter

      Der dritte Tag auf dem Kreuzfahrtschiff brach an und startet erneut mit einem üppigen Frühstück für Dean und einem eher bescheidenen für Sam. Nach fast einer Stunde wurde der jüngere Winchester ungeduldig.
      „Dean, bist du endlich fertig mit deiner Fressorgie?“ Genervt rollte er mit den Augen und drängt zum Aufbruch.
      „Sammy, das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Außerdem kommen wir noch früh genug in die verdammten Lagerräume.“ Der ältere Winchester warf einen sehnsüchtigen Blick auf das Frühstücksbuffet und Sam befürchtete weitere Fressattacken seines Bruders. Ganz entgegen seiner Vermutungen lautete Deans Antwort: „Okay, ich bin fertig mit frühstücken. Wir können wieder Schatzsucher spielen.“


      Zu der frühen Tageszeit hatte die Cocktailbar „Princess Jennifer“ noch geschlossen. Hingegen herrschte im gegenüberliegenden Bistro „Petit Paris“ Betriebsamkeit, so dass sie hier beginnen konnten. Mehrere Stunden später fanden sie sich ohne Spur eines Erfolges an der gleichen Stelle wieder.
      „Ich hoffe, wir müssen unsere Kabine nicht bezahlen, wenn wir den Fall versemmeln“, unke Sam und wirkte äußerst niedergeschlagen.
      „Sei nicht so pessimistisch, Alter. Einen Lagerraum haben wir noch vor uns und wenn der es nicht ist, hey, gibt es noch dutzende andere.“ Der Versuch, witzig zu klingen, misslang dem älteren Winchester gründlich. Als sie den Fall übernahmen, klang er für Dean wie ein geruhsamer Spaziergang. Die Seele eines harmlosen Geist sollte erlöst werden, also nichts Weltbewegendes. Für die Kleinigkeit veranschlagte er maximal zwei Tage. Doch dieses Mal schien ihr Job einer Schnitzeljagd nach unbekannten Suchobjekten zu gleichen. Mittlerweile zweifelte auch er, ob sie überhaupt erfolgreich sein würden. Allerdings widerstrebte es ihm, dieses vor seinem Bruder zugeben.


      „Die Cocktailbar ist immer noch geschlossen. Lass uns im Bistro Pause machen“, schlug Sam vor und seufzte. „In 20 Minuten hat die Bar geöffnet.“ Liebend gerne hätte er auf weitere Suchaktionen verzichten. Aber es half nichts, der Auftrag musste erledigt werden.
      Nach einem schwarzen Kaffee und einem kleinen Snack für Dean sowie einem Latte Macchiato für Sam, betraten die Brüder die Bar. Mit einer Kopfbewegung wies der jüngere Bruder nach links in Richtung eines Pianos.
      „Dean, in George Personalakte stand, dass er auch Klavier spielten konnte. Ob er hier als Klavierspieler angestellt war?“
      „Ich glaube nicht, denn sonst hätte das Barpersonal auf unserer Befragungsliste gestanden. Lass uns aber trotzdem die beiden hübschen Cocktailmixerinnen fragen.“ Dean grinste und legte sofort los. „Hallo! Steward Stone hat uns bereits angekündigt. Wir wurden mit Ermittlungen wegen George Franklins Selbstmord beauftragt. Kannten Sie ihn?“


      Eine junge attraktive Frau mit langen braunen Haaren gab bereitwillig Antwort. „Ja, sein Tod ist so schrecklich. Bis vor etwa einem halben Jahr hat George die Gäste mehrfach in der Woche mit seinem Klavierspiel unterhalten. Aber ab da spielte er nun noch in der Band im ‚Dancing Queen‘.“
      Die andere Barkeeperin wirkt nervös, sogar auffällig nervös, was beiden Winchesters nicht entging. Mit einem aufmunternden Lächeln stellte Sam ihr seine Frage: „Sie kannten George auch?“
      „Ja.“ Sam Freundlichkeit prallte an ihr ab. Fest presste sie die Lippen aufeinander. „Es tut mir leid, ich habe zu tun.“
      Extrem hastig eilte sie fort, um einen Gast zu bedienen.
      „Die knöpfen wir uns gleich noch Mal vor“, flüsterte Dean seinem Bruder zu.


