Supernatural - Oneshot - Coming Home

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    • Supernatural - Oneshot - Coming Home

      Heute habe ich mal wieder was kurzes im Gepäck. Ich will nicht zu viel vorweg nehmen, deswegen wünsche ich einfach nur viel Spaß beim lesen. ^^


      Titel: Coming Home
      Autor: AngelA
      Diclaimer: Die Rechte an Supernatural gehören nicht mir. Ich schreibe nur zum Vergnügen und verdiene kein Geld damit.
      FSK: 16
      Warning: Charakter Death, Spoiler 04x07

      Kategorie: Schmerz/Trost

      Inhalt: Zweimal dachte Dean schon, der Abschied wäre für immer. Doch nichts ist für immer, wie er heute lernt.




      "Du kannst herauskommen. Ich weiß, du bist da." Mit ruhiger Gewissheit fixierten Dean Winchesters Augen die dunkle Zimmerecke.

      Sein Blick glitt an ihr entlang. Glich die Erinnerung mit dem Hier und Jetzt ab. Von den staubigen Stiefeln, über die eng geschnittenen Blue Jeans, hin zur karierte Bluse und dem sanft gewellten, blonden Haar.

      Jo.

      "Dean, lang ist's her", begrüßte sie ihn und er stellte fest, dass sich noch nicht mal ihre Stimme geändert hatte. Immer noch noch der warme Tonfall, den eine unterschwellige Herausforderung zu begleiten schien.

      Eine Herausforderung, die er nie angenommen hatte. Bis es schließlich zu spät gewesen war.

      Zu spät für Reue.

      Für Bedauern.

      Zu spät für Liebe.

      "Du bist verschwunden, ohne eine Nummer zu hinterlassen." Eine bittere Erinnerung begleitet die ironischen Worte. Jo mit einem Feuerzeug. Dann fiel das Feuerzeug zu Boden und alles was blieb, war eine flüchtige, eiskalte Berührung, die sich in die schlecht rasierte Haut seiner Wange brannte.

      Spöttisch zog Jo eine Braue in die Höhe, unbeeindruckt von der kühlen Reaktion. "Immer noch der alte Dean?"

      Starr hielt er ihrem musternden Blick stand und konnte die Erkenntnis in ihren Augen sehen. Das hier war nicht mehr der Dean, den sie zuletzt gesehen hatte. Der Mann, der unter dem Gewicht auf seinen Schultern zusammengebrochen war und im Kampf und im Alkohol Vergessen suchte.

      Hier stand ein Mann, der mit sich und seiner Vergangenheit im Reinen war. Sie kannte diesen Effekt. Kannte ihn nur zu gut. Bei ihrem letzten Zusammentreffen hatte sie ihm das noch gesagt.

      Ihr Blick streifte kurz zu dem Fenster mit dem Sessel davor, dass bis zum Boden reichte und so eine schöne Aussicht auf den Park mit seinen Bäumen bot. Das Laub war mit seiner herbstlichen Farbvielfalt der reinste Orgasmus für die Augen. Die Morgendämmerung, welche den Himmel gerade mit einem blutigem Rot überzog, tat ihr übriges.

      "Du warst vielbeschäftigt, Dean. Monster töten, die Welt retten, Sam beschützen. Ich hatte keinen Grund zu kommen." Jos dunkle Augen musterten ihn ohne Groll oder die Spur eines Vorwurfs.

      In den vergangenen Jahren hatte er nicht so oft an sie gedacht, wie sie es verdient hätte und vermutlich wusste sie das. Doch Jo warf ihm das nicht vor. Es war das ungeschriebene Gesetz, zwischen den Lebenden und den Toten.

      Loslassen war nötig, um weiterzuleben. Doch genau das war ihm schon immer schwer gefallen.

      Intensiv bohrte sich der Blick aus grünen Augen in die fahle Gestalt. "Doch jetzt bist du hier."

      Jos Blick folgte ihm, als er zu dem Sessel hinüberging und dahinter stehen blieb. Die Hände auf die Rückenlehne gestützt, sah er nach draußen und der Gedanke blitzte auf, dass diese Welt doch schön war.

      Das es die Opfer wert gewesen war, sie zu retten. Er wusste nicht, ob Jo das genauso sehen würde, denn sie war eines dieser Opfer gewesen und was Dean anging, eines der größten.

      "Ja. Das war es", flüsterte sie leise in seinem Rücken als Antwort auf den unausgesprochenen Gedanken. Fest presste er die Augen zusammen. Unwillig die Träne, die um ihretwillen floß, zu zeigen. Nie war ihm diese Träne entkommen, in den ganzen Jahren. Da würde er jetzt nicht damit anfangen.

