Supernatural - Oneshot - Von Elfen, Wichteln und Erinnerungen

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    • Supernatural - Oneshot - Von Elfen, Wichteln und Erinnerungen

      Titel: Von Elfen, Wichteln und Erinnerungen
      Autor: AngelA
      Diclaimer: Die Rechte an Supernatural gehören nicht mir. Ich schreibe nur zum Vergnügen und verdiene kein Geld damit.
      FSK: 6

      Kategorie: Humor

      Inhalt:
      Weihnachten ist nicht mehr weit, als die Winchesters von merkwürdigen
      Vorgängen in einer Lagerhalle hören. Die Jäger beschließen der Sache auf
      den Grund zu gehen, nicht ahnend, dass sie es sind, die dieses Jahr
      beschert werden sollen. Auf eine ganz besondere Art.

      Charaktere: Sam, Dean


      Schlitternd kam Dean der Außenmauer der Lagerhalle näher als ursprünglich von ihm beabsichtigt.

      "Ouh, dieser verfluchte ...", knurrte er als seine Schulter unsanft Kontakt mit dem Stein aufnahm. Allerdings bewahrte das ihn auch vor einem Sturz auf den Allerwertesten.

      Ein großer Schatten tauchte hinter ihm auf – Sam - und wie sollte es anders sein, der Jüngere umschiffte elegant die vereiste Stelle und landete unversehrt an seiner Seite.

      Während er fröstelnd die Hände aneinanderrieb, ließ Dean seinen Blick über das menschenleere Industriegebiet schweifen. Auch die Lagerhalle in seinem Rücken lag scheinbar dunkel und verlassen in der nächtlichen Kälte. "Hier ist so wenig los, dass sich sogar die Ratten schon verdrückt haben. Lass uns abhauen, hier gibt es nichts für uns zu tun. Ich hab da in der Stadt diese Bar gesehen ..."

      Augenrollend unterbrach Sam ihn. "Dean, jedes Jahr berichten Leute von merkwürdigen Geräuschen, die Nachts aus dieser Halle kommen."

      Dean hob den Finger und brachte den Jüngeren somit zum Schweigen. "Hörst du das? Richtig, da ist nichts. Wer weiß, es ist Dezember, vielleicht suchen die Waschbären aus dem Wald hier Unterschlupf und die Leute denken direkt an Monster. Ich habe gehört, Waschbären sind eine echte Plage", versuchte Dean erneut seinen Bruder davon zu überzeugen, dass sich hier kein Fall für sie verbarg. Seine Füße fühlten sich mittlerweile schon wie Eisklumpen an.

      Mit einem milden Blick, der ihm klar machte, dass er durchschaut war, fegte Sam auch diese Vermutung beiseite. "Glöckchenbimmeln und Musik? Was soll das sein? Ein musikalischer Waschbär?" Breit grinsend schob sich der Größere an Dean vorbei und spähte um die Ecke. "Dort gibt es einen Seiteneingang. Wir sollten wenigstens einen Blick hineinwerfen. Immerhin sind in den letzten drei Jahren auch jedesmal Menschen verschwunden und am Weihnachtsabend mit einer Amnesie wieder aufgetaucht."

      Ergeben seufzend schob Dean seinen Bruder vorwärts. "Dann los, bevor ich hier noch festfriere."

      Seine Hoffnung, dass es in der Halle ein wenig wärmer war als draußen, sollte sich nicht erfüllen. Wachsam streifte sein Blick durch das Halleninnere, während Sam hinter ihm leise die Türe wieder schloss. Kleine Atemwolken stiegen vor seinen Augen nach oben, während ihm ein resignierter Schnaufer entkam. "Sam hier ist nichts. Können wir nun endlich gehen?"

      "Du klingst wie ein nörgelndes Kleinkind", gab Sam genervt zurück.

      "Scheinbar nicht", murmelte Dean nicht weniger genervt und begann den erstbesten Gang ein Stück entlangzulaufen.

      Sich gegenseitig Deckung gebend, erkundeten die Brüder die Halle. Doch als sie diese einmal komplett umrundet und sich letztlich sogar in ihre Mitte vorgearbeitet hatten, musste sogar Sam zugeben, dass sie wohl einer Weihnachtsgeschichte aufgesessen waren.

      Mit schuldbewusster Miene steckte der Jüngere seine Waffe in den Hosenbund. "Also gut, du hattest recht, hier ist nichts. Lass uns verschwinden."

