Supernatural - Oneshot - A Supernatural Christmas Carol

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    • Supernatural - Oneshot - A Supernatural Christmas Carol

      by angelinchains

      Spoiler S7 & 8

      Disclaimer:
      All publicly recognizable characters, settings, etc. are the property of their respective owners. The original characters and plot are the property of the author. The author is in no way associated with the owners, creators, or producers of any media franchise. No copyright infringement is intended. No money being earned. Just for the delight of the Fans.

      FSK 13


      "Wenn du dir noch länger die Nase an der Scheibe platt drückst, bleibt dir das!" neckte Dean seinen kleinen Bruder Sam.

      "Aber, aber ich muss doch gucken, ob Dad kommt", erklärte der kleine mit seinen großen Kulleraugen.

      Sein Bruder legte das Comic-Heft zur Seite und verdrehte die Augen, "wie oft noch? Er hat angerufen und gesagt, dass er es nicht schaffen wird."

      Wie auch schon die letzten beiden Weihnachten nicht. Doch das dachte er sich nur.

      Sams Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war ihm zum Heulen zumute. Enttäuscht kletterte er vom Sessel herunter und warf sich auf sein Bett.

      "Hast du Hunger? Magst du vielleicht Kekse und Milch?" fragte Dean.

      "Nein, ich mag gar nichts. Ich mag Weihnachten feiern, wie alle anderen Kinder auch", kam es trotzig aus Sams Mund bevor er sein Gesicht im Kissen vergrub.

      Seufzend stand Dean auf, ging hinüber zu Sam und deckte ihn behutsam zu.

      "Ich kann dir auch was vorlesen, Sammy."

      "Nein, schon gut", murmelte sein kleiner Bruder.

      Dean schluckte. Wenn Sam wüsste, wie wütend er in Wirklichkeit auf ihren Vater war. Wie wütend darüber, dass er die Monsterjagd über seine eigene Familie stellte. Wie ein Getriebener.

      Leute retten, Monster jagen. Das Family Business. Insgeheim hoffte Dean, dass er nicht einmal so wie sein Vater werden würde. Und auch wenn er manchmal stocksauer auf Sam war und er ihm tierisch auf den Keks ging. Er mochte den kleinen Kerl und es erfüllte ihn mit Stolz auf ihn aufpassen zu dürfen.

      Vertrauen, ja das hatte John Winchester in seinen älteren Sohn. Er hatte ihm auch gelehrt sich zur Wehr zu setzen, wenn mal was passieren sollte. Ja, er war der brave kleine Soldat seines Vaters. Nur eines hatte dieser außer Acht gelassen, dass sein ältester vielleicht auch danach sehnen könnte bloß ein Kind zu sein.

      Dean würde es nie offen zugeben, er würde sich niemals darüber beklagen, wie er von seinem Vater großgezogen wurde, wie weh es ihm manchmal tat, dass seine Mutter nicht mehr da war, um ihn in den Arm zu nehmen, wie sehr sie im fehlte.

      Er hatte all diese Gefühle tief in sich begraben. Irgendwo und wenn genug Zeit verging, bestand vielleicht die Möglichkeit sie komplett zu vergessen.

      +++++

      Dean hatte keine Ahnung, wie lange er schon in seinem Wagen saß und über die Vergangenheit nachgrübelte. Es musste eine ganz schöne Weile gewesen sein, denn Frau Holle hatte die Umgebung in eine Winterlandschaft verwandelt. Eine sehr vertraute Stimme riss ihn schließlich komplett aus seinem Gedankensumpf.

      "Moment mal, was soll das? Was mache ich hier? Dean?"

      Deans Kopf ruckte in Richtung Beifahrerseite bevor er seine Augen vor Erstaunen aufriss.

      "Bobby?"

      "Wonach sehe ich denn sonst aus?" kam es prompt.

      "Bobby, bist du es wirklich?" fassungslos begrabschte er seinen väterlichen Freund und herzte ihn anschließend.

      "Wenn du mir einen Knutscher auf die Backe drückst, knall ich dir eine."

      Endlich ließ Dean von ihm ab.