      Sie begannen ihre Durchsuchung und eine viertel Stunde später riefen sie die Barkeeperin, die zuvor durch Nervosität aufgefallen war, zu sich. Sam blickte kurz auf ihr Namensschild. Danach griff er in seine Befragungstrickkiste und präsentiere ihr seinen immer wieder gerne verwendeten „Welpenblick“.
      „Joanna, wir haben das Gefühl, Sie verschweigen uns etwas.“
      „Nein, wie kommen Sie darauf.“ Hektisch nestelte sie an ihrer Weste.
      „Bitte Joanna, wenn Sie was wissen, dann sagen Sie es uns. Alles was wir besprechen, bleibt unter uns. Das verspreche ich Ihnen.“ Aufmunternd lächelte Sam sie an.
      „Sie würden mir sowieso nicht glauben“, antwortet sie und wich seinem Blick aus, doch der jüngere Winchester ließ nicht locker.
      „Glauben Sie mir, ich habe schon sehr viel gesehen und erlebt und halte nichts für unmöglich.“ Wieder zeigte er ein freundliches Lächeln.
      „Ich, ich…“ Joanna fuhr mit der Haar durch ihr kurzes blondes Haar. „… ich habe vorgestern George im Lagerraum gesehen.“
      „Können Sie uns zeigen wo?“
      Die Frau schaute die beiden Männer verblüfft an, denn Sams Reaktion lag fern ab von dem, womit sie gerechnet hatte. Sie ging voraus und die Brüder folgten ihr.
      „Hier in der hinteren Ecke des Raumes. Er saß auf einem Stuhl und blättere in einem Buch. Meinen sie, dass er noch lebt?“
      „Ja. Ganz im Vertrauen, es gab bereits einen Verdacht in diese Richtung und daher ermitteln wir. Mehr dürfen wir Ihnen dazu nicht sagen“, log Sam. „Danke für ihre Hilfe. Joanna, Sie dürfen wieder gehen.“


      ****************

      Vier Wochen zurück in der Vergangenheit:
      Vorsichtig, so als könnte es zerbrechen, griff George nach dem Album, das versteckt im unteren Fach eines Regals in „seinem“ Lagerraum lag. Es enthielt Fotos aus besseren Zeiten. Auf ihnen waren seine Eltern, Freunde, Bandmitglieder und auch Susanne abgebildet. Er führte so ein unbeschwertes Leben und plötzlich klappte alles wie ein Kartenhaus zusammen. Langsam, geradezu zärtlich strich er zuerst über ein Foto, das ihn und Susanne wenige Wochen nach ihrem Kennenlernen zeigte und danach über eine geflochtene Haarsträhne. Sie klemmte wie ein Lesezeichen zwischen den Seiten. George hatte alles verloren, was ihm etwas bedeutete. Warum hatte Susanne ihn betrogen und verlassen? Dabei liebte er sie immer noch wie am ersten Tag. Eine Welle von tiefer Enttäuschung und Wut schwappe über ihn hinweg. Er wusste, er musste sie loslassen – nur konnte er das nicht. Frustriert klappe er das Fotoalbum zu, vergrub sein Gesicht in seinen Händen und seufzte.


      ****************


      Nach kurzer Zeit hielt Dean ein abgegriffenes Fotoalbum in den Händen. Er klappe es auf und entdeckte einen dünnen Zopf geflochten aus Haaren von zweierlei Haarfarben – blond und braun.
      „Sammy, ich glaube wir haben, was wir suchen. Das Ding lag so versteckt, ohne Joannas Tipp hätten wir das bestimmt nicht gefunden. Schau! Dem Foto nach zu urteilen, stammen die braunen Haare von George und die blonden von seiner Frau.“
      „Dann lass uns die Haare verbrennen, Dean. Danach sollte seine Seele Ruhe finden.“
      „Ja, zumindest, wenn er nicht noch mehr persönliches Zeug versteckt hat.“


      Den Haarzopf verbrannten die Winchesters im Waschbecken in ihrem Badezimmer. Zum Abschluss sprach Sam die Worten „George ruhe in Frieden.“ bevor er die Asche den Abfluss hinunter spülte. Zwei abendliche Kontrollen in der „Kings Lounge“ bewiesen, dass der Ort von weiteren Heimsuchungen verschont blieb. Der Job war erledigt.