      Ungehört und ungesehen von ihm, schüttelte Jo leicht den Kopf und murmelte: "Immer noch der alte Dean." Ein Lächeln spielte dabei um ihre Lippen, denn es war der alte Dean, den sie schon immer geliebt hatte.

      Als er sich wieder zu ihr umwandte und sich lässig an die Rückenlehne des Sessels lehnte, hatte er sich wieder voll im Griff und sein Pockerface aufgesetzt.

      "Zeit um zu essen, zu trinken und ... naja, auf den Putz zu hauen?"

      Jo stutze merkbar und in ihren Augen stand die Frage, ob das jetzt sein Ernst war. "Soll das ne Rede werden, zum letzten Abend auf der Erde?"

      "Was?" Das Glitzern in Deans Augen zeigte nur, dass er sehr wohl verstanden hatte.

      "Was?" Gab Jo sarkastisch zurück, da sie dies genau wusste. Er hatte sie schon damals verstanden, in Bobbys Küche und so auch jetzt.

      Mit einem Mal war Deans lässig-sichere Art wie weggewischt. "Und wenn es so wäre, würde es funktionieren?"

      Er konnte sich noch genau an den Moment in Bobbys Küche erinnern. Diesen kurzen Augenblick, indem er geschworen hätte, sie wollte diesen Kuss ebenso wie er. Doch dann war sie gegangen und sie hatten keine zweite Chance mehr erhalten.

      Der Blick mit dem Jo ihn musterte, war unlesbar. Aufreizend langsam, bewegte sie sich zu ihm und erinnerte ihn damit nur erneut an diesen Moment vor Bobbys Kühlschrank. Dicht vor ihm blieb sie stehen und sah ihn nachdenklich an, las seine Mimik.

      Dean sah, wie ihre Hand sich hob und schloss die Augen, weil er ihren dunklen Augen nicht mehr standhalten konnte, die ihm geradewegs in die Seele zu blicken schienen. Von ihrer letzten Verabschiedung wusste er noch, dass die Berührung kalt sein würde.

      Ihre Fingerspitzen strichen durch sein Haar, dicht über dem Ohr und suchten sich den Weg in seinen Nacken. Ihr Atem strich über seine Lippen, bevor sie sich sacht berührten.

      Überrascht öffnete Dean die seinen ein wenig, um Luft zu schöpfen und riss die Augen auf. Jos Augen funkelten ihn leidenschaftlich an, bevor ihre Hand in seinem Nacken, ihn wieder näherzog.

      Deans letzter klarer Gedanke war, dass ihre Berührungen alles andere als kalt waren.

      Er war endlich zu Hause.
      -
      -
      "Guten Morgen, Mr. Winchester."

      Ein wenig missbilligend wanderte Miss Rosis Blick von dem leeren Bett zu dem belegten Sessel am Fenster.

      Wie so oft, war der Angesprochene wohl mitten in der Nacht aufgewacht und hatte wieder seine Lieblingsstelle am Fenster aufgesucht. Früher hatte sie ihn des Öfteren in den Gängen herumstreifend gefunden. Manchmal sogar im Freien. Doch über die Jahre war dies seltener geworden.

      Letztlich wurden alle Bewohner ruhiger.

      Ohne eine Antwort abzuwarten, betrat sie das Badezimmer und begann es für die übliche Morgentoilette vorzubereiten. Sie war das Schweigen gar nicht anders gewohnt und konnte sich nicht erinnern, dass Mr. Winchester jemals viel gesprochen hätte.

      Und so war es auch nicht verwunderlich, dass sie so gut wie gar nichts über die Vergangenheit des Manns im Sessel wusste. Aus der beachtlichen Anzahl von Narben konnte sie allerdings herauslesen, dass sein Leben wohl von Gewalt geprägt war. Ein merkwürdiger Gegensatz zu dem so stillen Mann.

      Wenn er jedoch sprach, dann zeugte dies von einem wachen Verstand und einem trockenen Humor, den sie sehr schätzte. Er hatte des öfteren bewiesen, dass er ein guter Beobachter war und Rosi wusste die kleinen Gesten zu schätzen, die Zeichen einer bestehenden Freundschaft waren.

      Angehörige gab es keine mehr. Ebensowenig wie Besucher. Trotzdem hatte Rosi oft den Eindruck, dass er eigentlich nur noch auf etwas oder auch jemanden zu warten schien. Ein Reisender auf dem Sprung zu seinem nächsten Ziel, der, wenn er bei Laune war, ihr ab und zu ein wenig seiner Aufmerksamkeit schenkte.

