Supernatural - Oneshot - Standing Still (42)

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    • Supernatural - Oneshot - Standing Still (42)

      Hier habe ich einen weiteren Schnippsel aus dem 120-er Projekt für euch. Es ist eine Missing Szene und vielleicht hat sich der eine oder andere auch schon mal gefragt, ob Dean dieses eine, spezielle Versprechen jemals wahr gemacht hat. *;)*

      Habt Spaß beim lesen. ^^

      Titel: Standing Still
      Autor: AngelA
      Diclaimer: Die Rechte an Supernatural gehören nicht mir. Ich schreibe nur zum Vergnügen und verdiene kein Geld damit.
      FSK: 16
      Warning: Keine

      Kategorie: Drama

      Inhalt: Dean hat ein Versprechen gegeben und ist fest entschlossen, dieses auch einzulösen. Wird Sam in der Lage sein, seinen Bruder aufzuhalten? Oder wird Dean seine Menschlichkeit aufgeben?



      Aus den Boxen des Impalas dröhnte Blue Öyster Cults The Reaper in einer Lautstärke, knapp unter der Warnstufe Trommelfellschaden.

      Es war niemand bei ihm, der sich hätte beschweren können. Dean beschleunigte den schweren Wagen weiter und ließ ihn durch die stockdunkle Nacht fliegen. Das hier würde er alleine erledigen, denn er hielt seine Versprechen.

      "Ich warne dich. Ich komm zurück und dann wirst du es bereuen!"

      Oh ja, er hatte es versprochen.
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      Sam schreckte aus einem unruhigen Schlaf. Vor den Fenstern lauerte nach wie vor die Dunkelheit. Mit einem leisen Seufzen sank er zurück in das brettharte Kissen und sah mit leerem Blick zur fleckigen Decke auf. Nun stand er also auf der Abschussliste und mit diesem Wissen schlief es sich nicht gerade gut.

      Es dauerte noch einen Moment, bis er realisierte, was ihn die ganze Zeit schon unterschwellig gestört hatte. In dem Zimmer war es still.

      Viel zu still!

      Ein schneller Blick zur Seite bestätigte nur das, was er schon zu sehen erwartet hatte:

      Das zweite Bett war leer.

      "Shit!"
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      Allmählich nahmen Deans Pläne Gestalt an. Sein Aufbruch war spontan gewesen und das Ergebnis einer schlaflosen Nacht voller Erinnerungen, die noch nicht mal eine Flasche Scotch hatte auslöschen können.

      Nach einem letzten Blick auf seinen schlafenden Bruder, hatte er sich die Tasche geschnappt, die er aus einem Bauchgefühl heraus am Abend ihrer Ankunft noch nicht Mal ausgepackt hatte. Er hatte keine Ahnung wie lange er weg sein würde, doch spielte das jetzt noch eine Rolle? Vermutlich nicht, sie hatten sowieso schon verloren.

      Den Gedanken Bobby um Hilfe zu bitten, hatte er schnell wieder verworfen. Das wäre bestimmt Sams erster Anruf, wenn dieser bemerken würde, dass sein Bruder weg war. Wüsste der Jüngere was er plante, so hätte er ihn bestimmt aufgehalten. Doch Dean wollte nicht aufgehalten werden.

      Dieser letzte Verlust war einfach zu viel gewesen. Der berühmte Tropfen. Und jetzt gab es kein Zurück mehr. Er hatte alle Hoffnung fahren lassen.
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      "Nein, Bobby. Er muss sein Handy ausgeschaltet haben. Kein GPS." Einhändig steuerte Sam den frisch „geliehenen“ Wagen. Mit einem Auge auf die um diese Uhrzeit noch leere Straße und mit dem anderen auf eine örtliche Straßenkarte konzentriert.