      "Aber wie …"

      Bobby schüttelte den Kopf, "keine Ahnung. Eben saß ich noch im Nachthemd auf meiner Wolke, die Harfe in der Hand …"

      Dean brach in schallendes Gelächter aus, "ehrlich?"

      "Idjit", knurrte Bobby, "seh ich aus, als würde ich Harfe spielen?"

      "Aber ein Nachthemd trägst du?" feixte Dean.

      Der alte Jäger schüttelte den Kopf, "womit hab ich das bloß verdient? Ehrlich Dean, ich hab keine Ahnung, wie ich in deinen Wagen komme. "

      "Du bist der Geist der vergangenen Weihnacht", meldete sich plötzlich eine Stimme von der Rückbank des Impala.

      Dean und Bobby drehten sich erschrocken um, "Castiel?" sagten sie unison.

      Der schenkte ihnen ein seliges Lächeln.

      "Balls", schnaufte Bobby, "ich dachte schon, ich wär wieder lebendig."

      Dean verstand im Moment nur Bahnhof.

      "Was soll der Mist, Cas?"

      "Du bist jetzt offiziell gescroodged", erklärte der, immer noch selig lächelnd.

      "Na toll, hattest du deswegen einen Schlaganfall mit Gesichtslähmung?"

      "Weihnachten, das Fest des Friedens und der Liebe", sagte Castiel.

      "Ich hau dir das dämliche Grinsen aus deinem Gesicht, wenn du mir nicht sofort sagst, WAS zum Geier hier abgeht", schnappte Dean.

      Castiel wandte sich an Bobby, "du wirst unseren Freund in die Vergangenheit begleiten."

      "So, werde ich das? Na, wenn du das sagst."
      +++++

      Alles um Bobby und Dean herum verschwamm auch Castiel. Gleich darauf landeten beide – äußerst unsanft auf ihren Hinterteilen.

      "Im Fernsehen stehen die immer", beschwerte sich Dean und rappelte sich auf.

      Beide sahen sich um.

      "Wenn ich mich nicht irre, sieht das sehr nach meinem Haus aus", meinte Bobby.

      "HO HO HO", kam es von oben.

      Ein Lächeln huschte über Deans Lippen, "ich weiß noch genau wann das war."

      Schon stürmte er die Kellertreppe empor.

      Bobby seufzte und folgte ihm. Blieb jedoch am Treppenabsatz stehen.

      Der erwachsene Dean stand mucksmäuschenstill im Durchgang zum Wohnzimmer und beobachtete seinen kleine Bruder und sein kindliches ich beim Auspacken der Geschenke, die ihnen Bobby aka der Weihnachtsmann unter den Baum gelegt hatte.

      Es war eines der schönsten Weihnachten, an das sich Dean erinnern konnte. Es war so anders, als jene in heruntergekommen Motel-Zimmern oder alleine mit Sam daheim.

      Der Knoten in Deans Hals drohte zu platzen, als sich seine Augen mit Tränen füllten.

      Bobby stand mittlerweile neben ihm und dachte daran, welch erbitterten Streit er noch kurz davor mit John gehabt hatte. Der wollte den ganzen Zirkus mit Weihnachtsbaum und Co nicht. Wozu? Doch davon hatten die beiden nie etwas erfahren und würden es auch nie. Er hatte dieses Geheimnis mit in sein Grab genommen.

      Es war auch eine von Bobbys schönsten Erinnerungen an Weihnachten.

      Dem kleinen Sam drohten ob der ganzen Geschenke die Augen aus dem Kopf zu fallen und er kam vor lauter "ohs" und "ahs" nicht mal dazu noch mehr von der Keks-Schüssel zu futtern, die neben ihm auf dem Tisch stand.

      Bobbys jüngeres Ich stand ganz verzückt da und freute sich zusammen mit dem Jungs, die eifrig eine Rennbahn aufbauten. Er nahm eine Sofortbild-Kamera aus dem Regal und schoss ein paar Bilder damit.

      "Danke für das schöne Fest", flüsterte Dean mit erstickter Stimme.