      Als sie das Badezimmer verließ, hatte sich der Ältere immer noch nicht geregt. Auch das war sie von ihm gewohnt. Die Hand auf seine Schulter gelegt, trat sie um den Sessel herum. "Ich habe alles gerich..." Betroffen brach Miss Rosi ab und holte einmal tief Luft. Sie liebte ihren Beruf und übte diesen mit Leib und Seele aus. Und manchmal gab es Menschen, die sie zutiefst berührten.

      Dean Winchester war einer davon gewesen.

      Die Hand auf seiner Schulter liegend, stand sie schweigend neben ihm, folgte seinem Blick aus dem Fenster und beobachtete, wie der Himmel sich von einem intensiven Rot zu einem Goldton wandelte und schließlich blau-leuchtend einen wunderschönen Herbsttag einläutete.

      Erst als das Farbspektakel ein Ende gefunden hatte, wandte sie sich dem Mann im Sessel zu. Mit enem Seufzen strich sie ein letztes Mal über die kurzgeschnittenen, silber-grauen Haare und die nun eingefallene, faltige Wange. Die sonst so strahlend grünen Augen sahen starr nach draußen, im Tode trüb geworden.

      "Ich denke, das hätte ihnen gefallen, alter Freund."

      Sacht ließ sie ihre Hand über sein Gesicht gleiten und schloss seine Augen für immer.

      Mit leicht schiefgelegten Kopf, betrachtete sie den Mann, den sie nun schon einige Jahre begleitet hatte.

      Etwas war anders als sonst. Er sah - fremd aus.

      Als sie den Grund erkannte, konnte sie nicht anders als zu glauben, dass er nach all den Jahren endlich seinen Frieden gefunden hatte.

      Denn Dean Winchester lächelte.
    • Hey Melinda, [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/viannen/viannen_19.gif]

      Ich dachte mir auch, dass Dean wenigstens im Tod verdient hat, seinen Frieden zu finden. : )) Wird Zeit das wieder Weihnachten wird, dann schaffe ich vielleicht auch mal wieder eine lustige Geschichte. *grins*

      Gern geschehen. *umarm* Für dich jederzeit wieder.
    • *cry*
      Ein fast normales Ende, Dean hat alle überlebt und schläft friedlich ein. Schön erzählt, auch wenn ich nicht glaube, dass Dean jemals dieses Alter erreichen wird, ich fürchte ein Monster wird sehr viel früher schneller sein.

      Ein wunderbare Geschichte, danke für's Veröffentlichen.
      "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory.LLAP"
      “Don’t you dare think there is anything, past or present, that I would put in front of you.”


      *rose* Sig by angelinchains
    • Ich gebe zu, ein etwas ungewöhnliches Szenario. Aber ich schreibe eben gern Sachen, wie sie nicht schon in X-Varianten durchs Netz geistern. Ich teile allerdings deine Meinung und glaube nicht daran, dass Dean ein solches Ende in der Serie bestimmt ist. ;)

      Vielen Dank für deinen lieben Kommi. Hab mich total darüber gefreut. *freu*
    • Holla...Dean ein schönes Ende...ja ich schätze, dass das wohl ein Wunschtraum sein wird. Traurig finde ich nur den Gedanken, dass Sam anscheinend auch schon von uns gegangen ist. Aber ich finde die Vorstellung zu schön, dass es Jo ist, die ihn "begleitet". So bekommen sie dann doch noch den Moment, den sie sich in Bobby´s Küche versagt haben...Und ich hoffe, dass Sam auch so ein friedliches Ende gefunden hat, wie Dean.

      Okay...ich war jetzt schon eine Weile nicht mehr hier, aber du hast immer noch nichts von deinem Talent eingebüßt gefühlvolle Geschichten zu schreiben, die einen zu Tränen rührt.
    • Hey!!

      [IMG:http://smiles.kolobok.us/artists/viannen/viannen_19.gif] @Winchester-Fan ist wieder da. [IMG:http://smiles.kolobok.us/user/Mauridia_19.gif]

      Was Sam angeht, so bleibt es ja letztlich ganz offen, was aus ihm geworden ist. Jos Worte legen nur den Schluß nahe, dass die Brüder eine lange Zeit gemeinsam unterwegs waren. Von wegen sie hatte keinen Grund zu kommen, er war ja damit beschäftigt Sam zu schützen.

      Ein anderer Leser, an anderer Stelle, fand es zum Beispiel auch merkwürdig, dass es nicht Sam war, der Dean abholt. Ich hatte mir auch darüber Gedanken gemacht und sehe es für mich so ... Dean hat im Grunde alles für Sam geopfert, um diesen zu schützen und seinen "Auftrag" zu erfüllen, den John im quasi ins Hirn eingebrannt hat. Dafür hat Dean sogar jede Chance auf eine Beziehung aufgegeben. Im Tod hat er sich jetzt auch von dieser selbstauferlegten Pflicht befreit und zum ersten Mal bekommt er etwas, dass nur für ihn ist.