      "Dann wird es schwierig, scheint dein Bruder will nicht gefunden werden", drang Bobbys Stimme ein wenig scheppernd aus dem Handy.
      Sam rollte genervt die Augen. Er brauchte niemanden, der ihn darauf hinwies, wie schwer es war einen Winchester auszugraben, der sich in den Kopf gesetzt hatte unterzutauchen. Doch er würde seinen Bruder damit nicht durchkommen lassen. Mit was auch immer. Irgendetwas trieb diesen um, seitdem sie vor zwei Tage in dem schäbigen Motel wieder zu sich gekommen waren.

      Auch Castiel hatte sich nicht mehr blicken lassen.

      Sam fühlte sich gerade so alleine, wie noch niemals zuvor in seinem Leben.

      "Ich fahr jetzt zurück zu diesem Motel. Es ist der einzige Anhaltspunkt den ich habe. Ich melde mich wieder, wenn ich Dean gefunden habe."
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      Eine kalte Brise fuhr unter Deans Hemd und ließ dessen Aufschläge flattern, wie einen Krähenflügel im Wind. Der Jäger bemerkte dies nicht einmal, während er mit scharfen Augen seine Umgebung musterte, auf der Suche nach einem Anhaltspunkt. Endlich fand er, was er gesucht hatte.

      Wenig später kehrte er im Anzug und mit FBI Marke zurück. "Guten Morgen. Agent Levy, FBI. Kann ich mal die Bänder ihrer Überwachsungskamera sehen?"

      Eine Stunde später hatte er alles was er brauchte. Eine weitere Stunde später saß er in einem nicht weniger schäbigen Motel wie dem, in welchem er vor zwei Tagen gestorben war. Das Handy lag auf dem Tisch vor ihm, während er ungeduldig auf den Anruf wartete. Es sollten allerdings noch ein paar Stunden ins Land gehen, bevor es soweit war.

      Unruhig strich er, während er wartete, durch den Raum. Sonst waren Sam und er was essen gegangen, hatten sich ein Spiel im Fernsehen angesehen oder hatten eine Runde Pool gespielt, wenn sie zum Warten verdammt waren. Doch jetzt war er allein und nichts schien den Jäger noch zu reizen, außer dieser einen Jagd. Also wartete er.

      "Agent Levy? Wir haben den Wagen gefunden. Sollen wir ein Team hinschicken und den Fahrer festnehmen?

      "Nein, von jetzt an übernehmen wir. Danke für ihre Unterstützung."
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      "Ihr Kollege war heute Morgen hier. Er wollte die Bänder von der Parkplatzüberwachung sehen. Er hat sich das Video vom Mittwochmorgen zeigen lassen und ist dann wieder verschwunden."

      Sam bemühte sich um ein weiter ausdrucksloses Gesicht. Mittwoch, der Tag wo man sie erschossen hatte. "Hat er sonst noch etwas gewollt?"

      Der verwirrte Motelbesitzer schenkte dem angeblichen FBI Ermittler einen skeptischen Blick. "Wieso fragen sie ihn nicht selber, wenn er ihr Kollege ist?" So langsam hatte der Mann die Schnauze voll von den dummen Fragen der Behörden. Zumal wenn sie ihm doppelt die Zeit stahlen.

      Sam beherrschte sich sichtbar. Er war die halbe Nacht auf gewesen und je mehr er ahnte was sein Bruder vorhatte, desto größer wurde die Sorge um ihn. Es fehlte nicht viel, und er wäre dem Mann an die Kehle gesprungen. "Weil er vermisst wird. Und wenn sie nicht kooperieren, lasse ich sie verhaften und sie können ja mal die Gefängniszellen mit ihren Zimmern vergleichen. Ich garantiere ihnen, sie werden keinen Unterschied merken", schnappte Sam wütend zurück.

      Sein Gegenüber bemerkte, dass dies eindeutig der falsche Moment war, um die Methoden des FBI in Frage zu stellen. "Schon gut, schon gut. Nein, er wollte sonst nichts mehr wissen."