      "Na endlich." Mit einem zufriedenen Lächeln steckte auch Dean seinen Colt ein und wollte sich gerade dem Ausgang zuwenden, als um sie herum Lichter aufflammten und die Halle in taghelles Licht tauchten.

      "Was zur ...?", fragten die Brüder im Chor.

      Entgegen dem, was man eigentlich erwarten würde, standen sie nicht in grelles Neonlicht getaucht da. Stattdessen umgab sie ein warmer Lichtschein, der von überall und gleichzeitig nirgends herzukommen schien. Die hohen Fabrikregale, welche im Schein ihrer Taschenlampen eben noch kalt und zweckmäßig ausgesehen hatten, präsentierten sich nun in einem strahlenden Tannengrün. Um die Streben wanden sich verschiedenfarbige Girlanden, die allesamt recht weihnachtlich aussahen. Die braunen Packkartons waren bunten Verpackungen gewichen. In anderen Regalen stapelte sich massenweiße Geschenkpapier und buntes Schmuckband. Tannenzweige verbreiteten ihren unverwechselbaren Duft und zusammen mit dem Geruch nach frisch Gebackenem, war es unmöglich hierbei nicht an Weihnachten zu denken.

      "Riechst du das? Wo sind wir hier gelandet, in der Weihnachtsbäckerei?" Verwirrt suchte Dean den Blick seines Bruders, der jedoch ebenso ratlos wie er selber schien.

      "Hörst du das?" Den Kopf in den Nacken gelegt, richtete sich Sams Blick nach oben. Dort erklang eindeutig Glöckchengeläut und da war noch etwas. Mit kritisch zusammengezogenen Brauen streckte der Jäger die Hand aus und betrachtete ein wenig ungläubig den glitzernden Flitter, der sich auf seiner Haut zeigte.

      Deans Augen wurden größer als er das Zeugs auf Sams Hand identifizierte und er fuhr sich energisch mit der Hand durch die Haare, so das ein wahrer Glitterregen auf ihn niederging. "Komm schon, dass ist jetzt nicht dein Ernst?", beschwerte er sich lauthals. "Sammy, du ...? Deine Jacke, ich glaube sie schrumpft gerade und ..." Ein luftiges Gefühl über seinen Knöchel ließ Dean verstummen und irrtiert noch unten schauen. Nicht nur Sams Klamotten schienen sich zu verselbstständigen. Auch seine Hosenbeinen zogen sich zu seinen Knien zurück und damit war es nicht getan. Das Jeansblau wich einem Braunton und der vorher etwas raue Jeansstoff, war einem samtigen Gewebe gewichen. Trotzdem waren seine Beine nicht nackt, denn grün/weiße Ringelstrümpfe bedeckten nun seine Waden. Die Boots dagegen waren braunen Lederschuhen mit einer überdimensionalen Spitze gewichen, die sich - wie sollte es anders sein? - nach oben ringelte.

      Das warme Flanellhemd war zu einem weißen Baumwollhemd geworden und die dicke Winterjacke war nun ein Jacket, wie man es von den Weihnachtselfen aus den Einkaufszentren kannte. Seines war ebenso grün, wie die Ringel seiner Socken. Zu seinem Glück konnte er nicht sehen, dass eine ebensolche Mütze auf dem Kopf den krönenden Abschluss bildete.

      Sam hätte wohl Tränen gelacht, hätte er nicht eine ebensolche Verwandlung durchgemacht. Nur das seine Hose Tannengrün war, während Jacke, Ringelsocke und Mütze von Brauntönen beherrscht wurden. Immer noch ein wenig Fassungslos musterten sich die beiden Jäger, als eine schrecklich gut gelaunte Stimme in ihrem Rücken erklang.

      "Fein, fein, fein. Fast wärt ihr zu spät gekommen." Mit wachsamen Blicken fuhren die Brüder herum und mussten erstmal ein wenig nach unten schauen, bevor sie den Neuankömling sahen.
      Beiden stand der Mund vor Staunen offen, angesicht des lustigen Kerlchens, der mit funkelnd-schwarzen Knopfaugen erwartungsvoll zu ihnen aufsah.

      Ein mächtiger, grüner Zylinder auf dem Kopf verbarg die langen weißen Haare. Beides zusammen konnte jedoch nicht die Elfenohren verbergen, die zu beiden Seiten des Kopfes über den Rand des Zylinders noch hinausragten, ganz als ob sie diesen festhalten wollten.