      Bobby drückte ihm sanft die Schulter, "gern geschehen mein Junge. Ich wünschte, ich hätte noch mehr solcher Erinnerungen mit dir teilen können."

      Dean stutzte, "was meinst du?"

      "Das ich wieder gehen muss. Es ist Zeit, hörst du nicht das Weihnachtsglöckchen am Baum?"

      Noch ehe Dean Zeit zum Reagieren fand, löste sich sein Freund neben ihm auf, einen Wimpernschlag später saß er wieder in seinem Wagen und wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel.

      "Ich hoffe, es hat dir gefallen", sagte Castiel, der nun auf dem Beifahrersitz saß.

      Dean erschrak, "Cas, lass das, ich krieg noch einen Herzinfarkt. Wo ist Bobby?"

      Der Engel zuckte die Schultern.

      "Ich bin jetzt dein Begleiter. Als Geist der gegenwärtigen Weihnacht."

      "Das wird ja immer besser", brummte Dean, "Händchen halten müssen wir aber nicht, oder?"

      Und wieder verschwamm alles vor ihren Augen.

      +++++

      Diesmal landeten sie in einem vornehmen Hotel.

      Sowohl Sam als auch Dean trugen Smokings und waren gerade in eine heftige Diskussion vertieft.

      "Dean, hör auf rum zu zappeln", schnappte Sam, "wir dürfen nicht auffallen."

      "Ich fühl mich aber wie ein dämlicher Pinguin in dem Aufzug und pissen muss ich auch ganz dringend."

      Nervös fuhr er sich in den Hemdkragen und versuchte das Ding irgendwie zu lockern.

      "Was für ne bescheuerte Idee von dir, sich hier unters Volk zu mischen", beschwerte sich Dean.

      "Es ist nun mal eine einmalige Chance an dieses Artefakt ranzukommen. Eine Weihnachts-Charity. In den Tresorraum wären wir nie im Leben reingekommen", zischte Sam.

      Das Ehepaar vor ihnen drehte sich um und warf ihnen vorwurfsvolle Blicke zu.

      Während Sam verlegen lächelte und mit dem Kopf nickte, hätte Dean am liebsten den Hals des Eisschwans umgedreht, der neben ihnen auf dem Buffet drapiert war.

      Er knuffte Sam äußerst unsanft in die Seite, "ich wär sicher reingekommen. Wir hätten bloß einen auf "Mission Impossible" machen müssen. Alles geht. Überhaupt mit Franks Ausrüstung."

      "Du hast sie ja nicht alle, bei dem Burger-Konsum hätte ich mir sicher einen Bruch gehoben, wenn ich dich da irgendwo von einem Seil hätte baumeln lassen", gab Sam unwirsch zurück.

      "Oder stell dir vor, du hängst kopfüber im Tresor und das Seil reißt", setzte er noch eins nach.

      "Bitch."

      "Jerk."

      Der männliche Teil des Ehepaares wandte sich erneut um, "könnten sie ihre Konversation bitte andernorts fortsetzen? Wir wollen hier nämlich was von Mr. Raphaels Ansprache mitbekommen."

      "Und können sie mich ein bisschen am Arsch lecken", fauchte Dean.

      "Es reicht", ohne ein Wort der Warnung packte Sam Deans Arm und zog ihn ins Foyer.

      "Reiß dich gefälligst zusammen", Sams Geduld hing am seidenen Faden.

      "Ja, aber …"

      "Nichts aber. Die Auktion beginnt in zehn Minuten, wir müssen uns langsam um das Artefakt kümmern."

      Sie bogen um die nächste Ecke.

      Dean sah zu Castiel.

      "Na toll, dann verbringen Sam und ich heuer Weihnachten als Pinguine im Reich der Dekadenz? Allein der Schmuck den die alte trug hatte einen Wert im sechsstelligen Bereich. Scheiß auf ein Artefakt, wenn man so etwas in Reichweite hat."

