Supernatural - Oneshot - Candy

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    • Supernatural - Oneshot - Candy

      Hier ein weiteres Stück aus dem 120-er Projekt. *:)*

      Titel: Candy
      Autor: AngelA
      Diclaimer: Die Rechte an Supernatural gehören nicht mir. Ich schreibe nur zum Vergnügen und verdiene kein Geld damit.
      FSK: 12

      Kategorie: Humor/ Mystery

      Inhalt: Gabriel hat die Schnauze von seinen Geschwistern voll und flüchtet sich auf die Erde. Eine Zufallsbegegnung wird sein Leben entscheidend verändern.
      Charaktere: Gabriel


      18. Candy - Süßigkeiten



      Es reichte!

      Diesmal würde er gehen.

      Endgültig!

      Er hatte die Schnauze voll. Mit wütenden Schritten fegte Gabriel durch den Himmel und ließ dabei den Bereich hinter sich zurück, wo sich seine Geschwister nach wie vor stritten und seinen Abgang noch nicht mal bemerkt zu haben schienen.

      Seiner Wut war nichts gewachsen und so einiges ging zu Bruch. Allerdings hatte der Himmel die unangenehme Eigenart, selbstreparierend zu sein und so blieben die Spuren seiner Zerstörung nie lang genug erhalten, um überhaupt von jemanden bemerkt zu werden.

      Mit einem Mal hielt der Erzengel inne als ihm bewusst wurde, dass es einen Ort gab, der, zum einen von seinen Geschwistern nicht besucht wurde und der, – und das war noch besser – nicht selbstreparierend war.

      Sekunden später spazierte er über seines Vaters Werk und betrachtete staunend die Entwicklung, welche sich vollzogen hatte, seitdem er zuletzt dort gewesen war. Wann war das doch gleich gewesen? Als er Maria die Geburt Jesus verkündet hatte? Der Gedanke führte ihn wieder zurück zu seinen Geschwistern und den ewigen Streitereien. Als Erzengel war seine Unterstützung durchaus erstrebenswert in den Augen seiner Geschwister und so wurde um seine Gunst gebuhlt, die er jedoch niemanden schenken wollte. Es war ihm zuwider, Partei zu ergreifen. Doch statt ihn aus ihrem Geschwisterkrieg herauszuhalten, zogen sie Gabriel immer wieder mit hinein.

      In seinen Augen hatte keiner seiner Geschwister recht. Und warum stritten sie überhaupt? Sollte nicht nur der Wille ihres Vaters zählen und sonst keiner? Und warum griff sein Vater nicht ein, wenn sich seine Kinder untereinander schier zerfleischten?

      Die finsteren Gedanken folgten dem Erzengel wie eine dunkle Wolke und hinterließen überall, wo er lief, eine Spur der Verwüstung. Zum Glück der Menschen, befand er sich gerade in einem kleinen Waldstück, wo er lediglich dafür sorgte, dass statt einem satten Sommergrün auf einmal buntes Herbstlaub den Boden zierte. Büsche standen im kargen Winterkleid und die Eichhörnchen begannen verwirrt die Nüsse vom Boden zu sammeln. Gabriel nahm es mit einem belustigten Zwinkern zur Kenntnis.

      Was sollte er nun unternehmen? In den Himmel zurückkehren wollte er auf keinen Fall, doch welche Bestimmung sollte er hier auf der Erde verfolgen? Im Wald herumzusitzen und für Herbst zu sorgen, konnte ja nicht alles sein und wäre auf Dauer bestimmt langweilig. Er beobachtete einen Hirsch, der genüsslich am grünen Gras knabberte. Der Schalk saß ihm im Nacken, als er die Wiese mit einer dicken Schneeschicht bedeckte und sich am irritierten Schnauben des Tieres weidete. Wozu solch große Kräfte, wenn er sie nie nutzen durfte? Dabei brachte das so viel Spass.

      Den Blick hebend fiel ihm ein kleiner Junge am Rande der Lichtung auf, der mit großen Augen den veränderten Wald betrachtete.