      Der Anzug des Mannes war ebenso Grün, sogar die Schuhe hatten diese Farbe. Und wie Dean neidisch feststellte, hatten seine Kleider sogar die richtige Länge.

      "Zu spät gekommen?", stammelte Sam verwirrt, während Dean noch versuchte die Sprache wiederzufinden.

      "Heilig Abend will es werden
      Hört den hellen Klang der Glocken
      Winterlich ist es auf Erden
      Sanfter Fall der weißen Flocken"
      ,
      rezitierte das kleine Männchen begeistert und begann nun umherzulaufen.


      Scheinbar hatte er ein festes Ziel und scherte sich auch nicht sonderlich darum, ob die Brüder ihm folgten. Dean suchte stumm den Blick von Sam und als dieser mit den Schultern zuckte, folgten beide ihrem Führer. Was blieb ihnen auch sonst anderes übrig als vorerst mitzuspielen? So konnten sie am besten herausfinden, was hier vor sich ging.

      Das kleine Männchen fing wieder zu sprechen an und versäumte es nicht, dabei auf die angesprochenen Dinge zu deuten.

      Hört den hellen Klang der Glocken
      Seht den Glanz der Weihnachtslichter
      Sanfter Fall der weißen Flocken
      Freudestrahlende Gesichter.


      Tatsächlich waren sie nicht mehr länger alleine. Ein ganzer Haufen Elfen wuselte geschäftig durch die Gänge. Doch wirkte keiner hier gestreßt oder gar mies gelaunt, denn alle grinsten über beide Spitzohren. Diese ganze gute Weihnachtslaune wurde Dean schon unheimlich. "Weihnachtselfen mit Happy-Pillen gedopt! Das wäre doch mal eine Schlagzeile", flüsterte Dean sarkastisch.

      "Halt die Klappe, Dean!", wies sein Bruder ihn unerwartet harsch zurecht, bevor er sanfter fortfuhr. "Schau dich hier doch mal um. Verdammt man, dass ist Weichnachten. Spürst du es nicht?"

      Sam hatte ihn am Jackenärmel gegriffen und war stehengeblieben. Jetzt ließ er ihn los und folgte dem Zylinderträger mit einem erwartungsvollen Lächeln.

      Perplex sah Dean ihm hinterher. Das leise Glöckchenklingeln hier und da, drang wieder in sein Bewusstsein. Begleitet von den vielfältigen Gerüchen, nach Tannenzweigen, Plätzchen, Lebkuchen und Orangen. Hier und da erklang ein Kichern oder jemand pfiff fröhlich vor sich hin. Geschäftige Elfen huschten umher, trugen Spielzeuge oder fertige Päckchen auf den Armen. Fleißige Hände leerten beständig die Regalfächer und die Geschenkstapel unter den Tannenbäumen wuchsen kräftig an.

      Sam hatte recht, er konnte es spüren.

      Ein paar stechend grauer Augen, hielt mit einem Mal seinen Blick gefangen. Der Blick war weder freundlich, noch war er ablehnend. Neutral ruhte er auf ihm. Die Augen gehörten einer Elfe, deren lange Haare silbern schimmerten und sich so hervorragend von dem grünen Samtkleid abhoben.

      Mit einem Mal hatte sie eine kleine Harfe in der Hand und spielte ein paar Töne. Ergriffen lauschte Dean der Melodie, die er zuletzt als kleines Kind gehört hatte. Seine Mutter hatte dieses Lied unter dem Weihnachtsbaum gesungen. Der Klang war so himmlisch, dass es ihm die Tränen in die Augen trieb und seine Sicht verschwamm. Mit dem Ärmel fuhr er sich über das Gesicht, doch als er ihn wieder senkte, war die Elfe samt Harfe verschwunden. Er starrte immer noch auf den leeren Regalboden, als Sam zu ihm trat.

      "Alter, wo steckst du denn?"

      Dean schüttelte ein wenig den Kopf, um wieder zu sich zu kommen. "Hast du sie nicht gesehen?"

      "Wen gesehen?" Irritiert sah sich Sam um, doch da waren nur ein ganzer Haufen kleiner Elfen. "Meinst du die da?"

      "Nein, da war ... ach vergiss es", winkte Dean schließlich ab. Sein Gefühl sagte ihm, dass er den ganzen Laden auf den Kopf stellen konnte, ohne dass er die Elfe mit den silbernen Haaren nochmal finden würde. Ein unbewusstes Lächeln auf den Lippen, wandte er den Blick von dem leeren Regalbrett ab. Egal wohin sie verschwunden war, sie hatte auch etwas im Herzen des Winchesters zurückgelassen.