      Für eine Sekunde war Sam die Enttäuschung anzusehen. Kurz spielte er mit dem Gedanken nachzufragen, ob die Putzkolonen einen Anhänger an einem dunklen Lederband gefunden und abgegeben hatten. Doch er bezweifelte ernsthaft, dass dies der Fall war und selbst wenn, es war mehr als offensichtlich, dass sein Bruder ihn nicht mehr wollte.

      Ob es Deans Enttäuschung über die ausbleibende Hilfe von Gott, oder wegen Sams Erinnerungen im Himmel war, konnte er nur raten. Vermutlich eine gesunde Mischung aus beidem. Natürlich, Sam hatte nie dieses Leben als Jäger gewollt. Und doch hatte seine Kindheit ihn zu dem Menschen gemacht, der er nun war. Ebenso wie Dean. Wieso musste er sich gegenüber seinem Bruder dafür rechtfertigen, dass er Träume besessen hatte? Wusste der nicht, dass er für Sam nach wie vor der wichtigste Halt in dieser aus den Fugen geratenen Welt war?

      Er musste Dean stoppen, denn würde der Ältere sein Vorhaben umsetzen, würde er sich das später nie verzeihen. Das was dieser vorhatte war einfach falsch. Nicht das er befürchtete, sein Bruder könnte verletzt werden. Eigentlich mussten ihm eher die beiden leidtun, auf die Dean nun Jagd machte. Es war eher die Tatsache, dass er wusste, der Ältere würde sich selber nicht mehr verzeihen können, was er da getan hatte, wenn es vorbei war und er klar darüber nachdachte.

      Dean war doch kein gnadenloser Killer!
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      Zur Sicherheit hatte Dean seinen auffälligen Wagen ein paar Straßen weiter geparkt und war die letzten Meter zu Fuß gegangen. So hatte er sich selber schon mal ein Bild von dem Viertel machen können, in dem das Haus stand.

      Die Gegend war heruntergekommen, die Häuser genauso kaputt wie ihre Bewohner. Keiner schenkte ihm hier einen zweiten Blick, denn ein Mann wie er versprach Ärger. Dean war das nur recht.

      Von der gegenüberliegenden Straßenseite aus beobachtete er das baufällige Gebäude, welches die beiden Jäger für kleines Geld gemietet hatten. Ab und an pasierte ein Schatten das Fenster. Nach nicht allzu langer Zeit, war er sich sicher, dass sich lediglich zwei Männer dort befanden.

      Er brauchte nicht lange warten, da verließ Walt die Unterkunft und verschwand mit dem verbeulten Pic Up, der den Winchester letztlich auf ihre Spur gebracht hatte. Kaum war der Wagen verschwunden, überquerte er entschlossen die Straße. Das Schloss war für ihn keine größere Herausforderung, als das tägliche Schuhebinden. Sekunden später bewegte er sich lautlos mit gezogener Waffe über den Flur.

      Ahnungslos verfolgte Roy in der Zeit sein Lieblingsfernsehprogramm, als hinter ihm eine lose Bodendiehle knarrte. "Wird auch Zeit das du kommst, Walt. Das Bier ist leer."

      "Nicht Walt!", knurrte eine tiefe Stimme mit einer merkwürdigen Befriedigung. Herumfahren und das Messer ziehen war eine Bewegung, trotzdem war Roy zu langsam. Das Letzte, was er erblickte, waren ein paar zornig funkelnder, grüner Augen und der Griff eines Revolvers, der auf ihn zuflog.