      "Haben sie das gesehen? Wir sollten hier verschwinden, bevor es uns auch verzaubert." Verängstigt sah der Junge um sich.

      Ohne besondere Hast näherte sich Gabriel dem Kind. "Ich bin mir sicher, es wird nichts passieren. Das ist doch nur ein Wald", spielte er die Ereignisse herunter. In seiner Vorstellung sah er schon seine Geschwister im Himmel aufmerken, weil besondere Vorkommnisse auf der Erde wie ein Neonpfeil den Weg zu dem verschwundenen Bruder wiesen.

      Bei den Worten des fremden Mannes, schüttelte der Junge verstohlen den Kopf, bevor er leise whisperte. "Das ist bestimmt der Gott des Waldes gewesen. Er zürnt mit den Menschen, weil sie aufgehört haben ihm Opfer zu bringen."

      "Ach wirklich?" Mit neuen Augen betrachtete Gabriel den vor ihm liegenden Wald. Ein Gott des Waldes? Eine uralte Erinnerung stellte sich ein. Primitive Menschen, die für alle Vorgänge eine Erklärung zu finden versuchten und diese dann den alten Göttern zuschrieben. Manche von ihnen existierten sogar wirklich, auch wenn sie sich meistens weit weniger um das Wohl der Menschen kümmerten, als diese glaubten.

      Eine neue Möglichkeit tat sich hier direkt vor seinen Augen auf. Ein Weg, der eine Menge Spaß versprach und zugleich eine wunderbare Tarnung für ihn darstellte. Sein ganz eigenes Zeugenschutzprogramm.

      "Dann sollten wir gehen, mein Junge. Wie heißt du und warum treibst du dich überhaupt in diesem Wald herum, wo doch ein Gott hier wütet?" Normalerweise kümmerten ihn die Menschen nicht besonders, doch dieser Junge hatte ihm einen Weg eröffnet und dafür, fand er, war er diesem etwas schuldig.

      "Ich bin Peter. Eigentlich wollte ich gar nicht hier her, doch meine Eltern haben sich mal wieder gestritten. Ich hab es nicht mehr ausgehalten und bin einfach nur losgerannt, ohne darauf zu achten, wohin. Mir doch egal, wenn sie sich jetzt Sorgen machen. Geschieht ihnen nur Recht!" Trotzig schob der Junge die bebende Unterlippe vor, welche bewies, dass es ihm eben doch nicht so ganz egal war.

      Gabriel seufzte leise. War es denn in allen Familien das Gleiche? "Weißt du was Peter, wir sind uns da ganz ähnlich. Auch ich bin vor meiner Familie davongelaufen."

      Der Junge hielt inne und sah mit großen Augen zu ihm auf. "Wirklich? Aber du bist doch erwachsen?" Für einen Knaben seines Alters war es unvorstellbar, dass ein Mann seines Alters immer noch den Zwängen seiner Familie unterlag. "Dann hört das also niemals auf? So eine Hühnerkacke aber auch." Frustriert kickte der Kleine eine Kastanie über den Weg.

      Mittlerweile hatten sie den Wald verlassen und Gabriel folgte Peter in den kleinen Ort, der nur aus einer Hauptstraße und wenigen Seitengassen zu bestehen schien. Vor einem Schaufenster blieb Peter stehen und drückte sich die Nase an der Scheibe platt, die Augen sehnsüchtig auf ein großes Glas in der Auslage geheftet.

      Interessiert blieb Gabriel stehen. "Was gibt es da zu sehen?", hinterfragte er das für ihn unverständliche Verhalten des Jungen.

      "Na Süßigkeiten! Siehst du diese rot-weißen Zuckerstangen? Es gibt nichts Besseres." Alleine bei dem Gedanken an die süße Leckerei, lief Peter das Wasser im Mund zusammen. Als sein Opa noch gelebt hatte, war dieser oft mit ihm in den Laden gegangen und hatte eine solche Zuckerstange gekauft, wenn sich die Eltern mal wieder gestritten hatten. "Mein Opa nannte sie immer Trösterlie, denn mit einer Zuckerstange im Mund kann man gar nicht traurig sein."