      Sam sah ihm kurz forschend ins Gesicht, beschloss dann jedoch, dass er das merkwürdige Verhalten seines Bruders besser nicht hinterfragen sollte. Da war etwas in Deans Blick, dass ihn gleichzeitig berührte, ihm aber auch sagte, dass es etwas war, was für seinen Bruder ganz allein bestimmt gewesen war. Fast so, als hätte dieser ein Geschenk erhalten.

      Nicht weit entfernt, holten die Brüder wieder ihren Führer ein. Er stand neben einer wunderschön geschmückten Tanne, unter der allerdings noch keine Geschenke lagen.

      "Das hier ist euer Baum", verkündete der Elf stolz.

      "Unser Baum? Wovon sprichst du?", fragte Sam verblüfft nach und gab seinem Bruder einen Stoß mit dem Ellenbogen, da dieser mit glitzerndem Blick eine Zuckerstange fixierte. Es war nicht schwierig eins und eins zusammenzuzählen, um zu wissen was der Ältere versuchen würde.

      "Na, ihr packt die Geschenke für die Kinder ein und bringt sie zu dem Baum, damit Santa sie später ausliefern kann. Deswegen seit ihr doch hergekommen, um zu helfen Kinderlachen in der Welt zu verbreiten?"

      Die beiden Jäger tauschten einen etwas unbeholfenen Blick. Weswegen waren sie gleich noch mal hier gelandet? Sie konnten sich beide nicht mehr erinnern, doch Deans Bauchgefühl sagte ihm, dass es dabei nicht um Kinderlachen gegangen war.

      "Kommt mal mit, Jungs." Winkend machte sich der Elf erneut auf den Weg und hielt nur wenige Schritte weiter an einem großen Regal an, das bis unter die Decke mit Spielzeug gefüllt war. Er zog eine hübsche Puppe aus dem Regal und zeigte diese den Winchesters. Die Männer betrachteten das Spielzeug ein wenig skeptisch, doch der Elf scherte sich nicht darum. "Diese hier ist für Julia. Sie lebt in New Orleans immer noch in einer Notunterkunft, nachdem der Sturm ihr Zuhause und all ihre Spielsachen weggespült hat. Dieses Auto hier, ist für Christopher. Er schreibt Santa seit einem Jahr jeden Tag einen Brief, indem immer der gleiche Wunsch steht. Und das hier ..."

      So ging es weiter und mit jedem Spielzeug sahen die Brüder über der Hand des Elfen eine kleine Projektion des dazugehörenden Kindes aufleuchten.

      Als Dean einen Blick zur Seite warf, sah er sich mit dem Welpenblick Sams konfrontiert und seufzte kapitulierend. Der lachte überglücklich auf, er wusste eben, dass unter Deans harter Schale ein äußerst weicher Kern steckte. Besonders wenn es um Kinder ging.

      Wenig später waren die Jäger bis über beide Ohren in Geschenkpapier und bunten Bändern versunken. Sie staunten über die teilweise bizaren Spielzeuge, denn nicht alles war neu. Manches war gebastelt, anderes wirkte sogar alt und abgeschlagen.

      So hielt Dean verwirrt inne, als er ein kleines Spielzeugauto aus dem Regal zog. Der Lack war größtenteils schon verblasst und teilweise abgesprungen, sodass darunter ein paar rostige Stellen sichtbar wurden. Auch war die Vorderachse gebrochen und einer der Reifen fehlte komplett. "Hey, Buddy. Weihnachtself." Da der kleine Elf nicht reagierte, stieß Dean einen Pfiff aus, der Wirkung zeigte.

      "Das muss doch ein Fehler sein, wer verschenkt denn sowas?"

      Der Gefragte warf einen kurzen Blick auf das Spielzeug, das Dean ihm unter die Nase hielt. Als er es erkannte, hellte sich sein Gesicht merklich auf.

      "Aber nein, das ist schon richtig. Das hier ist ein ganz spezielles Geschenk, denn an ihm hängen intensive Erinnerungen. Die meisten Geschenke, die du hier siehst, besorgen die Wichtel. Doch dieses Geschenk, wurde von einer Elfe ausgewählt. Sie suchen die Kinder mit verschollenen Erinnerungen auf und versuchen ihnen ihr Lachen wieder zu schenken. Es macht sie traurig, wenn sie Menschen sehen, die verlernt haben an Weihnachten zu lachen. Verstehst du?"