      Die letzten Tage, bis das Kreuzfahrtschiff vor Anker ging und sie es verlassen konnten, genoss nun auch Sam die Vorzüge des Luxusliners. So nahmen beide am Tontaubenschießen teil und verblüfften die anderen Passagiere mit ihrer fast hundertprozentigen Trefferquote. Natürlich ließ sich Dean das Captains Dinner nicht entgegen, Sam begleitete ihn selbstverständlich. Für jemanden mit einer Vorliebe für Essen, konnte der Spaß, den Dean bei diesem Event empfand, mit einer Zusammenlegung von Ostern, Namenstag, Weihnachten, Geburtstag und Thanks Giving verglichen werden. Auch bei allen weiteren Essensangeboten langte Dean, zu Sam fortwährendem Erstaunen, allzeit kräftig zu.


      Bei ihrem Kasinobesuch verspielte Dean seinen gesamten Einsatz, Sam hingegen gewann 200 Dollar. Getreu der Umkehrung des Spruchs „Glück im Spiel, Pech in der Liebe“ konnten Dean beim anschließenden Barbesuch mit seinen Flirtkünsten eine attraktive Mitreisende für sich gewinnen. Die Nacht verbrachte er in ihrer Kabine.


      Am letzten Tag gönnte sich der ältere Winchester noch eine Massage- und Wellness-Anwendung und abermals erzählte er seinem Bruder nur etwas von der Massage. Währenddessen suchte Sam den bordeigenen Friseursalon auf. Da er nicht wollte, dass er bald sein Haar mit einem Haarband bändigen musste, war das dringend nötig.


      Nach all den vielen Jahren, die seit ihrem Aufenthalt in Sunrise ins Land gezogen waren, faulenzten sie jeden Tag zusammen am Pool, schauten den Bikini-Schönheiten nach, bestellten coole Drinks und auch für ein Wettschwimmen nahmen sie sich Zeit. Es fand im Größeren der beiden Pools statt und er ältere Bruder verlor entgegen seiner überheblichen Ankündigung, gegen dem Jüngeren um Längen. Diesbezüglich hatten sich die Zeiten geändert, in denen Dean seinem kleinen Bruder in Allem voraus war. Hingegen die enge Verbundenheit, die zwischen ihnen bestand, auch wenn sie nicht immer einer Meinung waren, hielt seit Kindertagen unverändert an. Genau dieser Zusammenhalt trug immer wieder zum Erfolg des Team Winchesters bei.



      -Ende-
      [IMG:http://www.mycoven.com/wcf/images/photos/photo-336-cc14164f.jpg]
      Signatur von angel - vielen Dank!!!

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    • [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/smilie_winke_012.gif]

      Na also, sie haben es doch noch geschafft. *thumps* Fast in letzter Minute, aber so ist es ja meistens bei den Beiden. Dean hatte seinen Spaß [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Beauty/smilie_be_052.gif], genug zu essen [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Essen/smilie_haus_002.gif] und natürlich das Captains Dinner! Ich hatte immer die leise Befürchtung, dass er bis zum Ende der Kreuzfahrt platzt, aber scheinbar ist er doch dehnbarer, als ich dachte. *lol1*
      Allein die Vorstellung, so viel zu essen, macht mir Angst. *;)*

      Die Jungs hatten den Urlaub auch dringend nötig, ein bisschen Ruhe und Entspannung ist schon was Feines. *:D*

      Das war eine schöne Story, nett zu lesen und sehr humorvoll. Danke dir. *umarm*
      *tea*