      Gabriel wusste die Sehnsucht im Blick des Jungen nicht zu deuten, doch die Worte hatten ihn Neugierig gemacht. War er traurig? Er wusste es nicht. Doch die Streitereien seiner Geschwister lösten bei ihm etwas aus, dass offensichtlich den Gefühlen des Jungen sehr ähnelte. Also warum sollte ihm nicht auch das weiterhelfen, was diesem kleinen Jungen half?

      Wenige Sekunden später hielt Gabriel zwei Zuckerstangen in der Hand. "Willst du ein Trösterlie?"

      Mit strahlenden Augen griff Peter zu und kurze Zeit später schlenderten sie weiter die Straße hinunter. Peter schon selig an seiner Zuckerstange schleckend, während Gabriel erst noch das Konzept des Zuckerstangengenießens erlernen musste. Nachdem er seinen kleinen Freund ein Weilchen beobachtet hatte, steckte er vorsichtig das Ende der Leckerei in seinen Mund und schloss die Lippen darum. Sofort entfachte der sich auflösende Zucker ein Geschmacksfeuerwerk auf seiner Zunge und er konnte sich ein genüßliches Stöhnen nicht verkneifen.

      "Gut, gell?" Zufrieden sah Peter zu dem merkwürdigen Mann auf, der tatsächlich so aussah, als würde er zum ersten Mal in seinem Leben eine Zuckerstange genießen.

      Gabriel wusste Gefühle nicht zu deuten, doch das was diese Leckerei in ihm auslöste, wollte er in Zukunft wieder und wieder verspüren. Es war einfach nur ... göttlich. Fürwahr, dies musste ein Geschenk seines Vaters gewesen sein.

      Neben ihm hielt sich Peter die Nase zu, als sie einen stattlichen Misthaufen passierten. "Ehrlich, ich wünschte meinen Eltern würde jedesmal ein riesiger Haufen Mist auf die Köpfe knallen, wenn sie sich wieder streiten."

      Dem Jungen entging der spekulative Blick, mit welchem Gabriel den stinkenden Berg bedachte. "Oh ja, das wäre bestimmt lustig. Und dazu eine Zuckerstange in deiner Jackentasche." Lachend setzten sie ihren Weg fort.

      Vor einer baufälligen Hütte blieb das ungleiche Paar stehen. "Hier wohne ich ..." Unschlüssig verstummte Peter.

      Gabriel nahm sich Zeit, während sein Blick über brüchige Dachziegeln, blind gewordene Fensterscheiben und verrottete Holzbalken wanderte. Den ungewohnt ernsten Blick abschüttelnd, setzte der Erzengel ein breites Grinsen auf.

      "Weißt du, kleiner Freund, deine Wünsche sollen wahr werden", sprach er leichthin und seine Worte wurden von einem Fingerschnippen begleitet. "Doch jetzt muss ich gehen."

      Über Peters Gesicht huschte ein Lächeln. Die Worte des Fremden hatte eine nicht zu erklärende Freude in sein Herz gepflanzt. "Warte, du hast mir noch gar nicht deinen Namen gesagt."

      Gabriel zögerte nur kurz.

      "Loki. Du kannst mich Loki nennen."
    • Aww, das ist ja ein süßer Smilie mit dem Muffin und irgendwie passend, da ich heute auch noch Muffins backen werde. *:D*

      Ich freue mich total über die Kommis. *freu* Da es eine reine Gabrielgeschichte ist, wusste ich nicht ob sich dafür überhaupt Leser finden werden.
      Der Engel ist immer noch einer meiner Lieblingscharaktere und damit war es schon lange mal Zeit für eine Gabriel-Story bei mir. ^^

      Und jetzt bitte ordentlich die Zähe schrubben. *lach*

      Ich muss jetzt allerdings schon vorwarnen.... jetzt ist wieder Schluß mit lustig und die nächste Geschichte ist wohl eine der härtesten, die ich je geschrieben habe. Nicht im Sinne von brutal, sondern emotional. Ich hoffe es wagen sich trotzdem ein paar Leser da dran.