      Dabei sah der Elf ihm mit einer Intensität in die Augen, die Dean schon unangenehm war, weswegen er als erstes verlegen den Blick abwandte. Er wurde das Gefühl nicht los, dass dem kleinen Kerl sehr genau bewusst war, dass Dean wusste, wovon er redete. Als er wieder aufsah, war der Weihnachtself verschwunden.

      Den Lauf der Zeit konnten die Brüder lediglich an dem wachsenden Geschenkeberg unter dem Baum ermessen. Weder Hunger noch Durst oder Müdigkeit plagten sie und die gute Laune rings um sie herum wirkte ansteckend.

      Während die Elfen ernsthaft packten, waren die Wichtel meist damit beschäftigt Chaos zu stiften, indem sie die unverpackten Geschenke aus den Regalen zogen und damit zu spielen anfingen. Zu Testzwecken, wie sie immer beteuerten.

      Als Dean in ihrem Regal über zwei Lichtschwerter stolperte, konnte er nicht wiederstehen und die Brüder lieferten sich lachend ein Scheingefecht quer durch die Halle, verfolgt von einer Menge Flüchen und einem Haufen Wichtel, die sich dem Kampf anschlossen. Erst ein tiefes, donnerndes "RUHE" von der Hallendecke, brachte wieder Ordnung in das Chaos. Der Rufer schmunzelte dabei jedoch, von allen ungesehen, amüsiert in seinen Bart.

      Fast wirkten die Jäger ein wenig enttäuscht, als das letzte Spielzeug verpackt war. Nach und nach waren die Wichtel und Elfen verschwunden, bis nur noch ihr Führer anwesend war.

      "Und was nun?", fragte Sam und ließ seinen Blick schweifen. Viel konnte er jedoch nicht erkennen, denn merkwürdigerweise schien die Halle auf einmal in Dunkelheit getaucht und nur ihr Baum war noch eine Insel des Lichts.

      "Nun gehen wir alle nach Hause und treffen uns wieder im nächsten Jahr." Mit einem Lächeln sah er in die fragenden Gesichter vor sich. Seine Aufgabe und die seiner Elfen würde für die Menschen wohl immer ein Mysterium bleiben und doch war er so wichtig, um den Geist der Weihnacht in ihren Herzen wach zu halten.

      Mit einem weiteren Reim verabschiedete er sich von den Brüdern. Und während seine Stimme leiser wurde und verklang, verlöschten auch die letzten Lichter und Dunkelheit umfing die beiden Menschen.

      Bunt geschmückte Tannenbäume
      Winterlich ist es auf Erden
      Gern erfüllte Kinderträume
      Heilig Abend will es werden.




      Dean blinzelte ein paar Mal, als wäre er gerade aus einem Traum erwacht. "Sammy? Ich ... was war das eben?" Seine Hand rieb unschlüssig über den rauen Jeansstoff, der seinen Oberschenkel bedeckte. Etwas war da gerade noch gewesen, doch er konnte den Gedanken nicht fassen.

      Der Angesprochene sah immer noch misstrauisch um sich. Doch die dunkle Fabrikhalle wirkte still und verlassen. "Für einen Augenblick hätte ich schwören können, ich habe etwas gehört. Glöckchen. Ich hab mich wohl getäuscht." Sams Stimme verriet jedoch, dass er immer noch nicht überzeugt davon war.

      Nachdem er eine weitere Minute in die Dunkelheit gelauscht hatte, zuckte Dean mit den Schultern. "Wir haben uns wohl getäuscht, hier ist nichts. Lass uns verschwinden."

      Mit einem letzten prüfenden Blick, stimmte der Jüngere zu und die Brüder machten sich schweigend auf den direkten Weg zum Ausgang.

      Während Dean schon die Hand an den Türgriff des Nebeneingangs legte, blieb Sam mit einem Mal wie angewurzelt stehen, den Blick auf eine große Uhr über der Tür gerichtet. "Hey, sieh doch mal."

      Etwas in seinem Tonfall ließ Dean alarmiert zurücktreten und nach oben schauen. Die Digitalanzeige der Uhr verkündete, dass es sieben Minuten nach Mitternacht war. Was jedoch wirklich beunruhigend war, war das Datum, welches angezeigt wurde. Nämlich der vierundzwanzigste Dezember.

      Heiligabend.

      "Da soll mich doch ...", stammelte Dean.

      "Zwei Wochen! Wir haben zwei Wochen hier verbracht? Wie kann das sein, wir waren doch maximal zwanzig Minuten hier drin!"