      "Darum geht es hier. Deinen Fokus. Der ist irgendwie nicht stimmig. Du konzentrierst dich nicht, bist abgelenkt. Später werden sie Euch schnappen. Du wirst den Eisschwan killen, das Buffet in ein Schlachtfeld verwandeln, dem Ehemann der Frau das Toupet vom Kopf reißen, ihr Rotwein über das sündteure Gucci-Kleid kippen und schlussendlich zusammen mit Sam in einer Zelle landen. Comprende?"

      Dean stand nach Castiels Vortrag nur noch der Mund offen.

      +++++

      Er kam auch nicht mehr dazu etwas zu erwidern. Denn schon saß er wieder im Impala.

      "Das ist ja total irre", murmelte er.

      PENG!

      Deans neuer Beifahrer war Crowley.

      "Crowley? Seriously?" fragte er perplex.

      "Nein, Herr Holle. Natürlich bin ich's."

      "Wie kommst du in meinen Wagen?"

      Der King of Hell verdrehte die Augen und hob theatralisch die Hände, Handflächen nach oben.

      "Ja, wie wohl? Stell dir mal vor, ich hab absolut keine Ahnung. Eben saß ich noch mit meinen Kumpels von der Hellhound-Gang bei einer Runde Poker. Dann knallt es und plötzlich bin ich Dean Winchesters Co-Pilot. Glaubst du ehrlich, mir macht das Spaß? Denkst du, ich wüsste meine Zeit nicht besser zu vergeuden, als mit dir Christmas Carol Apocalypse zu spielen?"

      Während Crowleys Stimme immer lauter wurde, verzog Dean das Gesicht und wurde immer kleiner in seinem Sitz.

      "Ist ja gut, ist ja gut. Mach hier nicht so einen Aufriss. Ich weiß ja selbst nicht, wie das zustande kommt. Zuerst Bobby, dann Cas und jetzt du. Ich schätze du zeigst mir dann mal die Zukunft. Oder?"

      "Wäre es nicht so verdammt kalt, würde ich dir meinen Hintern zeigen, damit du ihn küssen kannst ", blaffte Crowley.

      "Da hab ich ja noch mal Glück gehabt."

      Ein lautes Donnergrollen war zu hören.

      "Regt Euch mal ab, ich mach ja schon", brummte der Dämon und hielt Dean die Hand hin.

      "Soll ich die jetzt küssen?"

      "Was? Wieso? Nein, quatsch. Reich mir dein Patschehändchen sonst wird das nix."

      "Wenn es denn sein muss", seufzte Dean.

      Wieder verschwamm alles um sie herum und sie landeten auf einem tief verschneiten Friedhof.

      "Mal wieder typisch, Crowley. Bei dir landet man entweder im Untergrund, im Fegefeuer oder auf einem Friedhof. Bist du hergekommen um mit deinen toten Freunden zu spielen? Ich hab noch ein bisschen Feuerzeugbenzin und Salz dabei. Könnte lustig werden."

      Kopfschüttelnd stieß sich der King of Hell von dem Grabstein ab, an dem er gerade lehnte und ging hinüber zu Dean und klopfte ihm kameradschaftlich auf die Schulter.

      "Wir veranstalten heute mal kein Barbecue, okay? Es könnte nicht schaden, wenn du dich mal zur Abwechslung zivilisiert zeigen würdest. Komm mit."

      Er bedeutete ihm zu folgen. So stapften Dean und Crowley eine Weile schweigend durch den Schnee.

      "Dein Navi war wohl im Arsch", feixte der Jäger, dann zog er die Jacke enger um seinen Körper, "Mann, isses hier vielleicht kalt. Ist die Hölle etwa eingefroren?"

      Dean stieß beinahe mit Crowley zusammen, als dieser abrupt stehenblieb, sich umdrehte und ihm den Zeigefinder in die Brust bohrte.

      "Auch wenn wir uns in deinem Hirn befinden, heißt das noch lange nicht, dass ich die keine scheuern kann. Im Übrigen wird dir das Lachen ohnehin gleich im Hals stecken bleiben."

      Unvermittelt brachen einige Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkenschicht und zeigten ihnen quasi den Weg. Er führte sie an ein Grab. Den großen Mann, der davor stand und einen wunderschönen Blumenstrauß in seinen zitternden Händen hielt, erkannte Dean auch von hinten und trotz der Kleidung, die so gar nicht zu seinem Bruder Sam passte. Ein langer schwarzer Kaschmirmantel und schwarze Anzughose mit dazu passenden Winterschuhen.