      Schön das du auch mal wieder den Weg hierher gefunden hast. Ich hoffe dir geht es soweit gut. *heart*
    • Erstmal die Tränen wegputzen... *angst*
      Ich würde mir ein solches Ende für Dean wünschen, aber ich habe mal irgendwo gehört, man stirbt, wie man gelebt hat. In seinem Fall würde das wohl schnell und gewalttätig bedeuten.
      Danke für dieses wundervoll friedliche Bild, Angel! *umarm*


      What the hell?! I mean, normal people, they see a monster, and they run. But not us, no, no, no, we -- we search out things that want to kill us. Yeah? Huh?
      Or eat us! You know who does that? Crazy people! We...are insane!
    • Ist das toll, wenn nach so vielen Wochen noch mal Leben hier rein kommt. [IMG:http://smiles.kolobok.us/standart/dance.gif]

      Die Vorstellung von einem gealterten Dean, der in einem Heim auf sein Ende wartet, ist zugegeben ziemlich weit hergeholt und nicht das, was man erwarten würde. Und trotzdem funktioniert dieser One Shot und berührt. Das war für mich die Herausforderung dabei und ich freue mich tierisch, dass die Geschichte trotz des ungewöhnlichen Szenarios funktioniert.

      Ich kenne dutzende von Fan Fictions, in denen Dean eben dieses gewaltsame Ende findet. Mit dem verstrickten Fall habe ich ja selber auch so etwas geschrieben. Für mich liegt der Reiz darin etwas zu schreiben, was man in der Form nicht schon X-Mal gelesen hat. *8)*

      Danke für deinen Kommentar @SydneyB *umarm* *Taschentücher rüberreicht*
    • Hihi....jep...bin wieder im Lande....war mir nicht sicher, ob du mich noch kennst *;)*

      Komisch...ich war schon lange nicht mehr hier, aber der 1. Schritt hat mich gleich in die FF-Abteilung verschlagen....Keine Ahnung warum *blush*
      Aber ich habe schon gesehen, dass ich da ein paar Sachen zum Lesen habe *:D*

      Was Sam angeht: Mir ist erst jetzt aufgefallen, dass mir das mit Sam gar nicht in den Sinn gekommen ist,obwohl ich ja ahnte, dass Sam schon gegangen war. Allerdings war ich auch von der Szene zwischen Jo und Dean gefangen, weil ich es ihnen beiden so gegönnt habe...und hey...wenn man das mal etwas weiterspinnt....wahrscheinlich hat Ash sie eh alle in "seinem" Himmel zusammengebracht und sie rocken das himmlische Road House...natürlich erst, wenn Dean und Jo ihr Wiedersehen...hmm..nun ja...genügend ausgekostet haben *blush*
    • Ohn man... Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll. Du hast Dean wirklich wunderbar sterben lassen. Wenn man das so makaber bezeichnen kann. *;)* Dein Schreibstil gefällt mir wirklich sehr gut, wie du die Landschaft und die Stimmung beschrieben hast, das war wirklich toll.

      Und so ein "schönes" Ende hast du für ihn gefunden... da bin ich wirklich sprachlos! *thumps* Wäre ich nie drauf gekommen.. Allerdings hoffe ich ja, dass wir nie erfahren werden wie er wirklich ins Jenseits gelangt.. Ein offenes Ende wäre mir da lieber ^^
      [IMG:http://img231.imageshack.us/img231/5089/nolimetangere2.jpg]
      Ava&Sig by me
      Asylum Europe II - Highway To Hell
      20nd - 22nd May 2011
    • Hey Cass,

      vielen Dank für deine lieben Worte. Ich freue mich, wenn ich dir mit der Geschichte ein wenig die Zeit vertreiben konnte. ^^

      Ich habe bei meinen Geschichten meistens ein sehr genaues Bild im Kopf und versuche dieses eben so gut wie möglich dem Leser nahezubringen. Freut mich, dass du gefallen an den Details findest. *freu*

      Was die Serie angeht, würde ich auch ungern Dean sterben sehen. *snief* Ich hätte es ja gerne, dass irgendwann ein Leben ohne diese ständige Last führen kann. Meinetwegen auch als Jäger, aber eben ohne King of Hell und Engel im Nacken, die ihre Spielchen mit ihm spielen. Aber ganz ehrlich, das wird wohl nur ein Wunsch bleiben. ;)