      "Ich habe keine Ahnung", gab der Ältere zu und warf einen ungläubigen Blick zurück, in die so harmlos wirkende Halle. "Ich ... Was denkst du? Sollen wir ...?" Unbestimmt deutete er in die Richtung, aus der sie gekommen waren.

      Für einen Moment schwieg Sam und war einen nachdenklichen Blick zurück. Offensichtlich war ihnen dasselbe passiert, wie den Leuten aus den Berichten. Der Haken an der Sache war nur: er fühlte sich gut.

      Mehr als gut!

      Jede Faser in seinem Körper sträubte sich dagegen, zurückzukehren und vielleicht das zu zerstören, was dieses wunderbare Gefühl in ihm ausgelöst hatte und wenn er sich Dean so ansah, schien es diesem nicht anders zu gehen.

      "Nein", stieß er zögerlich aus und schüttelte letztlich bestimmt den Kopf. "Lass uns einfach gehen."

      Wenig später bahnte sich der Impala seinen Weg durch eine tief verschneite Winterlandschaft. Kein Wort war seitdem mehr zwischen ihnen gefallen, doch es war kein unangenehmes Schweigen.

      Verwundert sah Sam zur Seite als er hörte, dass sein Bruder eine Melodie summte, die offensichtlich kein alter Rock Song war. "Das ist schön. Was ist das?"

      Erst Sams Frage schien Dean bewusst zu machen, was er getan hatte. Ein wehmütiges Lächeln erschien auf seinem Gesicht. "Mom hat das immer zu Weihnachten gesungen. Komisch, ich habe schon seit Jahren nicht mehr daran gedacht. Ich hatte es vergessen."

      Auch Sam lächelte nun und Dean konnte in seinen Augen die Freude darüber sehen, wieder einen kleinen Schnipsel aus ihrer Kindheit erhalten zu haben. Eine Erinnerung an die Mutter, die er nie wirklich kennenlernen durfte.

      Unaufgefordert fing Dean wieder zu summen an, während allmählich die Lichter der Stadt hinter ihnen verblassten.
    • *cry* Schön. Nicht die Geschichte die ich bei Supernatural erwarten würde, aber klasse ausgeführt, danke AngelA.
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains
    • *umarm* Danke fürs Lesen und Kommentieren. Nicht gerade die übliche Jagd, aber ich wollte was weihnachtliches und Sam und Dean im Wichtelkostüm spukten mir da im Kopf herum. *;)*

      Ich hab jetzt zwar einen Frühstart hingelegt, denn es ist ja noch nicht Heiligabend, doch ich wünsche euch eben schon jetzt ein schönes Weihnachtsfest. *present*
    • Hui, da freue ich mich aber, dass es mit dem Lesen doch ncoh geklappt hat. [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/just_cuz/JC_goody.gif]

      Die Story war ebenfalls eines der Überbleibsel, aus dem Adventskalender dieses Jahr. *:)*

      Und ich muss zugeben, Sam und Dean im Wichelkostüm, war so ziemlich das erste Bild, da sich im Kopf hatte, als ich vor meiner Tastatur saß und am Grübeln war was ich nun weihnachtliches Schreiben könnte. *lach*

      Merci für die lieben Kommentare, ihr zwei. *lieb*
    • Hey, was für eine goldige Idee. Ich liebe die Vorstellung, dass Sam und Dean sich in Weihnachtswichtel verwandelt haben. Die Beschreibung ihres Äußeren war jedenfalls sehr putzig. Süße Idee und toll umgesetzt. Vielen Dank dafür. *Xelv*
      Oh, besonders nett fand ich übrigens die Idee, dass Dean so eine schöne Erinnerung an seine Mom zurück bekommen hat. Ein schöner weihnachtlicher Gedanke und sehr stimmig. :love:
      [IMG:http://abload.de/img/1hobbit3jqjzf.jpg]
      Signatur + Ava by myself


    • [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/viannen/viannen_19.gif] Hey, schön das du dich auch hierher verirrt hast.

      Hehe, wer weiß, vielleicht gibt es mal eine Chibi-Version von Sam und Dean im Wichtelkostüm. *lach1* Kopfkino hab ich dafür genug und scheinbar bin ich nicht die Einzige. *lach*

      Diese kleine, wehmütige Note mit der Erinnerung musste einfach noch mit rein. Schön das auch diese Idee so gut gefällt. ^^ Und zur Not eben auch noch nach Weihnachten. *lach1*