      "Sammy!" rief Dean.

      Crowley winkte ab, "bemühe dich nicht, er kann dich nicht hören. Wir befinden uns in einer Zwischenwelt."

      Schweigend sah Dean zu, wie Sam die Blumen aufs Grab legte, etwas murmelte und sich dann mit tränenverhangenem Blick verabschiedete. Seine Mine war steinern, als er zu dem großen dunklen SUV ging, der etwas weiter weg geparkt war.

      Dean versuchte zu erahnen, wann das wohl passieren würde, denn Crowley war ja der Geist der zukünftigen Weihnacht, einer zukünftigen, also nicht unbedingt der nächsten und Sam hatte auf ihn älter gewirkt, wesentlich älter.

      Obwohl er ihn nicht sehen konnte, wartete Dean, bis Sam in den Wagen einstieg und davon fuhr. Erst dann ging er hinüber zu dem Grabstein. Drei Namen standen darauf: Mary Winchester, John Winchester, Dean Winchester.

      Der Jäger runzelte die Stirn.

      "Keine Angst, das Grab ist leer. Aber dein kleiner Bruder ist ein sentimentaler Kerl und nachdem du von deinem letzten "Ausflug" nicht zurück gekehrt bist. Hat er sein Leben in seine Hände genommen und was aus sich gemacht. Er wurde ein erfolgreicher Anwalt. Zwar ein wenig exzentrisch und ohne Familie, dafür mit jeder Menge Freunden, die seinen Erfolg lieben, aber nicht ihn."

      Dean wollte etwas erwidern. Crowley hob die Hand, gebot ihm damit Einhalt.

      "Sam weiß das. Er ist vermögend aber nicht bescheuert. Es stört ihn nicht weiter, redet er sich jedenfalls ein. Weihnachten kommt er immer hierher Jahr um Jahr, dann fährt er nach Hause, genießt einen Cabernet und starrt die ganze Zeit auf den hell erleuchteten Weihnachtsbaum seiner Nachbarn. Durch ein Fernrohr. Er selber hat ja keinen. Warum auch? Seine Freunde haben an Weihnachten keine Zeit für ihn, sie feiern ja mit ihren Familien. Und wie jedes Jahr hofft Sam, dass es seine letzten Weihnachten alleine sind. Vergebens. Jede Frau, die er seit deinem Verschwinden kennengelernt hat, war entweder auf seine Seele aus, oder auf seine Kohle. Die wahre Liebe wird er nie finden, der arme Kerl." Crowley kicherte leise vor sich hin.

      Dean schluckte ein paar Mal, der Kloß in seinem Hals hatte sich jedoch festgesetzt.

      "Und … und wo bin ich? Ich meine, wann bin ich gestorben und wie?"

      Crowley zuckte die Schultern.

      "Wärst du ein Soldat, würde man sagen du bist MIA, also Missing In Action. Ich weiß nur, ich war nicht schuld daran und auch nicht unser Geflügel auf zwei Beinen. Niemand weiß, wo du abgeblieben bist. Wahrscheinlich hast du dich mit deiner Verbohrtheit in irgendwas reingeritten. Ihr zwei hattet einen Mordskrach. Jeder ging seiner Wege und das war's dann. Ziemlich unspektakulär, wenn du mich fragst. Keine Apokalypse, kein Fegefeuer. Einfach nur PUFF und Dean Winchester ward nicht mehr."