      Zufrieden fesselte Dean den Bewusstlosen und ließ ihn einfach im Sessel sitzen, nachdem er sichergestellt hatte, dass dieser keine weiteren Waffen mehr am Körper trug. Er war gerade fertig, als draußen ein Auto hielt und sich Schritte der Haustür näherten. Lautlos wie ein Schatten bezog Dean unmittelbar neben der Tür Position. Kaum schwang diese auf, holte er aus und traf den eintretenden Mann mitten ins Gesicht. Mit Befriedigung registrierte er das knirschende Geräusch, mit dem die Nase des anderen nachgab.
      Vollkommen überrascht heulte Walt auf, als ihm die Tränen in die Augen schossen, während ihm das Blut nur so aus der Nase lief. "Verdmmt nchml. Du hst mr die Nse gebrchen."

      "Glaub mir, ich fang gerade erst an!"

      Bei dem grimmigen Versprechen riss Walt die Augen auf und sah zum ersten Mal seinen Angreifer an. Augenblicklich wurde er grau im Gesicht.

      Dean ließ ihm keine Zeit sich zu erholen, sondern packte ihn am Oberarm und zerrte ihn ins Wohnzimmer, wo schon Roy saß. Angesichts der gezogenen Waffe, wagte Walt keine falsche Bewegung. Ihm war schon klar, weswegen der Winchester hier war. Auch wenn ihm nicht klar war, wie das möglich sein konnte.

      Unsanft beförderte Dean ihn zu Boden, nachdem er ihm auch die letzte, versteckte Waffe abgenommen hatte. Walt drehte sich eilig um und setzte sich auf, während er den Totgeglaubten musterte. Mittlerweile hatte seine Nase aufgehört zu bluten und er bekam auch wieder Luft.

      Roy warf ihm einen ängstlichen Blick zu, offensichtlich rechnete auch er nicht mit Gnade, oder gar Vergebung für ihre Tat. Sagen konnte er allerdings nichts, denn er war gründlich geknebelt.

      "Du bist ein Jäger, Dean! Und dein Bruder hat die Apokalypse ausgelöst. Du weißt, dass wir es tun mussten." Aus Walts Mund klang dies nicht wie eine Entschuldigung, es war eine reine Rechtfertigung.

      "Und jetzt bist du selber auch so eine Abscheulichkeit. Du warst tot, ich habe es selber kontrolliert." Abfällig spukte er Dean vor die Füße. "Ich hätte nicht geglaubt, dass Singer so weit gehen würde einen Deal zu schließen. Aber immerhin hatte der Alte genug Grips, um Sam nicht zurück zu holen."

      Mit dem Handrücken schlug Dean zu, sodass sein Ring die Haut von Walts Wange aufplatzen ließ. Unbeeindruckt davon fuhr dieser jedoch fort.

      "Sieh es ein Dean. Du warst ein Jäger wie wir und du bist es immer noch! Nur das du nun ein Monster bist und Jäger jagst." Walts schneidende Stimme verletzte Dean ebenso sauber, wie ein geschärftes Messer. Er konnte es kaum glauben, immerhin hatte er mit den beiden Jägern mehrfach zusammen gearbeitet und jetzt waren sie bereit Sam und ihn zu töten. Ohne Fragen, ohne Gewissen.

      Ohne, dass er sich darüber bewusst war, hatte er den Revolver gezogen und auf Walts Stirn gerichtet. "Bobby hat uns nicht zurückgebracht", stellte Dean kalt klar und konnte sehen, wie sich Walts Augen bei dem Wörtchen "uns" weiteten. "Da oben war jemand der Meinung, wir hätten hier noch einen Job zu erledigen. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass dich keiner zurückschicken wird."

      Den Kopf ein wenig schiefgelegt, musterte Dean den vor ihm sitzenden Jäger und versuchte die Wirkung seiner Worte auf diesen abzuschätzen.

      Walt war versucht seinem Gegenüber an den Kopf zu werfen, dass dieser log. Doch da schimmerte etwas in der Haltung des Winchesters durch, dass die Wahrheit geradezu herausschrie. "Wäre er nicht dein Bruder, du hättest dasselbe getan! Du bist ein Jäger, so wie wir!" Er hatte vor einigen Jahren mit Dean gejagt und nie einen besseren und gleichzeitig auch kompromissloseren Jäger gesehen.

      Dean dagegen sah in die zornig zusammengekniffenen Augen des anderen und erkannte in dessen verbissenem Blick Gordon wieder. Der Revolver in seiner Hand zitterte, als der harte Zug um seinen Mund schwand und er die Waffe langsam sinken ließ.

      "Du bist ein Jäger, so wie wir!"

      "Nein! Nicht so wie ihr", stieß er rau aus und drehte sich ohne ein weiteres Wort um.

      Mit schweren Schritten verließ er das Haus. Dass er dabei den Revolver immer noch für alle sichtbar in der Hand hielt, fiel ihm ebenso wenig auf, wie die Tatsache, dass er am ganzen Leib zitterte.
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      Mit einem leisen Fluch nahm Sam die Hand von der mittlerweile erkalteten Motorhaube des Impalas. Dean war also schon länger hier und das schürte in Sam nur die Angst, dass er zu spät gekommen war.

      Das es in dem Viertel immer noch ruhig war, hatte nichts zu bedeuten. Wenn Dean wollte, konnte er ein lautloser Killer sein. Das konnten sie beide.

      Die Beine in die Hand nehmend, überwand er in wenigen Minuten die Distanz zu dem Haus der beiden Jäger. Er war gerade erst um die Straßenecke gebogen, da sah er eine Gestalt aus dem Haus treten. Dean hatte den Blick starr auf den Boden gesenkt und die Waffe in seiner Hand zitterte. Sam sog scharf die Luft ein, als er den desolaten Zustand seines Bruders erkannte. Das Schlimmste befürchtend, nahm er die letzten Meter des Gehwegs im Laufschritt. An dem Aufgang zur Haustür stoppte er allerdings und näherte sich jetzt behutsam dem aufgewühlten Jäger.

      Seine Hand auf Deans Schulter stoppte diesen. "Dean?", fragte er vorsichtig nach, als der nicht aufsah.

      Endlich hob Dean seinen Blick und sah ihn mit einem Ausdruck an, als ob er sich nicht sicher sei, dass der Jüngere wirklich da war.

      Unwillkürlich verstärkte Sam seinen Griff an der Schulter des anderen. "Was ist passiert?", fragte er besorgt nach und hatte gleichzeitig Angst vor der Antwort.

      Das schien Dean ein wenig wachzurütteln, denn auf einmal schärfte sich sein Blick und mit klaren, grünen Augen erfasste er die ängstlich auf ihn gerichteten Augen. Sam war sein Gewissen, seine Jimmy Grille, die dafür sorgte, dass er seine Menschlichkeit nicht verlor.

      "Ich konnte es nicht", gab er leise zu. "Wir sind Jäger, keine Monster."

      Sam versuchte in der Miene seines Bruders zu lesen. Seine letzten Worte schienen für Dean eine tiefere Bedeutung zu haben und er begann sich zu fragen, was wohl in dem Haus passiert war. Vermutlich würde der Ältere es ihm nie erzählen. Dessen Blick bat jedenfalls stumm darum, keine weiteren Fragen zu stellen und ihn einfach nur vergessen zu lassen.

      Mit einem Kopfnicken bedeutete er Dean ebenso wortlos, dass er verstand. "Lass uns verschwinden. Wir sind hier fertig."


      Sam warf noch einen zögernden Blick auf das Haus zurück. Ein Schatten tauchte hinter der Gardine auf und schien die beiden Männer draußen zu beobachten. Der Vorhang bewegte sich ein letztes Mal und der Schatten verschwand. Erleichtert folgte Sam der Gestalt seines Bruders, ein kleines Lächeln auf den Lippen. Dean hatte die richtige Entscheidung getroffen.

      Hätte er gewusst, womit sich die Gedanken seines Bruders in diesem Moment beschäftigten, wäre ihm das Lächeln vermutlich auf seinen Lippen gefroren.

      Äußerlich fast schon erstarrt und emotionslos, verbarg Dean nur einen Vulkan an Gefühlen und Gedanken, der kurz vor seinem Ausbruch stand. Noch nicht mal sein Bruder ahnte etwas davon. Ihr Ausflug in den Himmel hatte Dean so manches vor Augen geführt.

      Zum einen, dass sein Bruder nie dieses Leben als Jäger gewollt hatte. Er selber war es gewesen, der den Jüngeren dort mit hineingerissen hatte.

      Zum anderen lief ihnen die Zeit davon. Denn nicht nur Himmel und Hölle waren hinter ihnen her, jetzt waren es sogar schon andere Jäger, die ihnen im Nacken saßen. Wie lange noch, bis Lucifer einen Weg fand, um von Sam das alles entscheidende "Ja" zu erhalten?

      Und zu guter Letzt, Gott selber! Seine letzte Hoffnung. Der hatte ihnen allerdings unmissverständlich durch Josuah mitgeteilt, dass ihn die Apokalypse nichts anginge.

      Oh ja, er war immer noch hier und er würde alles opfern, um Sam zu retten. Um die Menschheit zu retten.

      ALLES!

      Leider sah er nur noch einen Weg.

      Sam war ihm durch den halben Bundesstaat gefolgt, um ihn von einer Dummheit abzuhalten und lief jetzt keine zwei Meter hinter ihm.

      Und trotzdem fühlte sich Dean so allein, wie noch nie zuvor in seinem Leben.
    • Wow, sehr schöner One Shot und Dean ist wieder richtig gut getroffen. Ich könnte mir vorstellen, dass er zu so einer Rache-Mission aufbricht. Ich denke, manchmal ist er hart an der Grenze seine Menschlichkeit zu vergessen. Daher finde ich es treffend, dass er im entscheidenden Moment erkennt auf welchem Weg er sich befindet und der Vergleich mit... *pst, ich will ja hier niemandem etwas vorweg nehmen *;)* - ist einfach nur passend. Auch Sams Reaktion ist völlig authentisch. Ich mag ihre gemeinsame Interaktion am Ende und auch Deans finstere Gedanken entsprechen dem Character wie wir ihn aus der damaligen Staffel kennen.
      Übrigens "Jimmy die Grille" als Deans Gewissen war einfach nur köstlich *lach1* Ich habe mich jedenfalls königlich darüber amüsiert. Alleine dafür verdient die Story schon ein kleines Sternchen. ^^
      [IMG:http://abload.de/img/1hobbit3jqjzf.jpg]
      Signatur + Ava by myself


    • Ich strahle hier gerade in Überbreite vor mich hin. [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/vishenka/d_sunny.gif]

      Seitdem ich die Folge zum ersten Mal gesehen habe, hat mich interessiert wie ein erneutes Zusammentreffen zwischen den Jägern wohl gelaufen wäre. In der Serie wurde ja nie geklärt, ob Dean sein Versprechen eingehalten hat.

      Auf jedenfall bin ich deiner Meinung, dass bis zu diesem Zeitpunkt Dean auf jedenfall eher derjenige ist, der manchmal haarscharf auf des Messers Scheide zur Menschlichkeit balanciert. Und meist war es Sam, der ihn dann wieder auf die richtige Seite gezogen hat. Irgendwo sagt Dean ja auch mal zu Sam, dass sie einander brauchen, um sich eben ihre Menschlichkeit zu bewahren.
      Das dies auch für Sam gilt, sah man ja sehr gut in der Folge Mystery Spot.

      Gerne hätte ich Dean hier am Ende der Story positivere Gedanken verpasst, doch wir wissen ja alle, wie es mit Dean in S5 weitergeht und so musste ich die Szene so gestalten, dass sie nur noch ein zusätzlicher Tropfen auf dem Weg zum Selbstmord war.

      Jetzt polier ich mal happy mal Sternchen für Jimmy. *grins*

      Vielen lieben Dank für den tollen Kommi und ich freu mich schon aufs nächste Kapi in deiner Story. ^^ Spätestens dort lesen wir uns wieder. *;)*
    • Sehr gut gelungener One-Shot.
      Darauf, dass Dean seine Drohung Walt und Roy gegenüber wahr macht, hatte ich lange gewartet, doch leider kam es ja in der Serie nie dazu. *seufz*
      Ich bin begeistert, wie du Dean und Sam so wunderbar "in character" schreibst. Ja Dean würde die Beiden finden und genau so mit ihnen umgehen. Die Winchesters sind Jäger und töten übernatürliche Kreaturen, aber nicht ihre Mitmenschen oder nur in Notwehr.

      Sam als Deans "Jimmy die Grille" ist mit Hinblick auf die weiteren Ereignisse natürlich genial aber passt auch perfekt zu "we keep each other human" aus der 5. Staffel.
      *thumps*
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains
    • [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/just_cuz/JC_cupidgirl.gif] Ich schwebe hier gerade im siebten Autorenhimmel vor mich hin und das ganz ohne Armor. *;)* (Jimmy zuzwinker)

      In der Regel gebe ich mir große Mühe unsere Lieblingsjäger Serienlike zu schreiben und ihre Handlungen auch nachvollziehbar zu begründen. Von daher war das jetzt das größte Kompliment, dass du mir machen konntest. *strahl*

      In Staffel 6 bezeichnet Dean sich ja mal als Sams "Jimmy die Grille" und ich fand das damals so herrlich, dass ich nicht widerstehen konnte, das hier in vertauschten Rollen mit einzubauen. Denn bis zu dem Zeitpunkt war es ja doch so, dass meistens Sam das Gewissen in dem Jägerduo war. ^^

      Vielen Dank für die liebes Review und das du dir die Zeit genommen hast. *umarm*
    • AngelA. schrieb:


      In Staffel 6 bezeichnet Dean sich ja mal als Sams "Jimmy die Grille" und ich fand das damals so herrlich, dass ich nicht widerstehen konnte, das hier in vertauschten Rollen mit einzubauen. Denn bis zu dem Zeitpunkt war es ja doch so, dass meistens Sam das Gewissen in dem Jägerduo war. ^^

      Ja das meinte ich mit "weiteren Ereignisse" ich bin immer nicht sicher ob was zu Staffel 6 außerhalb des Spoilerbereiches schreiben soll weil die ja in D noch nicht Free TV gelaufen ist. *:D*

      Freue mich schon auf deine nächste Story, und hoffe dass ich mal wieder Zeit finde deine Mehrteiler nachzulesen bzw nochmal zu lesen aber im Moment schaff' ich es zeitlich nicht, leider.
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains
    • Ui, ich wusste gar nicht, dass du bei meinem Mehrteiler mitgelesen hast. ^^ Es rennt dir ja nichts weg. Die Story ist komplett und hier im Forum. Dank zwei fleissigen Reviewschreibern, hab ich sie ja nie abgebrochen.

      Derzeit kommen aber maximal noch One Shots von mir. Etwas Längeres habe ich jetzt nicht mehr in der Mache, einfach auch weil das Interesse an Deutschen FanFictions zu erlöschen scheint bzw. keiner mehr Zeit zum lesen, geschweige denn kommentieren, findet.

      Traurig, aber leider nicht zu ändern. *seufz*

      Gerade auch deswegen, nochmal vielen Dank für den lieben Kommi und das du dir die Zeit genommen hast. *umarm*
    • [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/Girlies/smilie_girl_073.gif] So: Gelesen und für gut befunden! [IMG:http://i17.photobucket.com/albums/b94/MelindaWarren/GIF/Smilies/smilie_sg_010.gif]

      Aber... das ist so eine Geschichte, die bei mir gemischte Gefühle auslöst. Einerseits versteh' ich ja die Botschaft, "du sollst nicht Gleiches mit Gleichem" vergelten. Und da war es nur logisch, dass Dean die beiden Typen nicht getötet hat. Klar, sie sind Jäger, so wie er auch.

      Aber Walt & Roy haben ohne zu zögern Dean & Sam erschossen, ohne Reue, einfach so. Weil sie meinten, im Recht zu sein. Das war kaltblütiger Mord, dafür gibt es für mich keine Ausrede, keine Beschönigung, Mord ist Mord! *:(*

      Ich bin mir sicher, ohne Sam im "Hinterkopf" hätte Dean es getan. *ja*

      Tolle Story, gerne mehr davon. *umarm*
      *tea*
    • *freu*Heyho, Melinda!

      Schön das du die Zeit zum lesen gefunden hast. Und noch schöner, dass es dir gefällt. *umarm*

      Ich wollte hier auch gar nicht Roys und Walts Tat beschönigen, dadurch dass Dean letztlich die beiden vom Haken lässt. Was sie getan haben war kaltblütiger Mord und
      wenn es Leichen gegeben hätte, denke ich hätten Sam und Dean einen Weg gefunden, die Polizei auf deren Spur zu bringen. ;)

      Ich sehe das so wie du, ohne Sam wäre Dean bestimmt anders geworden.

      Bestimmt wird es bei Gelegenheit wieder was zu lesen geben. *kiss1*

      Bis dann. *wink*
    • Wow....interessante Art diese Szene durchzuspielen....und sie passt zu dem aufgewühlten Dean zu der Zeit. KLar...man kennt Dean...wenn jmd. seine Familie bedroht, dann würde er auch Menschen töten...aber aus Rache....hui...gewagt...aber gefällt mir...passt total zu Dean´s Hoffnungslosigkeit....die ja auch am Ende deutlich wird...

      Armer Sam...gleich mit so einen Schock aufzuwachen und sich dann auf die Spuren von Dean zu begeben, wobei ihm langsam dämmert, was Dean vorhat...Ich glaube auch, dass Dean Sam im Hinterkopf hatte, aber vor allem denke ich, dass die Sätze mit "Monster" ihn am meisten beeinflusst haben. Schließlich war Dean von Kindesbeinen an darauf gedrillt Monster zu töten und nicht selber eines zu werden. Gott sei Dank hatte er Sam....sonst wäre er vielleicht wirklich wie Gordon oder diese beiden Abscheulichkeiten von Jäger geworden....ich sage es immer wieder....diese beiden Jungs brauchen sich gegenseitig...sie scheinen versucht zu sein jew. das Gegengewicht des andern zu sein...driftet der eine zu weit nach rechts holt der andere ihn zurück auf die Spur....

      Super schön geschrieben und passt mal wieder perfekt zu den Charakteren....du hast die Hoffnungslosigkeit von Dean so bildhaft dargestellt, als gebrochener Mensch....
    • *freu* Hallo, meine Liebe!

      Irgendwie bekomme ich gerade den Eindruck, du bist dabei verpasste Storys aufzuholen. *schmunzel*

      Es hat mich lange Zeit gereizt diese Szene zu schreiben. Ich mag diesen Abschnitt in S5 und den zerrissenen, gebrochenen Dean unheimlich und hab versucht eben das auch in dem OS wieder einzufangen. Deswegen freue ich mich unheimlich, dass es hier für dich aufgegangen ist. *dance*

      Gleichzeitig wollte ich eben auch Sams Seite zeigen und damit auch, wie kompromisslos Dean in dem Moment alle Brücken zu Sam und Bobby abbricht. Und auch wenn Sam hier am Ende des OS gefunden hat, hat er ihn auf lange Sicht trotzdem im Himmel ein Stück weit verloren.

      Vielen Dank für das tolle Feedback. Das verschönert mir den ganzen Morgen. ^^ *umarm*