      +++++

      Einfach nur PUFFFF. Das Wort hallte noch in Deans Ohren nach, als er aus seinem Traum hochfuhr. Er brauchte eine Weile, um zu begreifen wo er war. Sein Schädel brummte und sein Genick war steif von der abartigen Haltung in der er in seinem Wagen eingeschlafen war. Außerdem war ihm saukalt. Langsam dämmerte es ihm. Nach einer bösen Auseinandersetzung mit Sam war er in seinen Wagen gestiegen und in Richtung nirgendwo losgefahren. Das Fahren bei einbrechender Dunkelheit, im dichten Schneetreiben, hatte aber irgendwann seinen Tribut gefordert. Total übermüdet war er auf einen verlassenen Parkplatz gefahren, hatten den Wagen abgestellt und war – offensichtlich – sofort eingeschlafen. Der Zündschlüssel steckte noch im Schloss. Dean startete den Wagen und schaltete die Scheibenwischer ein. Mehr schlecht als recht befreiten sie die Windschutzscheibe von der weißen Pracht. Dann stellte er die Heizung an, denn die weißen Atemwölkchen zeigten ihm, dass die Temperatur im Wagen beträchtlich gesunken sein musste.

      Schlaftrunken wühlte er sich als nächstes durch die Taschen seiner Jacke auf der Suche nach seinem Handy. Zehn Anrufe in Abwesenheit … von Sam. Mann, wie lange hatte er denn geschlafen? Dean schalt sich selbst einen Narren und beschloss seinen Bruder umgehend zurückzurufen.

      Dennoch schwebte sein Finger einige Zeit über der Kurzwahltaste. Was sollte er ihm sagen? Dass es ihm leidtat, dass er so wütend gewesen war? Dass er ein selbstsüchtiger Arsch war, der gern mal über die Bedürfnisse seiner Mitmenschen hinwegsah? Dass er einfach Dean Winchester war und nicht aus seiner Haut konnte? Egal.

      "Dean?"

      "Ja, Sam, ich bin's."

      "Wo zum Teufel steckst du denn? Ich versuch seit Stunden dich zu erreichen."

      "Ja, ich weiß. Ich bin einfach …. Es ist … entschuldige Sam, es tut mir leid. Ich bin eingepennt."

      "Ist alles okay? Ist dir was passiert? Soll ich dich holen kommen?"

      Dean konnte nicht umhin und grinste wehmütig.

      "Nein Sammy. Alles bestens. Ich mach mich gleich auf den Rückweg. Wir sollten reden."

      Kurzes Schweigen.

      "Natürlich, wenn du meinst. Wir sehen uns dann nachher. Bye."

      Sam hatte das Gespräch beendet.

      Der Rückweg kam Dean wie eine halbe Ewigkeit vor. Er konnte sich nicht erinnern, so weit gefahren zu sein.

      Durch die Weihnachtsbeleuchtung die teilweise von einer dicken Schneeschicht bedeckt war und die Eiszapfen die im fahlen Mondlicht glitzerten, hatte selbst diese schäbige Absteige etwas Heimeliges an sich.

      Als Dean die Tür aufschloss strömte ihm der Duft von Keksen und Eierpunsch entgegen.

      Verwundert blickte er zu seinem Bruder der grinsend neben einem kleinen, künstlichen Weihnachtsbäumchen stand.

      "Keine Bange, die Kekse sind von Mrs. Holle, der Besitzerin des Motels. Den Eierpunsch hab ich allerdings selbst gemacht …"

      Einige Herzschläge lang standen sie sich gegenüber, bis sie sich schließlich in die Arme fielen und einander fest drückten.

      "Es tut mir leid", meinte Sam.

      "Mir auch", flüsterte Dean, "mir auch."

      Er löste sich als erster aus der Umarmung und schälte sich aus der Jacke. Dabei fühlte er etwas in der linken Jackentasche. Verblüfft nahm er es heraus. Es war das, das Bobby von ihnen geschossen hatte. Zwar schon sehr veblichen … aber wie war das nur möglich?

      Gemeinsam setzten sie sich an den spärlich gedeckten Tisch und stießen mit einem Glas Eierpunsch an.

      "Mmmh lecker", sagte Dean und zwinkerte Sam zu und drückte ihm das Foto in die Hand.

      "Und jetzt muss ich dir erzählen, was ich geträumt hab, das ist so irre, ehrlich ….."

      THE END
    • *thumps* *thumps* *thumps*
      Sehr schön Dean als Scrooge, Bobby, Castiel und Crowley als Weihnachtsgeister! *hgirl* Danke für's Teilen!
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains